Letzte Umfragen zur Bundestagswahl 2025: Prognosen deuten Trend für Ergebnis an
VonChristian Stör
schließen
Wo stehen die Parteien vor der Bundestagswahl: Wer gewinnt, wer schafft den Einzug in den Bundestag? Die letzten Umfragen zeigen eine klare Tendenz.
Update vom 23. Februar, 8.05 Uhr: In Deutschland findet heute die Bundestagswahl statt. Seit 8.00 Uhr haben die Wahllokale geöffnet. Bis 18.00 Uhr können die Wahlberechtigten ihre Stimme abgeben, dann beginnt die Auszählung. In den rund 65.000 Wahllokalen sind dafür etwa 675.000 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer im Einsatz. Zur Wahl aufgerufen sind über 59 Millionen Menschen im Bundesgebiet. Laut Umfragen dürfte die Union mit Kanzlerkandidat Friedrich Merz (CDU) stärkste Kraft werden, gefolgt von der AfD. Dahinter lagen im Mittelfeld zuletzt SPD und Grüne.
Friedrich Merz (Mitte) und weitere Mitglieder der Parteiführung singen die Nationalhymne, während auf einer riesigen Leinwand ein Bild des Reichstags gezeigt wird.
Letzte Umfragen zur Bundestagswahl: CDU/CSU weiter klar an der Spitze
Erstmeldung: Berlin – Die letzten Umfragen fallen eindeutig aus: CDU und CSU liegen vor der Bundestagswahl am 23. Februar weiter klar an der Spitze. Die verschiedenen Meinungsforschungsinstitute sehen sie bei 28 bis 32 Prozent. Das wäre eine deutliche Steigerung gegenüber der letzten Wahl im September 2021. Damals musste sich die Union mit 24,1 Prozent der Stimmen begnügen.
Der Vorsprung von CDU und CSU auf die zweitplatzierte AfD beträgt im Durchschnitt etwa zehn Punkte. In den letzten Umfragen vor der Bundestagswahl kommt die Alternative für Deutschland auf 20 bis 21 Prozent. Es folgt die Kanzlerpartei SPD mit 14 bis 16 Prozent vor den Grünen mit 12 bis 14 Prozent.
Bundestagswahl 2025: Von „Tünkram“ bis zum „Tor zur Hölle“ – denkwürdige Zitate aus dem Wahlkampf
Letzte Umfragen vor der Bundestagswahl sehen Krimi um Einzug ins Parlament
Spannend sind die letzten Umfragen vor allem bei den kleineren Parteien. Hier sind die Ergebnisse nicht mehr ganz so zementiert wie noch vor wenigen Wochen. Einen regelrechten Höhenflug hat zuletzt Die Linke erlebt. Noch im Januar quasi von allen Fachleuten abgeschrieben, scheint der Einzug in den Bundestag nun relativ sicher. In den letzten Umfragen kommt sie auf sechs bis acht Prozent.
Dann kommen die Wackelkandidaten, die an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern könnten. Das BSW von Sahra Wagenknecht wird zwischen drei bis fünf Prozent verortet. Und die FDP? Die Liberalen liegen fast überall bei vier Prozent, nur einmal knacken sie die Marke von fünf Prozent. Keine der sonstigen Parteien schafft es in den letzten Umfragen auf mehr als zwei Prozent.
Die exakten Zahlen der letzten Umfragen sind den nachfolgenden Tabellen zu entnehmen. Es handelt sich um sechs Sonntagsfragen vom 19 bis 21. Februar. Dabei wird deutlich, dass die Ergebnisse in Teilen variieren. Die Angaben erfolgen in Prozent.
Partei
Allensbach
YouGov
F’gr. Wahlen
CDU/CSU
32
29
28
AfD
20
20
21
SPD
14,5
16
16
Grüne
12
13
14
Linke
7,5
8
8
FDP
4,5
4
4,5
BSW
4,5
5
4,5
Sonstige
5
5
4
Letzte Umfragen zur Bundestagswahl: Wie die Sonntagsfragen ausfallen
Partei
Forsa
Insa
GMS
CDU/CSU
29
29,5
31
AfD
21
21
20
SPD
15
15
15
Grüne
13
12,5
13
Linke
8
7,5
6
FDP
5
4,5
4
BSW
3
5
4
Sonstige
6
5
7
Welche Koalitionen wären nach den letzten Umfragen zur Bundestagswahl möglich?
Völlig offen ist, welche Koalition nach der Bundestagswahl die neue Regierung bilden wird. Ob es mit einem Zweier-Bündnis wie Schwarz-Rot klappt, hängt wesentlich davon ab, wie viele Parteien letztlich ins Parlament einziehen werden. Schaffen es auch die Wackelkandidaten in den Bundestag, reicht es für eine Zweier-Koalition nach dem aktuellen Stand womöglich nicht. Denn dann liegt die Schwelle für eine Mehrheit höher.
Eventuell käme wie bei der gescheiterten Ampel-Regierung wieder nur ein Dreierbündnis infrage. Denn die zweitplatzierte AfD ist bei Koalitionsüberlegungen in den Parteizentralen der anderen außen vor: Sie schließen eine Koalition mit der durch den Verfassungsschutz in Teilen als rechtsextremistisch eingestuften Partei aus.
Bundestagswahl 2025: Umfragen sind keine Prognosen
Umfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang. Zudem ist stets ein statistischer Fehler von bis zu drei Prozentpunkten zu beachten (Fehlertoleranz).
Die Umfragen in Deutschland sind zuletzt recht genau ausgefallen. So lag die mittlere durchschnittliche Abweichung aller Institute bei der Bundestagswahl 2021 laut dem Internetportal Dawum bei 1,03 Prozentpunkten. Berücksichtigt wurden dabei all diejenigen Institute, die 30 Tage vor der Wahl eine Sonntagsfrage veröffentlicht hatten. Ob die letzten Umfragen diesmal ähnlich präzise ausfallen werden? Das werden die Ergebnisse der Bundestagswahl am 23. Februar zeigen. (cs)