Vergünstigter Basisverbrauch

Strompreisbremse in Entlastungspaket 3 – was das Verbrauchern bringen soll

+
Die Strompreisbremse aus Entlastungspaket 3 soll Stromkunden finanziell unterstützen. (kreiszeitung.de-Montage)
  • schließen

Verbraucher in Deutschland sollen mit der sogenannten Strompreisbremse aus dem 3. Entlastungspaket finanziell unterstützt werden. Aber wie funktioniert das?

Update von Mittwoch, 7. September 2022, um 18:10 Uhr: Einem Vorschlag aus der EU-Kommission zufolge könnten die Einnahmen vieler Stromerzeuger mit Blick auf die gestiegenen Strompreise nun auf 200 Euro pro Megawattstunde begrenzt werden. Wie aus einem ersten Entwurf für ein Gesetz hervorgeht, sollen Summen, die darüber hinausgehen, etwa an Verbraucher umverteilt werden. Dieser Entwurf liegt der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vor.

Die Obergrenze läge demnach etwa bei der Hälfte des gegenwärtigen Strompreises auf dem deutschen Großhandelsmarkt, der am Mittwoch, 7. September 2022, etwa 460 Euro betrug. Diese Zahl aus dem Entwurf ist laut dpa aber noch nicht in Stein gemeißelt. Darüber hinaus schlägt die EU-Kommission vor, den Stromverbrauch während Zeiten hoher Nachfrage verbindlich um fünf Prozent zu verringern. Am Freitag, 9. September 2022, treffen sich die EU-Energieminister noch einmal, um über die Optionen zu beraten.

Strompreisbremse aus Entlastungspaket 3: Was hat das mit der Entwicklung von Strompreisen zu tun?

Erstmeldung von Dienstag, 6. September 2022: Berlin – Neben den Gaspreisen in Deutschland stiegen in den vergangenen Wochen auch die Stromkosten gewaltig in die Höhe – für Verbraucher häufen sich damit die Probleme und die Angst vor einem kalten Winter wächst. Um dem entgegenzutreten, hat die Bundesregierung in Entlastungspaket 3 eine sogenannte Strompreisbremse beschlossen. Doch wie funktioniert die finanzielle Entlastung überhaupt und wie viel Geld können Verbraucher dadurch sparen?

Um diese Fragen zu beantworten, muss zunächst die Entstehung von Strompreisen generell beleuchtet werden: Der Strompreis in Europa richtet sich nach der teuersten Energiequelle, die zur Produktion benötigt wird – derzeit sind das teure Gaskraftwerke. Da der Gaspreis im Zuge des Ukraine-Kriegs enorm in die Höhe geschossen ist, sind also auch die Preise für Strom gestiegen.

Die für die soziale Marktwirtschaft wichtige Balance zwischen Chancen und Risiken stimmt hier nicht mehr.

So heißt es im Koalitionsbeschluss zur Strompreisbremse laut dem Handelsblatt.

Von diesem Preiswachstum profitieren Stromerzeuger, deren Produktionskosten sich nicht deutlich erhöht haben, da sie ihren Strom nichtsdestotrotz zu dem höheren Preis verkaufen können. Laut dem Handelsblatt zählen zu den Profiteuren unter anderem Betreiber vieler Kohlekraftwerke, Atommeiler, Windräder und Solarparks. Sie machen durch die Entwicklung auf dem Strommarkt gerade enorme Gewinne.

3. Entlastungspaket beinhaltet die Strompreisbremse 2022 in Deutschland – was ist der Basis Verbrauch?

Ein Teil dieser „Zufallsgewinne“, wie sie von der Bundesregierung genannt werden, sollen laut dem ZDF im Zuge der Strompreisbremse nun abgeschöpft werden und Verbrauchern zugutekommen. Für Stromerzeuger soll zukünftig also eine Preisgrenze für Kilowattstunden festgelegt und Erlöse über dieser Grenze sollen konfisziert werden.

Mit unserem Newsletter verpassen Sie nichts mehr aus Ihrer Umgebung, Deutschland und der Welt – jetzt kostenlos anmelden!

An diesem Punkt kommt die Strompreisbremse aus dem dritten Entlastungspaket ins Spiel: Sowohl Privathaushalte als auch kleinere Unternehmen sollen nämlich mithilfe der „Zufallsgewinne“ die Strommenge für einen „Basisverbrauch“ zum vergünstigten Preis erhalten. Für diese Strommenge gilt dann die Strompreisbremse. Der Preis für einen zusätzlichen Verbrauch über den Basisverbrauch hinaus wird jedoch nicht begrenzt.

Wie hoch könnte die Strompreisbremse aus Entlastungspaket 3 ausfallen – und wie viel können Verbraucher sparen?

Justizminister Marco Buschmann veröffentlichte dem ZDF zufolge bereits eine Beispielrechnung, wonach der Basisverbrauch bei 75 Prozent des Durchschnittsverbrauchs liegen könnte. Der Strompreisdeckel könnte demnach 30 Cent je Kilowattstunde betragen. Schenkt man diesen Rechnungen Glauben, würde eine Familie mit zwei Kindern über 300 Euro an Stromkosten einsparen, bei Single-Haushalten läge die Entlastung bei etwa 140 Euro.

Doch bleibt die Höhe der abgeschöpften Summen laut der Tagesschau noch vage – genauso wie der Zeitpunkt, wann der neue Mechanismus greifen und ob die neue Strompreisbremse für alle Haushalte gelten soll oder nur für jene mit geringem Einkommen. Klar ist nur: Die Regierung will die Maßnahme aus dem dritten Entlastungspaket schnell für die gesamte EU vereinbaren.

Am Freitag, 9. September 2022, wollen die EU-Energieminister dazu beraten. Sollten die Maßnahmen „nicht zeitnah verabredet und umgesetzt werden können“, will die Bundesregierung sie einfach selbst umsetzen, so die Tagesschau. Die Meinungen zur Stromreisebremse gehen jedoch auseinander. Michael Hüther, Chef des Instituts für Wirtschaft (IW) hält diese für „unkalkulierbar“.

Kommentare