Eskalation im Nahen Osten

Insider berichten: Irans Angriff auf Israel steht wohl bevor

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Nach dem Tod von Israels Feinden hat der Iran Rache gelobt. Diese könnte unmittelbar bevorstehen. Israel erwartet einen „allumfassenden Krieg“.

Update vom 5. August, 16.40 Uhr: Noch immer ist unklar, wann der Iran den angekündigten Vergeltungsschlag gegen Israel beginnen wird. Arabische Diplomaten sollen am Montag versucht haben, Teheran zu einer möglichst maßvollen Reaktion zu bewegen. Die iranische Führung habe den Emissären jedoch beschieden, es sei ihr gleichgültig, ob der geplante Vergeltungsschlag einen Krieg im Nahen Osten auslöst, berichtete das Wall Street Journal.

Israel kann derweil im Fall eines Angriffs des Iran fest mit der Unterstützung der USA und wohl auch anderer Verbündeter rechnen, wenn es darum geht, Raketen, Marschflugkörper und Drohnen mit modernen Abwehrsystemen abzufangen. So war es bereits Mitte April beim ersten direkten Angriff von iranischem Boden auf Israel geschehen. Erst am Sonntag hatte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin seinem israelischen Kollegen Joav Galant in einem Telefonat „eiserne Unterstützung“ bei der Selbstverteidigung zugesichert, wie das Pentagon mitteilte.

Angriff des Iran auf Israel steht wohl bevor: Zeitpunkt weiterhin unklar

Update vom 5. August, 10.00 Uhr: Bisher ist der Vergeltungsschlag des Iran gegen Israel noch nicht erfolgt. Dennoch schüren beide Nationen mit ihren jüngsten Drohungen die Furcht, dass im Nahen Osten bald ein größerer Krieg ausbrechen könnte – mit Folgen weit über die Region hinaus. Zahlreiche Nationen mahnen zur Deeskalation. Angesichts eines angekündigten iranischen Vergeltungsangriffs beriet sich Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit seinen Militär- und Geheimdienstchefs. Bislang zeichne sich „kein definitives Bild“ über die zu erwartenden Attacken ab, berichtete der israelische Fernsehsender Channel 12.

Irans Vergeltung gegen Israel steht wohl bevor: Tel Aviv rechnet mit Angriff an mehreren Fronten

Erstmeldung vom 4. August, 13.42 Uhr: Tel Aviv/Teheran – Die Zeichen stehen auf Eskalation im Nahen Osten: Vor dem Hintergrund massiver Drohungen seiner Erzfeinde sind Israels Sicherheitskräfte in höchster Alarmbereitschaft. Man rechne damit, dass die vom Iran und der libanesischen Schiiten-Miliz Hisbollah angedrohten Attacken „über mehrere Fronten“ erfolgen, heißt es in den jüngsten Berichten. Doch wann der Iran zuschlagen wird, ist bislang unklar. Die USA hatten zuletzt auf die drohende Gefahr in der Region reagiert und Kriegsschiffe sowie Kampfjets ins Mittelmeer verlegt, um Israel im Krieg unterstützen zu können.

Neue Einschätzungen von US-Behörden und Beamten aus Israel geben derweil Grund zur Sorge: Womöglich könnte die Reaktion auf den Tod eines hohen Hamas-Anführers in Teheran bereits zeitnah erfolgen – und im Ausmaß den Angriff vom 13. April übertreffen.

Möglicher Angriff auf Israel: Iran hat Rache geschworen – Eskalation könnte bevorstehen

Über Monate war die Gefahr, die vom Konflikt zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen ausgehen könnte, überwiegend hypothetisch: Zwar griffen die Hisbollah im Libanon immer wieder mit Raketen den Norden Israels an und auch im Westjordanland gab es kleinere Konflikte, doch der Kern der israelischen Militärpräsenz konzentrierte sich auf die Bekämpfung der Terrorgruppe im Gazastreifen. Nun scheint der Iran sowie die sogenannte Achse des Widerstands, ein Zusammenschluss von proiranischen und antiisraelischen Gruppierungen, gegen Israel mobil machen.

In Israel droht ein Angriff des Iran. Der Krieg in der Region könnte demnächst vor einer Eskalation stehen. (Archivbild)

Dass die Reaktion „über mehrere Fronten“ erfolgen soll, wie auch der israelische Fernsehsender Channel 12 berichtet, würde bedeuten, dass sich neben der Hisbollah auch andere bewaffnete Stellvertretergruppen Teherans an einer Aggression gegen Israel beteiligen könnten. Dazu gehören die Huthi im Jemen sowie Iran-treue Milizen im Irak und in Syrien. Für Israel würde dies schnell zu einem Mehrfrontenkrieg führen. Die israelische Führung diskutiere derzeit Möglichkeiten, um auf eine derartige konzertierte Angriffshandlung zu reagieren. Diese beinhalteten „die Bereitschaft, in diesem Zusammenhang in einen allumfassenden Krieg einzutreten“, hieß es bei Channel 12

Eskalation im Nahen Osten möglich: Iran könnte zeitnah gegen Israel zuschlagen

Die Befürchtungen, dass eine weitere Eskalation im Nahen Osten zu einem regionalen Flächenbrand führen könnte, sind gegenwärtig größer als in den vergangenen Monaten. Vorausgegangen waren zwei tödliche Anschläge auf hochrangige Feinde Israel. In der Nacht zum Mittwoch tötete eine Explosion im Zimmer eines Gästehauses der Regierung in Teheran den Hamas-Auslandschef Ismail Hanija. Wenige Stunden zuvor hatte ein Luftangriff den ranghohen Hisbollah-Kommandeur Fuad Schukr in Beirut getötet. Den Angriff auf Schukr reklamierte Israel für sich, zum Anschlag auf Hanija äußerte es sich bislang nicht.

Das US-Medium Axios berichtet nun unter Berufung auf amerikanische und israelische Regierungsvertreter, dass ein Angriff des Irans auf Israel bereits ab Montag, dem 5. August, möglich wäre. Aus diesem Grund würden zurzeit an mehreren Stellen Vorbereitungen laufen, um auf die mögliche Eskalation im Nahen Osten reagieren zu können. Die Vertreter würden demnach davon ausgehen, dass etwaige iranische Vergeltungsschläge nach dem gleichen Schema erfolgen werden wie bei dem Angriff auf Israel am 13. April – allerdings in einem möglicherweise größeren Ausmaß.

Iran und Hisbollah wollen Rache an Israel: Angriffe steht wohl unmittelbar bevor

Wie die anonymen Quellen weiter angaben, ist bisher unklar, ob der Iran und die Hisbollah einen koordinierten Angriff gegen Israel durchführen oder getrennt vorgehen werden. Die Regierung in Teheran drohte zuvor mit einem harten Vergeltungsschlag für die jüngsten Entwicklungen. An diesem würden sich auch die mit dem Iran verbündeten Milizen in der Region beteiligen, sagte der Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden (IRGC), General Hussein Salami. „Das kriminelle und terroristische zionistische Regime (Israel) und seine Unterstützer müssen mit dem heiligen Zorn der Widerstandsgruppen rechnen“, schrieb er auf dem Webportal der Revolutionsgarden.

Bilder zeigen, wie der Krieg in Israel das Land verändert

Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Am 7. Oktober 2023 feuern militante Palästinenser aus dem Gazastreifen Raketen auf Israel ab. Die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas, die von Israel, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft wird, hatte den Beginn einer „Militäroperation“ gegen Israel verkündet. © Hatem Moussa/ dpa
Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen ist Rauch aus einem Wohnhaus zu sehen.  © Ilia Yefimovich/ dpa
Israelischer Soldat mit Hund im Israel Krieg
Ein israelischer Soldat geht mit seinem Hund zwischen Autos in Deckung.  © Ohad Zwigenberg/ dpa
Israelische Polizisten evakuieren Frau und Kind im Israel Krieg
Israelische Polizisten evakuieren eine Frau und ein Kind von einem Ort, der von einer aus dem Gazastreifen abgefeuerten Rakete getroffen wurde. © Tsafrir Abayov/ dpa
Militante Palästinenser fahren im Israel Krieg mit einem Pickup, auf dem womöglich eine entführte deutsch-israelische Frau zu sehen ist.
Militante Palästinenser fahren mit einem Pickup, auf dem möglicherweise eine deutsch-israelische Frau zu sehen ist, in den Gazastreifen zurück. Die islamistische Hamas hatte mitgeteilt, ihre Mitglieder hätten einige Israelis in den Gazastreifen entführt. © Ali Mahmud/ dpa
Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Angehörige der Feuerwehr versuchen, nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen das Feuer auf Autos zu löschen. © Ilia Yefimovich/ dpa
Menschen suchen in Trümmern nach Überlebenden nach massive Raketenangriffen aus Gazastreifen auf Israel.
Menschen suchen zwischen den Trümmern eines bei einem israelischen Luftangriff zerstörten Hauses nach Überlebenden.  © Omar Ashtawy/ dpa
Verlassene Stätte des Festivals Supernova nach dem Angriff der Hamas
Bei dem Rave-Musikfestivals Supernova im israelischen Kibbuz Re’im sterben rund 270 Besucher:innen. So sieht die verlassene Stätte nach dem Angriff aus.  © JACK GUEZ / AFP
Feiernde Palästinenser nach Angriff der Hamas auf Israel
Palästinenserinnen und Palästinenser feiern in Nablus nach der großen Militäroperation, die die Al-Qassam-Brigaden, der militärische Flügel der Hamas, gegen Israel gestartet haben.  © Ayman Nobani/ dpa
Hamas-Großangriff auf Israel - Gaza-Stadt
Das israelische Militär entgegnete mit dem Beschuss von Zielen der Hamas im Gazastreifen. Nach einem Angriff steigen bei einem Hochhaus in Gaza Rauch und Flammen auf. © Bashar Taleb/ dpa
Mann weint in Gaza bei Israel Krieg
Ein Mann umarmt einen Familienangehörigen im palästinensischen Gebiet und weint.  © Saher Alghorra/ dpa
Israelischer Soldat im Israel Krieg steht neben Frau
Am 8. Oktober beziehen israelische Soldaten Stellung in der Nähe einer Polizeistation, die am Tag zuvor von Hamas-Kämpfern überrannt wurde. Israelische Einsatzkräfte haben dort nach einem Medienbericht bei Gefechten in der an den Gazastreifen grenzenden Stadt Sderot mehrere mutmaßliche Hamas-Angehörige getötet. © Ilan Assayag/ dpa
Nach Hamas Großangriff - Sa'ad
Israelische Streitkräfte patrouillieren in Gebieten entlang der Grenze zwischen Israel und Gaza, während die Kämpfe zwischen israelischen Truppen und islamistischen Hamas-Kämpfern weitergehen. © Ilia Yefimovich/ dpa
Palästinensisches Kind in einer Schule, die im Israel Krieg als Schutz dient
Ein palästinensisches Kind steht auf dem Balkon einer Schule, die von den Vereinten Nationen betrieben wird und während des Konfliktes als Schutzort dient.  © Mohammed Talatene/ dpa

Die politische Führung des Landes vermied es bisher, einen Zeitpunkt für die „Rache“ an Israel zu nehmen. Allerdings hieß es in bisherigen Erklärungen wiederholt, dass ein Angriff in den „nächsten Tagen“ erfolgen könnte. Im Westen ist die Sorge groß, dass Irans Reaktion den Angriff auf Israel vom 13. April übertreffen könnte. Damals hatte Teheran den jüdischen Staat mit mehr als 300 Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen angegriffen. Die damalige Angriffswelle war die Antwort auf einen Angriff Israels, bei dem mehrere iranische Generäle in einem iranischen Botschaftsgebäude in Beirut getötet wurden. 

Israel setzt weiter auf Einsätze im Gazastreifen: Jordanien und Ägypten bemühen sich um Waffenruhe

Als Reaktion auf einen möglichen Angriff des Iran und seinen Verbündeten auf Israel ist der jordanische Außenminister Aiman al-Safadi nach Teheran gereist. Er wolle im Gespräch mit dem geschäftsführenden Außenminister des Irans, Ali Bagheri Kani, das Land von einer militärischen Aktion gegen Israel abbringen. Das berichteten örtliche Medien. Auch Ägyptens Außenminister Badr Abdel-Atti unternahm bereits einen ähnlichen Versuch. Israel setzt derweil den Einsatz im Gazastreifen gegen die Hamas fort. Soldaten seien sowohl im zentralen Teil des Küstenstreifens als auch in der Stadt Rafah im Süden im Einsatz, teilte die Armee am Sonntag mit. (fbu/dpa)

Rubriklistenbild: © Ilia Yefimovich/dpa

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