Ukraine-Krieg

Von Drohnen entdeckt: Ukraine zerstört ganze russische Kolonne

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Russlands Verluste im Ukraine-Krieg steigen. Ein Video soll zeigen, wie ukrainische Streitkräfte eine ganze Kolonne zerstören.

Awdijiwka – Die Eroberung der ostukrainischen Stadt Awdijiwka im Ukraine-Krieg hat Russland viele Panzer und Artillerie gekostet. Die Streitkräfte der Ukraine mussten sich aus der Region zurückziehen – und trotzdem gehen die russischen Verlustzahlen dort weiter in die Höhe. Ein Video zeigt, wie die Ukraine eine ganze Kolonne des Kremls vernichtet.

„Verbrannte Erde“: Ukraine löscht ganze russische Infanterie aus

Eine ukrainische Drohne habe zuvor nächtliche Bewegung verzeichnet, teilte die 3. Separate Brigade der Ukraine am Montag (4. März) auf Telegram mit. Das veröffentlichte Video soll sich in der Nähe von Awdijiwka abspielen. Eine russische Infanteriekolonne habe in Waldwegen nächtlichen Schutz gesucht. Daraufhin habe die selbstfahrende Artilleriedivision der Ukrainer auf die russischen Stellungen gefeuert. Das Video soll zeigen, wie ein Fahrzeug nach dem anderen in die Luft geht und nur „verbrannte Erde“ hinterlassen habe.

Auch ein Militärblogger teilte das Nachtsichtvideo auf der Plattform X (ehemals Twitter). Neben Drohnenaufnahmen versieht der Blogger russischsprachige Videos mit englischen Untertiteln. Unter anderem teilte er ein Video, das Unstimmigkeiten zwischen Russen und Tschetschenen im Militär zeigt.

Ukrainische Streitkräfte sollen einen russischen Angriff abgefangen haben.

Verluste: Russland muss sich von Artillerie und Panzern verabschieden

Russland gelang es zwar, die ostukrainische Stadt Awdijiwka zu erobern – doch mit großen Verlusten. Inzwischen habe der Kreml im Angriffskrieg gegen die Ukraine 12 688 gepanzerte Fahrzeuge, 10 258 Artilleriesysteme und 6657 Panzer verloren. Das teilte das Verteidigungsministerium in Kiew am Dienstag (5. März) auf X mit. Doch genaue Verluste können nicht unabhängig geprüft werden – Militärangehörige beider Seiten halten sie bisher unter Verschluss.

Ukraine-Krieg reicht jetzt bis nach Moskau: Fotos zeigen den Schaden durch Drohnen-Angriffe

Mehrere Wohngebäude werden geringfügig beschädigt, zwei Menschen leicht verletzt.
Am frühen Dienstagmorgen meldete die russische Hauptstadt verschiedene Drohnenangriffe. © IMAGO/Vitaly Smolnikov/Tass
Russlands Verteidigungsministerium machte die Ukraine dafür verantwortlich und spricht von „Terror“. Die Führung in Kiew weist die Beschuldigungen zurück.
Russlands Verteidigungsministerium machte die Ukraine dafür verantwortlich und spricht von „Terror“. Die Führung in Kiew weist die Beschuldigungen zurück. © IMAGO/Vitaly Smolnikov/Tass
Mitarbeiter des Rettungsdienstes nach einem gemeldeten Drohnenangriff in Moskau, Russland, vor einem Wohnblock.
Mitarbeiter des Rettungsdienstes nach einem gemeldeten Drohnenangriff in Moskau, Russland, vor einem Wohnblock. © IMAGO/Aleksey Nikolskyi/SNA
„Heute Morgen hat das Kiewer Regime einen Terrorakt mit unbemannten Flugkörpern auf Objekte der Stadt Moskau verübt“, hieß es vom russischen Militär.
„Heute Morgen hat das Kiewer Regime einen Terrorakt mit unbemannten Flugkörpern auf Objekte der Stadt Moskau verübt“, hieß es vom russischen Militär.  © IMAGO/Alexander Zemlianichenko Jr/Xinhua
Verteidigungsminister Sergej Schoigu lobte die eigene Flugabwehr. Insgesamt seien acht Drohnen zerstört worden.
Verteidigungsminister Sergej Schoigu lobte die eigene Flugabwehr. Insgesamt seien acht Drohnen zerstört worden. © Tass/IMAGO/Vitaly Smolnikov
Nach den Drohnen-Angriffen sperrten Sicherheitskräfte die Gegend ab.
Nach den Drohnen-Angriffen sperrten Sicherheitskräfte die Gegend ab. © IMAGO/Denis Bocharov
In sozialen Netzwerken hingegen vermuten viele, dass in Wirklichkeit viel mehr der kleinen Apparate - die optisch etwas wie Mini-Flugzeuge aussehen - auf Moskau zuflogen.
In sozialen Netzwerken hingegen vermuten viele, dass in Wirklichkeit viel mehr der kleinen Apparate - die optisch etwas wie Mini-Flugzeuge aussehen - auf Moskau zuflogen. © IMAGO/Alexander Zemlianichenko Jr/Xinhua
Seit Wochen schon häufen sich Attacken auch in Russland - meist jedoch in der unmittelbaren Grenzregion zur Ukraine und nicht auf zivile Objekte.
Seit Wochen schon häufen sich Attacken auch in Russland - meist jedoch in der unmittelbaren Grenzregion zur Ukraine und nicht auf zivile Objekte.  © IMAGO/Alexander Zemlianichenko Jr/Xinhua
Es war aber nicht das erste Mal seit Beginn des Kriegs vor mehr als 15 Monaten, dass Drohnen bis in die Hauptstadt flogen.
Es war aber nicht das erste Mal seit Beginn des Kriegs vor mehr als 15 Monaten, dass Drohnen bis in die Hauptstadt flogen. © IMAGO/Alexander Zemlianichenko Jr/Xinhua
Erst Anfang Mai wurden zwei Flugkörper unmittelbar über dem Kreml abgefangen. Das brachte spektakuläre Bilder.
Erst Anfang Mai wurden zwei Flugkörper unmittelbar über dem Kreml abgefangen. Das brachte spektakuläre Bilder. © IMAGO/Alexander Zemlianichenko Jr/Xinhua
Damals wurde aus Sicht der Moskauer aber nicht das Dach des eigenen Gebäudes getroffen, sondern der Amtssitz von Präsident Wladimir Putin - und der war zum besagten Zeitpunkt nicht zuhause.
Damals wurde aus Sicht der Moskauer aber nicht das Dach des eigenen Gebäudes getroffen, sondern der Amtssitz von Präsident Wladimir Putin - und der war zum besagten Zeitpunkt nicht zuhause. © IMAGO/Alexander Zemlianichenko Jr/Xinhua
Nun aber ist die Verunsicherung in der Riesenmetropole mit mehr als 13 Millionen Einwohnern groß. Die sozialen Netzwerke quellen über.
Nun aber ist die Verunsicherung in der Riesenmetropole mit mehr als 13 Millionen Einwohnern groß. Die sozialen Netzwerke quellen über. © IMAGO/Vitaly Smolnikov/Tass

„Situation stabilisiert“: Ukraine fängt russischen Angriff ab

Gleichzeitig würde sich im Westen von Awdijiwka die „operative Situation stabilisieren“, sagte Militärsprecher Dmytro Lychowjy am Sonntag (3. März) im ukrainischen Fernsehen. Nach eigenen Angaben habe die ukrainische Armee am Folgetag einen russischen Vorstoß in der Nähe von Awdijiwka im Osten des Landes abgefangen. Allerdings würden sich russische Truppen in einem Gebiet weiter südlich neu formieren. „Unsere Verteidigung hält stand“, sagt Lychowjy. „Der Feind unternimmt enorme Anstrengungen, kommt aber überhaupt nicht voran.“ (dpa/hk)

Transparenzhinweis: In einer früheren Version dieses Textes war die Rede davon, dass die Ukraine eine gesamte russische Brigade vernichtet habe. Das ist falsch. Es handelt sich um eine Kolonne der russischen Streitkräfte, die aufgerieben wurde. Der Text wurde entsprechend korrigiert.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/AP | Efrem Lukatsky

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