Nun scheint China einen Schritt zu unternehmen, der zur Abwechslung einmal Moskau verärgern könnte. Denn das Land hat sich dazu entschieden, eine Delegation zur Ukraine-Friedenskonferenz nach Saudi-Arabien zu entsenden. Das wurde erst kurz vor Beginn des Gipfels öffentlich. Vorher war lange unklar, wie sich Peking entscheiden wird, denn: Russland nimmt dort nicht teil.
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Freundschaft zwischen China und Russland erschüttert? Chinesische Delegation auf Ukraine-Friedenskonferenz
In Saudi-Arabien läuft am 5. und 6. August eine zweitägige Friedenskonferenz. Das Königreich hat dafür die Ukraine, ihre westlichen Verbündeten sowie Entwicklungs- und Schwellenländer nach Dschidda eingeladen. Erwartet werden unter anderem Vertreter der Ukraine, USA, der EU, Großbritanniens sowie aus Chile, Indonesien, Ägypten und der Türkei, wie es zuvor aus Diplomatenkreisen in Riad hieß. Deutschland sei mit dem außenpolitischen Berater von Bundeskanzler Olaf Scholz, Jens Plötner, vertreten, sowie mit Tjorven Bellmann, politische Direktorin im Auswärtigen Amt, hieß es laut der Nachrichtenagentur AFP aus Regierungskreisen.
Ziel des Treffens sei die „Konsolidierung verschiedener Friedenspläne“, etwa aus China, Afrika und Brasilien, mit dem von der Ukraine aufgestellten Zehn-Punkte-Plan, hieß es im Vorfeld der Konferenz aus Berlin. „China ist bereit, mit der internationalen Gemeinschaft zusammenzuarbeiten, um weiterhin eine konstruktive Rolle bei der Förderung einer politischen Lösung der Krise in der Ukraine zu spielen“, sagte Wang Wenbin, ein Sprecher des chinesischen Ministeriums, laut der Nachrichtenagentur Reuters.
Chinas Teilnahme beim Ukraine-Friedensgipfel: „Putin sehr wahrscheinlich besorgt“
Besonders brisant an der Friedensgipfel-Teilnahme: China war zu einer früheren Gesprächsrunde in Kopenhagen Ende Juni ebenfalls eingeladen, nahm aber nicht teil. „Putin ist sehr wahrscheinlich besorgt“ über die Teilnahme Chinas an den Ukraine-Friedensgesprächen in Saudi-Arabien, sagte der frühere US-Botschafter in der Ukraine, Bill Taylor, im Interview mit dem Sender NBC News. Die Ukrainer würden dort sein und ihren Plan vorstellen und viele wichtigen Mächte würden ihnen zuhören, erklärte er. Wenn auf dem Gipfel nur eine „geringe Zustimmung“ mit Selenskyjs Friedensplan erreicht werde, der beinhalte, dass Russland die Ukraine verlassen müsse, könnte das eine großes Signal darstellen – vor allem dann, wenn China und Saudi-Arabien dem zustimmten. (Sophia Lother)