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Gabriel Attal – Ein Premier gegen Le Pen

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Der französische Premier Attal löst seine Vorgängerin ab, weil Präsident Macron ihm zutraut, den proputinistischen Rechtsaußen Bardella zu schlagen.

Paris – Elisabeth Borne holte für den Präsidenten die Kohlen aus dem Feuer – die Rentenreform oder vor Weihnachten das neue Immigrationsgesetz. Gerne hätte sie ihr Land im Juli durch die Olympischen Spiele geleitet. Doch der Präsident hat anderes im Sinn. Wie seine Vorgänger im Elysée benutzt er seinen Premier als politische Sicherung.

Die Chance ist groß, dass Marine Le Pen die letzten dreieinhalb Jahre von Emmanuel Macrons zehnjähriger Amtszeit überschatten, ja dominieren wird. Das ist der eigentliche Grund, warum die Technokratin Borne den Hut nehmen muss. Mit ihrem Nachfolger Gabriel Attal schickt Macron den populärsten und politischsten Minister in den Kampf gegen die proputinistischen Rechtsaußen.

Der frisch gekürte französische Premier Gabriel Attal (r.) hört seiner Vorgängerin Elisabeth Borne zu. (Emmanuel Dunand/afp)

Bei den Europawahlen von Juni wird Attal den ebenso jungen und smarten Listenführer Le Pens, Jordan Bardella, angreifen müssen. Wenn sich Attal in der Wahlkampagne gut schlägt, hat er für die Präsidentschaftswahlen 2027 Aussichten auf den Ritterschlag durch Macron, der kein drittes Mal antreten darf. Wenn nicht, wird Attal das gleiche Los wie Elisabeth Borne ereilen.

Rubriklistenbild: © Emmanuel Dunand/afp

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