- schließen
Christian Stör
Robert Wagner
Bona Hyun
Israel weitet den Kampf gegen Hamas aus. Die Gefechte im Norden und Süden des Gazastreifens halten an. Der News-Ticker zum Krieg in Israel.
- Israel im Plan: Militär verstärkt Bodeneinsatz in Gaza weiter
- Hamas-Überfall: Vermisste Deutsche Shani Louk tot
- Vorstoß in Gaza: Israel tötet Dutzende Hamas-Terroristen
- Dieser News-Ticker zum Krieg in Israel wird laufend aktualisiert. Die hier verarbeiteten Informationen stammen von internationalen Medien und Nachrichtenagenturen, aber auch von den Konfliktparteien. Zur besseren Einordnung und zur Transparenz nennen wir alle Quellen. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben zur Situation in Israel und im Gazastreifen aber teilweise nicht. Auch in diesen Fällen bleiben wir transparent.
Dieser News-Ticker ist beendet. Alle weiteren Informationen zum Krieg in Israel und den Zusammenstößen im Gazastreifen finden Sie in diesem News-Ticker.
Update vom 31. Oktober, 15.30 Uhr: Nach Angaben israelischer Militärbeamten gegenüber der Publikation Walla News machen die Militanten der Hamas massiv Gebrauch von den Tunneln unter Gaza bei Zusammenstößen mit israelischen Soldaten. Sie würden „auftauchen, schießen oder mit Panzerabwehrraketen angreifen, die Stahltür schließen und verschwinden“, zitierte die Publikation aus Gesprächen mit Militärvertretern.
Update vom 31. Oktober, 14 Uhr: Im Gazastreifen ist es nach Angaben der islamistischen Hamas zu Kämpfen mit israelischen Bodentruppen an mehreren Punkten rund um die Stadt Gaza gekommen. Israel äußerte sich zunächst nicht zum Standort seiner Truppen.
Wie der militärische Arm der islamistischen Hamas, die Kassam-Brigaden, am Dienstag mitteilte, hatten Kämpfer südlich der Stadt Gaza unter anderem mit Panzerabwehrraketen und Sprengsätzen vier Fahrzeuge der israelischen Armee angegriffen. Nordwestlich von Gaza seien ein Panzer und ein Bulldozer mit zwei Panzerabwehrraketen angegriffen, nördlich der Stadt weitere Fahrzeuge beschossen worden .Zudem seien Soldaten zu Fuß nahe des Grenzübergangs Kerem Schalom im Südosten des Gazastreifens mit Mörsergranaten beschossen worden, hieß es. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Update vom 31. Oktober, 12.40 Uhr: Laut dem iranischen Generalmajor Mohammed Bagheri beträgt die Gesamtlänge der Hamas-Tunnel unter Gaza rund 400 Kilometer. Dies berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim. „In manche dieser Tunnel passen Autos und Motorräder“, erklärte Bagheri demnach. Er behauptete außerdem, die israelische Armee zögere mit einer größeren Bodenoffensive, „da sie wissen, dass dies nur eine weitere Niederlage sein wird“. Ähnlich äußerte sich der stellvertretende iranische Außenminister Ali Bagheri Kani und drohte gleichzeitig: „Wenn sich der Krieg ausweitet, dann können wir nicht sagen, dass Israel verliert, denn dann wird nichts von Israel übrig bleiben, was man als Gewinner oder Verlierer beschreiben kann.“
Krieg in Israel: Pro-iranische Milizen im Jemen übernehmen Verantwortung für Alarm in Eilat
Update vom 31. Oktober, 12.25 Uhr: Nach Angaben iranischer und palästinensischer Medien haben die pro-iranischen Houthis, die an der Macht im Jemen sind, die Verantwortung für Drohnenattacken gegen die südisraelische Stadt Eilat übernommen. In den Morgenstunden waren dort Sirenen ertönt. Israelische Medien hatten den Abschuss einer Drohne über dem Roten Meer verkündet. Nun teilte der Außenminister der Houthi-Regierung im Jemen, Abdulaziz bin Habtour mit, im gesamten arabischen Raum stehe man in „Solidarität“ mit der Hamas. Er bezeichnete Israel zudem als „Dieb“. Das „gestohlene Land“ könne man nur durch Widerstand aller Gruppen zurückholen, hieß es. Zur selben Zeit meldeten israelische Medien erneut einen Luftalarm in Eilat. Offenbar wurde ein weiteres aus dem Jemen abgefeuertes Projektil zerstört.
Update vom 31. Oktober, 11.25 Uhr: Nach antisemitischen Ausschreitungen in Südrussland hat der tschetschenische Machthaber Ramsan Kadyrow der Polizei seiner Teilrepublik einen Schießbefehl gegen aufsässige Demonstranten erteilt. Wer sich an Unruhen beteilige, werde festgenommen und eingesperrt, sagte Kadyrow der staatlichen Nachrichtenagentur Ria Nowosti zufolge bei einer Sitzung der Regionalregierung in Grosny.
Wenn sich jemand widersetze, sollten die Beamten drei Warnschüsse abgeben. „Danach, wenn der Mensch immer noch gegen das Gesetz verstößt, gebt den vierten Schuss auf den Kopf ab! Der macht das nicht wieder. Das ist mein Befehl“, sagte Kadyrow. In Dagestan, der Nachbarrepublik von Tschetschenien, hatte eine Menschenmenge am Sonntag den Flughafen von Machatschkala gestürmt und Jagd auf jüdische Passagiere eines Fluges aus Tel Aviv gemacht. Es gab mehr als 20 Verletzte; 83 Personen wurden festgenommen.
In Tschetschenien seien solche Ausschreitungen unterbunden worden, sagte Kadyrow. Wie andere russische Politiker warf er dem Westen vor, zu den antisemitischen Übergriffen aufgestachelt zu haben. „Man darf den Feinden Russlands nicht Beistand leisten und die Lage im Inneren erschüttern“, sagte Kadyrow.
Update vom 31. Oktober, 10.50 Uhr: Israels Präsident Isaac Herzog hat Medienberichten zufolge Kritik am militärischen Vorgehen seines Landes im Gazastreifen nachdrücklich zurückgewiesen. „Was erwarten sie von uns? Dass wir tatenlos zusehen und auf ein weiteres Massaker warten?“, sagte Herzog in einem Interview mit der Zeitung Politico sowie dem Sender Welt TV. „Um den Feind zu entwurzeln, der uns vollständig vernichten will“, müsse Israel „kämpfen“.
Seinem Land sei die internationale Zustimmung nicht egal. Dies spiele aber „jetzt keine Rolle“, sagte Herzog demnach. Israel sei „mit tausenden von Raketen brutal angegriffen“ worden. „Wir waren alle in Schutzräumen. Wir haben hunderte, tausende von Menschen verloren.“ Das israelische Staatsoberhaupt reagierte mit seinen Äußerungen auf Kritik des norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Störe. Dieser hatte am Sonntag im norwegischen Sender NRK eine „verhältnismäßige“ Reaktion Israels angemahnt.
Israel habe das Recht, sich zu verteidigen, sagte Gahr Störe demnach. Es sei zwar „sehr schwierig“, „Angriffe aus einem so dicht besiedelten Gebiet wie dem Gazastreifen abzuwehren“. Das Völkerrecht schreibe aber vor, dass die Reaktion „verhältnismäßig“ sein müsse. Diese Grenze sei aus seiner Sicht „weitgehend überschritten“ worden.
Herzog bezeichnete den Tod von Zivilisten als „große Tragödie“. Er verwies darauf, dass Israel die Zivilbevölkerung im Gazastreifen seit Wochen auffordere, in eine humanitäre Zone im Süden zu fliehen. Die Hamas hindere jedoch tausende Palästinenser daran und verwehre zudem 5000 Inhabern ausländischer Pässe das Verlassen des Küstenstreifens.
Krieg in Israel: Zahl der Geiseln steigt auf 240
Update vom 31. Oktober, 9.55 Uhr: Nach Angaben des israelischen Armeesprechers Daniel Hagari ist die Zahl der Geiseln in den Händen der palästinensischen Hamas auf 240 gestiegen. Laut der Zeitung Times of Israel sagte Hagari, die Zahl sei noch nicht endgültig, da man weitere Informationen untersuche.
Update vom 31. Oktober, 4.30 Uhr: Nach Angaben der Terrororganisation Hamas beschießen ihre Kämpfer die israelischen Streitkräfte im Norden und Süden des Gazastreifens. Die Al-Kassam-Brigaden, der bewaffnete Flügel der Hamas-Bewegung, teilt mit, Militante lieferten sich mit Maschinengewehren und Panzerabwehrraketen Gefechte mit israelischen Streitkräften, die „in die südliche Gaza-Achse eingedrungen“ seien. Die Kämpfer hätten auch zwei israelische Panzer und Planierraupen im Nordwesten des Gazastreifens mit Raketen beschossen, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet.
Reuters kann die Angaben bislang nicht unabhängig überprüfen. Das israelische Militär äußerte sich zunächst nicht. Nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen wurden bei den israelischen Luft- und Bodenangriffen bislang 8306 Menschen getötet.
Update vom 30. Oktober, 22.28 Uhr: Akuter Treibstoffmangel im Gazastreifen wirkt sich nach UN-Angaben bereits auf die Wasserversorgung der Bevölkerung aus. „Nur eine Entsalzungsanlage arbeitet mit lediglich einer Kapazität von fünf Prozent, während alle sechs Wasseraufbereitungsanlagen im Gazastreifen aufgrund von Treibstoff- oder Strommangels derzeit außer Betrieb sind“, sagte die Direktorin des UN-Kinderhilfswerks Unicef, Catherine Russell, am Montag bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats.
Sie flehe den Sicherheitsrat an, unverzüglich eine Resolution zu verabschieden, die die Parteien an ihre völkerrechtlichen Verpflichtungen erinnere, so Russell weiter. Dazu gehöre auch ein Waffenstillstand und unbehinderter Zugang für humanitäre Hilfe.
„Das wird nicht passieren“ – Netanjahu gegen Feuerpause im Israel-Krieg
Update vom 30. Oktober, 19.33 Uhr: Benjamin Netanjahu hat sich am Montagabend erneut gegen eine Feuerpause im Krieg gegen die Hamas ausgesprochen. „Aufrufe nach einem Waffenstillstand sind ein Aufruf an Israel, sich der Hamas zu ergeben, sich dem Terror zu ergeben, sich der Barbarei zu ergeben“, sagte der israelische Regierungschef. „Das wird nicht passieren.“
Mit Blick auf die Kämpfe im Gazastreifen erklärte Netanjahu weiter: „Israel hat diesen Krieg nicht begonnen. Israel wollte diesen Krieg nicht. Aber Israel wird diesen Krieg gewinnen“, sagte Netanjahu. Israel kämpfe gegen die „Feinde der Zivilisation“.
Israel befreit Geisel aus Hamas-Gefangenschaft – Netanjahu kündigt Jagd auf Entführer an
Update vom 30. Oktober, 18.52 Uhr: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat sich am Montagabend mit deutlichen Worten an die Entführer der Hamas gerichtet. „Ihr seid Monster. Wir werden euch weiter jagen. Wir werden euch bekämpfen, bis ihr uns zu Füßen liegt“, sagte der Regierungschef.
Mit Blick auf die von der Hamas verschleppte und mittlerweile befreite Soldatin Uri Magidish danke Netanjahu der Armee und dem Geheimdienst. „Wir setzen unsere Bemühungen zur Befreiung der Geiseln fort, auch während des Bodeneinsatzes, und dieser wird sogar Gelegenheiten der Befreiung schaffen, und wir werden sie nicht verpassen.“
Update vom 30. Oktober, 17.42 Uhr: Eine israelische Soldatin ist nach einer Bodenoperation der IDF im Gazastreifen aus der Gefangenschaft der Hamas befreit worden, heißt es in einer Erklärung des israelischen Militärs. „Heute Abend wurde die Soldatin Oberst Uri Magidish während einer Bodenoperation freigelassen, nachdem sie am 7. Oktober von der Terrororganisation Hamas entführt worden war“, hieß es. Die Soldatin sei medizinisch untersucht worden. Ihr Zustand sei gut und sie sei mit ihrer Familie vereint.
הלילה שוחררה החיילת טור׳ אורי מגידיש, במהלך פעולה קרקעית, לאחר שנחטפה על ידי ארגון הטרור חמאס ב-7/10.
— צבא ההגנה לישראל (@idfonline) October 30, 2023
החיילת נבדקה רפואית, מצבה טוב והיא נפגשה עם משפחתה.
צה״ל ושב״כ ימשיכו לעשות כל מאמץ על מנת להביא לשחרור החטופים pic.twitter.com/0XYlgFNITk
Israels Bodentruppen stoßen tiefer in den Gazastreifen vor
Update vom 30. Oktober, 16.45 Uhr: Die israelische Armee ist am Montag mit Bodentruppen offenbar tiefer in den Gazastreifen vorgestoßen. Die radikal-islamistische Hamas meldete Kämpfe zwischen israelischen Truppen und Kämpfern der paramilitärischen Kassam-Brigaden in der Region im Bezirk Seitun südöstlich von Gaza. Auch im Nordwesten des Gazastreifen wurden weitere Kämpfe gemeldet. Die Informationen lassen sich aktuell nicht unabhängig überprüfen.
Auf einem im Internet verbreiteten Video war ein Panzer auf der Hauptverbindungsstraße vom Norden in den Süden des Küstenstreifens zu sehen, der einen Schuss in der Nähe eines weißen Autos abgibt, danach ist eine Explosion zu sehen. Das war nach Angaben eines dpa-Mitarbeiters vor Ort etwa drei Kilometer westlich des Grenzzaunes zu Israel.
Israel meldet erneut Angriffe aus dem Libanon
Update vom 30. Oktober, 15.50 Uhr: Kämpfer der radikal-islamistischen Hisbollah haben am Montag wohl erneut die Grenzregion zwischen dem Libanon und Israel mit Mörsergranaten beschossen. Das berichtete die israelische Militärführung. Die israelischen Truppen hätten ihrerseits wiederum mit Artilleriefeuer auf die Angriffe reagiert, wie IDF-Sprecher Daniel Hagari auf der Platform X mitteilte.
Update vom 30. Oktober, 14.32 Uhr: Israelische Truppen haben in den „letzten Stunden“ vier Hamas-Funktionäre getötet. Das teilte ein Sprecher der israelischen Verteidigungskräfte (IDF) mit. Die Kämpfer hätten auch „terroristische Infrastruktur“ zerstört, darunter Panzerabwehrstellungen, sagte Konteradmiral Daniel Hagari. Zuvor hatte er auf X bekannt gegeben, dass die israelischen Truppen die Bodenoperationen im Gazastreifen fortgesetzt haben.
Vor dem Gaza-Krieg: Die Geschichte des Israel-Palästina-Konflikts in Bildern




Krieg in Israel: Bodentruppen intensivieren Einsätze im Gazastreifen
Update vom 30. Oktober, 13.45 Uhr: Das israelische Militär hat den Einsatz der Bodentruppen gegen die Hamas in Gaza zu Beginn der Woche noch einmal deutlich ausgeweitet. Die Truppen hätten Dutzende Terroristen getötet, die sich in Gebäuden und Tunneln verschanzt hätten, teilte Militärsprecher Daniel Hagari mit. Der Militärsprecher schrieb auf X, dass die Bodentruppen mithilfe von Kampfhubschrauber und Drohnen der Luftwaffe die Terrorzellen angegriffen und „eliminiert“ hätten. Das Militär veröffentlichte zudem Bilder von Panzern an der Westküste des Palästinensergebiets, was darauf hindeuten könnte, dass die dortige Hauptstadt Gaza-Stadt eingekreist werden könnte.
Krieg in Israel: Berichte über steigende Opferzahlen
Update vom 30. Oktober, 12.35 Uhr: Die Opferzahlen im Krieg zwischen Israel und der Hamas steigen weiter. So sind nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums seit dem 7. Oktober mehr als 8000 Menschen in Gaza getötet und rund 20.000 verletzt worden. Israel hat nach eigenen Angaben 1400 Tote und mehr als 5000 Verletzte zu beklagen. Hier ein Überblick über die Zahlen, die die UN auf Grundlage der jeweiligen Angaben zusammengestellt haben (Stand 29. Oktober):
| Palästinensische Opfer | Israelische Opfer |
|---|---|
| Gaza: 8005 Tote, 20.242 Verletze | Israel: ca. 1400 Tote, 5431 Verletzte |
| Westbank: 115 Tote, 2115 Verletzte | Westbank: 1 Toter, 11 Verletzte |
| Israel: ca. 1000 Tote | Gaza: 1 Toter, 3 Verletze |
(Quelle)
Israel verstärkt Bodeneinsatz im Gazastreifen weiter
Update vom 30. Oktober, 11.25 Uhr: Israel kommt nach eigenen Angaben bei seinem Einsatz in Gaza wie geplant voran. „Wir führen eine erweiterte Bodenoperation im Gazastreifen durch“, sagte Militärsprecher Daniel Hagari bei einer Pressekonferenz. Über Nacht seien Dutzende Hamas-Terroristen getötet worden. Die Kämpfe dauerten derzeit noch an. Auch auf X äußerte er sich entsprechend. Zum genauen Standort der Bodentruppen wollte sich Hagari nicht äußern. Auf Bildern in sozialen Medien sah es so aus, dass israelische Panzer auf einer Hauptstraße im Gazastreifen vorrückten. Hagari teilte zudem mit, dass in Dschenin im besetzten Westjordanland mehrere militante Palästinenser bei einem Luftangriff getötet worden seien.
Update vom 30. Oktober, 10.25 Uhr: In den vergangenen drei Wochen sind laut der Hilfsorganisation Save the Children mehr Kinder in Gaza getötet worden als in jedem Jahr seit 2019 in Konflikten auf der ganzen Welt. Neue Zahlen zeigen, dass bisher mindestens 3324 Kinder in Gaza getötet wurden. Weitere 1000 Kinder sind in Gaza als vermisst gemeldet und liegen möglicherweise noch unter den Trümmern begraben. Kinder machen mehr als 40 Prozent der mehr als 8000 Menschen aus, die nachweislich bisher in Gaza getötet worden sind. In Israel wurden mindestens 1400 Israelis und Ausländer getötet, die meisten davon bei dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober.
Nach Hamas-Überfall vermisste Deutsche Shani Louk tot
Update vom 30. Oktober, 09.15 Uhr: Die im Israel-Krieg entführte Shani Louk ist tot. Das bestätigte ihre Mutter. Louk stammt aus Deutschland und galt seit dem Angriff der Hamas als vermisst.
Update vom 30. Oktober, 09.10 Uhr: Der UN-Sicherheitsrat wird auf Ersuchen der Vereinigten Arabischen Emirate noch am heutigen Nachmittag eine Dringlichkeitssitzung zum israelischen Bodeneinsatz in Gaza und zur humanitären Notlage der Palästinenser dort abhalten. Das meldet die Nachrichtenagentur AP.
Update vom 30. Oktober, 08.40 Uhr: Bei den antiisraelischen Ausschreitungen auf einem Flughafen in der muslimisch geprägten Kaukasusrepublik Dagestan hat die Polizei nach Angaben des russischen Innenministeriums 60 Menschen festgenommen. Die Beamten hätten zudem vollständig die Kontrolle über den Airport in der Stadt Machatschkala übernommen.
Israel tötet Dutzende Hamas-Terroristen in Gaza
Update vom 30. Oktober, 08.00 Uhr: Die israelischen Bodentruppen haben bei ihrem Vorstoß in Gaza nach eigenen Angaben Dutzende Terroristen getötet. Wie das israelische Militär am Montagmorgen auf Telegram mitteilte, hatte sich der Gegner in Gebäuden und Tunneln verbarrikadiert und versucht, die israelischen Soldaten anzugreifen. Ein von den Bodentruppen angeleitetes Kampfflugzeug habe ein Gebäude der islamistischen Hamas, in dem sich mehr als 20 der Terroristen aufhielten, bombardiert. Wie der US-Fernsehsender CNN unterdessen auf Basis ausgewerteter eigener Luftaufnahmen berichtete, ist das israelische Militär inzwischen etwa drei Kilometer in den abgeriegelten Gazastreifen vorgestoßen.
Israel attackiert mehr als 600 Hamas-Ziele im Krieg
Update vom 30. Oktober, 07.10 Uhr: Israels Armee hat Fotos von ihrem Bodeneinsatz in Gaza veröffentlicht, die eine beträchtliche Anzahl von Panzern, Infanterie und Artillerie in palästinensischem Gebiet zeigen sollen. Das Militär gab an, mehr als „600 Terrorziele, darunter Kommandozentralen, Beobachtungsposten und Anti-Panzer-Abschussposten“ getroffen zu haben. Die Hamas sprach unterdessen von „heftigen Gefechten“ mit der israelischen Armee in Gaza.
Update vom 30. Oktober, 06.30 Uhr: Drei Palästinenser sind laut der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa bei Razzien der israelischen Armee in der Stadt Dschenin im Westjordanland getötet worden. Etwa hundert Militärfahrzeuge sowie Bulldozer seien in die Stadt eingedrungen, heiße es. Laut The Times of Israel erklärten die Al-Kassam-Brigaden der Hamas, dass sie israelische Streitkräfte in der Stadt unter anderem mit Sprengsätzen bekämpften. Die israelische Armee machte dazu noch keine Angaben.
Israel rückt im Krieg verstärkt gegen Hamas vor
Update vom 30. Oktober, 05.30 Uhr: Während Israels Militär im Gazastreifen verstärkt mit Panzerverbänden und Kampfflugzeugen gegen die vorrückt, wird die humanitäre Lage für die Menschen dort immer furchtbarer. Obwohl Israel mit Nachdruck die noch im Norden des Gazastreifens verbliebenen Zivilisten, darunter Patienten in Krankenhäusern, aufrief, sich in den Süden in Sicherheit zu begeben, halten sich etwa beim Schifa-Krankenhaus nach TV-Berichten weiterhin Tausende von Menschen auf. Nach israelischer Darstellung dient das Krankenhaus auch als Hamas-Kommandozentrum.
Update vom 30. Oktober, 05.00 Uhr: Israels Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, appelliert an die Bundesregierung, sich in internationalen Organisationen stärker für Israel einzusetzen. „Seit Jahren reflektiert zum Beispiel das Abstimmungsverhalten Deutschlands in der UN nicht das besondere Verhältnis unserer beider Staaten“, sagt Prosor der Rheinischen Post. Er wünsche sich mehr Unterstützung in internationalen Gremien. „Auch kann Deutschland uns in der EU mehr helfen.“ Für Israel sei das „unheimlich wichtig. Denn Israel wird dämonisiert und delegitimiert. Und das seit Jahren.“ Israel sei ein demokratischer Staat, nur werde er oft behandelt, als sei er keiner.
Antijüdische Übergriffe in Dagestan
Update vom 29. Oktober, 21.22 Uhr: In der Stadt Machatschkala in der russischen Teilrepublik Dagestan stürmte ein propalästinensischer Mob, größtenteils aus jungen Männern bestehend, den Flughafenterminal, nachdem das Gerücht umgegangen war, dass in einer Maschine aus Tel Aviv jüdische Geflüchtete aus Israel sitzen. Der Mob stürmte zum Teil auch das Flugfeld, das vorübergehend geschlossen wurde. Ankommende Flugzeuge wurden auf andere Flughäfen umgeleitet, wie die russische Nachrichten-Agentur Tass berichtete.
Das Flugzeug landete auf einem Ausweichflughafen, doch laut Medienberichten kam es auch dort zu Unruhen. Die Passagiere wurden angewiesen, im Flugzeug zu bleiben, und die Bereitschaftspolizei wurde zum Unfallort gerufen, um sie zu schützen. Machatschkala gehört zu den Städten im Nordkaukasus, in denen Evakuierungsflüge für russische Staatsbürger aus Israel landen. Die Bevölkerung in diesem Gebiet Russlands ist mehrheitlich muslimisch geprägt.
Laut Armeeangaben mittlerweile 239 israelische Geiseln in der Gewalt der Hamas
Update vom 29. Oktober, 20.17 Uhr: Die Zahl der Geiseln, die von der Hamas in den Gazastreifen verschleppt wurden, ist laut Angaben der israelischen Armee (IDF) auf 239 gestiegen. Laut Times of Israel sagte IDF-Sprecher Daniel Hagari, das Militär habe die Familien von 239 Geiseln über deren Schicksal informiert. Die vier bisher frei gelassenen Geiseln sind in dieser Zahl nicht enthalten. Hagari merkte an, diese Zahl sei nicht endgültig, da laufend neue Informationen verarbeitet würden. „Das ist eine unfassbare Zahl. Unter den Geiseln sind ausländische Arbeiter, wir brauchen Zeit, um alle Familien zu erreichen.“ Es gebe derzeit 40 Menschen, deren Schicksal derzeit nicht bekannt ist.
Kritik an Israel: Frankreich verurteilt „inakzeptable“ Angriffe durch jüdische Siedler
Update vom 29. Oktober, 19.49 Uhr: Nach den USA äußert auch Frankreich scharfe Kritik an den Ausschreitungen durch radikale jüdische Siedler. Eine Erklärung des französischen Außenministeriums spricht von „inakzeptablen“ Angriffe israelischer Siedler auf Palästinenser im Westjordanland. „Frankreich verurteilt aufs Schärfste die Siedlerangriffe, die in den letzten Tagen in Qusra und Sawiya zum Tod mehrerer palästinensischer Zivilisten geführt haben, sowie die erzwungene Flucht mehrerer Gemeinden“, heißt es in der Erklärung.
Kritik an Israel: Norwegen wirft der israelischen Regierung unverhältnismäßige Reaktion vor
Update vom 29. Oktober, 18.53 Uhr: Auch aus Norwegen kommt Kritik am Vorgehen Israels gegen die Hamas. Ministerpräsident Jonas Gahr Støre sagte dem norwegischen Radiosender NRK, die Reaktion Israels auf die Terrorwelle der Hamas sei unverhältnismäßig. „Das Völkerrecht schreibt vor, dass [die Reaktion] verhältnismäßig sein muss. Die Zivilbevölkerung muss berücksichtigt werden, und das humanitäre Recht ist in dieser Hinsicht sehr eindeutig. Ich denke, dass diese Grenze weitgehend überschritten wurde“, so Gahr Støre.
Er betonte das Selbstverteidigungsrecht Israels, wies aber darauf hin, dass fast die Hälfte der bisher getöteten Menschen Kinder sind. Die Hilfsorganisation „Save the Children“ gibt derweil an, dass seit Ausbruch des Krieges fast 3200 Kinder im Gazastreifen gestorben sind.
Nach Terrorwelle der Hamas: Israel will Anti-Terror-Gesetz ausweiten
Update vom 29. Oktober, 17.56 Uhr: Die israelische Notstandsregierung hat eine Änderung des israelischen Anti-Terror-Gesetzes vorgeschlagen, die es dem Staat ermöglicht, Einzelpersonen - und nicht nur Organisationen - als terroristisch einzustufen. Ziel der Gesetztesänderung sei es, „die Finanzierung von Einzelpersonen zu vereiteln, die in verschiedenen Organisationen tätig sind, insbesondere in der Terrororganisation Hamas“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Büros von Justizminister Yariv Levin und Verteidigungsminister Yoav Gallant.
„Diese Änderung wird die administrativen Maßnahmen, die gegen einzelne Terroristen und terroristische Organisationen eingesetzt werden können, verbessern. Sie wird auch die Fragen der Anwerbung, der Finanzierung und des Transfers von Geldern für terroristische Zwecke behandeln“, heißt es in der Erklärung, aus der die Times of Israel zitiert.
Kritik an Israel: US-Regierung spricht von „völlig inakzeptabler Gewalt“ durch radikale Siedler
Update vom 29. Oktober, 17.27 Uhr: Die Biden-Administration richtete scharfe Worte der Kritik an die israelische Staatsführung. Diese habe die Verantwortung, die jüdischen Siedler angesichts „völlig inakzeptabler Gewalt“ zu zügeln, sagt der Nationale Sicherheitsberater des Weißen Hauses, Jake Sullivan. Der wichtigste Berater von US-Präsident Joe Biden sprach gegenüber der CNN von einem „völlig inakzeptablen“ Anstieg der Siedlergewalt seit dem Ausbruch des Gaza-Krieges.
„Dies ist eine ständige Herausforderung. Wir erwarten, dass die israelische Regierung im Laufe der Zeit in dieser Sache aktiv wird. Wir erwarten, dass extremistische Siedler, die sich an dieser Art von Gewalt beteiligen, zur Rechenschaft gezogen werden“, so Sullivan. Erst in der vergangenen Nacht wurde ein prominenter Vertreter der radikalen Siedler-Bewegung verhaftet und in Sicherungshaft genommen.
Krieg in Israel: Bodenoffensive im Gazastreifen offenbar schon angelaufen
Erstmeldung vom 29. Oktober: Tel Aviv – Hat die angekündigte Bodenoffensive im Gazastreifen bereits begonnen? Jüngsten Berichten zufolge steht der Krieg in Israel vor einer neuen Ausweitung. In der Nacht auf den Sonntag (29. Oktober) verstärkte die israelische Armee die Bodeneinsätze im Gaza. Armeeangaben zufolge waren israelische Bodentruppen in den Norden des abgeriegelten Küstenstreifens vorgedrungen. Anders als bei begrenzten Einsätzen dieser Art in früheren Nächten zogen sich die Panzerverbände jedoch zunächst nicht wieder zurück.
Bei dem jüngsten Einsatz im Gazastreifen als Vorbereitung auf die Bodenoffensive sind laut Angaben aus Israel Infanterie, Panzertruppen, Ingenieurkorps und Artillerie beteiligt gewesen. Dass von einer Bodenoffensive im Gazastreifen die Rede sein kann, davon ist ZDF-Korrespondent Michael Bewerunge überzeugt. Es mache keinen Sinn, um den heißen Brei herumzureden. „Das ist die Bodenoffensive“, bilanziert Bewerunge.
Am Abend der Ausweitung der Bodeneinsätze hatte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu von einer „zweite Phase“ der Kämpfe gegen die Terrororganisation Hamas gesprochen. Ziel sei es, die militärischen Fähigkeiten sowie die Herrschaft der Islamistenorganisation zu zerstören und die Geiseln nach Hause zurückzubringen, sagte er vor Journalisten in Tel Aviv. Die Notstandsregierung habe die Entscheidung zur Ausweitung der Bodeneinsätze einstimmig getroffen. (mit Agenturmaterial)
Rubriklistenbild: © IMAGO/IDF




