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Im Zuge der Gaskrise in Deutschland gibt es aus der Politik zahlreiche Aufrufe zum Energiesparen. Geht es nach Robert Habeck, müssen Eigentümer ihre Gasheizung warten.
Berlin – „Energiesparen“ ist eine Forderung, die man derzeit an allen Ecken und Enden der Politik in Deutschland hört. Das liegt nicht zuletzt auch am Gas-Notfallplan der EU, der deutliche Einsparungen auf freiwilliger Basis vorsieht. Wie diese erwirkt werden sollen, entscheiden die Länder selbst. Geht es nach Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) müssen Eigentümer im Zuge der Gaskrise in Deutschland stärker in die Pflicht genommen werden – und ihre Gasheizungen überprüfen lassen. Was genau bedeutet die geplante Pflicht zum Heizungscheck für Hausbesitzer?
Gaskrise in Deutschland: Habeck plant Pflicht zum Heizungscheck von Gasheizungen für Hausbesitzer
Im Zuge der Gaskrise in Deutschland fordert der Bundeswirtschaftsminister von Eigentümern die Überprüfung ihrer Gasheizung, ebenso wie einen hydraulischen Abgleich in vielen Fällen. Auf den ersten Blick klingt das, als wäre es auch im Eigeninteresse von Hausbesitzern: Weniger verbrauchen, weniger zahlen. Der Haken dabei ist unter anderem, dass die Überprüfung Geld kostet, vor allem der hydraulische Abgleich ist kostspielig. Doch ist der Heizungscheck Pflicht? Planmäßig wird er das, ja. Über die Umsetzung gibt es derzeit Gespräche mit dem Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK).
Problematisch im Zuge der Heizungscheck-Pflicht sind zwei Punkte: Der eine sind die Kosten. Laut Focus kostet die normale Überprüfung rund 120 Euro. Der hydraulische Ausgleich sogar 650 bis 1250 Euro – für Eigentümer selbst ist das ärgerlich, doch es könnte auch Probleme in der praktischen Umsetzung geben. Diese haben mit dem Fachkräftemangel zu tun: Sollte es unter bestimmten Bedingungen eine Austauschpflicht für ineffiziente Gasheizungen geben, könnten Personalengpässe problematisch werden. Derzeit gibt es zu wenig Fachkräfte, die für den Einbau von Wärmepumpen qualifiziert sind. Auch bei alternativen Gerätschaften fehlt es in vielen Fällen an Material – unter anderem bei Wärmepumpen. Für Verbraucher gewinnen indes Tipps zum Energiesparen zunehmend an Bedeutung.
Im Zuge der Gaskrise in Deutschland wird bei zentraler Wärmeversorgung ein hydraulischer Abgleich nötig
Der hydraulische Abgleich fällt planmäßig für Eigentümer mit zentraler Wärmeversorgung an, das betrifft allem voran Mehrfamilienhäuser. Ausnahmen könnte es möglicherweise geben, wenn in den vergangenen Jahren bereits eine Überprüfung vorgenommen wurde. Der Plan aus der Politik sieht ebenfalls vor, in derartigen Gebäuden ineffiziente Heizungspumpen auszuwechseln, da diese besonders viel Energie verbrauchen – im Zuge der Energiekrise in Deutschland soll das vermieden werden. Der hydraulische Abgleich sorgt dafür, dass verschiedene Heizkörper in einem Haus gleichmäßig mit Wärme versorgt werden.
Gaskrise in Deutschland: Alternativen zur Gasheizung – Austausch wird teuer
Sollten Gasheizungen in großem Stil ausgetauscht werden müssen, gibt es etwa zur Installation von Wärmepumpen wenig geschultes Personal. Die Ampel hat das grundsätzliche Gasheizungsverbot 2024 erst kürzlich gekippt, dennoch kann ein Austausch Sinn ergeben – der allerdings verschlingt eine Menge Geld. Gasheizungen austauschen wird teuer, der Erhalt dank explodierender Gaspreise jedoch ebenso. Beim Gaspreis drohen weitere Preisschocks. Während viele Alternativen zur Gasheizung auch keine Optimallösung sind, hat etwa die Wärmepumpe mit Blick auf den Heizungscheck einen Vorteil: Robert Habecks Plan zur Heizungscheck-Pflicht betrifft Wärmepumpen nicht.
Die gute Nachricht für Eigentümer ist, sie haben für den geplanten Gasheizungs-Check voraussichtlich noch Zeit: Nach dem bisherigen Plan ist der Austausch bis zum Jahreswechsel 2023/24 erforderlich. Die Terminsuche könnte sich in der aktuellen Zeit allerdings schwierig gestalten. Zu Kontrollen in Privathaushalten sagte Habeck indes laut Focus: „Das war nie so gemeint, dass wir eine Art Wärmepolizei einführen.“
Welche Form von Checks es geben könnte, sind deshalb nicht vorauszusehen. Klar ist: Eine wirklich preisgünstige, langfristig ökonomische und umweltschonende Option gibt es bisher nicht. Mit anderen Worten bedeutet das, die Suche nach Auswegen aus der Preisspirale geht weiter – zumal das Geld für Wärmepumpen und entsprechenden Alternativen zur Gasheizung in vielen Fällen fehlt.
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