News-Ticker zum Ukraine-Krieg

Ukraine-Krieg: Polen setzt Black-Hawk-Hubschrauber gegen Russland-Drohnen ein

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  • Nils Thomas Hinsberger
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Putins Sommeroffensive ist nach ukrainischen Angaben vorerst gestoppt. Russland nimmt die ukrainische Energieinfrastruktur ins Visier. Der Ticker.

Dieser News-Ticker zum Ukraine-Krieg ist beendet. Alle Informationen zu den Entwicklungen im Ukraine-Krieg finden Sie in unserem neuen News-Ticker.

Update, 11. September, 6.54 Uhr: Russlands Armee soll das Gebäude einer Bildungseinrichtung in der Stadt Sumy angegriffen haben. Das berichtet die Ukrajinska Prawda und beruft sich auf Angaben des Bürgermeisters der Stadt. Der Angriff führte zu einem Brand, Zerstörung und Sachschaden. Sumy liegt im Norden der Ukraine und grenzt an Russland.

Transparenzhinweis

Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Update, 16.35 Uhr: Norwegens Außenminister Espen Barth Eide vermutet, Russland habe mit der Drohnen-Aktion im polnischen Luftraum möglicherweise die Nato testen wollen. Das berichtete Reuters.

Update, 15.48 Uhr: Großbritannien will Polens Luftverteidigung nach dem mutmaßlichen russischen Drohnenvorfall verstärken. Laut Reuters hat der britische Verteidigungsminister die Streitkräfte beauftragt, entsprechende Optionen zu prüfen. „Als euer Nato-Verbündeter werden wir euch, unsere polnischen Freunde, unterstützen“, erklärte der Minister. „Wir werden unseren Teil dazu beitragen, die Sicherheit eurer Bevölkerung zu gewährleisten.“

Black Hawks in Polen – Ministerium in Warschau nennt neue Details zu Russlands Drohnen

Update, 15.07 Uhr: Das polnische Verteidigungsministerium bestätigte gegenüber Ippen.Media den Einsatz von Black Hawk Hubschraubern beim Abfangen der mutmaßlich russischen Drohnen. Die Operationen seien präventiv erfolgt, um den Luftraum zu sichern und Bürger in grenznahen Gebieten zu schützen.

Die polnische Luftwaffe war laut Ministerium in den vergangenen Monaten wiederholt mit der Luftraumsicherung während russischer Angriffe auf die Ukraine beschäftigt. Obwohl es bereits früher Luftraumverletzungen gegeben habe, sei der aktuelle Fall „in der jüngeren Geschichte Polens und der Nordatlantischen Allianz beispiellos“.

Weitere Details sollen später folgen. Derzeit analysiere man die gefundenen Objekte und Systemdaten. Ein Bericht für höchste staatliche Stellen werde zeitnah erstellt.

NATO-Chef Rutte nennt Details zu russischen Drohnen in polnischem Luftraum

Update, 13.46 Uhr: Die NATO verzichtet vorerst auf eine abschließende Bewertung des Eindringens russischer Drohnen in polnisches Gebiet. Generalsekretär Mark Rutte erklärte in Brüssel, die Untersuchung des Vorfalls laufe noch. Er bezeichnete Russlands Vorgehen unabhängig von der Absicht als rücksichtslos.

An der Drohnenabwehr beteiligten sich laut Rutte polnische F-16-Kampfjets, niederländische F-35, italienische Flugzeuge und deutsche Patriot-Systeme. Der NATO-Chef nannte außerdem ein NATO-Awacs-Überwachungsflugzeug sowie militärische Tank- und Transportmaschinen als eingesetzte Kräfte.

Update, 12.57 Uhr: Aktuelle Berichte zur Lage an der Front in der Ostukraine: Russlands Truppen sollen auf ihrem Vormarsch auf Kupjansk jetzt einen Teil einer wichtigen Versorgungsstraße besetzt haben. Sie kontrollieren demnach eineinhalb Kilometer der Route. Das erklärte der russische Militärexperte Andrey Marochko gegenüber der staatlichen russischen NachrichtenagenturTass.

Wolodymyr Selenskyj – Vom Komödianten zum Symbol des Widerstands

Als am 24. Februar 2022 russische Truppen in die Ukraine einmarschierten, sah zunächst alles nach einem leichten Sieg Russlands aus. Doch daraus wurde nichts. Die Ukraine leistete vom ersten Tag an erbitterten Widerstand und wehrte sich mit vereinten Kräften gegen die Invasion. Das liegt auch an ihrem Präsidenten. Wolodymyr Selenskyj überraschte mit seinem Auftreten im Krieg von Beginn an die ganze Welt – vor allem den Aggressor aus Russland.
Als am 24. Februar 2022 russische Truppen in die Ukraine einmarschierten, sah zunächst alles nach einem leichten Sieg Russlands aus. Doch daraus wurde nichts. Die Ukraine leistete vom ersten Tag an erbitterten Widerstand und wehrte sich mit vereinten Kräften gegen die Invasion.  © Ukrainian Presidents Office/Imago
Wolodymyr Selenskyj
Das liegt auch an ihrem Präsidenten. Wolodymyr Selenskyj überraschte mit seinem Auftreten im Krieg von Beginn an die ganze Welt – vor allem den Aggressor aus Russland. © Imago
Selenskyj kandidiert in der Ukraine
Wolodymyr Oleksandrowytsch Selenskyj wurde am 25. Januar 1978 als Sohn jüdischer Eltern in Krywyj Rih im Südosten der damals noch sowjetischen Ukraine geboren. Er schloss erfolgreich ein Jurastudium ab, war aber nie als Jurist tätig.  © dpa
Wolodymyr Oleksandrowytsch Selenskyj wurde am 25. Januar 1978 als Sohn jüdischer Eltern in Krywyj Rih im Südosten der damals noch sowjetischen Ukraine geboren. Er schloss erfolgreich ein Jurastudium ab, war aber nie als Jurist tätig. Stattdessen gründete er zunächst eine Kabarettgruppe, die fünf Jahre lang von Moskau aus durch die Staaten der ehemaligen Sowjetunion tourte. Als Komiker und Schauspieler erlangte er große Popularität – in der Ukraine und in Russland.
Stattdessen gründete er zunächst eine Kabarettgruppe, die fünf Jahre lang von Moskau aus durch die Staaten der ehemaligen Sowjetunion tourte. Als Komiker und Schauspieler erlangte er große Popularität – in der Ukraine und in Russland. © Alexander Gusev/Imago
Seit 2003 ist Selenskyj mit Olena Wolodymyriwna Kijaschko verheiratet. Sie gingen auf dieselbe Schule, lernten sich aber erst während ihres Studiums des Bauingenieurwesens an der Universität in ihrer Heimatstadt Krywyj Rih kennen. Das Paar hat zwei Kinder, Tochter Oleksandra (geboren 2004) und Sohn Kyrylo (geboren 2013). Im Dezember 2019 landete Olena Selenska auf einer Liste der 100 einflussreichsten Menschen der Ukraine auf Platz 30. Nummer eins war ihr Ehemann.
Seit 2003 ist Selenskyj mit Olena Wolodymyriwna Kijaschko verheiratet. Sie gingen auf dieselbe Schule, lernten sich aber erst während des Studiums an der Universität in ihrer Heimatstadt Krywyj Rih kennen.  © Vadim Ghirda/dpa
Stichwahl um Präsidentenamt in der Ukraine
Das Paar hat zwei Kinder, Tochter Oleksandra (geboren 2004) und Sohn Kyrylo (geboren 2013). Im Dezember 2019 landete Olena Selenska auf einer Liste der 100 einflussreichsten Menschen der Ukraine auf Platz 30. Nummer eins war ihr Ehemann. © dpa
Arte - Diener des Volkes
Mit Politik hatte Selenskyj lange nichts am Hut. Dann legte eine populäre Fernsehserie den Grundstein für seinen politischen Durchbruch. In der Comedy-Serie „Diener des Volkes“, die im April 2022 auch auf Arte lief, trat Selenskyj 2015 als Geschichtslehrer auf. © Arte/dpa
Mit Politik hatte Selenskyj lange nichts am Hut. Dann legte eine populäre Fernsehserie den Grundstein für seinen politischen Durchbruch. In der Comedy-Serie „Diener des Volkes“, die im April 2022 auch auf Arte lief, trat Selenskyj 2015 als Geschichtslehrer auf. Von der Korruption in der ukrainischen Politik angewidert, stürzt sich seine Figur in den Wahlkampf und wird zum Präsidenten gewählt. Selenskyj nahm sich das Drehbuch zum Vorbild und verkündete am Silvesterabend 2018 seine Kandidatur für die Wahl Präsidentschaftswahl.
Von der Korruption in der ukrainischen Politik angewidert, stürzt sich seine Figur in den Wahlkampf und wird zum Präsidenten gewählt. Selenskyj nahm sich das Drehbuch zum Vorbild und verkündete am Silvesterabend 2018 seine Kandidatur für die Wahl Präsidentschaftswahl.  © Arte/dpa
Vereidigung von Selenskyj als neuer Präsident der Ukraine
Die Unzufriedenheit mit dem damaligen Staatschef Petro Poroschenko verhalf Selenskyj zum Sieg. Am 20. Mai 2019 trat er das Amt des ukrainischen Präsidenten an. Er erhielt zahlreiche Gratulationen aus dem Ausland, so zum Beispiel von Donald Trump, Emmanuel Macron oder Justin Trudeau. Auch Kanzlerin Angela Merkel sprach ihm ihre Glückwünsche aus und lud ihn nach Berlin ein.  © Evgeniy Maloletka/dpa
Die Unzufriedenheit mit dem damaligen Staatschef Petro Poroschenko verhalf Selenskyj zum Sieg. Am 20. Mai 2019 trat er das Amt des ukrainischen Präsidenten an. Er erhielt zahlreiche Gratulationen aus dem Ausland, so zum Beispiel von Donald Trump, Emmanuel Macron oder Justin Trudeau. Auch Kanzlerin Angela Merkel sprach ihm ihre Glückwünsche aus und lud ihn nach Berlin ein. Anders fiel die Reaktion in Russland aus. Von Ministerpräsident Dmitri Medwedew erhielt er herablassende Ratschläge, für eine Gratulation sei es dagegen „zu früh“. Auch bei der Amtseinführung gab es keine Gratulation aus Moskau.
Anders fiel die Reaktion in Russland aus. Von Ministerpräsident Dmitri Medwedew erhielt er herablassende Ratschläge, für eine Gratulation sei es dagegen „zu früh“. Auch bei der Amtseinführung gab es keine Gratulation aus Moskau. © Wolfgang Kumm/dpa
Vor der Wahl hatte Selenskyj seinen Vorgänger Petro Poroschenko dafür kritisiert, Briefkastenfirmen in Steueroasen zu unterhalten. Als im Oktober 2021 dann aber die Pandora Papers veröffentlicht wurden, stellte sich heraus, dass auch Selenskyj selbst Anteile an einer solchen Firma auf den britischen Jungferninseln besessen hatte. Zum Zeitpunkt seiner Wahl 2019 gab er seine Anteile ab. Steueroasen sind in der Ukraine nicht illegal.
Vor der Wahl hatte Selenskyj seinen Vorgänger Petro Poroschenko dafür kritisiert, Briefkastenfirmen in Steueroasen zu unterhalten. Diese sind in der Ukraine allerdings nicht illegal. © Sergei Chuzavkov/afp
Bitter End Yacht Club auf Virgin Gorda auf den Britischen Jungferninseln
Als im Oktober 2021 dann aber die Pandora Papers veröffentlicht wurden, stellte sich heraus, dass auch Selenskyj selbst Anteile an einer solchen Firma auf den britischen Jungferninseln besessen hatte. Zum Zeitpunkt seiner Wahl 2019 gab er seine Anteile ab.  © Imago
Selenskyj
Selenskyj war der erste Präsident in der Geschichte der Ukraine, der eine konfrontative Politik gegenüber Oligarchen führte. Unter anderem gründete er einen Nationalen Sicherheitsrat, der Sanktionen gegen Oligarchen verhängen kann. © Evgen Kotenko/Imago
Selenskyj war der erste Präsident in der Geschichte der Ukraine, der eine konfrontative Politik gegenüber Oligarchen führte. Unter anderem gründete er einen Nationalen Sicherheitsrat, der Sanktionen gegen Oligarchen verhängen kann – und dies zum Beispiel gegen Wiktor Medwedtschuk tat. Der wies alle Anschuldigungen zurück. Die Sanktionen froren seine Vermögenswerte ein und hinderten ihn daran, Geschäfte in der Ukraine zu tätigen. Medwedtschuk, der aufgrund einer Anklage wegen Hochverrats unter Hausarrest stand, tauchte im Februar 2022 unter. Im April 2022 wurde er vom Inlandsgeheimdienst festgenommen und im September 2022 bei einem Gefangenenaustausch Russland übergeben.
Er setzte das Mittel zum Beispiel gegen Wiktor Medwedtschuk ein. Der wies alle Anschuldigungen zurück. Die Sanktionen froren seine Vermögenswerte ein und hinderten ihn daran, Geschäfte in der Ukraine zu tätigen. Medwedtschuk, der aufgrund einer Anklage wegen Hochverrats unter Hausarrest stand, tauchte im Februar 2022 unter. Im April 2022 wurde er vom Inlandsgeheimdienst festgenommen und im September 2022 bei einem Gefangenenaustausch Russland übergeben. © Instagram Account of Volodymyr Zelensky/afp
Schon früh in seiner Amtszeit musste sich Selenskyj mit den Wünschen und Forderungen des damaligen US-Präsidenten Donald Trump auseinandersetzen. So soll Trump seinen ukrainischen Amtskollegen in einem Telefonat am 25. Juli 2019 aufgefordert haben, als Gegenleistung für Militärhilfe in Höhe von fast 400 Millionen Dollar Ermittlungen gegen Joe Biden, Trumps möglichen Gegenspieler bei der US-Wahl 2020, einzuleiten. Biden soll einst als US-Vizepräsident die Entlassung des ukrainischen Generalstaatsanwalts veranlasst haben, um seinen Sohn Hunter Biden, der bei einem ukrainischen Erdgaskonzern tätig war, vor Korruptionsermittlungen zu schützen. Das Telefonat, das im August 2020 bekannt wurde, löste in den USA später die „Ukraine-Affäre“ aus.
Schon früh in seiner Amtszeit musste sich Selenskyj mit den Wünschen und Forderungen des damaligen US-Präsidenten Donald Trump auseinandersetzen. So soll Trump seinen ukrainischen Amtskollegen in einem Telefonat am 25. Juli 2019 aufgefordert haben, als Gegenleistung für Militärhilfe in Höhe von fast 400 Millionen Dollar Ermittlungen gegen Joe Biden, Trumps möglichen Gegenspieler bei der US-Wahl 2020, einzuleiten.  © Saul Loeb/afp
Joe Biden Hunter
Biden soll einst als US-Vizepräsident die Entlassung des ukrainischen Generalstaatsanwalts veranlasst haben, um seinen Sohn Hunter Biden (hinten), der bei einem ukrainischen Erdgaskonzern tätig war, vor Korruptionsermittlungen zu schützen. Das Telefonat, das im August 2020 bekannt wurde, löste in den USA später die „Ukraine-Affäre“ aus. © Imago
Selenskyjs Amtszeit wurde von Beginn an vom Verhältnis zu Russland überschattet. Schon in seiner Antrittsrede bezeichnete Selenskyj die Beendigung des Krieges im Donbass als seine vorrangige Aufgabe. Während des Ukraine-EU-Gipfels im Juli 2019 in Kiew schlug Selenskyj in einer Videobotschaft an Wladimir Putin direkte Gespräche in der belarussischen Hauptstadt Minsk vor. Daran sollten nach Selenskyjs Plan auch US-Präsident Donald Trump, die britische Regierungschefin Theresa May, der französische Präsident Emmanuel Macron sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel teilnehmen. Am 11. Juli 2019 kam es immerhin zu einem ersten Telefongespräch zwischen Selenskyj und Putin.
Selenskyjs Amtszeit wurde von Beginn an vom Verhältnis zu Russland überschattet. Schon in seiner Antrittsrede bezeichnete Selenskyj die Beendigung des Krieges im Donbass als seine vorrangige Aufgabe. Während des Ukraine-EU-Gipfels im Juli 2019 in Kiew schlug Selenskyj in einer Videobotschaft an Wladimir Putin direkte Gespräche in der belarussischen Hauptstadt Minsk vor. © Ukraine Presidential Press Service/afp
Nach der Präsidentenwahl in der Ukraine
Daran sollten nach Selenskyjs Plan auch US-Präsident Donald Trump, die britische Regierungschefin Theresa May, der französische Präsident Emmanuel Macron sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel teilnehmen. Am 11. Juli 2019 kam es immerhin zu einem ersten Telefongespräch zwischen Selenskyj und Putin. © dpa
Trump, Macron, Selenskyj - Paris
Die Gespräche führten zu einem kurzfristigen Waffenstillstand in der Ostukraine, einem Gefangenenaustausch sowie zu einem Truppenrückzug in drei Gebieten an einer Demarkationslinie bis Ende März 2020. Es war das einzige Mal, dass Selenskyj mit Putin zusammentraf.  © Lafargue Raphael/Imago
Am 9. Dezember 2019 in Paris nahm Selenskyj an Verhandlungen im Normandie-Format teil, an denen der französische Präsident Emmanuel Macron, Bundeskanzlerin Angela Merkel und der russische Präsident Wladimir Putin beteiligt waren. Die Gespräche führten zu einem kurzfristigen Waffenstillstand in der Ostukraine, einem Gefangenenaustausch sowie zu einem Truppenrückzug in drei Gebieten an einer Demarkationslinie bis Ende März 2020. Es war das einzige Mal, das Selenskyj mit Putin zusammentraf.
Am 9. Dezember 2019 in Paris nahm Selenskyj an Verhandlungen im Normandie-Format teil, an denen der französische Präsident Emmanuel Macron, Bundeskanzlerin Angela Merkel und der russische Präsident Wladimir Putin beteiligt waren.  © Charles Platiau/afp
Selenskyj
Alle Bemühungen um einen Frieden nützten aber nichts. Im Lauf des Jahres 2021 verschärfte sich die Situation weiter. Immer häufiger besuchte Selenskyj (Mitte) Militärübungen der ukrainischen Armee, so auch am 16. Februar 2022 in der Stadt Riwne. © Imago
Alle Bemühungen um einen Frieden nützten aber nichts. Im Lauf des Jahres 2021 verschärfte sich die Situation immer weiter. Am 23. Februar 2022 versuchte Selenskyj noch einmal in einer Ansprache, den drohenden Krieg abzuwenden. Darin wendete er sich vor allem an die Menschen in Russland: „Wenn wir angegriffen werden, wenn man unser Land, unsere Freiheit, unser Leben und das Leben unserer Kinder zu nehmen versucht, werden wir uns verteidigen“, sagte Selenskyj auf Russisch. Es war das vorerst letzte Mal, dass man Selenskyj glatt rasiert und mit Anzug und Krawatte sah.
Am 23. Februar 2022 versuchte Selenskyj noch einmal in einer Ansprache, den drohenden Krieg abzuwenden. Darin wendete er sich vor allem an die Menschen in Russland: „Wenn wir angegriffen werden, wenn man unser Land, unsere Freiheit, unser Leben und das Leben unserer Kinder zu nehmen versucht, werden wir uns verteidigen“, sagte Selenskyj auf Russisch. Es war das vorerst letzte Mal, dass man Selenskyj glatt rasiert und mit Anzug und Krawatte sah.  © Ukrainian Presidents Office/Imago
In der Nacht zum 24. Februar begann der russische Angriff auf die Ukraine. In Kiew kam es zu den ersten Krisensitzungen. Acht Jahre nach der Krim-Annexion eskalierte der Ukraine-Krieg.
In der Nacht zum 24. Februar 2022 begann der russische Angriff auf die Ukraine. In Kiew kam es zu den ersten Krisensitzungen. Acht Jahre nach der Krim-Annexion im März 2014 eskalierte der Ukraine-Krieg.  © Imago
London, United Kingdom
Im Westen war die Solidarität mit der überfallenen Ukraine groß. Der Regierungssitz im Vereinigten Königreich leuchtete in den ukrainischen Farben.  © Hesther Ng/Imago
In der Nacht zum 24. Februar begann der russische Angriff auf die Ukraine. Danach sollen die USA Selenskyj angeboten haben, ihm bei der Flucht zu helfen. Selenskyj lehnte an, er und seine Regierung blieben in Kiew, auch als russische Truppen auf die Hauptstadt vorrückten. Die Nachrichtenagentur AP verbreitete Selenskyjs Antwort: „Ich brauche Munition, keine Mitfahrgelegenheit.“ Seitdem ist er zum Symbol des ukrainischen Widerstands geworden.
Die USA sollen Selenskyj angeboten haben, ihm bei der Flucht zu helfen. Selenskyj lehnte an, er und seine Regierung blieben in Kiew, auch als russische Truppen auf die Hauptstadt vorrückten. Die Nachrichtenagentur AP verbreitete Selenskyjs Antwort: „Ich brauche Munition, keine Mitfahrgelegenheit.“ Seitdem ist er zum Symbol des ukrainischen Widerstands geworden. © Ukraine Presidency/afp

Update, 11.43 Uhr: Die Armee von Belarus meldete jetzt ebenfalls einen Drohnenvorfall in der Nacht – konkretisierte aber nicht, ob sie von russischen oder ukrainischen Drohnen sprach: Sie habe Drohnen „zerstört“, die aufgrund von Stör- oder Abfangmanövern der Ukraine und Russlands im Ukraine-Krieg von „ihrer Flugbahn abgekommen“ seien. Weiter erklärte sie, sie habe die polnische Luftwaffe über Drohnen informiert, die sich dem Nachbarland genähert hätten.

Ukraine-Krieg: Polens Luftraum verletzt – Selenskyj verkündet Details

Update, 10.36 Uhr: Wolodymyr Selenskyj hat eigene Angaben zum Eindringen russischer Drohnen in den polnischen Luftraum gemacht. Seinen Informationen waren es mindestens acht Drohnen iranischer Bauart. Auch laut der polnischen Regierung stammen die abgeschossenen Drohnen aus Russland. Selenskyj sprach in sozialen Medien von einem „äußerst gefährlichen Präzedenzfall für Europa“.

Unterdessen gab es im Ukraine-Krieg in der vergangenen Nacht mehr als 400 neue Angriffe Moskaus: Selenskyj zufolge wurde dabei ein Mensch getötet, bislang wisse man von drei Verletzten. Moskau habe 15 ukrainische Regionen attackiert. 

Black Hawk Hubschrauber sollen ebenfalls bei der Abwehr von russischen Drohnen in Polen im Einsatz gewesen sein. (Symbolbild)

Update, 9.02 Uhr: Das NATO-Land Polen hat erstmals Drohnen Putins abgeschossen – und die Reaktion aus Kiew kommt prompt. Der Kremlchef werde nicht aufhören, „den Westen zu testen“, solange er „keine entschiedene Antwort“ auf die Aggressionen Russlands erhalte, erklärte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha heute auf X.

Putin „weitet seinen Krieg weiter aus“, kritisierte Sybiha Moskaus Vorgehen weiter. Eine „schwache Reaktion“ werde Russland jetzt „noch mehr provozieren“ und „dann werden russische Raketen und Drohnen noch weiter nach Europa hineinfliegen“, meinte der Politiker.

Ukraine-Krieg: Polen meldet Abschuss russischer Drohnen – Suche läuft noch

Update, 6.39 Uhr: Laut dem polnischen Militärkommando läuft aktuell noch die Suche nach den über Polen abgeschossenen Drohnen. Es ist das erste Mal seit Beginn des Ukraine-Kriegs, dass Warschau im eigenen Luftraum gegen russische Flugkörper eingeschritten ist. Der US-Luftfahrtbehörde FAA zufolge wurden vier Flughäfen vorübergehend geschlossen, darunter der Flughafen Rzeszow-Jasionka. Er gilt als wichtiges Drehkreuz für Waffenlieferungen an die Ukraine. Eine offizielle Bestätigung der Schließungen durch die polnischen Behörden lag zunächst nicht vor. 

Update, 10. September, 5.59 Uhr: Nach „Verletzungen“ des polnischen Luftraums während eines russischen Angriffs auf die Westukraine haben Flugzeuge nach den Worten des polnischen Verteidigungsministers auf „feindliche Objekte“ geschossen. „Die Flugzeuge haben ihre Waffen gegen feindliche Objekte eingesetzt“, erklärte Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz heute auf X. „Wir stehen in ständigem Kontakt mit dem NATO-Kommando.“

Update, 18.23 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert von den Verbündeten verstärkte Unterstützung bei der Luftverteidigung. Nach erneuten schweren russischen Luftangriffen auf die Ukraine sagte er in seiner abendlichen Videoansprache: „Es muss schnellere Entscheidungen zu Lieferungen geben, vor allem bei Patriot-Systemen.“

Immer mehr Tote – Zahl der Opfer nach russischem Angriff auf die Ukraine steigt weiter an

Update, 15.40 Uhr: Die Zahl der Todesopfer bei dem russischen Angriff auf das ukrainische Dorf Jarowa in der Region Donezk ist auf 23 angestiegen. Das berichtete der Kyiv Independent unter Berufung auf örtliche Behörden.

Update, 14.36 Uhr: Polen schließt ab Donnerstag seine Grenze zu Belarus wegen der anstehenden russisch-belarussischen Militärübung „Sapad“. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Litauen kündigte außerdem an, die Schutzmaßnahmen zu Belarus und Russland zu intensivieren. Die Grenzländer reagieren damit auf das gemeinsame Militärmanöver der beiden Staaten.

Pipelines stillgelegt – Berichte von Explosionen in Russland

Update, 13.55 Uhr: Explosionen legten am Montag (8. September) wohl zwei russische Öl- und Gaspipelines lahm. Eine Quelle des ukrainischen Militärgeheimdienstes teilte dem Kyiv Independent mit, dass gegen 4 Uhr morgens nahe der russischen Stadt Pensa vier Explosionen zu hören gewesen sein sollen.

Die Detonationen setzten laut der Quelle eine wichtige Ölpipeline mit einer Kapazität von zwei Millionen Barrel täglich sowie eine weitere regionale Pipeline außer Betrieb. Die Ursache der Explosionen ist bislang ungeklärt.

Update, 12.36 Uhr: Der russische Angriff auf Zivilisten in Donezk sei genau in dem Moment erfolgt, als die Bewohner ihre Rente ausgehändigt bekommen hätten, erklärte Selenskyj weiter. Moskau beansprucht die ostukrainische Industrieregion Donezk für sich, obwohl es die Region nicht vollständig kontrolliert. Nach ukrainischen Angaben haben die russischen Streitkräfte zuletzt 100.000 Soldaten an einem wichtigen Abschnitt der Frontlinie zusammengezogen. Die Ortschaft Jarowa liegt weniger als zehn Kilometer von der Frontlinie entfernt. 

Ukraine-Krieg: Mehr als 20 Tote bei russischem Angriff in Donezk

Update, 12.06 Uhr: Bei einem russischen Angriff in der Ostukraine sind laut Wolodymyr Selenskyj mehr als 20 Menschen getötet worden. „Brutaler russischer Luftangriff auf die ländliche Siedlung Jarowa in der Region Donezk. Direkt auf die Menschen. Einfache Zivilisten“, erklärte der ukrainische Präsident in Online-Netzwerken. Dazu veröffentlichte er ein Video, das auf dem Boden liegende Leichen zeigt.

Ukraine-Krieg: Russland meldet Drohnenangriff auf Schwarzmeer-Stadt Sotschi

Update, 8.50 Uhr: Russische Behörden haben einen ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Schwarzmeerstadt Sotschi gemeldet. Dabei sei ein Mann ums Leben gekommen. Trümmerteile einer abgeschossenen Drohne hätten ihn in seinem Auto getroffen. Das teilte Gouverneur der Region Krasnodar laut Reuters auf Telegram mit. Das russische Verteidigungsministerium erklärte zudem, die Luftabwehr habe in der Nacht insgesamt 31 ukrainische Drohnen zerstört.

Lage im Ukraine-Krieg: Neue Details zu Großangriff aus Russland auf Kiew

Update, 7.08 Uhr: Neue Details zum Großangriff vor zwei Tagen: Russland hat ukrainischen Angaben zufolge bei dem Beschuss des Regierungssitzes eine ballistische Rakete eingesetzt. Das schrieb der ukrainische Präsidialamtschef Andrij Jermak unterdessen auf X. Er habe in einem Telefonat mit US-Außenminister Marco Rubio über den Angriff und eine Verschärfung der Sanktionen gegen Russland gesprochen.

Russland hatte die Ukraine in der Nacht zum Sonntag (7. September) mit so vielen Raketen und Drohnen angegriffen wie noch nie seit Kriegsbeginn. Der Regierungssitz in Kiew war dabei in Brand geraten. Landesweit wurden mehrere Menschen getötet und verletzt.

Ukraine-Kontaktgruppe berät in London über weitere Unterstützung der Ukraine

Update, 9. September, 5.50 Uhr: Heute kommen die Verteidigungsminister von rund 50 Ländern zusammen, um mögliche Sicherheitsgarantien für die Ukraine zu beraten. (16.15 Uhr MESZ). Das Treffen der sogenannten Ukraine-Kontaktgruppe (UDCG) findet unter Schirmherrschaft von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) und seinem britischen Kollegen John Healey im hybriden Format in London statt.

Ukraine-Krieg: Russischer Helikopter dringt in Nato-Luftraum ein

Update, 17.55 Uhr: Russland hat zum dritten Mal in diesem Jahr den Luftraum des Nato-Mitglieds Estland verletzt. Ein MI-8 Helikopter drang am Sonntagmittag nahe der Ostsee-Insel Vaindloo für vier Minuten unerlaubt in estnisches Hoheitsgebiet ein, wie die Armee in Tallinn mitteilte.

Die estnische Regierung reagierte mit diplomatischem Protest und bestellte den russischen Geschäftsträger ein. Während der Ukraine-Krieg anhält, verschärfen sich die Spannungen zwischen Moskau und den baltischen Nato-Staaten durch solche Zwischenfälle weiter.

Update, 16.13 Uhr: Der Putin-Vertraute Dmitri Medwedew hat Finnland mit drastischen Konsequenzen gedroht, sollte das Land seine militärische Infrastruktur gegen Russland ausbauen. Der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrats warnte gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur TASS, dass ein Widerstand gegen Moskau „zum endgültigen Zusammenbruch der finnischen Staatlichkeit“ führen könne. Medwedew warf der Regierung in Helsinki vor, eine neue „Mannerheim-Linie“ zu bauen. Der Ausdruck bezeichnete die finnische Verteidigungslinie im Winterkrieg gegen Russland 1939/40.

In einer Kolumne mit dem Titel „Neue finnische Doktrin: Dummheit, Lüge, Undankbarkeit“ betonte Medwedew, Russland werde nicht mehr nachsichtig mit Finnland umgehen wie 1944. Die Äußerungen erfolgen vor dem Hintergrund des anhaltenden Ukraine-Kriegs und der verschärften Spannungen zwischen Russland und den NATO-Staaten.

Kiew mit Erfolg im Ukraine-Krieg: Putins Sommeroffensive wohl gestoppt

Erstmeldung vom 8. September: Kiew/Moskau – Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben die russische Sommeroffensive aufgehalten und kleine Geländegewinne erzielt. Der ukrainische Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj hat erklärt, dass es gelungen sei, die Lage an gefährdeten Frontabschnitten im Ukraine-Krieg wie Lyman, Dobropillja und Pokrowsk zu stabilisieren.

Russlands Offensive im Ukraine-Krieg wohl gestoppt

„Wir haben uns hauptsächlich darauf konzentriert, den Feind aufzuhalten und ihm möglichst große Verluste zuzufügen“, teilte der General auf Facebook mit. Durch eine „aktive Verteidigungstaktik“ seien im August mehrere Orte und insgesamt 58 Quadratkilometer Land zurückerobert worden.

Als jüngste Rückeroberung nannte der Generalstab in Kiew das Dorf Saritschne bei Lyman im Gebiet Donezk. Dieser Ort ist im Ukraine-Krieg strategisch bedeutsam, da er am Westufer des Flusses Scherebez liegt, der den russischen Vormarsch in dem Gebiet bremst. Ausländische Militärbeobachter, wie das Institut für Kriegsstudien (ISW) in den USA, bestätigen, dass die russische Armee trotz Übermacht in diesem Sommer keinen großen Durchbruch erzielen konnte.

Während die Ukraine an der Front Erfolge meldet, setzt Russland seine Angriffe auf zivile Ziele fort. Ein Heizkraftwerk bei Kiew wurde durch einen russischen Drohnenangriff beschädigt. „Der Feind weiß genau, dass er zivile Infrastruktur beschießt“, teilte das ukrainische Energieministerium mit. Obwohl der genaue Standort nicht offiziell benannt wurde, vermuten ukrainische Medien, dass es sich um das Kraftwerk Trypillja südlich der Hauptstadt handelt.

Die Auswirkungen des Angriffs waren spürbar, aber begrenzt. Das Energieministerium gab später bekannt, dass die Stromverteilung im Netz ausgeglichen sei und Abschaltungen nicht notwendig seien. Allerdings ist nach Angaben der Kiewer Militärverwaltung die Gasversorgung von Orten in der Nähe des Kraftwerks für einige Tage unterbrochen.

Durch die nächtlichen Drohnenangriffe wurden unterdessen zwei Menschen in einem Dorf bei Kramatorsk in der Ostukraine getötet. Die ukrainische Luftwaffe meldete, dass von 142 eingesetzten russischen Drohnen 112 ausgeschaltet werden konnten.

Ukraine und Russland: Soldatenmangel im Ukraine-Krieg

Berichte deuten darauf hin, dass den ukrainischen Bodentruppen vielerorts Soldaten fehlen, um ihre vorderste Verteidigungslinie im Ukraine-Krieg vollständig zu besetzen. Diese Personallücken ermöglichen es den russischen Streitkräften, ihre Taktik anzupassen. Nach Angaben von Syrskyj versuchen kleine russische Stoßtrupps, durch Lücken in der ukrainischen Verteidigung vorzudringen.
Auf der anderen Seite beobachten ukrainische Militärexperten, dass die russische Armee vermehrt mit Deserteuren zu kämpfen hat. Dies könnte ein Indikator für sinkende Moral in den russischen Reihen sein, was möglicherweise die Effektivität ihrer Offensiven beeinträchtigt.

Mit Blick auf die kommenden Monate wächst die Sorge vor einer Eskalation der Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur. Erfahrungen aus den vergangenen Jahren zeigen, dass Moskau seine Angriffe auf die Energieversorgung vor Winterbeginn verstärkt. Dies könnte zu erheblichen Belastungen für die ukrainische Zivilbevölkerung führen, insbesondere angesichts der bevorstehenden kalten Jahreszeit. (sischr mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © Darek Delmanowicz/dpa

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