Pressekonferenz des Kreml-Chefs

Putins riesige Propaganda-Show – plötzlich schwärmt er über „wahren Weltführer“ aus Deutschland

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    Paula Völkner
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Putins Pressekonferenz ist ein mediales Großereignis. Unabhängige Medien sind nicht zugelassen. Gespannt werden Putins Äußerungen zum Ukraine-Krieg erwartet.

Update, 14.40 Uhr: Nach knapp viereinhalb Stunden ist die jährliche Pressekonferenz von Wladimir Putin beendet. Seine Propaganda-Show beendete Russlands Präsident mit dem Aufruf, „mehr an die Kinder zu denken“ und die kommenden Feiertage mit der Familie zu genießen.

Putin spricht live Ukraine-Krieg: Es brauche „langfristigen Frieden“

Update, 14.31 Uhr: Auf die Frage eines BBC-Journalisten, ob Putin mit dem Status quo zufrieden sei, sagt Putin, dass der Ukraine-Krieg nötig sei, da „Russlands Souveränität“ gefährdet gewesen sei. „Russland ist eine unabhängige Macht, die eigene Entscheidung trifft“, betont Putin, ehe er dann auf eine Folgefrage zur russischen Inflation eingeht.

Wladimir Putin bei seiner Jahrespressekonferenz, die zur großen Propaganda-Show wurde.

Update, 14.27 Uhr: Jetzt spricht Putin über den Trump-Gesandten Keith Kellog, der Verhandlungen im Ukraine-Krieg einleiten soll. Russlands Präsident kritisiert das Vorhaben, da der Westen nicht neutral sei und aktiv in den Krieg eingreife. Dann schwenkt Putin um und redet die eigene Armee stark, während er die ukrainischen Soldaten mit untrainierten, „streunenden Hunden“ vergleicht, die Kiews Armee von der Straße aufgelesen haben. Fakt sei aber, dass man einen „langfristigen Frieden“ brauche, so Putin.

Er nennt dann Vorschläge von Orban, wie etwa eine vorübergehende Feuerpause, sowie ein Angebot Erdogans, mit der Ukraine über eine Waffenruhe zu sprechen. Das ukrainische „Regime“ habe diese Vorschläge stets abgelehnt, und nicht Moskau, behauptet Putin.

Update, 14.09 Uhr: Was hat sich seit dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs geändert, fragt ein Journalist den russischen Präsidenten. „Ich scherze heute weniger“, sagt Putin daraufhin – unter anderem. Dann blickt Putin auf den Februar 2022 zurück und behauptet, dass man die Invasion habe starten müssen, da die Ukraine zunehmend gegen russische Minderheiten im eigenen Land vorgegangen sei.

Update, 14.01 Uhr: Ganz nebenbei hat sich Wladimir Putin als Bewunderer Helmut Kohls geoutet. Auf die Frage, mit wem er gerne mehr Zeit verbracht hätte oder gerne mal einen Tee trinken würde, nannte er den 2017 verstorbenen Altkanzler. „Er war ein beeindruckender Mann, nicht nur wegen seiner korpulenten Erscheinung, sondern auch aufgrund seiner Überzeugungen“, so Putin. Selbst nach seiner Amtszeit sei es „immer eine Freude“ gewesen, mit Kohl zu sprechen. „Er war eine wichtige Figur seiner Zeit, hat viel für sein Heimatland, für das deutsche Volk getan, und er war ein wahrer Weltführer“, sagte Putin.

Update, 13.44 Uhr: Ein aufgebrachter Journalist spricht über den Klimawandel und über den steigenden Wasserpegel. Dann theoretisiert er, dass Amerikaner und Europäer künftig in Russland Flucht suchen könnten. „Sollten wir ihnen nicht im Voraus sagen, dass sie hier nicht willkommen sind?“, fragt er Putin. Der antwortet zunächst mit einem Witz und sagt sinngemäß, dass man sich zunächst einmal um die eigenen Sorgen kümmern müsse – und erst dann um die der anderen.

Kreml-Chef Wladimir Putins jährliche Pressekonferenz.

Putins Propaganda-Show live: Assad-Sturz sei keine „Niederlage“ für Russland

Update, 13.16 Uhr: Wladimir Putin sieht im Sturz des langjährigen syrischen Diktators Assad keine „Niederlage“ für Russland. „Ich versichere Ihnen, das ist es nicht“, sagte Putin auf die Frage eines Journalisten. Er warb zudem für den Verbleib russischer Militärstützpunkte in dem Land. Russland sei „vor zehn Jahren nach Syrien gegangen, um die Entstehung einer terroristischen Enklave wie in Afghanistan zu verhindern“, sagte Putin. „Im Großen und Ganzen“ sei dieses Ziel erreicht worden, auch wenn es nach wie vor eine „schwierige“ Situation sei.

Putin live: Russlands Präsident spricht in Propaganda-Show über Verhandlungen mit Ukraine

Update, 12.53 Uhr: Ein russischer Journalist fragt Putin, warum den „Helden“ der „militärischen Spezialoperation“ nicht häufiger gedacht werde. Als Beispiel nennt er den bei einem Attentat getöteten Putin-General Igor Kirillow. Russlands Präsident kontert mit dem Ehrgeiz seines Volkes, spricht über die Arbeitsfähigkeit der Russen und schwadroniert plötzlich über seine vergangene Judo-Zeit. Als der Journalist dann nochmal an seine Frage erinnert, entgegnet Putin, dass der Anschlag auf Kirillow nicht der einzige gewesen ist – und schiebt die Schuld auf seine Geheimdienste und Behörden. „Wir müssen einen besseren Job machen“, sagt er.

Update, 12.42 Uhr: Eine Repräsentantin der „Die andere Ukraine“-Bewegung – die für die angeblichen Wünsche von „Millionen von Ukrainern“ einsteht – fragt Putin nach Konsequenzen für das „illegitime Selenskyj-Regime“. Putin sagt, dass er sich dazu schon mehrfach geäußert hat und glaubt, dass „alle, die Selenskyjs Befehle ausführen“ sich „mitschuldig“ machen. Was Verhandlungen angeht, habe man keine Bedingungen. Dabei heißt es sonst immer aus Russland, dass man auf die besetzten Regionen Cherson, Donezk, Luhansk, Saporischschja sowie die Krim bestehe. Putin betont jedoch, er wolle sich nicht „zum hundertsten Mal wiederholen“. Um zu verhandeln, brauche es aber einen „legitimen Repräsentanten“ der Ukraine.

Russlands Demografie wird bei Putins Propaganda-Show zum Thema

Update, 12.06 Uhr: Es geht noch immer um die Demografie Russlands. Eine zugeschaltete Mutter klagt, dass Urlaub für ihre siebenköpfige Familie kaum möglich sei. Putin gratuliert ihr zunächst zu ihren fünf Kindern und verspricht bessere Zeiten; unter anderem sollen „Familien mit vielen Kindern“ künftig Rabatte bekommen. Danach meldet sich eine Journalistin aus der muslimischen geprägten Republik Tschetschenien, die Putin zunächst keine Frage stellt, sondern nur als Stichwortgeberin dient. Denn Putin lobt die Regionen Tschetschenien und Tatarstan prompt für ihre großen Familien und vielen Kinder.

Update, 11.54 Uhr: Ein russischer Journalist spricht jetzt über die sinkende Geburtsrate und kommt auf die unkonventionellen Regelungen zu sprechen, die Putins Regierung dazu veranlasst hatte. Putin betont, dass Russland nicht das einzige Land sei, was mit einer sinkenden Geburtsrate zu kämpfen habe. Dann holt der Machthaber aus, stellt Zahlen vor und stellt Vergleiche mit anderen Staaten an. Auch hier wirkt die Frage der Presse wieder handverlesen, um Putin die Möglichkeit zu bieten, die eigenen Pläne zu propagieren.

Update, 11.47 Uhr: Abschließend sagt Putin nach dem Austausch mit dem US-Journalisten, er glaube, dass kein Ukrainer mehr kämpfen wolle. Russland sei für alles „bereit“, ebenso für Verhandlungen – wenn Putins Forderungen erfüllt werden.

Update, 11.40 Uhr: Putin zeigt sich offen für ein mögliches Meeting mit dem designierten US-Präsident Donald Trump, wenn der es denn so wolle, sagte Russlands Präsident auf seiner jährlichen Pressekonferenz. Auf die Frage des US-Korrespondenten – die man nicht hören konnte – behauptete Putin einmal mehr, „mit der gesamten Nato“ im Krieg zu sein. Mit einem Lachen zitiert er dann den irischen Schriftsteller Oscar Wilde: „Die Berichte über meinen Tod sind stark übertrieben.“

Update, 11.31 Uhr: Als ein US-amerikanischer Journalist eine Frage stellt, fällt der Ton bei Übertragung plötzlich weg. Offenbar sollen die Zuschauer nicht hören, was der Mann zu sagen hat. Einer kurzen Antwort Putins zufolge könnte sich die Frage allerdings um den vermissten US-Journalisten in Syrien, Austin Tice, gedreht haben. „Wo wird er vermisst? Was war sein Name?“, fragte Putin, als er sich Notizen machte.

Putin inszeniert sich bei Propaganda-Show als Kümmerer

Update, 11.17 Uhr: Putin wird ein Video eines angeblichen Anwohners der besetzten Region Donezk vorgespielt, der darüber klagt, dass sein Haus niedergebrannt worden sei. Russlands Präsident inszeniert sich daraufhin als Kümmerer, macht sich Notizen und erklärt dem älteren Herrn, dass das Gesetz auf seiner Seite sei und sich der russische Staat um seine Probleme kümmern werde.

Update, 11.13 Uhr: Ein russischer Kriegskorrespondent berichtet aus Donezk: Die ukrainische Armee habe eine Menge Ausrüstung der russischen Armee zerstört und die Infrastruktur im Donbass stark beschädigt. Putin entgegnet ihm, dass man Fortschritte mache und plane, neue Straßen und Kliniken zu bauen, wenn die Ukraine besiegt sei. Dass Putin mehrfach Krankenhäuser hat bombardieren lassen, wird an dieser Stelle nicht erwähnt.

Putin live: Präsident schwärmt in Pressekonferenz von „Oreschnik“-Raketen

Update, 10.57 Uhr: Nun fährt Putin die Propaganda hoch. Er lobt die russischen „Oreschnik“-Raketen und redet westliche Raketen-Abwehrsysteme klein. Diese könnten die „Oreschnik“ überhaupt nicht aufhalten. Rein zufällig fragt daraufhin ein Zuschauer nach dem russischen Atomprogramm, und ob der Westen nun abgeschreckt sei. „Weiß ich nicht, das musst du sie selbst fragen“, sagt Putin. Dann betont er, dass jedes Land, welches Russland bedroht, mit einem Angriff rechnen muss.

Update, 10.54 Uhr: Nachdem Putin einen Moment über Luftwaffensysteme und Raketen spricht, betont er einmal mehr, dass viele Menschen in der Ukraine davon träumen würden, dass Russland sie von dem „Neonazi-Regime“ befreit. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs betitelt der Kreml die Selenskyj-Regierung immer wieder als „drogensüchtige Neonazis“, um den Überfall aufs Nachbarland zu rechtfertigen.

Update, 10.48 Uhr: Nach der kritischen Frage einer Zuschauerin, wann ukrainische Truppen in Russlands Grenzregion Kursk denn wieder gänzlich zurückgeschlagen werden, gerät Putin erstmals ins Stocken. Er könne nicht genau sagen, wann die Gegenoffensive vorbei sei. Man könne nicht einfach einen Termin nennen. Würde er das tun, würden „die Jungs“ natürlich alles dafür geben, doch dann würden viele Soldaten sterben, so Putin. Er verspricht jedoch, dass alle Anwohnerinnen und Anwohner in der Region schon bald wieder heimkehren könnten. Einer der Moderatoren springt ihm daraufhin zur Seite und betont, dass ja eigentlich nicht das Militär, sondern Anti-Terroreinheiten vor Ort seien.

Update, 10.44 Uhr: Während Wladimir Putin vor seiner unterschriebenen Fahne des 155. Regiments sitzt, erklärt er der Presse und den Zuschauern, wie es für Russland im Ukraine-Krieg läuft. Sonderlich kritisch wird er dabei nicht. Man komme dem Ziel jeden Tag näher, doch Putin sagt nicht, wie das Ziel überhaupt aussieht. Zur Erinnerung: Ursprünglich wollte Putin in einer Blitz-Offensive Kiew einnehmen, in der Realität sind russische Truppen derzeit damit beschäftigt, die Ukraine aus der russischen Grenzregion Kursk zu verdrängen.

Update, 10.36 Uhr: Ein Redakteur der russischen Staatsagentur Tass bedankt sich im Namen seiner Mitarbeiter für eine Auszeichnung, die die Agentur wegen ihres 20-jährigen Jubiläums kürzlich von Putin bekommen hatte. Prompt geht es dann um den Ukraine-Krieg – „Sind wir einem Sieg näher gerückt?“, fragt der Journalist. Russlands Präsident lobt die Arbeit „unserer Jungs“ und behauptet, regelmäßig „Geschenke“ von den Militärs zu bekommen – unter anderem Waffen oder die „Kopie einer Regimentsfahne“, welche er daraufhin stolz präsentiert.

Russische Wirtschaft: Putin rechtfertigt Preisanstiege

Update, 10.31 Uhr: Nun spricht Putin über die Preisanstiege in Russland, die er mit einer gestiegenen Nachfrage erklärt. „Die Nachfrage nach Milch ist gestiegen, daher fehlt aber auch Milch für Butter“, welche wiederum teurer verkauft werden mussten, so die Rechnung Putins. Eine auffällige Taktik Putins: der Präsident behauptet mehrmals, dass die Preisschwankungen regional abhängig seien. So weist er das Problem vom russischen Staat hinweg.

Update, 10.22 Uhr: Plötzlich geht es um Gerhard Schröder. Auf einem Geburtstag des Altkanzlers im Jahr 2004, auf dem Putin geladen gewesen sei, seien die „meisten Lieder auf Englisch“ gesungen worden. Nur einige „Kosaken-Mädchen“ hätten auf Deutsch gesungen, weil sie stolz auf Deutschland seien. Dies sei sinnbildlich für fehlenden Patriotismus der Europäer. Was das mit Wirtschaft zu tun, weiß aber wohl nur Putin.

Update, 10.18 Uhr: „Wie schafft es Russland, in dieser Zeit wirtschaftlich weiterzuwachsen?“, fragt die Moderatorin an Putin. Russlands Präsident versteht den Wunsch nach wirtschaftlicher Stabilität und behauptet, man habe einen Wirtschaftszuwachs von acht Prozent verzeichnet – trotz Sanktionen. Deutschland hingegen habe „null Wachstum und werde auch nächstes Jahr null Wachstum haben“, sagte Putin weiter. Dass die russische Wirtschaft aber nur dank der Kriegswirtschaft wächst, lässt Putin unter den Tisch fallen. Experten etwa bei Welt-TV ordneten dies direkt als erste Lüge ein.

Putin-Pressekonferenz jetzt live: Kreml-Chef lässt sich Zeit

Update, 10.13 Uhr: Die Presse sowie die eingeladenen Bürger erheben sich: Wladimir Putin betritt wenige Minuten später als angekündigt das Fernsehstudio. Wie lange die Pressekonferenz gehen wird, ist nicht bekannt. Vergangenes Jahr sprach Putin bei seiner Propaganda-Show mehr als vier Stunden.

Update, 10.08 Uhr: Eigentlich sollte es um 10 Uhr (12 Uhr Ortszeit) in Moskau losgehen, doch Wladimir Putin lässt auf sich warten. Die geladenen Journalisten sowie die geladenen Gäste warten gespannt.

Jährliche Putin-Show: Diese Fragen beschäftigen die Bevölkerung in Russland

Update vom 19. Dezember, 9.38 Uhr: In wenigen Minuten startet die Jahrespressekonferenz von Wladimir Putin. Eine große wie auch lange Show wird erwartet. Im Jahr 2023 ging sie über vier Stunden lang. Bürgerinnen und Bürger konnten vorab Fragen an den Präsidenten einsenden. Armin Coerper, Leiter des ZDF-Studios in Moskau, enthüllte am Donnerstagmorgen, welche Fragen die Menschen in Russland am meisten beschäftigen.

Auf Rang eins der meistgestellten Fragen an Putin rangiert die Frage nach dem Ende des Ukraine-Kriegs. Dahinter folgt die Frage, wann es endlich mehr Geld für die Menschen gebe. Auf Rang drei ist der Wunsch nach sinkenden Zinsen für Kredite.

Putin-Show mit Spannung erwartet: Millionen von Fragen eingesendet – Rückblick verspricht Düsteres

Erstmeldung: Moskau – Der russische Präsident Wladimir Putin wird am Donnerstag (19. Dezember) seine jährliche Pressekonferenz abhalten, die zweite seit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine. Wie schon in der Vergangenheit wird Putin die Veranstaltung mit einer Frage-und-Antwort-Runde verbinden. Allerdings ist nicht zu erwarten, dass die Veranstaltung von großer Offenheit geprägt sein wird.

Die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass berichtet, dass bereits über 1,5 Millionen Fragen für die Veranstaltung eingegangen sein sollen. Diese werden jedoch vor der Veranstaltung geprüft, wie aus Berichten hervorgeht. Daher ist es unwahrscheinlich, dass Putin mit kritischen Fragen konfrontiert sein wird.

Putins Jahrespressekonferenz in Moskau: Live am Donnerstag

Die Veranstaltung des russischen Präsidenten zieht nicht nur in Russland, sondern auch international große Aufmerksamkeit auf sich, insbesondere vor dem Hintergrund des anhaltenden Krieges in der Ukraine. Die russische Nachrichtenagentur berichtet: „Auch die spezielle Militäroperation ist ein Hauptanliegen.“ Damit ist der Krieg Russlands in der Ukraine gemeint. Tass behauptet jedoch, dass „Gesundheitsversorgung, Straßen, Wohnraum und Versorgungsleistungen sowie Sozialleistungen“ die dringendsten Probleme der russischen Bevölkerung seien.

Es wird berichtet, dass nicht nur die anwesenden Bürger, sondern alle russischen Bewohner die Möglichkeit haben sollen, Fragen an Putin zu stellen. Dazu wurde eine Hotline eingerichtet, die vor Putins TV-Show zur Verfügung steht, meldet der Kreml. Zudem sei es möglich, Fragen per SMS oder über soziale Netzwerke einzureichen.

Putin-Show im TV: Auch Tucker Carlson soll nicht zur Fragerunde kommen

Unabhängige Medienvertreter werden bei der Pressekonferenz, die in den letzten Jahren zunehmend als Propagandaveranstaltung gesehen wird, nicht anwesend sein. Seit Beginn des Krieges in der Ukraine im Februar 2022 hat Putin nicht mehr mit westlichen Medienvertretern gesprochen. Eine Ausnahme machte der russische Präsident jedoch für ein Interview mit dem ehemaligen Fox-News-Moderator Tucker Carlson im Februar. Carlson wurde damals aus Polen als „nützlicher Idiot“ für die russische Propaganda kritisiert. Kremlsprecher Dmitri Peskow teilte Anfang Dezember russischen Reportern mit, dass jedoch auch der rechtsgerichtete US-Moderator nicht an der Pressekonferenz teilnehmen wird.

TV-Show in Russland: Putins Jahrespressekonferenz vor der Hintergrund des Ukraine-Kriegs

Was in diesem Jahr zur Sprache kommen wird, war zunächst unklar. Ein Blick auf die Vorjahres-Rede zeigt aber, dass diese durchaus düster ausfallen kann. Bei der Pressekonferenz im Dezember 2023 hatte Putin auf die Frage, wann der Krieg in der Ukraine enden werde, geantwortet, dass Frieden erst einkehren werde, wenn Russland seine Ziele erreicht habe. Dabei sprach er von „Entnazifizierung“, „Entmilitarisierung“ und einem neutralen Status der Ukraine. Putin hat diese und seine territorialen Ziele im Krieg immer wieder betont. Wie er sich am Donnerstag in Bezug auf den Krieg in der Ukraine äußern wird, bleibt abzuwarten.

Die Veranstaltung fiel 2022 erstmals aufgrund des Krieges in Russland aus. Beobachter waren damals der Meinung, dass Putin unangenehme Fragen vermeiden wollte. Seit 2001 nutzt Putin seine Publikumsbefragung namens „Direkter Draht“ und die Pressekonferenz, um seine politischen Positionen und Entscheidungen der russischen Öffentlichkeit zu erklären. (red)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Gavriil Grigorov

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