Prototyp soll Mitte des Jahres fertig sein

Geheimwaffe aus Russland: „Falke“ soll Druck auf die Ukraine erhöhen

  • schließen

Droht der ukrainischen Luftabwehr neues Ungemach? Offenbar arbeiten die Russen an einer neuen Drohne, die im Luftraum für Verwirrung sorgen soll.

Moskau - Im Ukraine-Krieg spielen Drohnen eine zunehmend wichtige Rolle. Nun soll offenbar Russland daran arbeiten, eine kostengünstige, jedoch effektive Variante eines solchen unbemannten Luftfahrzeugs herzustellen, wie die russische Nachrichtenagentur Tass in einem Telegram-Post behauptet. Hierbei soll es sich um das Drohnen-Modell mit dem Namen „Yastreb“, was übersetzt Falke heißt, handeln - einer billigen Version einer iranischen Kamikaze-Drohne.

Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu (rechts) überzeugte sich kürzlich bei einem Fabrikbesuch über den Fortschritt beim Bau einer neuen modifizierten Kamikaze-Drohne.

Russland-Geheimwaffe „Falke“ soll Druck auf Ukraine erhöhen

Bei der ursprünglichen Kampfdrohne aus dem Iran handelt es sich um die Shahed-136, eine Einwegwaffe, die über eine schlichte Konstruktion verfügt und daher preiswert in großen Mengen produziert werden kann. Das neue russische Upgrade soll es der Drohne, die mit iranischer Hilfe wohl schon seit 2023 in Russland hergestellt wird, nun ermöglichen, eine Flugreichweite von bis zu 350 Kilometern – statt bislang 200 Kilometern – zu erreichen. Ziel der „Falken“ sei es dabei nicht, mit massiven Sprengladungen bestimmte Ziele zu attackieren, bemerkt das Schweizer Portal Watson, sondern vielmehr die ukrainische Flugabwehr zu irritieren und vor allem zu überlasten.

Vorgesehen sei, dass die neuen russischen Drohnen rund 16 Kilogramm Sprengstoff mit sich tragen. Aktuell sollen Testflüge stattfinden und, so Tass, bis Mitte des Jahres ein erster Prototyp fertig sein. Ein weiteres Video auf Tass zeigt Verteidigungsminister Sergei Schoigu, der sich vom Fortschritt der Waffenproduktion überzeugt und sich von einem Mitarbeiter des Rüstungsbetriebs Raduga versichern lässt, die Kosten niedrig zu halten.

Drohnen zur Ablenkung: Keine neue Taktik Russlands

Wie Watson konstatiert, ist die russische Herangehensweise, mit Drohnen für Ablenkung zu sorgen, keineswegs neu und wurde auch im anhaltenden Konflikt bereits häufiger angewandt. So folgt einer ersten Welle von russischen Drohnen-Angriffen, die die ukrainische Luftabwehr in Beschlag nehmen, oftmals eine zweite Angriffswelle mit Raketen und Marschflugkörpern. Diese Taktik wurde beispielsweise am 8. Januar erprobt und sorgte für Raketeneinschläge in der Ost- und Südukraine.

Als Kamikaze-Drohnen nutzt das Putin-Regime dabei offenbar auch die Variante Shahed-238, wie das iranische Verteidigungsministerium kürzlich via X (ehemals Twitter) behauptete. Dieses verbreitete Bilder, die Trümmerteile des 238er-Modells in der Ukraine zeigen sollen. Auch das Military Watch Magazine bestätigte den Einsatz. Darüber hinaus soll Russland, schreibt Watson unter Berufung auf die US-amerikanische Denkfabrik Institutes for the Study of War (ISW), seit Ende des vergangenen Jahres im Besitz von Drohnen mit autonomer Zielerfassung sein. Diese sind unter dem Namen Izdeliye-53 geläufig und dienen allem Anschein nach ebenfalls dem vornehmlichen Zweck der Ablenkung. (chnnn)

Rubriklistenbild: © IMAGO/SNA

Kommentare