Knirschen an mehrere Stellen

Grüne denken offenbar an Ampel-Sabotage: Rache an der FDP - oder Rebellion gegen die eigenen Minister?

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Die Grünen müssen in der Ampel so einige bittere Pillen schlucken. Nun droht Eskalation. Interner Machtkampf, Kalkül oder Sorge? Eine Analyse.

Berlin - Ein ungleiches Trio waren sie von Anfang an: SPD, Grüne und FDP in ihrer Ampel-Koalition. Schon vor den ersten Sondierungen warnte der FDP-Politiker Stephan Thomae bei IPPEN.MEDIA vor Unwuchten: Der „der Kanzlerpartei am weitesten entfernte Partner darf sich nicht als der überflüssige, störende Dritte fühlen oder als ungeliebtes Kind“, sagte er damals, im Herbst 2021.

Damit waren im Ampel-Kontext die Liberalen gemeint. Doch nach mehreren Landtagswahl-Schlappen für die FDP und dem in der Folge ausgerufenen harten Kurs in der Regierungszusammenarbeit scheint die Lage plötzlich anders: Offenbar bekommen die Grünen auf verschiedenen Ebenen gleich in mehreren Fragen kalte Füße. Beim Klimagesetz und der Wahlrechtsreform denken die Partei und Fraktion von Robert Habeck und Annalena Baerbock nun Berichten zufolge sogar daran, beschlossene Ampel-Vorhaben auf Umwegen aus der Bahn zu werfen - im Bundestag oder im Bundesrat.

Das wäre ein recht außergewöhnlicher Eklat. Die Lage in den beiden Fällen ist aber recht unterschiedlich. Und von Koalitions-Kalkül bis Machtkampf scheint viel denkbar.

Grüne schlucken viele bittere Pillen: Abgeordneter denkt nun über Stopp für Ampel-Gesetz nach

In Sachen Klima und Umweltschutz sind die Grünen seit Monaten in der Defensive: Beim Autobahnausbau mussten sie eine recht bittere Pille schlucken - ebenso wie in Lützerath oder bei der zwischenzeitlichen Verlängerung der AKW-Laufzeiten. Ein ebenfalls per Kanzlermachtwort verordnetes Energieeffizienz-Gesetz hängt hingegen immer noch fest. Nun hat ein regierungseigener Expertenrat auch noch das Ampel-Klimagesetz zerrissen. Am Dienstag (18. April) sprach ein erster Grünen-Politiker vom Griff zur parlamentarischen Notbremse.

Der Expertenrat und das Klimagesetz

Der unabhängige Expertenrat der Bundesregierung muss laut Klimaschutzgesetz die deutschen Emissionsdaten des Umweltbundesamtes (UBA) überprüfen und Programme der Regierung auf ihre Tauglichkeit analysieren. Dabei warnte er am Montag vor einer Entschärfung des Klimagesetzes. Auf die hatte sich zuletzt der Koalitionsausschuss in Grundzügen geeinigt - zum Entsetzen von Umweltschützern. Das Klimaschutzgesetz gibt jedem einzelnen Sektor für jedes Jahr konkrete CO2-Obergrenzen vor. Künftig soll es aber möglich sein, Zielverfehlungen durch Übererfüllung in einem Sektor in einem anderen auszugleichen.

Angesichts der erneuten Verfehlung der Vorgaben für Verkehr und Gebäude müssten die zuständigen Minister verantwortlich bleiben, forderte das Gremium nach Überprüfung der deutschen Klimabilanz 2022. „Eine mögliche Aufweichung der ausdrücklichen Ressortverantwortung sowie die verschiedenen Überlegungen zur Änderung des Steuerungsmechanismus im Klimaschutzgesetz erhöhen das Risiko für zukünftige Zielverfehlungen“, betonte die Vize-Vorsitzende Brigitte Knopf. (rtr/AFP/fn)

So ließ es Grünen-Verkehrsexperte Stefan Gelbhaar anklingen. Einer Reform des Klimaschutzgesetzes, „die gleich wieder in Karlsruhe kassiert wird“, werde seine Partei nicht zustimmen, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Das Bundesverfassungsgericht habe aber „sehr deutlich gemacht, dass zu vage Sektorziele oder unklare CO₂-Reduktionsvorgaben verfassungswidrig sind“. 2021 hatte Karlsruhe ein wegweisendes Urteil in dieser Hinsicht gefällt.

Schon nach der Marathonsitzung des Koalitionsausschusses hatte es massive Kritik von den Grünen gegeben. Da eine Reform im Kabinett noch nicht final beschlossen ist, liegt auch ein Veto im Bundestag noch in recht weiter Ferne. Ein deutlich vernehmbarer Warnschuss auch an die eigenen Ministerinnen und Minister scheint Gelbhaars Drohung aber doch zu sein - und vermutlich zugleich Schützenhilfe bei den Verhandlungen in Scholz‘ Ministerriege. Ob sich das Paket aber noch einmal aufschnüren lässt, steht in den Sternen.

Grünen-Interna zum Wahlrecht sickern durch: Bedenken in den Ländern - Fraktion bleibt hart

Schon viel weiter ist die Wahlrechtsreform: Der Bundestag hat die Ampel-Pläne bereits Mitte März beschlossen - auch mit den Stimmen der Grünen-Fraktion. Seither gab es allerdings massive Vorwürfe. Auch, aber nicht nur wegen des Wegfalls der „Grundmandateklausel“. Dieser Einschnitt könnte die Linke und potenziell die CSU theoretisch trotz einiger gewonnener Direktmandate den Sprung in den Bundestag kosten. Beiden Parteien reagierten empört.

Auch die Ampel bewegte das Berichten zufolge zum Nachdenken über Gegenmaßnahmen. Noch größer ist die Sorge aber offenbar bei einigen Grünen-Landespolitikern. Mehrere Vertreter aus Bundesländern mit Grünen-Regierungsbeteiligung hätten in einem internen Gespräch Kritik an der Streichung der Grundmandatsklausel geäußert, will Zeit Online aus Parteikreisen erfahren haben. Mit der Streichung sei der Eindruck entstanden, die Bundesregierung nutze das Wahlrecht, um der Opposition zu schaden argumentierte dem Bericht zufolge der hessische Vize-Ministerpräsident Tarek Al-Wazir.

Annalena Baerbock und Robert Habeck müssen ihren Grünen das Regierungshandeln verkaufen - nicht immer eine leichte Aufgabe.

Schon dass aus Grünen-Runden Interna durchsickern, ist vergleichsweise ungewöhnlich. Noch erstaunlicher ist allerdings ein offenbar intern diskutierter Vorstoß: Im Raum steht wohl die Idee, das Gesetz im Bundesrat vorläufig zu stoppen - und damit den Vermittlungsausschuss auf den Plan zu rufen. So könne die Grundmandatsklausel gerettet werden, ohne das gesamte Gesetz neu zu verhandeln.

In diesem Fall steht allerdings die Bundestagsfraktion hinter dem Ampel-Beschluss. Offiziell jedenfalls. „Wir haben ganz klar unsere Position zum Wahlrecht zum Ausdruck gebracht, mit unserem Abstimmungsverhalten im Deutschen Bundestag, und das ist noch nicht lange her“, sagte Fraktionschefin Katharina Dröge am Dienstag (18. April). Gleichwohl sehen nach Informationen der Zeit auch Bundespolitiker der Grünen den Wegfall der Grundmandatsklausel kritisch.

Grünen-Ebenen im Veto-Gestrüpp: Droht Scholz‘ Ampel noch mehr Streit?

Letztlich könnten die Bundestags-Grünen einen vorläufigen Stopp der Wahlreform im Bundesrat nicht verhindern. Allerdings würde ein Einspruch in der Länderkammer das Gesetz nur verzögern. Wenn sich der Bundestag - mit seiner Ampel-Mehrheit - stur stellt, könnte die Reform dennoch unverändert kommen. Sie ist nicht „zustimmungspflichtig“.

Stimmen die Berichte, knirscht es jedenfalls an mehreren Stellen zwischen den verschiedenen Ebenen der Grünen: zwischen Regierungsvertretern und Bundestagsabgeordneten sowie Bundestags- und Landespolitikern. Möglich, dass die Partei unterhalb der Ministerriege nun die negativen Konsequenzen der Regierungsbeteiligung fürchtet. Und immer größere Konzessionen. Ein neues Phänomen wäre das nicht: Als Außenminister Joschka Fischer einst den Kosovo-Einsatz der Bundeswehr mittrug, flog bei einem Parteitag ein Farbbeutel.

Allerdings können die grünen Schmerzen in der Ampel noch größer werden als damals bei Rot-Grün - gerade, weil sich die FDP ganz und gar nicht als „ungeliebtes Kind“ still in die Ecke stellt. Sollten die Grünen nun zu Blockademaßnahmen greifen, könnte es die Machtverhältnisse nochmal auf die Probe stellen. Das Regieren erleichtern würde es Olaf Scholz und seinem Kabinett allerdings ganz und gar nicht. Umfragen zufolge stößt der Dauer-Streit in Berlin ohnehin schon auf Unmut im Lande. Wobei die auf Konfrontation gebürstete FDP noch vergleichsweise wenig litt. (fn)

Kabinett Scholz: Nach dem Ampel-Aus kommt Rot-Grün ohne Mehrheit

Olaf Scholz spricht zur Energiepolitik.
Olaf Scholz (SPD) ist der neunte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Politisch wird er dem konservativen Flügel der Sozialdemokraten zugerechnet. Lange Zeit galt er als reiner „Scholzomat“ – ein Spitzname, den er sich wegen seiner mechanisch wirkenden Sprechblasen in seiner Zeit als Generalsekretär unter Kanzler Gerhard Schröder verdiente. Kurz nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine kündigte er in einer Sondersitzung des deutschen Bundestages einen Wandel der deutschen Politik an: „Wir erleben eine Zeitenwende.“  © Britta Pedersen/dpa
Robert Habeck auf Deutschlandtour.
Robert Habeck ist Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz im Kabinett Scholz sowie Stellvertreter des Kanzlers. Vom 27. Januar 2018 bis zum 14. Februar 2022 hatte er zusammen mit Annalena Baerbock den Bundesvorsitz der Partei Bündnis 90/Die Grünen inne. Habeck ist auch als Schriftsteller tätig. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Andrea Paluch veröffentlichte er mehrere Romane, u.a. Hauke Haiens Tod (2001). © Soeren Stache/dpa
Jörg Kukies kommt zu Beginn der Sitzung des Bundeskabinetts im Kanzleramt.
Am 7. November 2024 hat Jörg Kukies das Amt des Finanzminister übernommen. Der Sozialdemokrat Kukies ist derzeit Staatssekretär im Kanzleramt und gilt als einer der wichtigsten Berater von Kanzler Scholz. Er ist sein Mann für Wirtschaft und Finanzen und verhandelt für ihn die Abschlussdokumente der G7- und G20-Gipfel.  © Michael Kappeler/dpa
Christian Lindner im Kanzleramt in Berlin am 27. Juli 2022.
Christian Lindner ist Bundesminister der Finanzen im Kabinett Scholz. Der FDP-Politiker ist seit dem 7. Dezember 2013 Bundesvorsitzender der Liberalen. Schon 2017 sah es lange so aus, als würde die FDP an der Regierung beteiligt sein. Doch nach vierwöchigen Sondierungsgesprächen zur Bildung einer Jamaika-Koalition erklärte Lindner die Verhandlungen schließlich für gescheitert. Seine Begründung: „Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren!“ © Emmanuele Contini/Imago
Nancy Faeser (SPD), alte und neue Landesvorsitzende der SPD in Hessen und Bundesinnenministerin, freut sich über ihre Wiederwahl.
Nancy Faeser führt im Kabinett Scholz als erste Frau das Bundesministerium des Innern und für Heimat. Die Juristin ist seit dem 2. November 2019 Vorsitzende der SPD Hessen. Zuvor war sie 16 Jahre lang Abgeordnete des Hessischen Landtags und ab 2019 als Vorsitzende der hessischen SPD-Fraktion auch Oppositionsführerin. Zudem war sie Spitzenkandidatin der SPD bei der Landtagswahl in Hessen 2023. Als Abgeordnete im Landtag erhielt sie zwei Drohbriefe, die mit NSU 2.0 unterschrieben waren. © Andreas Arnold/dpa
Annalena Baerbock ist im Kabinett Scholz Bundesministerin des Auswärtigen. Sie ist die erste Frau, die dieses Amt innehat. Bei der Bundestagswahl 2021 trat sie als Kanzlerkandidatin der Grünen an, die sich aber mit 14,8 Prozent der Zweitstimmen mit Platz drei hinter SPD und Union begnügen mussten. Von Januar 2018 bis Februar 2022 war sie gemeinsam mit Robert Habeck Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen.
Annalena Baerbock ist im Kabinett Scholz Bundesministerin des Auswärtigen. Sie ist die erste Frau, die dieses Amt innehat. Bei der Bundestagswahl 2021 trat sie als Kanzlerkandidatin der Grünen an, die sich aber mit 14,8 Prozent der Zweitstimmen mit Platz drei hinter SPD und Union begnügen mussten. Von Januar 2018 bis Februar 2022 war sie gemeinsam mit Robert Habeck Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen. © Thomas Imo/Imago
Marco Buschmann FDP, Bundesjustizminister, stellt Eckpunktepapier zum Selbstbestimmungsgesetz vor.
Marco Buschmann war bis zum 7. November 2024 Bundesminister der Justiz im Kabinett Scholz. Der FDP-Politiker war von Oktober 2017 bis Dezember 2021 Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion. Im Herbst 2020 warnte er während der Corona-Pandemie vor einer Verfassungskrise. Buschmann war auch Mitkoordinator der erfolgreichen Verfassungsklage der Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und FDP gegen den Berliner Mietendeckel. Nach dem Rauswurf von Finanzminister Christian Lindner verließ Buschmann die Ampel.  © Jürgen Heinrich/Imago
Volker Wissing, Bundesverkehrsminister FDP, vor der Kabinettssitzung im Berliner Kanzleramt Bundeskanzleramt in Berlin
Volker Wissing wurde nah dem Ampel-Aus für sein Ausscheren aus dem Kurs von FDP-Parteichef Christian Lindner belohnt. Der Bundesminister für Digitales und Verkehr erhielt zusätzlich das Justizressort. Einer der letzten großen Ampel-Fans in der FDP zog nach dem Koalitionsbruch Konsequenzen: In einem beispiellosen Schritt trat er aus der Partei aus und bleibt bis zu den geplanten Neuwahlen als Parteiloser im Amt. Der Jurist war vom 19. September 2020 bis zum 23. April 2022 Generalsekretär der FDP. Wissing gibt als Hobby Weinbau an, vor allem im familieneigenen Weingut.  © Stefan Boness/Imago
Hubertus Heil besucht die Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Berlin-Spandau.
Hubertus Heil ist im Kabinett Scholz Bundesminister für Arbeit und Soziales – ein Amt, das der SPD-Politiker bereits seit dem 14. März 2018 innehat. Heil ist seit Dezember 2019 stellvertretender Bundesvorsitzender der Sozialdemokraten. Von November 2005 bis November 2009 und von Juni bis Dezember 2017 war er Generalsekretär seiner Partei. Heil spricht sich für einen Mindestlohn von mindestens 12 Euro aus, eine Erhöhung des Rentenalters auf über 67 Jahre lehnt er ab. © M. Popow/Imago
Boris Pistorius ist als Nachfolger von Christine Lambrecht ins Chefbüro des Verteidigungsministeriums im Bendlerblock gerückt. Pistorius gehört dem SPD-Parteivorstand an und gilt als erfahrener Polit-Manager. Von 1980 bis 1981 absolvierte er seinen Wehrdienst, anschließend studierte er Rechtswissenschaften in Osnabrück und Münster. Pistorius war zuvor seit 2013 Innenminister in Niedersachsen.
Boris Pistorius ist als Nachfolger von Christine Lambrecht ins Chefbüro des Verteidigungsministeriums im Bendlerblock gerückt. Pistorius gehört dem SPD-Parteivorstand an und gilt als erfahrener Polit-Manager. Von 1980 bis 1981 absolvierte er seinen Wehrdienst, anschließend studierte er Rechtswissenschaften in Osnabrück und Münster. Pistorius war zuvor seit 2013 Innenminister in Niedersachsen. © Michael Kappeler/dpa
Verteidigungsministerin Lambrecht besucht Marder-Kompanie
Bis zum 19. Januar 2023 hatte Christine Lambrecht das Amt der Verteidigungsministerin inne. Die SPD-Politikerin stand zumeist unter einem immensen Druck. Kritische Stimmen warfen ihr fehlende Sachkenntnis, die schleppend angelaufene Beschaffung für die Bundeswehr, aber auch ihr Auftreten in der Öffentlichkeit vor. Irritation rief schließlich eine Neujahrsbotschaft hervor, in der sie begleitet von Silvesterfeuerwerk in Berlin über den Ukraine-Krieg sprach. © Robert Michael/dpa
Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft läuft beim Treffen der G7 Agrarminister zum Eingang des Schlosses Hohenheim.
Cem Özdemir ist Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft im Kabinett Scholz. Özdemir ist der erste Bundesminister mit türkischem Migrationshintergrund. Von November 2008 bis Januar 2018 war er Bundesvorsitzender der Grünen. Im Dezember 2021 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden des gemeinnützigen Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ gewählt. Nach dem Ampel-Aus übernahm er auch das Ministerium für Bildung und Forschung.  © Bernd Weißbrod/dpa
Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, spricht beim hybriden Gipfeltreffen „Women7-Summit“.
Elisabeth „Lisa“ Paus ist seit dem 25. April 2022 Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Kabinett Scholz. Sie ist die Nachfolgerin von Anne Spiegel, die zuvor von diesem Posten zurückgetreten war. Paus gehört zum linken Parteiflügel der Grünen. Sie ist seit 2009 Abgeordnete im Deutschen Bundestag.  © Bernd von Jutrczenka/dpa
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übergibt im Schloss Bellevue anlässlich des Amtswechsels im Bundesfamilienministerium die Entlassungsurkunde an Anne Spiegel (Bündnis 90/Die Grünen), bisherige Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Vorgängerin von Lisa Paus war Anne Spiegel, die am 25. April 2022 die Entlassungsurkunde von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erhielt. „Es war zu viel“, hatte die Grünen-Politikerin vorher bekennen müssen. Ihr Verhalten als Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität in Rheinland-Pfalz nach der Flutkatastrophe im Sommer 2021 wurde vom Untersuchungsausschuss des Landtags bis ins Detail untersucht. Die Kritik wurde zum Sturm – ihr Amt als Bundesfamilienministerin gab Spiegel deshalb auf. In ihrer Rücktrittserklärung betonte Spiegel, dass sie das Amt nicht länger belasten wolle und entschuldigte sich für begangene Fehler. © Bernd von Jutrczenka/dpa
Karl Lauterbach (SPD), Bundesgesundheitsminister, beantwortet auf einer Pressekonferenz Fragen von Journalisten zum Infektionsgeschehen und zur Impfentwicklung.
Karl Lauterbach ist Bundesminister für Gesundheit im Kabinett Scholz. Der SPD-Politiker ist Professor am Universitätsklinikum Köln und dort Leiter des Instituts für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie. Wegen seines Bundestagsmandats ist er derzeit beurlaubt. Während der Pandemie ist er für viele zu einer Reizfigur geworden. Als Minister konnte er sich mit seiner Forderung nach einer allgemeinen Corona-Impfpflicht nicht durchsetzen.  © Wolfgang Kumm/dpa
Steffi Lemke, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz beim Treffen der G7 Klima-, Energie- und Umweltministerinnen und -minister.
Steffi Lemke hat im Kabinett Scholz den Posten als Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz inne. Die Politikerin von Bündnis 90/Die Grünen absolvierte ein Studium der Agrarwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin, das sie 1993 als Diplom-Agraringenieurin abschloss. Von 2002 bis 2013 war sie politische Bundesgeschäftsführerin ihrer Partei. © Chris Emil Janssen/Imago
Bettina Stark-Watzinger im Portrait bei der Bundespressekonferenz zum Thema Veroeffentlichung des nationalen Bildungsberichts Bildung in Deutschland.
Bettina Stark-Watzinger ist Bundesministerin für Bildung und Forschung im Kabinett Scholz. Seit 2017 ist sie Abgeordnete im Deutschen Bundestag und seit März 2021 Vorsitzende der FDP Hessen. Ihr Studium der Volkswirtschaftslehre an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz und der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main schloss sie 1993 als Diplom-Volkswirtin ab. Sie ist Mitglied im Stiftungsrat der Karl-Hermann-Flach-Stiftung. © Imago
Svenja Schulze SPD, Bundesministerin fuer wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, aufgenommen im Rahmen der Konferenz fuer globale Ernaehrungssicherheit im Auswaertigen Amt in Berlin.
Svenja Schulze ist Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland im Kabinett Scholz. Die SPD-Politikerin ist Mitglied der Arbeiterwohlfahrt, der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), ver.di, im Naturschutzbund Deutschland (NABU) und im Verein Slowfood. Sie ist Mitbegründerin des Netzwerkes „Frauenzeiten“. © Florian Gaertner/Imago
Klara Geywitz im Kanzleramt in Berlin am 27. Juli 2022. Kabinettssitzung in Berlin.
Klara Geywitz ist Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen im Kabinett Scholz. Zudem ist sie Beauftragte der Bundesregierung für den Berlin-Umzug und den Bonn-Ausgleich. Im Dezember 2019 wurde sie zu einer der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD gewählt. Geywitz gehört seit 2014 dem Vorstand der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit an. © Emmanuele Contini/Imago
Wolfgang Schmidt hisst die Regenbogenfahne am Bundeskanzleramt in Berlin.
Wolfgang Schmidt ist Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes im Kabinett Scholz. In dieser Funktion ist er außerdem Beauftragter der Nachrichtendienste des Bundes. Schmidt, der seit 1989 der SPD angehört, gilt als engster Vertrauter von Olaf Scholz. © Christian Spicker/Imago

Rubriklistenbild: © IMAGO/Janine Schmitz/photothek.de

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