Energiekrise Deutschland

Heizen 2022 mit Heizöl: OPEC verknappt Angebot – trotzdem mehr Ölheizungen

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Die OPEC verknappt das Angebot, doch es zeigt sich trotz allem ein Trend: Klimaschädliche Ölheizungen werden in der Energiekrise beliebter in Deutschland.

Berlin – Die Sorge von Verbraucherinnen und Verbrauchern vor explodierenden Gaspreisen ist gewaltig, so sehr, dass sich zunehmend Menschen zum Einbau einer Ölheizung entschließen. Auch diese könnte bald teurer Kostenfaktor werden. Zuletzt hatte auch die OPEC eine Angebotsverknappung festgelegt – das könnte zusammen mit den neuen Sanktionen der G7 gegen Russland zu Preissprüngen führen. Doch muss es das? Nicht zwingend, meinen Experten. Im Kontext der Gaspreisbremse hatte zudem auch der Ministerpräsident von Niedersachsen, Stephan Weil (SPD), zuletzt ein „Fifty-Fifty-Modell“ angepasst für Ölheizungen gefordert.

Richtig Heizen 2022 mit Heizöl? Zunahme neuer Ölheizungen seit Energiekrise, trotz Umweltschädlichkeit

Sie sind ein Klimakiller und trotzdem erfreuen sie sich vor allem in Zeiten der Energiekrise offenbar wieder größerer Beliebtheit: Ölheizungen. Auch das Heizen 2022 mit Heizöl droht jedoch teurer zu werden. Dennoch, es gibt eine Tendenz: Immer mehr Menschen bauen Ölheizungen ein, um den explodierenden Gaspreis zu umgehen. Doch wie sollte man wirklich richtig heizen? Dass Ölheizungen extrem umweltschädlich sind, interessiert viele aktuell nur wenig, was einmal mehr zeigt: Klimaschutz muss bezahlbar sein. In Anbetracht aktueller Preisexplosionen geht es den meisten Menschen verständlicherweise zuvorderst darum, nicht frieren zu müssen und das Heizen bezahlen zu können.

Die OPEC+ reduziert die Ölförderung deutlich. Das könnte die Spritpreise in die Höhe treiben.

Ein Sprecher des Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) erklärte gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: „Von Anfang Januar bis Ende Juli wurden zwölf Prozent mehr Ölheizungen im Vergleich zum Vorjahr von den Herstellern ausgeliefert.“ In absoluten Zahlen zeigt sich, dass es sich immer noch um relativ wenige Fälle handelt, nichtsdestotrotz ist der Trend bemerkenswert. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland laut BDH insgesamt 45.000 Ölheizungen geliefert, zwischen Januar und Juli 2022 waren es hingegen bereits 29.000 Stück.

Heizen 2022: OPEC will Angebot an Öl verknappen – Einfluss auf Ölheizungs-Kosten?

Doch das Heizen 2022 mit Öl ist kein Garant, für niedrige Preise: Auch die Ölheizungs-Kosten könnten steigen. Das liegt unter anderem daran, dass die OPEC sich auf eine Drosselung der Ölförderung verständigt hat – die genauen, längerfristigen Folgen sind allerdings noch unklar. Die Opec ist ein Ölverbund verschiedener Staaten, angeführt von Saudi-Arabien und Russland. Gesunkenen Ölpreisen soll durch eine Verringerung des Angebots begegnet werden. Das Kartell der OPEC hat sich darauf geeinigt, die Fördermengen um bis zu zwei Millionen Barrel täglich zu kürzen. Der Umfang der Förderkürzungen entspricht laut Handelsblatt etwa zwei Prozent der globalen Ölnachfrage.

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Nur wenig zuvor hatten die G7-Staaten weitere Sanktionen gegen Russland festgelegt, diese beinhalten unter anderem eine Preisgrenze für Öl aus Russland. Beide Entscheidungen könnten das Angebot an Öl potenziell verringern und damit die Preise hochtreiben. Die Märkte reagierten prompt: Schon vor Bekanntwerden der finalen OPEC-Entscheidung stieg der Ölpreis, gab einen Tag später jedoch wieder etwas nach. Vor allem die US-Regierung hatte bis zuletzt versucht, eine Angebotsverknappung zu verhindern. Die US-Regierung nannte die Kürzung einen „Fehler“ und „kurzsichtig“. Die USA erheben den Vorwurf, die OPEC+ Staaten hätten sich „mit Russland verbündet“.

Heizen 2022 mit Heizöl: OPEC-Ölangebots-Verknappung möglicherweise mit geringeren Folgen, als gedacht

Doch nicht jeder rechnet mit deutlichen Preissprüngen beim Ölpreis. Die Tagesschau berichtet, die Rohstoffexperten der Commerzbank seien zu folgendem Schluss gekommen: „Die beabsichtigte Produktionskürzung würde den Ölmarkt wieder ins Gleichgewicht bringen“. Grund dafür soll sein, dass die beschlossene Verknappung nur etwa zur Hälfte umgesetzt werden würde. Laut den Experten produzieren viele OPEC-Länder ohnehin weniger als abgemacht, weshalb eine Drosselung der Angebotsziele nicht ins Gewicht fällt. Die Commerzbank-Analysten sehen eine weiterhin gute Versorgung des Ölmarktes. Ob die Drosselung beim Heizen 2022 mit Heizöl tatsächlich längerfristig für weitere Preisanstiege sorgt oder nicht, ist bisher offenbar nicht klar zu prognostizieren.

Rubriklistenbild: © Sebastian Widmann/dpa

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