Rente in Deutschland

Frührente ab wann? Scholz steuert gegen frühen Renteneintritt

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Bundeskanzler Olaf Scholz will der Frührente entgegensteuern. Ab wann kann man in Frührente gehen? Wer hat ein Recht auf Frührente?
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Bundeskanzler Olaf Scholz will der Frührente entgegensteuern. Ab wann kann man in Frührente gehen? Und wer hat ein Recht auf Frührente?

Berlin – Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) will der Frührente entgegensteuern. Immer mehr Menschen gehen in Deutschland früher in Rente, wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) vermeldete. Scholz will dem Fachkräftemangel entgegenwirken und erreichen, dass weniger Menschen vor Erreichen der Regelaltersgrenze in Rente gehen. Es falle vielen schwer, bis zum Renteneintrittsalter zu arbeiten, sagte Scholz den Zeitungen der Funke Mediengruppe und der französischen Zeitung Ouest-France. Ab wann kann man in Frührente gehen? Und haben alle ein Recht auf Frührente?

Scholz will Frührente entgegenwirken – viele Menschen gehen mit 63 oder 64 Jahren in Rente

Viele Rentner scheiden bereits mit 63 oder 64 Jahren aus dem Arbeitsmarkt aus, wie die Zahlen des BiB zeigen. Das ist deutlich vor der Regelaltersgrenze. Der noch anfangs beobachtete rasante Anstieg der Erwerbstätigenquote bei den über 60-Jährigen sei in den vergangenen fünf Jahren weitgehend zum Stillstand gekommen, teilte das Institut in Wiesbaden laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit. Menschen, die in Frührente gehen, nehmen Abschläge bei der Rentenhöhe in Kauf. Diese Gruppe mache unter allen, die 2021 erstmals eine Altersrente bezogen, etwa ein Viertel aus. Im Schnitt gingen sie knapp 28 Monate vor der Regelaltersgrenze in den Ruhestand.

Noch offen ist den Experten zufolge die Entwicklung bei den jüngeren, nach 1960 geborenen „Babyboomern“, die auf den Renteneintritt zugehen. Zum einen stiegen die Altersgrenzen auch für langjährig Versicherte an. Zum anderen sei schwer einzuschätzen, in welchem Umfang sie Abschläge für einen vorgezogenen Ruhestand in Kauf nehmen.

Frührente ab wann? Mit 63 abschlagsfrei in Rente gehen

Grund für die Frührente sei die „Rente mit 63“. Die seit 2014 bestehende Möglichkeit eines frühzeitigen Rentenbezugs ohne Abschläge für Menschen, die 45 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben. Diese Regelung gilt für alle, die 1952 oder früher geboren wurden. Bei der Berechnung werden auch Zeiten, in denen Erwerbstätige nicht in einem Angestelltenverhältnis standen, berücksichtigt. Dazu zählen laut Hansemerkur Kindererziehungszeiten oder Zeiten, in denen Angehörige gepflegt wurden.

Rente mit 63: Nicht alle haben ein Recht auf abschlagsfreie Frührente

Für alle Jahrgänge nach 1952 wird die Altersgrenze für die Regelaltersrente ohne Abschläge bis 2031 schrittweise auf 67 Jahre angehoben. Geborene aus dem Jahrgang 1956 können demnach im Alter von 65 Jahren und zehn Monaten abschlagsfrei in Rente gehen. Ab 2024 wird die Altersgrenze beginnend mit dem Geburtsjahrgang 1959 in zwei-Monats-Schritten angehoben. Für Versicherte ab Jahrgang 1964 gilt dann die Regelaltersgrenze von 67 Jahren. Wer trotzdem ab 63 Jahren vorzeitig in Frührente gehen will, muss mit einem Abzug von bis zu 14,4 Prozent rechnen. Für jeden Monat, den man vorzeitig in Rente geht, wird 0,3 Prozent der Rente abgezogen, der dauerhaft bestehen bleibt.

Wird es eine Renten-Erhöhung 2023 geben? Was sich ab nächstes Jahr für Rentner ändern wird

Für 2023 hat die Regierung eine laut Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) „spürbare“ Rentenerhöhung angekündigt. Demnach dürfen sich Rentner in Westdeutschland ab 1. Juli 2023 über 3,5 Prozent mehr Rente freuen; Rentner im Osten Deutschlands über 4,2 Prozent. Gekoppelt sind die Renten an die Löhne. Da die Rentenexperten mit einem Lohnzuwachs von 4,5 Prozent für dieses Jahr sowie weiteren Zuwächsen von fünf Prozent für kommendes Jahr und 4,7 Prozent für 2024 rechnen, steigt auch die Rente. Bereits im Dezember haben Rentner zudem die Energiepreispauschale von 300 Euro erhalten.

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