VonFelix Busjaegerschließen
Angesichts eines möglichen Gasnotstands werden Alternativen für die Heizung mit Gas immer beliebter. Doch die Nachfrage sorgt für lange Wartezeiten.
Berlin – Das Gas in Deutschland wird knapp. Spätestens seit dem Stopp von Nord Stream 1 wegen geplanter Wartungsarbeiten wird bundesweit befürchtet, dass die Verbraucher hierzulande in einen Gasnotstand schlittern – die Energiekrise ist längst da. Am Mittwoch folgte die Hiobsbotschaft: Die Zukunft der russischen Gaspipeline ist ungewiss. Zeit also, Alternativen für die Heizung mit Gas zu suchen. Hinzu kommt: Ab 2024 sollen reine Gasheizungen in Deutschland nicht mehr zulässig sein, das schreibt der Klimaplan aus dem Klimapaket 2022 von Robert Habeck (Grüne) unter anderem vor. Andere Heizsysteme könnten sich deshalb als echte Alternative zur Gasheizung anbieten.
Alternative zur Heizung mit Gas: Möglicher Gasnotstand treibt Preise nach oben
Der Stopp bei Gaslieferungen aus Russland hat das Thema für viele Verbraucher wieder aktueller denn je gemacht: Bereits vor einigen Wochen hatte Bundeswirtschaftsminister Habeck auf den drohenden Gasnotstand aufmerksam gemacht und den Notfallplan Gas aktiviert. Während Haushalte in Deutschland derzeit noch zu geschützten Verbrauchern gehören, die bis zuletzt mit Gas versorgt werden sollen, wird inzwischen an dieser Priorisierung gerüttelt. Nicht nur deswegen könnten Alternativen zur konventionellen Gasheizung für Verbraucher immer mehr interessant werden.
Wie dramatisch die Situation auf dem Gasmarkt tatsächlich ist, zeigt sich insbesondere beim Gaspreis. Dieser ist in den vergangenen Monaten extrem angestiegen. Bereits jetzt sorgen sich viele Haushalte in Deutschland vor der kommenden Nebenkostenabrechnung. Die logische Konsequenz: Alternativen wie Kaminöfen, Elektroheizungen oder Wärmepumpen werden geprüft. Was aber, wenn der Vermieter weiterhin auf die Gasheizung setzt? Auch für solche Fälle gibt es für Mieter Alternativen.
Wärmepumpe als Alternative zur Gasheizung: So viel Klimaschutz steckt hinter der Technologie
Um künftig klimaneutraler zu heizen, bieten sich Wärmepumpen an. In Zeiten des drohenden Gasnotstands in Deutschland erfreuen sich die Wärmespender einer wachsenden Beliebtheit. Unabhängig von Gas können so Gebäude klimafreundlich geheizt werden. Wie das MDR-Magazin Brisant schreibt, könnten Wärmepumpen in wenigen Jahren den CO2-Ausstoß von Deutschland deutlich reduzieren – wenn sie flächendeckend eingesetzt werden würden.
Der Vorteil: Heizungen mit Wärmepumpe arbeiten ohne fossile Brennstoffe und nutzen die vorhandene Wärme aus der Luft oder dem Boden. Allerdings wird hierfür teils viel Strom benötigt. Wegen der Gasknappheit machen auch schon die ersten Bäder in Deutschland dicht.
Gasheizung ersetzen: Bundesregierung will auf Wärmepumpen setzen
Die Pläne der Bundesregierung und von Robert Habeck bezüglich des Ausbaus von Wärmepumpen in Deutschland sind ambitioniert: Ab 2024 sollen jährlich 500.000 Systeme eingebaut werden. Zum Vergleich: Derzeit sind etwa eine Million Geräte im Einsatz. Allerdings gibt es auch Probleme. Noch zu wenige Fachleute sind für den Einbau der Wärmepumpen geschult. Hier will die Regierung in den kommenden Jahren nachbessern.
Angesichts der steigenden Gaspreise lohnt sich aber, auf die Technologie zu setzen. Pro Monat können über 100 Euro an Heizkosten gespart werden. Im Vergleich zu konventionellen Gasheizungen sind Wärmepumpen-Systeme allerdings deutlich teurer in der Anschaffung.
Klimaschutz mit Sonnenenergie: Solarthermie könnte bei Gasnotstand zur Alternative werden
Derzeit erfreut sich das Heizen mit fossilen Brennstoffen in Deutschland weiterhin großer Beliebtheit. Während eine Wärmepumpe unabhängig von Gas und Öl macht, gibt es weitere Systeme, die eine Alternative zur Gasheizung darstellen. Manche Heizungsarten sind dabei hybrid und setzen teilweise auf einen Kompromiss aus Gas und zum Beispiel Solarenergie. Eine klimafreundliche Alternative zu fossilen Brennstoffen ist angesichts des drohenden Gasnotstands aber auch eine Solarthermie. Diese wandelt Sonnenenergie in Wärmeenergie zum Heizen oder für die Warmwassererzeugung um.
Die Solarthermie setzt dabei auf die Wärme der Sonne, um ein Flüssigkeitsgemisch aus Wasser und Frostschutzmittel zu erhitzen. Der Technologie gilt als relativ wartungsarm, bringt aber einen großen Nachteil mit: Sie ist sehr abhängig von der Sonneneinstrahlung und benötigt ausreichend Fläche auf dem Dach. Hinzu kommt, dass die Solarthermie als Alternative zur Heizung mit Gas allein meist nicht ausreichend Leistung bringen kann, um ein Gebäude dauerhaft zu heizen. Die Technik eignet sich deshalb eher, um eine konventionelle Heizung auf Basis von fossilen Brennstoffen zu ergänzen.
Heizen mit Holz: Bei Energiekrise und explodierenden Gaspreisen bietet ein Kamin viel Sparpotenzial
Gas und Öl werden immer teurer. Angesichts der explodierenden Preise können Besitzer eines Karmins in den kühleren Tagen im Herbst auch auf das Verbrennen von Holz setzen. Bei den gegenwärtigen Holzpreisen ist das eine kostengünstigere, wenn auch weniger umweltfreundliche Alternative. Öfen und Holzkamine haben den Vorteil, dass sie selbst größere Räume problemlos heizen können. Unter Aspekten des Klimaschutzes und Robert Habecks Klimapaket stellen sie allerdings keine zukunftsgerichtete Alternative dar.
Hinzu kommt, dass Holzkamine in der Anschaffung teuer sind und sich nicht für jedes Gebäude eignen. Im Zweifelsfall kann ein Schornsteinfeger weiterhelfen. Wie der Business Insider schreibt, rät das Umweltbundesamt bei Öfen aber zur Vorsicht. „Verzichten Sie aus Klimaschutz-, Luftreinhalte- und ökologischen Gründen auf die Nutzung von Holz zur Wärmeversorgung Ihres Hauses“, heißt es. Klimaschutz wird also beim Heizen mit Holz stark vernachlässigt. Besonders Problem sind Feinstaubemissionen und der Ausstoß von klimaschädlichem Methan.
Mit Elektroheizung gegen den Gasnotstand: Elektrische Geräte können Gasheizung kaum ersetzen
Wem Holzkamin oder Wärmepumpe zu teuer sind, aber trotzdem eine Alternative zur Gasheizung sucht, findet auf dem Markt auch elektrische Heizungen. Doch Vorsicht: Die Geräte sind in der Regel nicht für den Dauerbetrieb ausgelegt und verbrauchen viel Strom. Wenn man sich aber für einen möglichen Gasnotstand in Deutschland rüsten will, können Elektroheizungen im Notfall nützlich sein – vorausgesetzt, es ist in der Situation weiter Strom verfügbar. Generell werden drei verschiedene Varianten angeboten: Heizlüfter, Konvektoren oder Radiatoren.
Die Vorteile von Elektroheizungen sind offensichtlich: Sie sind günstig und brauchen normalerweise keine Zustimmung durch einen Vermieter. Dass es sich bei den Geräten allerdings nur um Notaggregate handelt, schreibt auch Buten un Binnen. „Damit dauerhaft zu heizen, ist gar keine Alternative, weil es eine wahnsinnig teure Heizungsart ist“, wird Energieberaterin Inse Ewen von der Verbraucherzentrale Bremen zitiert. In der Hansestadt will Vonovia nachts schon die Heizungen drosseln.
Alternativen zu Gasheizungen wegen möglichen Gasnotstand: enormer Anstieg bei Nachfrage
Alle Alternativen zur Gasheizung haben in Zeiten eines möglichen Gasnotstands eins gemein: Sie sind stark nachgefragt. Das führt dazu, dass Preise steigen und Handwerkerleistungen nicht überall verfügbar sind. Auch beim Kamin gibt es Probleme beim Nachschub von Holz. Vielerorts ist Brennholz kaum verfügbar. Wer wegen der steigenden Energiepreise aktuell auf der Suche nach einem Nachfolger für die alte Heizung ist, muss ich teilweise in Geduld üben.
Da schmerzen die explodierenden Gaspreise gleich doppelt. Verbraucherzentralen kennen aber einen Ausweg, um in den kommenden Monaten Geld zu sparen: Auf den Energieverbrauch achten und gegebenenfalls Einsparungen vorzunehmen.
