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Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) fordert Entlastungen für Besitzer von Ölheizungen: Auch für sie könnte das „Fifty-Fifty-Modell“ gelten.
Hannover – Mit seinem „Fifty-Fifty-Modell“ könnten auch Besitzerinnen und Besitzer von Ölheizungen beim Heizen entlastet werden, so der Ministerpräsident von Niedersachsen, Stephan Weil (SPD): Zwar sei der Mechanismus ein etwas anderer, jedoch lasse sich das Modell für Entlastungen auf Ölheizungen anpassen. Alternative Heizformen sollen kein blinder Fleck sein: Auch die Nutzer anderer Heizarten will der SPD-Spitzenkandidat für die Niedersachsen-Wahl 2022 beim Heizen 2022 nicht im Stich lassen.
Heizen 2022 mit Heizöl: Weil fordert angepasstes „Fifty-Fifty-Modell“ auch für Ölheizungen
Beim Heizen 2022 sollen auch all diejenigen, die mit Heizöl heizen, nicht durch den Rost fallen, findet Niedersachsens Landeschef Stephan Weil (SPD). Im NDR hatte er kürzlich auf Fragen von Bürgerinnen und Bürgern reagiert. Es war im Rahmen der lange erwarteten Gaspreisbremse die Frage aufgekommen, welche Entlastungen es für all diejenigen gäbe, die Ölheizungen nutzen würden. Auch für sie fordert Weil jetzt Hilfe, der SPD-Politiker sagt: „Da muss es auch eine Entlastung geben.“ Diese könne ein angepasstes Fifty-Fifty-Modell sein, so der niedersächsische Ministerpräsident, dessen Chancen auf Wiederwahl gut stehen. Alleine in Niedersachsen betrifft die Frage nach Ölheizungen rund 350.000 Haushalte.
Weil sagte: „Da werden wir zu einem Erstattungssystem kommen müssen, wo man gewissermaßen die alte und die neue Rechnung einreicht und dann lässt sich relativ leicht ausrechnen, wie hoch die Erstattung ist.“ Die Differenz soll indes nicht vollständig übernommen werden, sondern zu fünfzig Prozent. Auf diese Weise soll das Fifty-Fifty-Modell angepasst übernommen werden. Besitzer von Ölheizungen sollen so ebenfalls vor weiteren Preisanstiegen geschützt werden. Derweil warnt die Bundesnetzagentur vor gestiegenem Gasverbrauch.
Wohnung heizen 2022: Ölheizung anderes System als Gasheizung, Fifty-Fifty-Modell dennoch anwendbar
Der Landeschef erklärte bei dieser Gelegenheit ebenfalls, wieso Ölheizungen auch beim Wohnung heizen 2022 ein etwas anderer Fall sind, als Gasheizungen. Im Gespräch mit dem NDR machte Weil auf die Unterschiede aufmerksam: „Das ist dann aber typischerweise ein anderes System. (...) Fifty-Fifty setzt Versorgungsverträge voraus. Versorgungsverträge gibts ja bei den Menschen nicht, die mit Öl heizen. Die lassen sich einmal im Jahr typischerweise Öl liefern, das heißt da werden wir zu einem Erstattungssystem kommen müssen.“ Das Fifty-Fifty-Modell soll auch für sie gelten, nur eben angepasst, so Weil: „Es gibt keinen Grund, da zu einer Ungleichbehandlung zu kommen.“
Laut dem SPD-Politiker könne dabei die Differenz zwischen der letzten Rechnung und der dann aktuellen Rechnung geteilt werden, nach dem Prinzip Fifty-Fifty. Heißt: Die Hälfte der Differenz würde der Staat übernehmen, die andere Hälfte die Verbraucherinnen und Verbraucher selbst. Dem Minister ist bewusst, dass eine halbe Übernahme der Preissteigerungen für viele nicht ausreichen wird. Er sagt: „Es wird dann übrigens viele geben, die damit immer noch überfordert sind. Für die werden wir auch Hilfsprogramme brauchen.“
Alternatives Heizen 2022: Heizen mit Holz, Ölheizungen und Co. – Weil will Vebraucher unterstützen
Weil, der die Gaspreisbremse in Deutschland für den großen Wurf hält, will auch die Nutzerinnen und Nutzer der anderen Heizarten entlasten – nicht nur von Ölheizungen. Alternatives Heizen 2022 soll nicht zum Nachteil werden. Auch beim Heizen mit Holz, also etwa mit Holzpellets, soll es Hilfe geben. Weil: „Das sind die Gruppen, die keinen Versorgungsvertrag haben.“ Auch der Industrie müsse im Übrigen geholfen werden, so der Landeschef. „Das wird noch das schwierigste Thema sein, wie man eigentlich bei diesen völlig unterschiedlichen Verhältnissen in der Industrie dazu kommt, dass auch dort wirklich wirksam geholfen wird.“ Der Hilfsbedarf ist gerade in Privathaushalten weiterhin massiv.
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