US-Wahl 2024

Iran beschuldigt an Mordverschwörung gegen Trump

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Haftbefehle gegen drei Iraner: Trumps Team informierte bereits über eine Geheimdienstwarnung vor Bedrohungen aus dem Iran, jetzt hat das US-Justizministerium Anklage erhoben. (Archivbild)
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Trumps Kampagnenteam gab vor Wochen bekannt, dass der Iran den Republikaner ins Visier genommen hat. Nun wurden drei Männer mit Haftbefehlen belegt.

New York – Gegen drei Iraner ist in den USA jetzt Anklage erhoben worden. Ihnen wird vorgeworfen, sie hätten während des Wahlkampfs zum 47. US-Präsidenten ein Komplott zur Ermordung des republikanischen Präsidenten geschmiedet – das berichten mehrere Medien übereinstimmend. Das Attentat habe ebenfalls einem iranischen Regimekritiker gegolten und sei vom FBI vereitelt worden, teilte die Regierung mit. Laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) seien gegen einen 51-Jährigen und zwei vermeintliche Mittäter Haftbefehle erlassen worden, nachdem im Bezirk Manhattan in einem Bundesgericht eine Strafanzeige eingegangen war.

Laut dem britischen Guardian hätte der afghanische Staatsbürger Farhad Shakeri den Ermittlern die entscheidenden Hinweise während einer Befragung gegeben – Shakeri sei von den Behörden als Agent der iranischen Regierung identifiziert und aus den USA abgeschoben worden, nachdem er wegen Raubüberfalls inhaftiert worden war. „Er sagte den Ermittlern, ein Kontaktmann der Revolutionsgarde im Iran habe ihn im September angewiesen, innerhalb von sieben Tagen einen Plan auszuarbeiten, um Trump zu überwachen und schließlich zu ermorden, heißt es in der Strafanzeige“, wie der Guardian schreibt.

Warnung gegen Iran: „Wir werden Versuche, das amerikanische Volk zu gefährden, nicht hinnehmen.“

„Es gibt nur wenige Akteure in der Welt, die eine so große Bedrohung für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten darstellen wie der Iran“, warnte US-Justizminister Merrick Garland. „Wir werden die Versuche des iranischen Regimes, das amerikanische Volk und die nationale Sicherheit Amerikas zu gefährden, nicht hinnehmen“, schreibt die dpa über eine Regierungserklärung.

Donald Trump war in seiner ersten Amtszeit als US-Präsident aus dem Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen, hatte neue Sanktionen gegen das Land verhängt und die iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation eingestuft. 2020 hatte das US-Militär auf Trumps Anweisung den iranischen General Ghassem Soleimani mit einem Drohnenangriff in der irakischen Hauptstadt Bagdad getötet.

Laut der Einschätzung des Guardian spiegele das Komplott wider, was US-amerikanische Offizielle bezeichnet haben als „laufende Bemühungen Irans, US-Regierungsbeamte, darunter Trump, auf US-Boden anzugreifen“. Im vergangenen Sommer habe das Justizministerium beispielsweise Anklage erhoben gegen einen pakistanischen Mann mit Verbindungen zum Iran, der an einem Auftragsmord beteiligt war.

Drohung Trumps: „Ihre größten Städte und das Land selbst in tausend Stücke sprengen“

Laut dem Magazin Politico stünden im Iran ehemalige Trump-Mitarbeiter auf einer Todesliste. Dem Magazin zufolge hätte das iranische Regime den US-Politiker seit 2020 im Visier – Auslöser soll gewesen sein, dass durch Trumps befohlenen Drohnenangriff der damals mächtigste General des iranischen Militärs gefallen sei: „Teheran hat Videos veröffentlicht, die die zukünftigen Tode von Trump und anderen, die den Soleimani-Angriff orchestrierten, darstellen, drängte auf ihre Verhaftung und Auslieferung und gab Drohungen ab, in denen Rache versprochen wurde“, so Politico.

Das Trump-Attentat in Bildern: Schüsse, Chaos und ein blutender Ex-Präsident

US-Wahlkampf in Butler, Pennsylvania. Die Menge wartet auf Donald Trump, nicht wissend, dass gleich Schüsse fallen werden.
US-Wahlkampf in Butler, Pennsylvania. Die Menge wartet auf Donald Trump, nicht wissend, dass gleich Schüsse fallen werden. © dpa/AP | Gene J. Puskar
Donald Trump auf der Wahlkampfveranstaltung in Butler, Pennsylvania.
Donald Trump auf der Wahlkampfveranstaltung in Butler, Pennsylvania. Kurze Zeit später fielen die Schüsse. © dpa/AP | Gene J. Puskar
Schüsse fallen, Trump duckt sich weg. Der Secret Service eilt herbei. Als die Gefahr gebannt ist, wird Trump behandelt und von der Bühne gebracht.
Schüsse fallen, Trump duckt sich weg. Der Secret Service eilt herbei. Als die Gefahr gebannt ist, wird Trump behandelt und von der Bühne gebracht. © dpa/AP | Gene J. Puskar
Schwerbewaffnete Soldaten bewachen die Bühne nach den Schüssen auf Donald Trump.
Schwerbewaffnete Soldaten bewachen die Bühne nach den Schüssen auf Donald Trump. Im Hintergrund decken Secret-Service-Mitarbeiter den Ex-Präsidenten hinter dem Pult. © dpa/AP | Evan Vucci
Auf Videos ist zu hören, wie der Secret Service bestätigt, dass der Täter „neutralisiert“ sei. Daraufhin wird Trump von der Bühne eskortiert.
Auf Aufnahmen ist zu hören, wie der Secret Service bestätigt, dass der Täter „neutralisiert“ sei. Daraufhin wird Trump von der Bühne eskortiert. © dpa/AP | Gene J. Puskar
Nach den Schüssen auf Donald Trump erwidern Scharfschützen der Polizei das Feuer auf den Täter.
Nach den Schüssen auf Donald Trump erwidern Scharfschützen der Polizei das Feuer auf den Täter. © dpa/AP | Gene J. Puskar
Wenige Momente nach dem versuchten Mordanschlag auf ihn reißt Trump kämpferisch die Faust in die Höhe.
Ein Bild, das wohl auch im US-Wahlkampf immer wieder auftauchen wird. Wenige Momente nach dem versuchten Mordanschlag auf ihn reißt Trump kämpferisch die Faust in die Höhe. © dpa/AP | Evan Vucci
Donald Trump direkt nach den Schüssen auf ihn: Der Ex-Präsident ist blutverschmiert, scheint am Ohr getroffen.
Donald Trump direkt nach den Schüssen auf ihn: Der Ex-Präsident ist blutverschmiert, scheint am Ohr getroffen. © dpa/AP | Evan Vucci
In einer Traube von Secret-Service-Mitarbeitern verlässt der blutverschmierte Trump nach den Schüssen die Bühne.
In einer Traube von Secret-Service-Mitarbeitern verlässt der blutverschmierte Trump nach den Schüssen die Bühne. © dpa/AP | Gene J. Puskar
Agenten des Secret Service umringen Ex-Präsident Trump. Der zeigt sich kämpferisch, hebt die Faust.
Agenten des Secret Service umringen Ex-Präsident Trump. Der zeigt sich kämpferisch, hebt die Faust. Zuvor rief er noch „fight“ in das Pult-Mikrofon. © dpa/AP | Gene J. Puskar
Donald Trump ist nach dem Attentat auf einer Wahlkampfveranstaltung verletzt – Bilder zeigen ihn mit blutendem Ohr.
Donald Trump ist nach dem Attentat auf einer Wahlkampfveranstaltung verletzt – Bilder zeigen ihn mit blutendem Ohr. © dpa/AP | Gene J. Puskar
Panik im Publikum: Nach den Schüssen auf Donald Trump gehen Menschen in Deckung, Sicherheitskräfte assistieren.
Panik im Publikum: Nach den Schüssen auf Donald Trump gehen Menschen in Deckung, Sicherheitskräfte assistieren. © dpa/AP | Evan Vucci
Eskortiert vom Secret Service steigt Trump nach den Schüssen auf ihn in ein Auto, das ihn vom Ort des Angriffs weg bringt. Noch immer hat er die Faust erhoben.
Eskortiert vom Secret Service steigt Trump nach den Schüssen auf ihn in ein Auto, das ihn vom Ort des Angriffs weg bringt. Noch immer hat er die Faust erhoben. © dpa/AP | Gene J. Puskar
Das Gelände der Wahlkampfveranstaltung in Butler, Pennsylvania. Hier kam es zu den Schüssen auf Trump
Das Gelände der Wahlkampfveranstaltung in Butler, Pennsylvania. Hier kam es zu den Schüssen auf Trump – das Chaos lässt auf die entstandene Panik deuten. © dpa/AP | Evan Vucci
Der Ort des Geschehens nach dem Anschlag. Die Umgebung ist mit gelbem Flatterband abgesperrt.
Der Ort des Geschehens nach dem Anschlag. Die Umgebung ist mit gelbem Flatterband abgesperrt.  © dpa/AP | Evan Vucci

Trump hatte im Vorfeld der US-Wahl 2024 dem Regime gedroht, „den Iran zu ,zerstören‘, wenn dieser einem US-Wahlkandidaten schadet“ und das Land an sich als große Bedrohung für die USA bezeichnet, wie die französische Zeitung Le Monde berichtet hatte. Während einer Wahlkampfveranstaltung der Republikaner hatte Trump laut dem Blatt explizit gewarnt, die US-Wahl mit Terror-Aktionen zu bedrohen, wie ihn Le Monde zitiert: Wenn ich der Präsident wäre, würde ich das bedrohende Land, in diesem Fall den Iran, informieren, dass wir, wenn Sie irgendetwas tun, um dieser Person zu schaden, Ihre größten Städte und das Land selbst in tausend Stücke sprengen werden.“ (dpa/Karsten-D. Hinzmann)

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