Zwischen Ampel-Aus und Vertrauensfrage

G20-Gipfel in Brasilien: Scholz zeigt sich enttäuscht über Abschlusserklärung zu Ukraine und Nahost

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  • Sonja Thomaser
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    Fabian Hartmann

Der G20-Staaten haben schnell eine Abschlusserklärung herausgegeben. Konsens besteht unter anderem mit Blick auf Superreiche.

Update vom 19. November, 20.38 Uhr: Kanzler Olaf Scholz hat Chinas Präsident Xi Jinping nach eigenen Worten gewarnt, dass man chinesische Waffenlieferungen an Russland nicht hinnehmen werde. Er habe mit Xi über den Ukraine-Krieg gesprochen, sagte Scholz am Dienstag nach Ende des G20-Gipfels in Rio de Janeiro im ZDF-Interview. Er habe dabei betont, dass es „eine schlechte Eskalation ist, dass jetzt nordkoreanische Soldaten in diesen Krieg eingesetzt werden von Russland“, fügte der SPD-Politiker hinzu. „Und auch klar gemacht, dass wir Waffenlieferungen aus China nicht akzeptieren werden und nicht akzeptieren wollen.“ Man wolle genauer hinschauen, ob China sogenannte Dual-Use-Güter liefere, die Russland auch im Krieg einsetzen könne.

„Natürlich nicht“, sagte Scholz auf die Frage, ob Xi zugegeben habe, Drohnen an Russland zu liefern. Es sei aber wichtig, das Thema klar anzusprechen.

Scholz zeigt sich enttäuscht über Abschlusserklärung zu Ukraine und Nahost

Update vom 19. November, 19.51 Uhr: Kanzler Olaf Scholz hat sich enttäuscht gezeigt, dass in der Abschlusserklärung des G20-Gipfels die Verantwortung Russlands für den Angriffskrieg in der Ukraine nicht deutlich benannt wurde. Der russische Präsident Wladimir Putin lasse die Ukraine seit 1.000 Tagen gnadenlos bombardieren, „1.000 Tage, in denen Menschen für den blinden Größenwahn, für die Absicht, sein Land einfach mit Gewalt zu vergrößern, leiden müssen“, sagte der SPD-Politiker zum Abschluss des Treffens der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer im brasilianischen Rio de Janeiro. 

Er sagte weiter: „Das ist dann zu wenig, wenn diese 20 keine deutlichen Worte zur Verantwortung Russlands in dieser Frage finden. Das hätte ich mir gerne anders gewünscht.“

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) gibt zum Abschluss des G20-Gipfels eine Pressekonferenz.

Biden ruft auf G20-Gipfel zu Klimaschutz auf

Update vom 19. November, 18.17 Uhr: Der scheidende US-Präsident Joe Biden hat die Weltgemeinschaft auf dem G20-Gipfel wenige Wochen vor dem Machtwechsel in Washington eindringlich zum Schutz des Klimas aufgerufen. „Die Geschichte schaut zu“, sagte Biden während der Gipfeltagung in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro. Der Klimawandel sei „die größte existenzielle Bedrohung für die Menschheit.“ Die Zukunft „unserer Kinder, unserer Urenkel, unserer Ururenkel“ hänge davon ab, was in den kommenden Jahren getan werde, so Biden weiter. „Deshalb dränge ich Sie, ich dränge Sie alle, mehr zu tun.“

Update vom 19. November, 16.44 Uhr: Xi betonte auf dem G20-Gipfel, dass die Welt derzeit große Veränderungen erlebe und die globale Entwicklung „an einem kritischen Scheideweg“ stehe. Als zweit- und drittgrößte Volkswirtschaften der Welt und Großmächte mit bedeutendem Einfluss sollten China und Deutschland ihre strategischen Beziehungen festigen. Der Präsident wiederholte die in Gesprächen übliche Formulierung, dass China bereit zu einer Zusammenarbeit sei, wenn „die Kerninteressen und Hauptanliegen des jeweils anderen“ und die Verschiedenheit der Systeme respektiert würden. Dies soll vor allem westliche Kritik an Menschenrechtsverletzungen in China kontern.

Scholz und Xi treffen sich bei G20-Gipfel zu Gesprächen

Update vom 19. November, 13.42 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Chinas Präsident Xi Jinping haben sich am Dienstag chinesischen Staatsmedien zufolge am Rande des G20-Gipfels in Rio de Janeiro getroffen. Nach Regierungsangaben aus Berlin sollte es bei dem Treffen unter anderem um den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und die Konflikte im Nahen Osten sowie um die deutsch-chinesischen Beziehungen und gerechte Bedingungen in der Wirtschaftspolitik gehen.

Scholz und Xi hatten zuletzt im April in Peking persönliche bilaterale Gespräche geführt. Der Kanzler hatte Xi damals gebeten, den Einfluss Chinas auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin dafür zu nutzen, um auf ein Ende des Krieges in der Ukraine zu drängen.

G20-Gipfel: Zusammenarbeit bei der Besteuerung von Milliardenvermögen

Update vom 19. November, 11.55 Uhr: Die Staats- und Regierungschefs haben sich auf dem G20-Gipfel in Rio de Janeiro auf die Zusammenarbeit bei der Besteuerung von Milliardenvermögen geeinigt. „Unter voller Achtung der Steuerhoheit wollen wir gemeinsam sicherstellen, dass Individuen mit einem ultrahohen Vermögen effizient besteuert werden“, zitiert der Evangelische Pressedienst (epd) aus einer am Montag (18. November) veröffentlichten Abschlusserklärung.

Update vom 19. November, 7.01 Uhr: Schon am ersten Gipfeltag hat die G20-Gruppe eine gemeinsame Erklärung verabschiedet. Einer der Beschlüsse: Die G20-Staaten wollen sich künftig für eine wirksame Besteuerung der Superreichen einsetzen. „Wir werden uns bemühen, zusammenarbeiten, um sicherzustellen“, dass sehr vermögende Privatleute „effektiv besteuert werden“, hieß es in der Erklärung von Montag (18. November). Die Staats- und Regierungschefs kündigten an, „Mechanismen“ zur Bekämpfung von Steuervermeidung entwickeln zu wollen.

Szene vom G20-Gipfel in Rio de Janeiro

G20-Gipfel in Brasilien: Scholz beharrt auf Taurus-Nein und Waffenbeschränkungen für die Ukraine

Update vom 18. November, 19.30 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz hat betont, dass es auch nach der Änderung der US-Politik bei den Beschränkungen für den Einsatz von Deutschland gelieferter Waffen an die Ukraine und der Ablehnung an die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern bleibt. Er habe klar gegründet, warum er Taurus-Lieferungen nicht für richtig halte, sagte Scholz am Rande des G20-Gipfels in Rio de Janeiro am Montag. Für ihren Einsatz müsse Deutschland Einfluss auf die Zielsteuerung haben. „Das ist aber etwas, was ich nicht verantworten kann und auch nicht will“, sagte er mit Blick darauf, dass dies als direkte Kriegsaktion gesehen werden könnte.

Update vom 18. November, 17.10 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz trifft am Dienstag auf dem G20-Gipfel in Brasilien mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping zusammen. Bei dem Treffen wird es laut Regierungsangaben um den Ukraine-Krieg und die anhaltenden Kämpfe im Nahen Osten gehen. Auch die deutsch-chinesischen Beziehungen und gerechte Bedingungen in der Wirtschaftspolitik sollen von den beiden Politikern besprochen werden.

Biden ruft auf G20-Gipfel zur Unterstützung der Ukraine auf

Update vom 18. November, 16.56 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat die Teilnehmenden des G20-Gipfels dazu aufgerufen, die Ukraine im Abwehrkampf gegen Russland zu unterstützen. „Die USA unterstützen die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine nachdrücklich. Ich bin der Meinung, dass dies auch für alle anderen Teilnehmer an diesem Tisch gelten sollte“, so Biden am Montag in Rio de Janeiro.

Update vom 18. November, 16.18 Uhr: Der G20-Gipfel in Rio de Janeiro hat offiziell begonnen. Zum Auftakt gab Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva den Startschuss für eine globale Allianz gegen Hunger und Armut. „Hunger und Armut sind nicht das Ergebnis von Knappheit oder natürlichen Phänomenen“, so Lula. Vielmehr seien politische Entscheidungen Schuld an der Ausgrenzung eines großen Teils der Menschheit.

Vor Eröffnung des G20-Gipfels: Argentinien kein Teil der Allianz gegen Hunger

Update vom 18. November, 16.06 Uhr: Argentinien verweigert beim G20-Gipfel als einziges Land die Beteiligung an einer globalen Allianz gegen Hunger. Das teilte die brasilianische Regierung mit, die in diesem Jahr das Gipfeltreffen in Rio de Janeiro ausrichtet. Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva wollte die Allianz zum Auftakt des Gipfels offiziell lancieren.

Update vom 18. November, 15.05 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz ist am Montag zum Treffen der G20-Staaten in Rio de Janeiro eingetroffen. Bei dem Gipfeltreffen wollen die Staaten eine Vielzahl an Themen angehen, wie die Bekämpfung von Hunger und Armut und die weltwirtschaftliche Lage.

Während des G10-Gipfels sind 25.000 Sicherheitskräfte für den Schutz des Treffens im Einsatz. Weiter wurden tausende Überwachungskameras installiert und der Zugang zu den beliebten Stränden in er Nähe des Gipfels eingeschränkt. Auch Drohnen und Hubschrauber befinden sich zur Überwachung im Einsatz.

G10-Gipfel in Brasilien: Armut, Hunger und Ukraine-Krieg sind Themen beim Gipfeltreffen

Update vom 18. November, 10.55 Uhr: Der G20-Gipfel in Rio de Janeiro startet heute in seinen ersten Verhandlungstag. Für das Gastgeberland Brasilien gehe es vorrangig um die Themen Hunger- und Armutsbekämpfung, wie t-online berichtete. Auch mit Blick auf den nächsten US-Präsidenten Donald Trump, der Beschlüsse der G20 nicht umsetzen oder wieder kippen könnte, dränge das Land auf eine Abschlusserklärung, die von allen teilnehmenden Staaten unterzeichnet werden könne.

Doch auch das Thema Ukraine-Krieg wird vermutlich eine große Rolle bei dem Treffen spielen. Zumal der amtierende US-Präsident Joe Biden am Sonntag (17. November) seine Blockade für den Einsatz von weitreichenden ATACMS-Raketen gegen russisches Gebiet aufgegeben hat.

Bei dem Gipfeltreffen sollen aber auch der anhaltende Nahost-Krieg, der Klimawandel und die weltwirtschaftliche Lage eine Rolle spielen. Zu Beginn des Gipfels um 14 Uhr soll es aber zunächst um den Kampf gegen Armut und die Reform internationaler Institutionen gehen.

Putin schickt seinen Außenminister zum G20-Gipfel nach Brasilien

Update vom 18. November, 6.00 Uhr: Russland gehört zu den G20-Ländern. Der russische Präsident Wladimir Putin bleibt dennoch zu Hause. Als Vertretung kommt dafür Außenminister Sergej Lawrow – wie schon in den vergangenen beiden Jahren nach der russischen Invasion in die Ukraine. Kanzler Olaf Scholz plant dort kein Gespräch mit Lawrow, wird nach Angaben aus seinem Umfeld aber über den Ukraine-Krieg mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping sprechen, der als wichtigster Verbündeter Putins gilt.

Update vom 17. November, 22 Uhr: Vor dem G20-Gipfel in Brasilien hat UN-Generalsekretär António Guterres die Staats- und Regierungschefs der Industrie- und Schwellenländer in die Pflicht genommen. Die Welt stehe vor massiven Problemen wie Klimawandel, Armut sowie den Kriegen in der Ukraine, Nahost und dem Sudan, sagte Guterres in Rio de Janeiro. „Die internationale Gemeinschaft erwartet, dass die G20 liefert.“ Die Gruppe verfüge über enorme wirtschaftliche Kraft, sie müsse mit gutem Beispiel vorangehen. 

Kabinett Scholz: Nach dem Ampel-Aus kommt Rot-Grün ohne Mehrheit

Olaf Scholz spricht zur Energiepolitik.
Olaf Scholz (SPD) ist der neunte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Politisch wird er dem konservativen Flügel der Sozialdemokraten zugerechnet. Lange Zeit galt er als reiner „Scholzomat“ – ein Spitzname, den er sich wegen seiner mechanisch wirkenden Sprechblasen in seiner Zeit als Generalsekretär unter Kanzler Gerhard Schröder verdiente. Kurz nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine kündigte er in einer Sondersitzung des deutschen Bundestages einen Wandel der deutschen Politik an: „Wir erleben eine Zeitenwende.“  © Britta Pedersen/dpa
Robert Habeck auf Deutschlandtour.
Robert Habeck ist Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz im Kabinett Scholz sowie Stellvertreter des Kanzlers. Vom 27. Januar 2018 bis zum 14. Februar 2022 hatte er zusammen mit Annalena Baerbock den Bundesvorsitz der Partei Bündnis 90/Die Grünen inne. Habeck ist auch als Schriftsteller tätig. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Andrea Paluch veröffentlichte er mehrere Romane, u.a. Hauke Haiens Tod (2001). © Soeren Stache/dpa
Jörg Kukies kommt zu Beginn der Sitzung des Bundeskabinetts im Kanzleramt.
Am 7. November 2024 hat Jörg Kukies das Amt des Finanzminister übernommen. Der Sozialdemokrat Kukies ist derzeit Staatssekretär im Kanzleramt und gilt als einer der wichtigsten Berater von Kanzler Scholz. Er ist sein Mann für Wirtschaft und Finanzen und verhandelt für ihn die Abschlussdokumente der G7- und G20-Gipfel.  © Michael Kappeler/dpa
Christian Lindner im Kanzleramt in Berlin am 27. Juli 2022.
Christian Lindner ist Bundesminister der Finanzen im Kabinett Scholz. Der FDP-Politiker ist seit dem 7. Dezember 2013 Bundesvorsitzender der Liberalen. Schon 2017 sah es lange so aus, als würde die FDP an der Regierung beteiligt sein. Doch nach vierwöchigen Sondierungsgesprächen zur Bildung einer Jamaika-Koalition erklärte Lindner die Verhandlungen schließlich für gescheitert. Seine Begründung: „Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren!“ © Emmanuele Contini/Imago
Nancy Faeser (SPD), alte und neue Landesvorsitzende der SPD in Hessen und Bundesinnenministerin, freut sich über ihre Wiederwahl.
Nancy Faeser führt im Kabinett Scholz als erste Frau das Bundesministerium des Innern und für Heimat. Die Juristin ist seit dem 2. November 2019 Vorsitzende der SPD Hessen. Zuvor war sie 16 Jahre lang Abgeordnete des Hessischen Landtags und ab 2019 als Vorsitzende der hessischen SPD-Fraktion auch Oppositionsführerin. Zudem war sie Spitzenkandidatin der SPD bei der Landtagswahl in Hessen 2023. Als Abgeordnete im Landtag erhielt sie zwei Drohbriefe, die mit NSU 2.0 unterschrieben waren. © Andreas Arnold/dpa
Annalena Baerbock ist im Kabinett Scholz Bundesministerin des Auswärtigen. Sie ist die erste Frau, die dieses Amt innehat. Bei der Bundestagswahl 2021 trat sie als Kanzlerkandidatin der Grünen an, die sich aber mit 14,8 Prozent der Zweitstimmen mit Platz drei hinter SPD und Union begnügen mussten. Von Januar 2018 bis Februar 2022 war sie gemeinsam mit Robert Habeck Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen.
Annalena Baerbock ist im Kabinett Scholz Bundesministerin des Auswärtigen. Sie ist die erste Frau, die dieses Amt innehat. Bei der Bundestagswahl 2021 trat sie als Kanzlerkandidatin der Grünen an, die sich aber mit 14,8 Prozent der Zweitstimmen mit Platz drei hinter SPD und Union begnügen mussten. Von Januar 2018 bis Februar 2022 war sie gemeinsam mit Robert Habeck Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen. © Thomas Imo/Imago
Marco Buschmann FDP, Bundesjustizminister, stellt Eckpunktepapier zum Selbstbestimmungsgesetz vor.
Marco Buschmann war bis zum 7. November 2024 Bundesminister der Justiz im Kabinett Scholz. Der FDP-Politiker war von Oktober 2017 bis Dezember 2021 Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion. Im Herbst 2020 warnte er während der Corona-Pandemie vor einer Verfassungskrise. Buschmann war auch Mitkoordinator der erfolgreichen Verfassungsklage der Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und FDP gegen den Berliner Mietendeckel. Nach dem Rauswurf von Finanzminister Christian Lindner verließ Buschmann die Ampel.  © Jürgen Heinrich/Imago
Volker Wissing, Bundesverkehrsminister FDP, vor der Kabinettssitzung im Berliner Kanzleramt Bundeskanzleramt in Berlin
Volker Wissing wurde nah dem Ampel-Aus für sein Ausscheren aus dem Kurs von FDP-Parteichef Christian Lindner belohnt. Der Bundesminister für Digitales und Verkehr erhielt zusätzlich das Justizressort. Einer der letzten großen Ampel-Fans in der FDP zog nach dem Koalitionsbruch Konsequenzen: In einem beispiellosen Schritt trat er aus der Partei aus und bleibt bis zu den geplanten Neuwahlen als Parteiloser im Amt. Der Jurist war vom 19. September 2020 bis zum 23. April 2022 Generalsekretär der FDP. Wissing gibt als Hobby Weinbau an, vor allem im familieneigenen Weingut.  © Stefan Boness/Imago
Hubertus Heil besucht die Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Berlin-Spandau.
Hubertus Heil ist im Kabinett Scholz Bundesminister für Arbeit und Soziales – ein Amt, das der SPD-Politiker bereits seit dem 14. März 2018 innehat. Heil ist seit Dezember 2019 stellvertretender Bundesvorsitzender der Sozialdemokraten. Von November 2005 bis November 2009 und von Juni bis Dezember 2017 war er Generalsekretär seiner Partei. Heil spricht sich für einen Mindestlohn von mindestens 12 Euro aus, eine Erhöhung des Rentenalters auf über 67 Jahre lehnt er ab. © M. Popow/Imago
Boris Pistorius ist als Nachfolger von Christine Lambrecht ins Chefbüro des Verteidigungsministeriums im Bendlerblock gerückt. Pistorius gehört dem SPD-Parteivorstand an und gilt als erfahrener Polit-Manager. Von 1980 bis 1981 absolvierte er seinen Wehrdienst, anschließend studierte er Rechtswissenschaften in Osnabrück und Münster. Pistorius war zuvor seit 2013 Innenminister in Niedersachsen.
Boris Pistorius ist als Nachfolger von Christine Lambrecht ins Chefbüro des Verteidigungsministeriums im Bendlerblock gerückt. Pistorius gehört dem SPD-Parteivorstand an und gilt als erfahrener Polit-Manager. Von 1980 bis 1981 absolvierte er seinen Wehrdienst, anschließend studierte er Rechtswissenschaften in Osnabrück und Münster. Pistorius war zuvor seit 2013 Innenminister in Niedersachsen. © Michael Kappeler/dpa
Verteidigungsministerin Lambrecht besucht Marder-Kompanie
Bis zum 19. Januar 2023 hatte Christine Lambrecht das Amt der Verteidigungsministerin inne. Die SPD-Politikerin stand zumeist unter einem immensen Druck. Kritische Stimmen warfen ihr fehlende Sachkenntnis, die schleppend angelaufene Beschaffung für die Bundeswehr, aber auch ihr Auftreten in der Öffentlichkeit vor. Irritation rief schließlich eine Neujahrsbotschaft hervor, in der sie begleitet von Silvesterfeuerwerk in Berlin über den Ukraine-Krieg sprach. © Robert Michael/dpa
Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft läuft beim Treffen der G7 Agrarminister zum Eingang des Schlosses Hohenheim.
Cem Özdemir ist Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft im Kabinett Scholz. Özdemir ist der erste Bundesminister mit türkischem Migrationshintergrund. Von November 2008 bis Januar 2018 war er Bundesvorsitzender der Grünen. Im Dezember 2021 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden des gemeinnützigen Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ gewählt. Nach dem Ampel-Aus übernahm er auch das Ministerium für Bildung und Forschung.  © Bernd Weißbrod/dpa
Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, spricht beim hybriden Gipfeltreffen „Women7-Summit“.
Elisabeth „Lisa“ Paus ist seit dem 25. April 2022 Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Kabinett Scholz. Sie ist die Nachfolgerin von Anne Spiegel, die zuvor von diesem Posten zurückgetreten war. Paus gehört zum linken Parteiflügel der Grünen. Sie ist seit 2009 Abgeordnete im Deutschen Bundestag.  © Bernd von Jutrczenka/dpa
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übergibt im Schloss Bellevue anlässlich des Amtswechsels im Bundesfamilienministerium die Entlassungsurkunde an Anne Spiegel (Bündnis 90/Die Grünen), bisherige Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Vorgängerin von Lisa Paus war Anne Spiegel, die am 25. April 2022 die Entlassungsurkunde von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erhielt. „Es war zu viel“, hatte die Grünen-Politikerin vorher bekennen müssen. Ihr Verhalten als Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität in Rheinland-Pfalz nach der Flutkatastrophe im Sommer 2021 wurde vom Untersuchungsausschuss des Landtags bis ins Detail untersucht. Die Kritik wurde zum Sturm – ihr Amt als Bundesfamilienministerin gab Spiegel deshalb auf. In ihrer Rücktrittserklärung betonte Spiegel, dass sie das Amt nicht länger belasten wolle und entschuldigte sich für begangene Fehler. © Bernd von Jutrczenka/dpa
Karl Lauterbach (SPD), Bundesgesundheitsminister, beantwortet auf einer Pressekonferenz Fragen von Journalisten zum Infektionsgeschehen und zur Impfentwicklung.
Karl Lauterbach ist Bundesminister für Gesundheit im Kabinett Scholz. Der SPD-Politiker ist Professor am Universitätsklinikum Köln und dort Leiter des Instituts für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie. Wegen seines Bundestagsmandats ist er derzeit beurlaubt. Während der Pandemie ist er für viele zu einer Reizfigur geworden. Als Minister konnte er sich mit seiner Forderung nach einer allgemeinen Corona-Impfpflicht nicht durchsetzen.  © Wolfgang Kumm/dpa
Steffi Lemke, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz beim Treffen der G7 Klima-, Energie- und Umweltministerinnen und -minister.
Steffi Lemke hat im Kabinett Scholz den Posten als Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz inne. Die Politikerin von Bündnis 90/Die Grünen absolvierte ein Studium der Agrarwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin, das sie 1993 als Diplom-Agraringenieurin abschloss. Von 2002 bis 2013 war sie politische Bundesgeschäftsführerin ihrer Partei. © Chris Emil Janssen/Imago
Bettina Stark-Watzinger im Portrait bei der Bundespressekonferenz zum Thema Veroeffentlichung des nationalen Bildungsberichts Bildung in Deutschland.
Bettina Stark-Watzinger ist Bundesministerin für Bildung und Forschung im Kabinett Scholz. Seit 2017 ist sie Abgeordnete im Deutschen Bundestag und seit März 2021 Vorsitzende der FDP Hessen. Ihr Studium der Volkswirtschaftslehre an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz und der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main schloss sie 1993 als Diplom-Volkswirtin ab. Sie ist Mitglied im Stiftungsrat der Karl-Hermann-Flach-Stiftung. © Imago
Svenja Schulze SPD, Bundesministerin fuer wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, aufgenommen im Rahmen der Konferenz fuer globale Ernaehrungssicherheit im Auswaertigen Amt in Berlin.
Svenja Schulze ist Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland im Kabinett Scholz. Die SPD-Politikerin ist Mitglied der Arbeiterwohlfahrt, der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), ver.di, im Naturschutzbund Deutschland (NABU) und im Verein Slowfood. Sie ist Mitbegründerin des Netzwerkes „Frauenzeiten“. © Florian Gaertner/Imago
Klara Geywitz im Kanzleramt in Berlin am 27. Juli 2022. Kabinettssitzung in Berlin.
Klara Geywitz ist Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen im Kabinett Scholz. Zudem ist sie Beauftragte der Bundesregierung für den Berlin-Umzug und den Bonn-Ausgleich. Im Dezember 2019 wurde sie zu einer der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD gewählt. Geywitz gehört seit 2014 dem Vorstand der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit an. © Emmanuele Contini/Imago
Wolfgang Schmidt hisst die Regenbogenfahne am Bundeskanzleramt in Berlin.
Wolfgang Schmidt ist Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes im Kabinett Scholz. In dieser Funktion ist er außerdem Beauftragter der Nachrichtendienste des Bundes. Schmidt, der seit 1989 der SPD angehört, gilt als engster Vertrauter von Olaf Scholz. © Christian Spicker/Imago

Update vom 17. November, 17.40 Uhr: Angesichts der Stagnation bei der UN-Klimakonferenz in Aserbaidschan mahnte UN-Klimasekretär Simon Stiell vor Beginn des G20-Gipfes: „Es liegt noch ein langer Weg vor uns“. Vom G20-Gipfel in Rio de Janeiro erwarte die Welt „starke Signale, dass der Klimaschutz für die größten Volkswirtschaften der Welt ein zentrales Anliegen ist“. Fortschritte bei der Klimafinanzierung außerhalb des UN-Prozesses seien wichtig, „und die Rolle der G20 ist von entscheidender Bedeutung“.

„Es ist dringend notwendig, dass die Staats- und Regierungschefs der Welt, die sich zum G20-Gipfel in Rio treffen, einen echten politischen Impuls und Energie liefern“, sagte auch Friederike Röder von der Nichtregierungsorganisation Global Citizen. Ansonsten bestehe eine „ernsthaftes Risiko“, dass die Klimakonferenz in Baku scheitere.

Scholz äußert sich vor G20-Gipfel über Putin Telefonat

Update vom 17. November, 14.30 Uhr: Kurz vor Abreise zum G20-Gipfel äußerte sich Olaf Scholz über die Vorwürfe der Union und Ukraine zum Telefonat mit Wladimir Putin. Es sei wichtig, Putin klarzumachen, „dass er nicht damit rechnen darf, dass die Unterstützung Deutschlands, Europas und vieler anderer in der Welt für die Ukraine nachlassen wird“, sagte Scholz am Sonntag (17. November) am Flughafen Schönefeld vor Abflug nach Rio de Janeiro.

Weiter habe das „sehr ausführliche“ Gespräch am Freitag „zu der Erkenntnis beigetragen, dass sich bei dem russischen Präsidenten an seinen Ansichten zu diesem Krieg nicht viel geändert hat, was keine gute Nachricht ist“, ergänzte der Kanzler. Es gelte weiterhin das Prinzip, „dass die Ukraine sich auf uns verlassen kann“, äußerte sich Scholz.

Der Grundsatz laute: „über die Köpfe der Ukraine hinweg wird es keine Entscheidung geben.“ Deutschland sei weiterhin der größte Unterstützer der Ukraine innerhalb der EU: „Wir liefern, was wir angekündigt haben“, betonte der Kanzler.

Brasiliens First Lady beschimpft Elon Musk vor G20-Gipfel

Update vom 17. November, 9.31 Uhr: Brasiliens First Lady Rosangela „Janja“ da Silva hat bei einem öffentlichen Auftritt kurz vor Beginn des G20-Gipfels in Rio de Janeiro den Hightech-Milliardär Elon Musk beschimpft. Bei einer Podiumsdiskussion zum Thema Desinformation während des G20-Sozialgipfels forderte sie gestern eine Regulierung von Onlinenetzwerken. Plötzlich schreckte sie auf und duckte sich. „Ich glaube, das ist Elon Musk“, zitierte die Nachrichtenagentur AFP die Frau des linksgerichteten Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva.

„Ich habe nicht einmal Angst vor dir. Fick dich, Elon Musk!“, soll sie weiter gesagt haben. Ein Video des Auftritts verbreitete sich rasch auf Musks Plattform X. Der Unternehmer Musk regierte auf dem Portal Visegrad 24 mit den Worten: „Sie werden die nächste Wahl verlieren.“ Der Multimilliardär hatte zuletzt mit juristischen Problemen in Brasilien zu kämpfen. So war Musks Onlinedienst X vom Obersten Gerichtshof des Landes zwischenzeitlich gesperrt worden.

G20-Gipfel in Brasilien: Kanzler Scholz‘ Reise ins Ungewisse

Erstmeldung: Rio de Janeiro – Ab Montag kommen die Staats- und Regierungschefs zum G20-Gipfel der führenden Wirtschaftsmächte in Brasilien zusammen. Bei dem zweitägigen Treffen in Rio de Janeiro werden die Kriege in Nahost und in der Ukraine ebenso Thema sein wie die globale Energiewende. Auch wollen die führenden Politikerinnen und Politiker der G20 Strategien im Umgang mit Hunger und Armut besprechen, um gemeinsam neue Lösungen daraus abzuleiten. Am Sonntagmittag macht sich auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) auf den Weg nach Brasilien.

Zwischen Ampel-Aus und Vertrauensfrage – das sind die Vorzeichen von Scholz‘ Reise zum G20-Gipfel in Rio

Für Scholz kommt der G20-Gipfel in Brasilien nach dem Aus der Ampel-Koalition und wenige Wochen, bevor er am 16. Dezember die Vertrauensfrage im Bundestag stellen wird, einer Reise ins Ungewisse gleich. Fest steht zwar, dass das Treffen der Staatschefs in Rio de Janeiro nicht sein letzter Gipfel sein wird, denn am 19. und 20. Dezember gibt es noch einen EU-Gipfel in Brüssel. Doch das könnte es auch schon mit Scholz’ Sicherheiten gewesen sein: Denn das Misstrauensvotum am 16. Dezember könnte er dann schon verloren haben, womit Neuwahlen am 23. Februar feststehen würden.

Unsicher ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nämlich auch, ob Scholz im Falle vorgezogener Neuwahlen Ende Februar überhaupt noch einmal Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten werden könnte. Denn bislang, fast zwei Wochen nach der Kündigung von Ex-Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) und dem Ende der Ampel-Koalition, hat die SPD-Parteispitze bislang darauf verzichtet, Scholz per Vorstandsbseschluss zum Kanzlerkandidaten zu nominieren.

Druck auf Scholz übt auch die Tatsache aus, dass sein Parteikollege, Verteidigungsminister Boris Pistorius, aus aktuellen Umfragen als der beliebtere Politiker hervorgeht. Während Vertreterinnen und Vertreter der Sozialdemokraten in den vergangenen Tagen immer wieder versuchten, gegen die aufkommende Debatte anzureden, meldete sich kurz vor Scholz’ Abreise nach Rio auch Franz Müntefering zu Wort. Der 84-Jährige forderte eine Entscheidung auf einem Parteitag, notfalls in einer Kampfabstimmung: „Selbstverständlich sind Gegenkandidaturen in der eigenen Partei grundsätzlich möglich und kein Zeichen von Ratlosigkeit. Sie sind praktizierte Demokratie“, sagte Müntefering dem Tagesspiegel.

Scholz sagt Mexiko-Reise im Anschluss an den G20-Gipfel in Brasilien ab

Im Anschluss des anstehenden G20-Gipfels in Rio de Janeiro hatte Scholz für Dienstagabend eigentlich noch die Weiterreise nach Mexiko geplant – das einzige lateinamerikanische G20-Land, das er in seiner knapp dreijährigen Amtszeit noch nicht besucht hat. „Aufgrund der aktuellen Situation“ musste er diesen Teil der Reise jedoch kurzfristig absagen, um „frühzeitig wieder hier in Berlin zu sein“, wie es aus seinem Umfeld hieß.

Am Mittwochmorgen schließlich soll Scholz wieder in Berlin eintreffen. Dann dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein sein, bis auch die für die Sozialdemokraten so bedeutende Entscheidung in der Frage fällt, wen sie für potenziell vorgezogene Bundestagswahlen als Kanzlerkandidaten aufstellen. Denn für den 30. November ist in Berlin eine „Wahlsiegkonferenz“ geplant, auf der der neue Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten vorgestellt werden soll.

Erstmals ist der G20-Gipfel auch Schauplatz eines Sozialgipfels mit verschiedenen Foren

Beim G-20-Gipfel Brasilien, zu dem Scholz am Sonntagmittag aufbricht, dürften vor allem drei Themen strittig werden: Neben dem anhaltenden Ukraine-Krieg drängt auch eine mögliche Besteuerung von Superreichen sowie die Frage, wie die Kosten des Klimawandels getragen werden sollen. Auf der aktuell noch stattfindenden UN-Klimakonferenz in Aserbaidschan (COP29) erklärte UN-Klimasekretär Simon Stiell am Samstag, mit Blick auf das G20-Treffen der Staatschefs in Brasilien „starke Signale“ für den globalen Klimaschutz zu erwarten, wie er von der Nachrichtenagentur AFP zitiert wird. Fortschritte bei der Klimafinanzierung außerhalb des UN-Prozesses seien wichtig, „und die Rolle der G20 ist von entscheidender Bedeutung“, betonte er.

Dabei sollen beim G20-Gipfel in Rio de Janeiro nicht nur die führenden Politikerinnen und Politiker der teilnehmenden Staaten eine Bühne bekommen: Erstmals gibt es auch einen Sozialgipfel, in dessen Zuge mehr als 200 Diskussionsforen für Bürgerinnen und Bürger im Hafen von Rio stattfinden sollen. Darunter sind die Themen Klima, Ungleichheit und der Umgang mit der indigenen Bevölkerung Rolle ebenso vertreten wie das Politikum bezahlbaren Wohnraums in Städten.

Brasiliens First Lady greift US-Multimilliardär Elon Musk beim Sozialgipfel am Rande des G20-Gipfels in Rio an

Bereits vor dem eigentlichen Treffen der G20-Staatschefs ist es im Zuge des Sozialgipfels in Rio zu einem Eklat gekommen. Während Brasiliens First Lady Rosangela „Janja“ da Silva am Samstagabend in Rio bei einem öffentlichen Auftritt zum Thema Desinformation sprach und dabei eine stärkere Regulierung von Online-Netzwerken forderte, verteilte sie dabei auch einen kräftigen rhetorischen Seitenhieb gegen den einflussreichen US-Multimilliardär Elon Musk, berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

So schreckte die Frau des linksgerichten brasilianischen Regierungschefs Luiz Inácio Lula da Silva während ihrer Rede zu Desinformation plötzlich auf, duckte sich und sagte: „Ich glaube, das ist Elon Musk.“ Anschließend sagte sie: „Ich habe nicht einmal Angst vor dir. Fick dich, Elon Musk!“, wird da Silva von der AFP zitiert. Ein Video des Auftritts verbreitete sich rasch auf Musks Plattform X. Auf ihr äußerte sich Musk kurzerhand selbst zu den Äußerungen von Brasiliens First Lady. „Sie werden die nächste Wahl verlieren“, schrieb Musk in einem Statement am Samstag.

Der Multimilliardär hatte zuletzt mit juristischen Problemen in Brasilien zu kämpfen. So war Musks Onlinedienst X vom Obersten Gerichtshof des Landes zwischenzeitlich gesperrt worden. Richter Alexandre de Morae begründete die Anordnung damit, dass die Verbreitung von Falschinformationen über die Plattform unterbunden werden solle. Musk wiederum pochte wiederholt auf die Meinungsfreiheit und kritisierte den Richter scharf. Nach mehr als einem Monat wurde die Sperre schließlich Anfang Oktober wieder aufgehoben. Musk gilt auch als Befürworter des früheren brasilianischen Regierungschefs und Vorgänger Lulas, Jair Bolsonaro. Dieser wurde nach dem versuchten Staatsstreich vom Januar 2023 wegen Amtsmissbrauchs schuldig gesprochen. Die brasilianische Justiz entzog dem rechtsextremen Ex-Präsidenten für acht Jahre die politischen Rechte, sodass er nicht mehr kandidieren kann. Dennoch deutete Bolsonaro bereits an, bei der Wahl 2026 erneut kandidieren zu wollen. (fh)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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