Landtagswahl Bayern

TV-Duell zur Bayern-Wahl: Söder und Hartmann liefern sich Schlagabtausch

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Kurz vor der Landtagswahl in Bayern machen sich die Spitzenpolitiker Söder und Hartmann live im Fernsehen gegenseitig Vorwürfe.

Nürnberg – Bayern wählt am 8. Oktober einen neuen Landtag. Wenige Tage vor der Wahl haben Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Grünen-Spitzenkandidat Ludwig Hartmann in einem TV-Duell teils lebhaft über die richtigen Konzepte für die Zukunft gestritten. Beide warfen sich im Bayerischen Rundfunk am Dienstagabend (3. Oktober) wechselseitig Fehler unter anderem in der Klima- oder Migrationspolitik vor. Söder reiste zur TV-Debatte in Nürnberg in der Limousine an und Hartmann - standesgemäß für einen Grünen - mit Bahn und Taxi.

TV-Duell zur Bayern-Wahl: Söder schließt Koalition mit den Grünen kategorisch aus

Die beiden Kontrahenten hielten sich in der rund einstündigen Debatte im Fernsehen gegenseitig vor, Fakten nicht immer korrekt zu benennen. Zudem schloss der CSU-Vorsitzende Söder eine Koalition mit den Grünen im Freistaat erneut kategorisch aus. „Es wird definitiv mit mir kein Schwarz-Grün in Bayern geben“, sagte Söder. Hartmann sagte dagegen, er sei „überzeugt“, dass eine schwarz-grüne Regierung die richtige Antwort auf die aktuellen Herausforderungen und auch die gesellschaftliche Spaltung wäre.

Dabei kritisierte Hartmann explizit Söders Aussage, die Grünen hätten kein „Bayern-Gen“. Diese Kategorisierung „schließt alle aus, die nicht CSU wählen“, dies sei eine „Spaltung, die ich so nicht akzeptieren möchte“, sagte er. Söder betonte, die Regierung mit den Freien Wählern habe in den vergangenen fünf Jahren gut zusammengearbeitet. Eine bayerische Staatsregierung mit den Grünen wäre zudem nicht mehr unabhängig von der Bundesregierung und könne dann nicht mehr die bayerischen Interessen vertreten.

TV-Duell zwischen Söder und Hartmann: Differenzen in Energiepolitik und bei Migration

Der CSU-Chef warf den Grünen vor, keine Regierungsfähigkeit zu haben. In Berlin habe die Partei schwere Fehler beschlossen, etwa den Ausstieg aus der Atomenergie. „Ich frage mich, ob Sie das selbst noch glauben, was Sie sagen“, konterte Hartmann. Die Ampel-Koalition habe nach der Wahl in einem „nie dagewesenen Tempo 16 Jahre Stillstand beendet“. Unter anderem habe sie den Ausbau der erneuerbaren Energien massiv vorangebracht und das 49-Euro-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr eingeführt.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zusammen mit Ludwig Hartmann (Die Grünen), dem Fraktionsvorsitzenden im bayerischen Landtag. Das Bild wurde nach dem TV-Duell am Dienstag im BR-Fernsehstudio in Nürnberg aufgenommen.

In Fragen der Energiepolitik waren die Differenzen groß: Hartmann warf Söder erneut vor, den Windkraftausbau zu verschleppen. Söder argumentierte dagegen, dass Bayern beim Ausbau der erneuerbaren Energien vorn liege – und es 500 Anfragen für neue Windräder gebe. Söder erneuerte seine Forderung nach einer „Integrationsgrenze“ und einer „Wende“ in der Migrationspolitik. Hartmann sprach sich dafür aus, Geflüchtete leichter in Arbeit zu bringen. Dann könnten diese Menschen dazu beitragen, das hiesige Arbeitskräfteproblem zu lösen.

Bayern wählt neuen Landtag: 9,4 Millionen Bürgerinnen und Bürger wahlberechtigt

Vor der Landtagswahl 2018 hatten sich Söder und Hartmann erstmals ein TV-Duell geliefert. Damals verfolgten die Premiere rund 740.000 Menschen im Bayerischen Fernsehen. In dieser Ausgabe der Konfrontation im Fernsehen hatten die Kontrahenten in der 70-minütigen Sendung die gleiche Redezeit - und blieben trotz der inhaltlichen Angriffe weitgehend sachlich.

Am 8. Oktober sind bei der Bayern-Wahl rund 9,4 Millionen wahlberechtigte Bürger und Bürgerinnen dazu aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. Söder hatte angekündigt, die Koalition mit der Partei Freie Wähler fortführen zu wollen. Hartmann bildet zusammen mit Katharina Schulze das Spitzen-Duo der bayerischen Grünen (dpa).

Rubriklistenbild: © Daniel Löb/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

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