Washington Post

Chaotische Hilfslieferung in Gaza endet tödlich – Armee-Sprecher räumt Schüsse ein

+
Hilfslieferungen überqueren Grenze von Rafah nach Gaza (Symbolbild).

In Gaza ist es zu Gewalt rund um eine Hilfslieferung gekommen – die Beschreibungen der Ereignisse sind widersprüchlich.

Jerusalem – Mehr als 100 Menschen wurden am Donnerstag nach Angaben der Gesundheitsbehörden des Gazastreifens getötet, nachdem eine Menschenmenge auf einen seltenen humanitären Hilfskonvoi in Gaza-Stadt gestürmt war. Dabei kam es zu einem chaotischen Zwischenfall, für den palästinensische Beamte und Augenzeugen israelische Schüsse verantwortlich machten, während israelische Beamte von einer Massenpanik sprachen.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums von Gaza, das von der Terrororganisation Hamas kontrolliert wird, wurden mehr als 700 Palästinenser verletzt, während die Zahl der Toten in der Enklave auf über 30.000 anstieg.

Obwohl viele Einzelheiten der tödlichen Katastrophe im Gazastreifen im Israel-Krieg noch unklar waren – vor allem die Ursache für den hohen Blutzoll – unterstrich der Vorfall die verzweifelte Lage der Zivilbevölkerung im Gazastreifen. Er erschwerte die schwierigen internationalen Bemühungen um einen Waffenstillstand im Israel-Krieg zusätzlich.

Krieg in Israel: Massenflucht und zunehmender Hunger

Seit Monaten hatten Hilfsorganisationen und humanitäre Organisationen angesichts der massiven Zerstörung städtischer Gebiete, der Massenflucht und des zunehmenden Hungers davor gewarnt, dass die Gesellschaft im Gazastreifen kurz vor dem Zusammenbruch steht. Dies war der Moment, in dem ihre Warnungen prophetisch zu sein schienen.

Die israelischen Streitkräfte veröffentlichten Schwarz-Weiß-Drohnenaufnahmen, die Hunderte von Palästinensern zeigten, die auf den sich langsam bewegenden Hilfskonvoi zustürmten; Videos in den sozialen Medien zeigten ein verzweifeltes Gedränge in der Dunkelheit entlang der al-Rashid-Straße im südwestlichen Teil von Gaza-Stadt.

Die Beschreibungen der folgenden Ereignisse waren widersprüchlich.

The Washington Post vier Wochen gratis lesen

Ihr Qualitäts-Ticket der washingtonpost.com: Holen Sie sich exklusive Recherchen und 200+ Geschichten vier Wochen gratis.

Krieg in Israel: Armee dementiert Angriff auf Hilfs-Konvoi

Palästinensische Beamte sagten, die israelischen Streitkräfte hätten das Feuer auf die Menschenmenge eröffnet, eine Darstellung, die von Augenzeugen und Ärzten bestätigt wurde, die sagten, viele der Toten und Verletzten seien mit Schusswunden eingeliefert worden. Israel bestritt die Zahl der Opfer und erklärte, die Menschen seien in einer Massenpanik und nicht durch israelische Schüsse ums Leben gekommen, die nach offiziellen Angaben nicht auf den Konvoi gerichtet waren.

Nir Dinar, Leiter der internationalen Presseabteilung der IDF, sagte, es habe „keine Beteiligung der IDF“ an dem Ereignis mit den „vielen Opfern“ gegeben. Er räumte ein, dass die IDF-Soldaten an einem Ende des Konvois auf Personen geschossen hätten, die sich den israelischen Streitkräften in bedrohlicher Weise genähert hätten, aber er sagte, die Todesfälle seien das Ergebnis eines Zusammenstoßes am anderen Ende des Konvois gewesen.

„Es gab keinen IDF-Angriff auf diese Hilfsgüter“, sagte Militärsprecher Daniel Hagari am späten Donnerstag (29. Februar) in einer Pressekonferenz. „Wir haben in den letzten vier Nächten eine humanitäre Operation dieser Art ohne Probleme durchgeführt. Dies war die erste Nacht, in der wir ein solches Ereignis hatten“.

Hagari sagte, der „unglückliche Vorfall führte zu Dutzenden von Toten und Verletzten im Gazastreifen“. Ein anderer israelischer Beamter sagte, der Vorfall werde derzeit untersucht, wobei er wegen der laufenden Ermittlungen anonym bleiben wollte.

Vor dem Gaza-Krieg: Die Geschichte des Israel-Palästina-Konflikts in Bildern 

Vor 60. Gründungstag von Israel
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen entschied 1947 über die Teilung Palästinas in zwei Staaten, einen jüdischen und einen arabischen. Im Teilungsplan wurde auch festgelegt, dass die Briten ihr Mandat für Palästina bis August 1948 niederlegen. Großbritannien hatte nach dem Ersten Weltkrieg das Gebiet besetzt und war 1922 offiziell mit dem Mandat über Palästina beauftragt worden. Am 14. Mai 1948 wurde auf Grundlage des UN-Beschlusses der jüdische Staat gegründet. © dpa
Proklamation des Staates Israel
Nach der Unterzeichnung der Proklamationsurkunde am 14. Mai 1948 im Stadtmuseum von Tel Aviv hält eine nicht identifizierte Person das Schriftstück mit den Unterschriften in die Höhe. Links ist David Ben Gurion zu sehen, der erste Ministerpräsident Israels. © dpa
Israelischer Unabhängigkeitskrieg
Ein historisches Datum für den Staat Israel. Doch die arabischen Staaten Libanon, Syrien, Jordanien, Ägypten und Irak erkannten die Gründung nicht an und überschritten nur einen Tag später mit ihren Armeen die Grenzen. So begann der Palästina-Krieg, der im Januar 1949 mit dem Sieg Israels endete. Das Foto zeigt israelische Mitglieder der paramilitärischen Organisation Haganah im August 1948.  © AFP
Operation Yoav
Die israelische Armee konnte während des Krieges 40 Prozent des Gebiets erobern, das eigentlich laut dem ursprünglichen UN-Plan zur Teilung für die arabische Bevölkerung vorgesehen war. So wurde auch der westliche Teil von Jerusalem von Israel besetzt.  © Imago
Waffenstillstand Israel Palästina 1949
Die Vereinten Nationen vermittelten zwischen Israel und Ägypten, und so kam es zwischen den beiden Ländern am 24. Februar 1949 zu einem Waffenstillstandsvertrag. Andere arabische Kriegsgegner folgten mit Waffenstillständen bis Juli 1949. Laut Schätzungen starben bei dem Krieg, den die arabischen Länder gestartet hatten, mehr als 6000 Israelis und 6000 Araber.  © ACME Newspictures/afp
Arafat. Geschichte des Krieges in Israel
Jassir Arafat gründete 1959 die Fatah, eine Partei in den palästinensischen Autonomiegebieten. Laut ihrer Verfassung war ihr Ziel, auch mit terroristischen Mitteln die Israelis aus Palästina zu vertreiben und Jerusalem als Hauptstadt zu installieren. Ebenfalls als Ziel rief die Fatah die „Ausrottung der ökonomischen, politischen, militärischen und kulturellen Existenz des Zionismus“ aus.  © PPO/afp
Arafat
1993 erkannte die Fatah mit ihrem Vorsitzenden Jassir Arafat das Existenzrecht Israels im Osloer-Friedensprozess an, und wollte den Terror als Waffe nicht mehr nutzen. Allerdings gab es immer wieder Bombenattentate in Israel. 2011 suchte Arafat den Schulterschluss mit der Hamas. Gemeinsam planten sie, eine Übergangsregierung zu bilden, was bis heute nicht umgesetzt wurde. Innerhalb der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) ist die Fatah die stärkste Fraktion. © Aleksander Nordahl/Imago
1974 Arafat vor UN
Im Oktober 1974 erkannte die Vollversammlung der Vereinten Nationen die PLO als Befreiungsbewegung an. Daraufhin wurde Arafat als Vertreter eingeladen. Am 13. November 1974 eröffnete Arafat die Debatte in der Vollversammlung. Er beendete die Rede mit dem Satz: „Ich bin mit einem Olivenzweig in der einen und dem Gewehr des Revolutionärs in der anderen Hand hierhergekommen. Lasst nicht zu, dass der grüne Zweig aus meiner Hand fällt!“ © dpa
Kampfflugzeug im Sechs-Tage Krieg
Vom 5. Juni bis 10. Juni 1967 fand der Sechstagekrieg zwischen Israel auf der einen und Ägypten, Jordanien und Syrien auf der anderen Seite statt. Auslöser war die ägyptische Blockade der Seestraße von Tiran für die Israelis, die so abgeschnitten waren. Außerdem hatte der ägyptische Präsident den Abzug der Blauhelme erzwungen, die die nördliche Grenze Israels sicherten. Als Drohung schickte Ägypten dann 1000 Panzer und 100.000 Soldaten an die Grenzen zu Israel. Als Reaktion auf die Bedrohung flogen die Israelis einen Präventiv-Schlag. Auf dem Foto sieht man ein ägyptisches Kampfflugzeug. Während des Krieges konnte Israel die Kontrolle über den Gazastreifen, die Sinai-Halbinsel, die Golanhöhen, das Westjordanland und Ostjerusalem erlangen. Weil Israel seine Angreifer besiegen konnte, machte der Staat am 19. Juni 1967, neun Tage nach seinem Sieg, Ägypten und Syrien ein Friedensangebot. Darin enthalten die Aufforderung, Israel als Staat anzuerkennen. © AP/dpa
Arabisch-israelischer Krieg
Am 6. Oktober 1973, dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, startete eine arabische Militärkoalition unter Führung Ägyptens und Syriens einen Überraschungsangriff, gleichzeitig auf die Sinai-Halbinsel und die Golanhöhen. Nach anfänglichem Erfolg der arabischen Kriegsparteien gelang es Israel, sich zu behaupten. Erst mit dem Friedensvertrag sechs Jahre später am 26. März 1979, normalisierten sich die Beziehungen zwischen Ägypten und Israel. Ägypten war der erste arabische Staat, der das Existenzrecht Israels anerkannte. © afp
Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten, Jimmy Carter schüttelt dem ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat die Hand.
Das Friedensabkommen vom 26. März. 1979 war ein wichtiger Meilenstein. US-Präsident Jimmy Carter gratulierte damals dem ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat und dem israelischen Premierminister Menachem Begin vor dem Weißen Haus. Nach den Camp-David-Verhandlungen unterzeichneten sie den Friedensvertrag zwischen den beiden Ländern dort. © Consolidated News Pictures/afp
Beschuss im Libanonkrieg
1982 begann mit dem Libanonkrieg der erste große israelisch-arabische Konflikt, der von Israel gestartet wurde. Die Kriegsparteien waren die israelische Armee und verbündete Milizen auf der einen, die PLO und Syrien auf der anderen Seite. Israel besetzte im Rahmen des Krieges zwischen 1982 und 1985 den Süden Libanons. Später richtete Israel daraufhin dort eine „Sicherheitszone“ ein, die aber Angriffe der Hisbollah aus dem Libanon auf nordisraelische Städte nicht verhindern konnte. Am 25. Mai 2000 zog die israelische Armee aus dem Südlibanon ab.  © Dominique Faget/afp
Soldaten und Kinder bei der Intifada 1987
Am 8. Dezember 1987 brach im Westjordanland und im Gazastreifen ein gewaltsamer Aufstand der Palästinenser gegen die israelische Besatzung aus. Diesen Aufstand nennt man Intifada. Auf dem Foto ist zu sehen, wie israelische Soldaten Kinder anweisen, das Gebiet zu verlassen, als Hunderte von Demonstranten Steine und Flaschen schleudern.  © Esaias Baitel/afp
Hamas-Kundgebung im Gaza-Streifen
Die PLO (Palästinensische Befreiungsorganisation), die ihre Zentrale in Tunis hatte, wollte einen eigenen palästinensischen Staat ausrufen, hatte aber keine Kontrolle über die entsprechenden Gebiete. Im Zuge dessen kam es zu einem Gewaltausbruch, der erst 1991 abnahm. 1993 wurde schließlich mit dem Osloer Abkommen die erste Intifada beendet. © Ali Ali/dpa
Der PLO-Führer Yasser Arafat und der israelischen Premierminister Yitzahk Rabin schütteln sich 1993 die Hände.
Nach Jahrzehnten von Gewalt und Konflikten unterschrieben am 13. September 1993 Israels Außenminister Shimon Peres und Mahmoud Abbas, Verhandlungsführer der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), unter Aufsicht der russischen und amerikanischen Außenminister die „Osloer Verträge“. Das Foto des Händedrucks zwischen Palästinenservertreter Jassir Arafat und dem israelischen Ministerpräsident Yitzhak Rabin und US-Präsident Bill Clinton wurde weltberühmt. © J. David Ake/afp
Yasir Arafat, Shimon Peres und Yitzhak Rabin erhalten den Friedensnobelpreis
Nach der Unterzeichnung der Osloer Verträge bekamen Jassir Arafat, Schimon Peres und Yitzhak Rabin den Friedensnobelpreis für 1994. Hier die Preisträger zusammen mit ihrer Medaille und ihrem Diplom im Osloer Rathaus. Die Friedensverträge wurden damals als wichtiger Startpunkt für Frieden in der Region gesehen. © Aleksander Nordahl/Imago
Bill Clinton, König Hussein und Rabin bei der Friedenssitzung
1994 folgten Friedensverhandlungen zwischen Jordanien und Israel 1994 im Weißen Haus. Auf dem Foto ist zu sehen, wie der jordanische König Hussein und der israelische Premierminister Yitzahk Rabin bei der Friedenssitzung sich die Hände schütteln. © Imago/ ZUMA Press
Sarg von Yitzhak Rabin, Geschichte des Kriegs in Israel
Mit der Hoffnung auf Frieden in der Region wurde der Hass von israelischen Extremisten größer. Diese wollten Abkommen mit den arabischen Staaten und der PLO nicht akzeptieren. So wurde Yitzhak Rabin zur Zielscheibe und wurde 1995 im Anschluss an eine große Friedenskundgebung in Tel Aviv von einem rechtsextremen Juden ermordet. Das Foto zeigt den Sarg des Premierministers in Jerusalem bei seiner Beerdigung.  © Jim Hollander/dpa
Junge schießt mit Katapult bei der zweiten Intifada, Geschichte des Krieges in Israel
Obwohl es in den 1990er Jahren mit den Osloer Verträgen große Hoffnung auf Frieden gab, hatte sich die Situation nach der Ermordung von Yitzhak Rabin massiv aufgeheizt. 2000 kam es zur zweiten Intifada, dem gewaltvollen Aufstand der Palästinenser mit Straßenschlachten. Die zweite Intifada dauerte bis 2005. © Imago/UPI Photo
Israelische Soldaten 2006, Geschichte des Krieges in Israel
2006 kam es wieder zwischen Israel und dem Libanon zum Krieg. Die Auseinandersetzung wird auch 33-Tage-Krieg oder zweiter Libanon-Krieg genannt, weil sie nach gut einem Monat am 14. August 2006 mit einem Waffenstillstand endete. Das Foto zeigt einen israelischen Soldaten im Libanon-Krieg im Jahr 2006. Eine israelische Artillerieeinheit hatte soeben an der libanesisch-israelischen Grenze in den Libanon gefeuert. Fast 10.000 israelische Soldaten kämpften in der Nähe von etwa einem Dutzend Dörfern im Südlibanon gegen Hisbollah-Kämpfer.  © Menahem Kahana/afp
Israelisches Militär feuert auf Ziele im Libanon
Auslöser des Libanon-Kriegs waren anhaltende Konflikte zwischen der Terrororganisation Hisbollah und der israelischen Armee. Um die Angriffe zu stoppen, bombardierte die israelische Luftwaffe die Miliz aus der Luft und verhängte eine Seeblockade. Die Hisbollah antwortete mit Raketenbeschuss auf den Norden Israels. Später schickte Israel auch Bodentruppen in den Süden von Libanon.  © Atef Safadi/dpa
Angriff im Süden von Beirut
Die libanesische Regierung verurteilte die Angriffe der Hisbollah und forderte internationale Friedenstruppen, um den Konflikt zu beenden. Am 14. August 2006 stimmten schließlich nach einer UN-Resolution die Konfliktparteien einem Waffenstillstand zu. Sowohl die Hisbollah als auch Israel sahen sich als Sieger.  © Wael Hamzeh/dpa
Krieg in Israel
2014 startete die israelische Armee (IDF) mit der Operation Protective Edge am 8. Juli eine Militäroperation, weil die Hamas aus dem Gazastreifen immer wieder Israel beschoss. Ab dem 26. Juli 2014 folgte eine unbefristete Waffenruhe, die kanpp neun jahre währte.  © Abir Sultan/dpa
Jahrestag der Angriffe auf Israel am 7. Oktober
Am 7. Oktober 2023 startete die Hamas einen Überraschungsangriff auf Israel mit Raketenbeschuss und Bodeninfiltrationen aus dem Gazastreifen, was zu schweren Verlusten und der Entführung zahlreicher Geiseln führte. Hier ist eine Gesamtansicht der zerstörten Polizeistation in Sderot nach den Angriffen der Hamas-Terroristen zu sehen.  © Ilia Yefimovich/dpa
Jahrestag der Angriffe auf Israel am 7. Oktober
Bei dem Überfall der Hamas und anderer extremistischer Gruppierungen auf Israel wurden rund 1200 Menschen getötet und mehr als 250 Israelis als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Seitdem wurden laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen Zehntausende Menschen getötet, darunter auch viele Frauen und Minderjährige. © Ilia Yefimovich/dpa

Krieg in Israel: UN prangert mangelnde Nahrung für Kinder an

„Eine Schlange für lebensrettende Nahrungsmittel wurde zu einer Schlange für den Tod“, sagte Jason Lee, Landesdirektor von Save the Children in den besetzten palästinensischen Gebieten. „Während Kinder aus Mangel an Nahrung sterben, sterben ihre Eltern bei dem Versuch, sie zu bekommen. Es muss eine sofortige, unparteiische Untersuchung der Geschehnisse geben.“

Die IDF erklärten, sie hätten die Ankunft von 38 Lastwagen mit Hilfsgütern aus Ägypten koordiniert, die von privaten Auftragnehmern geliefert wurden. Der Konvoi war ein seltener Anblick im Norden, dem am stärksten zerstörten und isolierten Teil des Gazastreifens, in dem immer noch schätzungsweise 300.000 Menschen leben. Laut UNICEF, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, war im Januar jedes sechste Kind unter 2 Jahren, das von Hilfsorganisationen unterstützt wurde, akut unterernährt.

Die Hilfslieferungen in der Enklave sind in den letzten Wochen stark zurückgegangen, nachdem Israel damit begonnen hatte, die von der Hamas beschäftigten Polizeibeamten, die die Konvois beschützt hatten, ins Visier zu nehmen, so dass sie für Plünderungen durch kriminelle Banden und verzweifelte Zivilisten anfällig wurden. Israelische Demonstranten haben auch die Grenzübergänge blockiert, was den Transport von Hilfslieferungen weiter verlangsamt hat.

UN-Beauftragter wirft Israel „Einsatz von Hunger als Kriegsmethode“ vor

Der oberste Menschenrechtsbeauftragte der Vereinten Nationen, Volker Türk, sagte am Donnerstag, dass Israels Blockade und Belagerung des Gazastreifens auf den „Einsatz von Hunger als Kriegsmethode“ hinauslaufen könnte. „Im Norden des Gazastreifens, wo der Spielraum für humanitäre Hilfe fast gleich Null ist, wird bereits vermutet, dass viele Menschen verhungern“, fügte er hinzu.

Avi Hyman, ein Sprecher der israelischen Regierung, sagte am Donnerstag, dass während des Krieges 11.000 Hamas-Kämpfer getötet und 2.000 gefangen genommen worden seien. Er schätzt, dass die Gruppe noch etwa 15.000 Kämpfer im Feld hat. Die führenden Köpfe der Hamas sind immer noch auf freiem Fuß, darunter Yehiya Sinwar, der mutmaßliche Urheber der Anschläge vom 7. Oktober, der sich in einem Tunnelnetz unter dem südlichen Gazastreifen versteckt halten soll.

Nach Angaben des israelischen Militärs ist er von einem menschlichen Schild aus Geiseln umgeben, was die Bemühungen erschwert, ihn zu fassen oder zu töten und den Krieg möglicherweise zu beenden.

Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden fünfundachtzig Prozent der Bewohner des Gazastreifens aus ihren Häusern vertrieben. Etwa 1,4 Millionen Vertriebene sind in der südlichen Stadt Rafah an der ägyptischen Grenze untergebracht, die Israel als sein nächstes militärisches Ziel auserkoren hat. US-Beamte haben Israel gedrängt, einen Evakuierungsplan für die eingeschlossenen Zivilisten auszuarbeiten, bevor es mit der Operation fortfährt.

„Unter den gegenwärtigen Umständen und ohne angemessene Berücksichtigung der Sicherheit dieser Flüchtlinge sind wir weiterhin der Meinung, dass eine Operation in Rafah eine Katastrophe wäre“, sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates John Kirby letzte Woche.

Ohne einen Waffenstillstand wäre laut einer Forschungsstudie vom Februar in den nächsten sechs Monaten mit etwa 58.000 zusätzlichen Todesfällen im Gazastreifen zu rechnen, die meisten davon aufgrund von traumatischen Verletzungen und Infektionskrankheiten.

Loveluck und Harb berichteten aus London. Cate Brown in Washington und Hazem Balousha in Amman, Jordanien, trugen zu diesem Bericht bei.

Zu den Autoren

Louisa Loveluck ist Korrespondentin in London und berichtet über globale Krisen. Von 2019 bis 2023 war sie Büroleiterin der Zeitung in Bagdad. Davor berichtete sie von Beirut aus über den Krieg in Syrien.

Miriam Berger berichtet für die Washington Post aus Washington, D.C. über Auslandsnachrichten. Bevor sie 2019 zur Post kam, lebte sie in Jerusalem und Kairo und berichtete freiberuflich aus dem Nahen Osten sowie aus Teilen Afrikas und Zentralasiens.

Wir testen zurzeit maschinelle Übersetzungen. Dieser Artikel wurde aus dem Englischen automatisiert ins Deutsche übersetzt.

Dieser Artikel war zuerst am 01. März 2024 in englischer Sprache bei der „Washingtonpost.com“ erschienen – im Zuge einer Kooperation steht er nun in Übersetzung und gekürzter Fassung auch den Lesern der IPPEN.MEDIA-Portale zur Verfügung.

Kommentare