Wahl zum Abgeordnetenhaus

Berlin-Wahl: Das sagen aktuelle Umfragen

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Am 12. Februar wird in Berlin ein neues Abgeordnetenhaus gewählt. Hier finden Sie die wichtigsten Umfragen zur Wiederholungswahl in der Hauptstadt. 

Berlin - Das Wahljahr 2023 beginnt in der Hauptstadt. Geplant war das nicht, doch die Wahl zum Abgeordnetenhaus muss wegen zahlreicher Pannen wiederholt werden. So sind die Wahlberechtigten am 12. Februar ein zweites Mal aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Wer aber hat die besten Chancen bei der Berlin-Wahl? Die Umfragen lassen ein eindeutiges Bild derzeit noch nicht zu, mehrere Bündnisse scheinen möglich.

Die Umfragen vor der Berlin-Wahl 2023 deuten auf einen spannenden Dreikampf zwischen CDU, SPD und Grünen im kampf um das Rote Rathaus hin.

Umfragen vor der Berlin-Wahl sehen CDU vorne

Über die populärste Partei gibt es allerdings keine zwei Meinungen. Die CDU mit Spitzenkandidat Kai Wegner liegt in den aktuellen Umfragen vor der Berlin-Wahl relativ deutlich vorne. Die Grünen mit Spitzenkandidatin Bettina Jarasch und die SPD von Regierungschefin Franziska Giffey kämpfen offenbar nur um Platz zwei, während Linke, AfD und FDP mit einigem Abstand dahinter folgen. Trotzdem kann die regierende Mehrheit aus SPD, Grünen und Linken bei der Wiederholung der Abgeordnetenhauswahl erneut mit einer Mehrheit rechnen. Ein Blick auf die Umfragen im Einzelnen:

Berlin-Wahl 2023: Umfrage Forschungsgruppe Wahlen vom 9. Februar

Das „Politbarometer Extra“ des ZDF sieht die CDU deutlich vor SPD und Grünen. Bei der Sonntagsfrage konnte die Unionspartei im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt hinzugewinnen, wie aus der Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen hervorgeht. Rechnerisch wäre aber weiterhin ein Bündnis der regierenden Koalition aus Rot-Grün-Rot möglich. Ebenso könnte eine Koalition aus CDU, Grünen und FDP regieren, knapp reichen würde es auch für eine Große Koalition aus CDU und SPD. Auch die jüngsten Wahlumfragen anderer Institute sahen die bisherige Oppositionspartei CDU stabil auf Platz 1 (siehe weiter unten).

In der ZDF-Befragung liegt Amtsinhaberin Giffey bei der Frage, wen man am liebsten als Regierungschef oder -chefin hätte, mit 34 Prozent allerdings vorn. Landes-CDU-Chef Wegner kommt hier auf 25 Prozent, Bettina Jarasch von den Grünen auf 16 Prozent.

FraktionProzent
CDU25,0 %
SPD21,0 %
Grüne17,0 %
Linke11,0 %
AfD10,0 %
FDP6,0 %
Sonstige10,0 %

Für die Umfrage zu diesem „Politbarometer Extra“ hat die Forschungsgruppe Wahlen ihre Interviews in der Zeit vom 08.02. bis 09.02.2023 unter 1.059 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten im Land Berlin telefonisch erhoben. Die Befragung ist repräsentativ für die dortige wahlberechtigte Bevölkerung. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent gut +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent gut +/- zwei Prozentpunkte.

Berlin-Wahl 2023: Civey-Umfrage vom 9. Februar

Etwas anders sieht das Institut Civey die Lage vor der Berlin-Wahl 2023. In der aktuellen Umfrage für Spiegel und Tagesspiegel liegt ist die SPD der CDU bei einem Abstand von zwei Prozentpunkten dicht auf den Fersen. Demnach würde es rechnerisch für ein Zweierbündnis aus Union und SPD reichen. Auch eine Fortsetzung der bisherigen Regierungskoalition wäre möglich. Eine stabile Mehrheit hätte eine Koalition aus CDU, SPD und FDP.

FraktionProzent
CDU24,0 %
SPD22,0 %
Grüne17,0 %
Linke11,0 %
AfD9,0 %
FDP7,0 %
Sonstige10,0 %

Für die Civey-Umfrage wurden vom 2. bis 9. Februar genau 2002 Wahlberechtigte aus Berlin repräsentativ befragt. Der statistische Fehler liegt bei bis zu 3,9 Prozentpunkten.

Berlin-Wahl 2023: Insa-Umfrage vom 9. Februar

Kurz vor der Berlin-Wahl 2023 liegt die CDU in der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa für Bild deutlich vor SPD und Grünen. Rechnerisch möglich wären demnach unterschiedliche Dreierbündnisse unter Führung der CDU. Allerdings hätte auch die aktuelle rot-grün-rote Koalition weiter eine Mehrheit der Sitze im Abgeordnetenhaus.

FraktionProzent
CDU25,0 %
SPD19,0 %
Grüne18,0 %
Linke12,0 %
AfD10,0 %
FDP6,0 %
Sonstige10,0 %

Für die Umfrage wurden vom 2. bis 9. Februar insgesamt 1000 Wahlberechtigte online befragt. Die maximale statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 3,1 Prozentpunkten.

Berlin-Wahl 2023: Forsa-Umfrage vom 5. Februar

Die CDU liegt eine Woche vor der Berlin-Wahl 2023 deutlich vor Grünen und SPD. Laut der repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa für die Berliner Zeitung kommen die Christdemokraten derzeit auf 26 Prozent. Dahinter folgen die Grünen (18 Prozent) knapp vor der SPD (17 Prozent).

Berlins CDU-Chef Kai Wegner erteilte einer schwarz-grünen Zusammenarbeit am Wochenende im Tagesspiegel quasi eine Absage. Er begründete das mit Plänen der Grünen, die Hälfte der Parkplätze in der Hauptstadt entfernen zu wollen - das sei „eine einseitige Politik gegen das Auto“, so Wegner. Grünen-Spitzenkandidatin Bettina Jarasch reagierte prompt: „Nach der Absage an eine vielfältige Stadt sagt die CDU nun auch die Mobilitätswende ab“, sagte die Verkehrssenatorin. Jarasch hatte sich bereits Anfang Januar sehr kritisch zu einer möglichen Koalition mit der CDU geäußert.

FraktionProzent
CDU26,0 %
SPD17,0 %
Grüne18,0 %
Linke12,0 %
AfD10,0 %
FDP5,0 %
Sonstige12,0 %

Insgesamt wurden 1005, nach einem systematischen Zufallsverfahren ausgewählte Wahlberechtigte ab 18 Jahren in Berlin befragt. Die Erhebung wurde vom 30. Januar bis 3. Februar 2023 im Rahmen des repräsentativen Panels forsa.omninet durchgeführt. Die ermittelten Ergebnisse können lediglich mit den bei allen Stichprobenerhebungen möglichen Fehlertoleranzen (im vorliegenden Fall +/- 3 Prozentpunkte) auf die Gesamtheit der wahlberechtigten Bevölkerung in Berlin übertragen werden.

Berlin-Wahl: Das Spitzenpersonal der Parteien im Überblick

Franziska Giffey kandidiert.
Als derzeit regierende Bürgermeisterin von Berlin hängt SPD-Politikerin Franziska Giffey natürlich an ihrem Amt. Eigentlich war die Frankfurterin (Oder) bereits in der Bundespolitik angekommen, kehrte jedoch in die Lokalpolitik zurück, nachdem sie als Bundesfamilienministerin über eine Plagiatsaffäre stolperte. Unumstritten ist sie in Berlin nicht. So sieht sie die Enteignung von Immobilienunternehmen skeptisch, obwohl ein Volksentscheid mehrheitlich dafür gestimmt hatte. „Deutsche Wohnen und Co. enteignen“ soll die Wohnraumsituation in der Hauptstadt verbessern. Beim Wahlkampf-Thema „Silvester-Krawalle“ setzt Giffey auf „schnelle und konsequente Strafverfolgung“. Die habe im Moment Vorrang vor dem Dialog mit der Jugend.  © Kay Nietfeld/dpa
Kai Wegner, CDU-Spitzenkandidat, Berlin-Wahl
Apropos „Silvester-Krawalle“. Die CDU, die in Sachen Regieren in Berlin aktuell zuschaut, hat sich ja mit einer in Rechtsaußen-kreisen sicherlich populären Forderung hervorgetan. Man will die Vornamen der verhafteten mit deutschem Pass wissen. Der Kandidat für die Berlin-Wahl heißt übrigens Kai. Kai Wegner. Wegner rechtfertigte in der Presse denn auch sein Interesse an den Vornamen deutscher Staatsbürger:innen: „Ich halte es für ganz wichtig, den Täterkreis genau zu kennen.“  © Carsten Koall/dpa
Bettina Jarasch, grüne
Grüne Bürgermeisterin von Berlin ist Bettina Jarasch. Sie würde sicherlich gerne mit Koalitionspartnerin Franziska Giffey die Posten tauschen, was nicht ganz unwahrscheinlich ist. In der aktuellsten Umfrage ist die SPD mit einem Prozentpunkt nur knapp vor den Grünen mit 20 Prozent. Jarasch hatte im Sommer insbesondere in der konservativen Presse für Furore gesorgt, als sie für Berlin „mehr Bullerbü“ versprach. Von „Welt“ bis „Tichys Einblick“ waren sie komplett aus dem Häuschen. Dabei geht es Jarasch um mehr Grün, mehr Fahrräder und - weniger Autos. Mutig!  © Christophe Gateau/dpa
Sebastian Czaja, FDP
Geht es um Autos, geht es natürlich immer um die FDP. Deren Spitzenkandidat Sebastian Czaja möchte seine Partei aus dem Tief holen, schließlich sind die Liberalen in den vergangenen Landtagswahlen regelmäßig abgestürzt. Könnte schwierig werden, denn auch in Berlin liegt die FDP bei 6 Prozent mit einem Minus von 1,1. Entsprechend dürfte Jarasch gelassen mit der Aussage umgehen, dass Czaja eine Koalition mit den Grünen ausschließt. Über „Integrationspolitik“ möchte er übrigens „ohne Tabus“ sprechen. Nur konsequent, dass ihn Ahmad Mansour unterstützt.  © Britta Pedersen/dpa
Krisitn Brinker, afd
Kristin Brinker ist AfD-Mitglied der „ersten Stunde“ - nämlich seit Frühjahr 2013. Folgt man Wikipedia, galt sie einst als Vertreterin des sogenannten „liberalen“ Flügels, doch scheint sie selbst dieses Deckmäntelchen längst abgelegt zu haben. Immerhin soll sie auf dem Parteitag der AfD Berlin auch vom rechtsextremen, angeblich aufgelösten „Flügel“ unterstützt worden sein. Die Kampfkandidatur gewann sie übrigens gegen Beatrix von Storch. Politische Forderungen der Partei finden sie auf Telegram.  © Carsten Koall/dpa
Klaus Lederer, die Linke
In Berlin ist die Linke - folgt man der letzte Umfrage - mit 12 Prozent noch nicht in der Bedeutungslosigkeit versunken. Gegenüber 2021 ist das ein Minus um die 2, womit Spitzenkandidat Klaus Lederer als viertstärkste Kraft ins Rote Rathaus einziehen könnte. Als Reaktion auf die Krawalle an Silvester spricht sich der „Weltbürger“ für ein Böllerverkaufsverbot aus, Schwerpunktthemen im Wahlkampf sind „Armutsbekämpfung und Chancengleichheit“. Damit dürfte es auch für Lederer schwer sein, bei der FDP als möglicher Koalitionspartner zu punkten.  © Joerg Carstensen/dpa
Jürgen Todenhöfer, Kandidat vom Team Todenhöfer
Das Team Todenhöfer war bei der Wahl des Spitzenkandidaten nicht sonderlich kreativ: Es ist Jürgen Todenhöfer. Sie erinnern sich vielleicht. Das ist der Mann, der Syriens Diktator Assad besuchte, gerne mal Erdoğan verteidigt und das russische Wahlsystem gar nicht so schlecht findet. Eigentlich ist er Jurist und ehemaliger CDU-Abgeordneter, vielen ist Todenhöfer jedoch eher von seiner Zusammenarbeit mit Xavier Naidoo oder dem Engagement gegen staatliche Corona-Maßnahmen bekannt. Aktuell fordert er für Deutschland und Berlin einen „völlig anderen Politikertyp“. © Oliver Weiken/dpa
Das Rote Rathaus in Berlin
218957308.jpg © Christophe Gateau/dpa

Berlin-Wahl 2023: Infratest-dimap-Umfrage vom 2. Februar

Nach der jüngsten Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der ARD baut die CDU ihren Vorsprung aus. Danach würden 25 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme den Christdemokraten geben, am 18. Januar waren es noch 23 Prozent. Hinter der CDU folgt jetzt die SPD mit 19 Prozent. Die Grünen büßten im Vergleich zur letzten Umfrage um drei Prozentpunkte ein und schaffen es nun auf 18 Prozent. Die Linke liegt bei 12, die AfD bei 11 Prozent. Die FDP kommt nicht über 6 Prozent hinaus.

Wäre das Umfrageergebnis auch das Wahlergebnis, wären rechnerisch unterschiedliche Dreier-Bündnisse unter Führung der CDU mit Spitzenkandidat Kai Wegner möglich. Ob es Wegner im Falle eines Wahlsieges gelingt, tatsächlich ein Regierungsbündnis zu schmieden, ist aber offen – laut den Zahlen könnte auch die aktuelle Koalition von SPD, Grünen und Linken weitermachen, weil sie weiter eine Mehrheit im Abgeordnetenhaus hätte.

FraktionProzent
CDU25,0 %
SPD19,0 %
Grüne18,0 %
Linke12,0 %
AfD11,0 %
FDP6,0 %
Sonstige10,0 %

Für die repräsentative ARD-Vorwahlbefragung befragte infratest dimap zwischen 30. Januar und 1. Februar 1540 Wahlberechtigte in Berlin telefonisch und online. 

Berlin: Ergebnisse der Wahl im Herbst 2021

Bei der Wahl am 26. September 2021 sicherte sich die SPD die Mehrheit vor den Grünen, der CDU, den Linken und der AfD. Als sechste Partei schaffte die FDP den Einzug ins Abgeordnetenhaus. SPD, Grüne und Linke bildeten eine rot-grün-rote Koalition, die über 92 der 147 Sitze im Parlament verfügte. (cs)

Rubriklistenbild: © Philipp Znidar/dpa

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