Denn einem chinesischen Staatsbürger soll die Einreise nach Russland verwehrt worden sein. Die chinesische Botschaft reagiert mehr als verärgert auf den Zwischenfall.
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Der Influencer, der unter seinem Social-Media-Namen „Jin Wenxin“ bekannt ist, postete laut South China Morning Post ein Video auf der chinesischen Version von TikTok, in dem er dokumentiert, was ihm passierte, als er den Grenzübergang in der Nähe der südrussischen Stadt Astrachan passieren wollte. Er kritisierte weiter, dass er und seine Freunde „wie Kriminelle“ behandelt worden seien.
Chinas Botschaft in Moskau reagierte bereits auf die Anschuldigungen und hielt sich ihrerseits nicht mit Vorwürfen zurück. In einem Post auf der Plattform WeChat, über den auch das Portal Politico berichtet, schreiben die Beamten: Fünf chinesischen Staatsbürgern sei der Zutritt blockiert worden: „Ihre Touristenvisa wurden annulliert und ihnen wurde die Einreise verweigert.“ Die Identität der Personen wurde nicht offengelegt, es ist also nicht bekannt, ob es sich bei einem der Touristen um den Influencer handelt. Und die Botschaft wird noch deutlicher.
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Streit zwischen China und Russland entbrannt: „Legitime Rechte der chinesischen Bürger ernsthaft untergraben“
„Am 2. August erfuhr die Botschaft aus dem von dem Betroffenen hochgeladenen Video, dass die russischen Grenzbeamten ihn vier Stunden lang wiederholt kontrolliert hatten. Nach der Entsendung der Botschaftsleitung trafen sich die zuständigen Abteilungen der Botschaft mit dem russischen Außenministerium“ und weiteren Behörden. Die Botschaft fügt hinzu, es sei bei diesem Treffen „deutlich“ darauf hingewiesen worden, „dass das überzogene Verhalten der Strafverfolgungsbehörden durch die russische Seite bei diesem Vorfall die legitimen Rechte und Interessen der chinesischen Bürger ernsthaft untergraben“ habe.
Dieses Vorgehen stehe „nicht mit der aktuellen Situation der chinesisch-russischen Beziehungen [...] im Einklang“. Russland habe demnach geantwortet, dass die Reiseziele der betroffenen chinesischen Staatsangehörigen „nicht mit ihren tatsächlichen Reisezielen übereinstimmten, was einen Verstoß gegen die einschlägigen russischen Gesetze und Vorschriften darstellt“. In dem Post wird darauf hingewiesen, dass Russland dazu aufgefordert worden sei, das „überzogene Verhalten der Grenzkontrollbeamten weiter zu untersuchen und der chinesischen Seite eine zufriedenstellende Antwort zu geben.“
Laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass hat es sich hierbei um einen isolierten Vorfall gehandelt. Doch er könnte das sonst so hochgelobte Verhältnis zwischen China und Russland zusätzlich torpedieren. Zuletzt wurden nach den russischen Angriffen auf Odessa ebenfalls Kritik vonseiten einer Botschaft Chinas laut. Die chinesische Vertretung in der ukrainischen Hafenstadt wurde bei dem Angriff ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. (slo)