Ticker zum Krieg in Nahost

Armee-Sprecher stellt Berichte klar: Tägliche Feuerpausen im Gazstreifen – „keine Waffenruhe“

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Die Hamas feuert erneut Raketen auf Israel ab. Die CIA- und Mossad-Chefs treffen sich in Katar zu Gesprächen. Der News-Ticker zum Krieg in Israel.

  • Raketen aus dem Gazastreifen: Alarm in israelischer Stadt Aschdod
  • Einsatz gegen die Hamas: Israels Armee will 130 Eingänge zu Tunneln zerstört haben
  • Die hier verarbeiteten Informationen zum Krieg in Israel stammen von internationalen Medien und Nachrichtenagenturen, aber auch von den Konfliktparteien. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben zur Situation in Israel und im Gazastreifen aber teilweise nicht. Auch in diesen Fällen bleiben wir transparent.

Dieser News-Ticker zum Israel-Gaza-Krieg ist geschlossen. Weitere Entwicklungen zur Situation in Israel und dem Gazastreifen können Sie in unserem neuen News-Ticker nachlesen.

Update vom 9. November, 21.52 Uhr: Der iranische Außenminister Hussein Amirabdollahian warnt mit Blick auf den Krieg in Israel vor einer Ausweitung des Konfliktes. „Wegen der massiven Ausweitung des Kriegs gegen zivile Bewohner Gazas ist die Ausweitung des Kriegsausmaßes nun unvermeidlich“, wird er in einer Mitteilung des Außenministeriums zitiert.

Update vom 9. November, 19.12 Uhr: „Es gibt keine Waffenruhe. Ich wiederhole, es gibt keine Waffenruhe“, betonte der israelische Armee-Sprecher Oberstleutnant Richard Hecht gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bestätigt. „Was wir tun, dieses Vier-Stunden-Fenster, das sind taktische, lokale Pausen für humanitäre Hilfe.“

Die US-Regierung hatte zuvor angekündigt, dass für vier Stunden pro Tag keine Einsätze im Norden des Gazastreifens ausgeführt werden sollen, um Zivilisten die Flucht zu ermöglichen.

Verwirrung um Waffenruhe im Israel-Krieg– „Die Kämpfe gehen weiter“

Update vom 9. November, 18.26 Uhr: Die israelische Regierung beharrt auf ihrer Forderung, dass es ein Waffenstillstand mit der Hamas nur gegen die Freilassung der von den Islamisten festgehaltenen Geiseln geben wird. „Die Kämpfe gehen weiter und es wird keine Feuerpause ohne die Freilassung unserer Geiseln geben“, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung des Büros des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.

Zuvor hatte das Weiße Haus verkündet, Israel habe täglichen vierstündigen „humanitären Pausen“ bei den Kämpfen im nördlichen Gazastreifen zugestimmt. Auf die Frage, ob es sich bei der Stellungnahme des Büros des Ministerpräsidenten um ein Dementi der US-Ankündigung handele, ging ein Sprecher Netanjahus am Donnerstag nicht ein.

Rauch steigt nach einem israelischen Angriff aus dem Gazastreifen auf.

US-Sprecher: Israel zu tägliche Feuerpausen bereit

Update vom 9. November, 16.50 Uhr: Nach Angaben von John Kirby, dem Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats der USA, hat Israel zugestimmt, täglich eine vier Stunden lange Feuerpause in Gaza einzulegen. Ziel ist es, den Zivilisten im Norden des Streifens eine sichere Fahrt in den Süden zu ermöglichen. Seit Wochen ruft Israel Zivilisten dazu auf, sich in sichere Zonen im Süden des Streifens zu bewegen. Die israelische Bodenoffensive läuft derzeit im Norden des palästinensischen Gebiets.

Kirby betonte laut der israelischen Zeitung Haaretz, man werde täglich drei Stunden vorher mitteilen, wann man die vier Stunden Feuerpause einlegen werde. Innerhalb dieser vier Stunden werde es schließlich keine militärischen Operationen geben. Neben des aktuell mitten durch Gaza verlaufenden Korridors für Zivilisten werde es einen weiteren Korridor an der Küste geben.

Update vom 9. November, 16.15 Uhr: CIA-Chef Williams Burns und sein israelischer Mossad-Kollege David Barnea sind zu Gesprächen mit Ministerpräsident Mohammed Bin Abdulrahman al-Thani nach Katar gereist. Konkret geht es um die Freilassung der Geiseln, die die Hamas im Gazastreifen festhält sowie eine Feuerpause im Krieg. Das berichten Medien übereinstimmend. Auch die Einfuhr von Treibstoff in den Gazastreifen aus humanitären Gründen sei Thema der Gespräche.

Tote bei Israels Militäreinsatz im Westjordanland

Update vom 9. November, 14.05 Uhr: Während die israelische Armee ihre Bodenoffensive im Gazastreifen fortsetzt, kommt es auch im Westjordanland immer wieder zu gewalttätigen Ausschreitungen. Lokale Quellen berichten von schweren Gefechten zwischen der israelischen Kfir-Brigade und palästinensischen Militanten in der Stadt Dschenin. Die israelische Armee meldete einen Luftangriff auf die Militanten und gab an, man habe Sprengstoff sichergestellt und mehrere Personen verhaftet.

Die Al-Qassam-Brigaden, der bewaffnete Arm der Hamas, sprachen von einem „heldenhaften Widerstand“ im Lager Dschenin. Zwar wird das Westjordanland von der palästinensischen Autonomiebehörde regiert, doch die Hamas zeigt dort dennoch in Form von kleinen Gruppen Präsenz

Ägypten lehnt laut Bericht CIA-Sicherheitsplan für Gazastreifen ab

Update vom 9. November, 12.15 Uhr: CIA-Chef William Burns, der anlässlich des Kriegs in Israel und Gaza nach Ägypten gereist ist, soll Präsident al-Sisi und Geheimdienst-Chef Abbas Kamel einen Plan für die Sicherheit im Gazastreifen vorgeschlagen haben. Laut Wall Street Journal solle Ägypten die sicherheitstechnische Kontrolle im Gazastreifen nach einer Niederlage der Hamas übernehmen, bis die Palästinensische Autonomiebehörde die Führung übernehmen kann, hätten ägyptische Beamte behauptet.

al-Sisi habe den Vorschlag angelehnt und gesagt, dass Ägypten keine Rolle bei der Beseitigung der Hamas spielen werde. Ägypten brauche die militante Gruppe, um die Sicherheit an der Grenze zu gewährleisten, heißt es im Bericht des WSJ.

Update vom 9. November, 10.18 Uhr: Bundesinnenministerin Nancy Faeser hat bei einer Plenardebatte zum Schutz jüdischen Lebens in Deutschland weitere Verbotsverfügungen angekündigt. Die SPD-Politikerin sagte am Donnerstag in Berlin, vor kurzem seien Betätigungsverbote für die islamistische Hamas-Bewegung und das Netzwerk Samidoun in Kraft getreten. Den deutschen Ableger von Samidoun habe sie aufgelöst. Die deutsche Demokratie setze sich also zur Wehr, sagte Faeser. Sie fügte hinzu: „Wir arbeiten schon an weiteren Verboten“.

Hamas feuert weiter Raketen auf Israel

Update vom 9. November, 10.15 Uhr: Auch mehr als vier Wochen nach Beginn des Kriegs zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas feuern militante Palästinenser weiter Raketen aus dem Küstenstreifen ab. In der israelischen Hafenstadt Aschdod nördlich des Palästinensergebiets heulten am Donnerstagmorgen Warnsirenen, wie The Guardian berichtet. Es gab zunächst keine Angaben zu Schäden oder Verletzten. Die Hamas hat die Anzahl ihrer Raketenangriffe zwar deutlich reduziert, dennoch kommt es zu Versuchen, zivile Gebiete in Israel zu beschießen. Die meisten der Raketen fängt Israels Luftverteidigung ab.

Berichte über humanitären Waffenstillstand im Gazastreifen

Update vom 9. November, 9.23 Uhr: Anscheinend wird über einen dreitägigen humanitären Waffenstillstand im Gazastreifen verhandelt. Die US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) berichtet das, unter Berufung auf zwei ägyptische Quellen, eine Person aus Kreisen der Vereinten Nationen und einen westlichen Diplomaten. Alle blieben anonym.

Laut den Quellen versuchen Katar, Ägypten und die USA diesen Waffenstillstand zwischen der islamistischen Terrororganisation Hamas und der israelischen Regierung zu vermitteln. Im Gegenzug soll die Hamas etwa ein Dutzend israelische Geiseln freilassen. Hochrangige US-Beamte sollen demnach vorgeschlagen haben, die Dauer des Waffenstillstandes an die Anzahl freigelassener Geiseln zu koppeln.

Update vom 9. November, 08.00 Uhr: Israels Armee (IDF) hat nach eigenen Angaben seit Kriegsbeginn 130 Eingänge zu Hamas-Tunneln im Gazastreifen zerstört. Das Tunnelsystem der islamistischen Hamas erstreckt sich, Experten zufolge, unter dem ganzen Gazastreifen. Am Donnerstagmorgen, 9. November, veröffentlichte die IDF Videomaterial, das Pioniere beim Durchsuchen von Tunneln zeigen soll. Die Pioniere zerstörten Tunneleingänge mit Sprengladungen und Baggern. Bereits am Dienstag, 7. November veröffentlichte die IDF ein Video, das einen Hamas-Tunnel unter einem Freizeitpark zeigen soll.

Hunderttausende fliehen aus dem Norden des Gazastreifens

Update vom 9. November, 06.30 Uhr: Angesichts der heftigen Gefechte mit der islamistischen Hamas im Norden des Gazastreifens wollen die israelischen Streitkräfte die Flucht von Zivilisten in den Süden des abgeriegelten Küstenstreifens weiter ermöglichen. „Wir werden diesen humanitären Korridor in den Süden weiterhin aufrechterhalten“, sagte Militärsprecher Daniel Hagari am Mittwoch, 8. November. Dies gelte auch für Donnerstag, 9. November. Demnach hätten am Mittwoch schätzungsweise 50 000 Menschen den Evakuierungskorridor genutzt.

Bis Dienstag, 7. November, sollen seit Kriegsbeginn am 7. Oktober circa 530.000 Menschen aus dem Norden des Gazastreifen in den Süden geflohen sein. Das berichtete die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) unter Berufung auf Angaben des Palästinenserhilfwerkes der Vereinten Nationen UNRWA.

Vor dem Gaza-Krieg: Die Geschichte des Israel-Palästina-Konflikts in Bildern 

Vor 60. Gründungstag von Israel
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen entschied 1947 über die Teilung Palästinas in zwei Staaten, einen jüdischen und einen arabischen. Im Teilungsplan wurde auch festgelegt, dass die Briten ihr Mandat für Palästina bis August 1948 niederlegen. Großbritannien hatte nach dem Ersten Weltkrieg das Gebiet besetzt und war 1922 offiziell mit dem Mandat über Palästina beauftragt worden. Am 14. Mai 1948 wurde auf Grundlage des UN-Beschlusses der jüdische Staat gegründet. © dpa
Proklamation des Staates Israel
Nach der Unterzeichnung der Proklamationsurkunde am 14. Mai 1948 im Stadtmuseum von Tel Aviv hält eine nicht identifizierte Person das Schriftstück mit den Unterschriften in die Höhe. Links ist David Ben Gurion zu sehen, der erste Ministerpräsident Israels. © dpa
Israelischer Unabhängigkeitskrieg
Ein historisches Datum für den Staat Israel. Doch die arabischen Staaten Libanon, Syrien, Jordanien, Ägypten und Irak erkannten die Gründung nicht an und überschritten nur einen Tag später mit ihren Armeen die Grenzen. So begann der Palästina-Krieg, der im Januar 1949 mit dem Sieg Israels endete. Das Foto zeigt israelische Mitglieder der paramilitärischen Organisation Haganah im August 1948.  © AFP
Operation Yoav
Die israelische Armee konnte während des Krieges 40 Prozent des Gebiets erobern, das eigentlich laut dem ursprünglichen UN-Plan zur Teilung für die arabische Bevölkerung vorgesehen war. So wurde auch der westliche Teil von Jerusalem von Israel besetzt.  © Imago
Waffenstillstand Israel Palästina 1949
Die Vereinten Nationen vermittelten zwischen Israel und Ägypten, und so kam es zwischen den beiden Ländern am 24. Februar 1949 zu einem Waffenstillstandsvertrag. Andere arabische Kriegsgegner folgten mit Waffenstillständen bis Juli 1949. Laut Schätzungen starben bei dem Krieg, den die arabischen Länder gestartet hatten, mehr als 6000 Israelis und 6000 Araber.  © ACME Newspictures/afp
Arafat. Geschichte des Krieges in Israel
Jassir Arafat gründete 1959 die Fatah, eine Partei in den palästinensischen Autonomiegebieten. Laut ihrer Verfassung war ihr Ziel, auch mit terroristischen Mitteln die Israelis aus Palästina zu vertreiben und Jerusalem als Hauptstadt zu installieren. Ebenfalls als Ziel rief die Fatah die „Ausrottung der ökonomischen, politischen, militärischen und kulturellen Existenz des Zionismus“ aus.  © PPO/afp
Arafat
1993 erkannte die Fatah mit ihrem Vorsitzenden Jassir Arafat das Existenzrecht Israels im Osloer-Friedensprozess an, und wollte den Terror als Waffe nicht mehr nutzen. Allerdings gab es immer wieder Bombenattentate in Israel. 2011 suchte Arafat den Schulterschluss mit der Hamas. Gemeinsam planten sie, eine Übergangsregierung zu bilden, was bis heute nicht umgesetzt wurde. Innerhalb der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) ist die Fatah die stärkste Fraktion. © Aleksander Nordahl/Imago
1974 Arafat vor UN
Im Oktober 1974 erkannte die Vollversammlung der Vereinten Nationen die PLO als Befreiungsbewegung an. Daraufhin wurde Arafat als Vertreter eingeladen. Am 13. November 1974 eröffnete Arafat die Debatte in der Vollversammlung. Er beendete die Rede mit dem Satz: „Ich bin mit einem Olivenzweig in der einen und dem Gewehr des Revolutionärs in der anderen Hand hierhergekommen. Lasst nicht zu, dass der grüne Zweig aus meiner Hand fällt!“ © dpa
Kampfflugzeug im Sechs-Tage Krieg
Vom 5. Juni bis 10. Juni 1967 fand der Sechstagekrieg zwischen Israel auf der einen und Ägypten, Jordanien und Syrien auf der anderen Seite statt. Auslöser war die ägyptische Blockade der Seestraße von Tiran für die Israelis, die so abgeschnitten waren. Außerdem hatte der ägyptische Präsident den Abzug der Blauhelme erzwungen, die die nördliche Grenze Israels sicherten. Als Drohung schickte Ägypten dann 1000 Panzer und 100.000 Soldaten an die Grenzen zu Israel. Als Reaktion auf die Bedrohung flogen die Israelis einen Präventiv-Schlag. Auf dem Foto sieht man ein ägyptisches Kampfflugzeug. Während des Krieges konnte Israel die Kontrolle über den Gazastreifen, die Sinai-Halbinsel, die Golanhöhen, das Westjordanland und Ostjerusalem erlangen. Weil Israel seine Angreifer besiegen konnte, machte der Staat am 19. Juni 1967, neun Tage nach seinem Sieg, Ägypten und Syrien ein Friedensangebot. Darin enthalten die Aufforderung, Israel als Staat anzuerkennen. © AP/dpa
Arabisch-israelischer Krieg
Am 6. Oktober 1973, dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, startete eine arabische Militärkoalition unter Führung Ägyptens und Syriens einen Überraschungsangriff, gleichzeitig auf die Sinai-Halbinsel und die Golanhöhen. Nach anfänglichem Erfolg der arabischen Kriegsparteien gelang es Israel, sich zu behaupten. Erst mit dem Friedensvertrag sechs Jahre später am 26. März 1979, normalisierten sich die Beziehungen zwischen Ägypten und Israel. Ägypten war der erste arabische Staat, der das Existenzrecht Israels anerkannte. © afp
Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten, Jimmy Carter schüttelt dem ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat die Hand.
Das Friedensabkommen vom 26. März. 1979 war ein wichtiger Meilenstein. US-Präsident Jimmy Carter gratulierte damals dem ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat und dem israelischen Premierminister Menachem Begin vor dem Weißen Haus. Nach den Camp-David-Verhandlungen unterzeichneten sie den Friedensvertrag zwischen den beiden Ländern dort. © Consolidated News Pictures/afp
Beschuss im Libanonkrieg
1982 begann mit dem Libanonkrieg der erste große israelisch-arabische Konflikt, der von Israel gestartet wurde. Die Kriegsparteien waren die israelische Armee und verbündete Milizen auf der einen, die PLO und Syrien auf der anderen Seite. Israel besetzte im Rahmen des Krieges zwischen 1982 und 1985 den Süden Libanons. Später richtete Israel daraufhin dort eine „Sicherheitszone“ ein, die aber Angriffe der Hisbollah aus dem Libanon auf nordisraelische Städte nicht verhindern konnte. Am 25. Mai 2000 zog die israelische Armee aus dem Südlibanon ab.  © Dominique Faget/afp
Soldaten und Kinder bei der Intifada 1987
Am 8. Dezember 1987 brach im Westjordanland und im Gazastreifen ein gewaltsamer Aufstand der Palästinenser gegen die israelische Besatzung aus. Diesen Aufstand nennt man Intifada. Auf dem Foto ist zu sehen, wie israelische Soldaten Kinder anweisen, das Gebiet zu verlassen, als Hunderte von Demonstranten Steine und Flaschen schleudern.  © Esaias Baitel/afp
Hamas-Kundgebung im Gaza-Streifen
Die PLO (Palästinensische Befreiungsorganisation), die ihre Zentrale in Tunis hatte, wollte einen eigenen palästinensischen Staat ausrufen, hatte aber keine Kontrolle über die entsprechenden Gebiete. Im Zuge dessen kam es zu einem Gewaltausbruch, der erst 1991 abnahm. 1993 wurde schließlich mit dem Osloer Abkommen die erste Intifada beendet. © Ali Ali/dpa
Der PLO-Führer Yasser Arafat und der israelischen Premierminister Yitzahk Rabin schütteln sich 1993 die Hände.
Nach Jahrzehnten von Gewalt und Konflikten unterschrieben am 13. September 1993 Israels Außenminister Shimon Peres und Mahmoud Abbas, Verhandlungsführer der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), unter Aufsicht der russischen und amerikanischen Außenminister die „Osloer Verträge“. Das Foto des Händedrucks zwischen Palästinenservertreter Jassir Arafat und dem israelischen Ministerpräsident Yitzhak Rabin und US-Präsident Bill Clinton wurde weltberühmt. © J. David Ake/afp
Yasir Arafat, Shimon Peres und Yitzhak Rabin erhalten den Friedensnobelpreis
Nach der Unterzeichnung der Osloer Verträge bekamen Jassir Arafat, Schimon Peres und Yitzhak Rabin den Friedensnobelpreis für 1994. Hier die Preisträger zusammen mit ihrer Medaille und ihrem Diplom im Osloer Rathaus. Die Friedensverträge wurden damals als wichtiger Startpunkt für Frieden in der Region gesehen. © Aleksander Nordahl/Imago
Bill Clinton, König Hussein und Rabin bei der Friedenssitzung
1994 folgten Friedensverhandlungen zwischen Jordanien und Israel 1994 im Weißen Haus. Auf dem Foto ist zu sehen, wie der jordanische König Hussein und der israelische Premierminister Yitzahk Rabin bei der Friedenssitzung sich die Hände schütteln. © Imago/ ZUMA Press
Sarg von Yitzhak Rabin, Geschichte des Kriegs in Israel
Mit der Hoffnung auf Frieden in der Region wurde der Hass von israelischen Extremisten größer. Diese wollten Abkommen mit den arabischen Staaten und der PLO nicht akzeptieren. So wurde Yitzhak Rabin zur Zielscheibe und wurde 1995 im Anschluss an eine große Friedenskundgebung in Tel Aviv von einem rechtsextremen Juden ermordet. Das Foto zeigt den Sarg des Premierministers in Jerusalem bei seiner Beerdigung.  © Jim Hollander/dpa
Junge schießt mit Katapult bei der zweiten Intifada, Geschichte des Krieges in Israel
Obwohl es in den 1990er Jahren mit den Osloer Verträgen große Hoffnung auf Frieden gab, hatte sich die Situation nach der Ermordung von Yitzhak Rabin massiv aufgeheizt. 2000 kam es zur zweiten Intifada, dem gewaltvollen Aufstand der Palästinenser mit Straßenschlachten. Die zweite Intifada dauerte bis 2005. © Imago/UPI Photo
Israelische Soldaten 2006, Geschichte des Krieges in Israel
2006 kam es wieder zwischen Israel und dem Libanon zum Krieg. Die Auseinandersetzung wird auch 33-Tage-Krieg oder zweiter Libanon-Krieg genannt, weil sie nach gut einem Monat am 14. August 2006 mit einem Waffenstillstand endete. Das Foto zeigt einen israelischen Soldaten im Libanon-Krieg im Jahr 2006. Eine israelische Artillerieeinheit hatte soeben an der libanesisch-israelischen Grenze in den Libanon gefeuert. Fast 10.000 israelische Soldaten kämpften in der Nähe von etwa einem Dutzend Dörfern im Südlibanon gegen Hisbollah-Kämpfer.  © Menahem Kahana/afp
Israelisches Militär feuert auf Ziele im Libanon
Auslöser des Libanon-Kriegs waren anhaltende Konflikte zwischen der Terrororganisation Hisbollah und der israelischen Armee. Um die Angriffe zu stoppen, bombardierte die israelische Luftwaffe die Miliz aus der Luft und verhängte eine Seeblockade. Die Hisbollah antwortete mit Raketenbeschuss auf den Norden Israels. Später schickte Israel auch Bodentruppen in den Süden von Libanon.  © Atef Safadi/dpa
Angriff im Süden von Beirut
Die libanesische Regierung verurteilte die Angriffe der Hisbollah und forderte internationale Friedenstruppen, um den Konflikt zu beenden. Am 14. August 2006 stimmten schließlich nach einer UN-Resolution die Konfliktparteien einem Waffenstillstand zu. Sowohl die Hisbollah als auch Israel sahen sich als Sieger.  © Wael Hamzeh/dpa
Krieg in Israel
2014 startete die israelische Armee (IDF) mit der Operation Protective Edge am 8. Juli eine Militäroperation, weil die Hamas aus dem Gazastreifen immer wieder Israel beschoss. Ab dem 26. Juli 2014 folgte eine unbefristete Waffenruhe, die kanpp neun jahre währte.  © Abir Sultan/dpa
Jahrestag der Angriffe auf Israel am 7. Oktober
Am 7. Oktober 2023 startete die Hamas einen Überraschungsangriff auf Israel mit Raketenbeschuss und Bodeninfiltrationen aus dem Gazastreifen, was zu schweren Verlusten und der Entführung zahlreicher Geiseln führte. Hier ist eine Gesamtansicht der zerstörten Polizeistation in Sderot nach den Angriffen der Hamas-Terroristen zu sehen.  © Ilia Yefimovich/dpa
Jahrestag der Angriffe auf Israel am 7. Oktober
Bei dem Überfall der Hamas und anderer extremistischer Gruppierungen auf Israel wurden rund 1200 Menschen getötet und mehr als 250 Israelis als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Seitdem wurden laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen Zehntausende Menschen getötet, darunter auch viele Frauen und Minderjährige. © Ilia Yefimovich/dpa

Update vom 8. November, 21.15 Uhr: Bei einem Treffen mit Gemeinderatsvorsitzenden aus jüdischen Siedlungen im Westjordanland warnte der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu davor, dass eine Minderheit extremistischer Siedler gewalttätige Aktionen durchführt, die zu einer Eskalation in der Region führen könnten. Es gebe „eine Handvoll Extremisten, die nicht die hier sitzende Gruppe repräsentieren und dem Staat Israel großen Schaden zufügen“, sagte Netanjahu den Siedlervertretern laut der Times of Israel.

Bei den meisten Siedlern im Westjordanland handele es sich zwar um gesetzestreue Bürger – aber „eine kleine Handvoll Leute“ nehme das Gesetz in die eigene Hand. „Wir sind nicht bereit, das hinzunehmen, und wir werden mit allen Mitteln dagegen vorgehen“, sagte Netanjahu. Gewalttätige Vorfälle, bei denen seit dem 7. Oktober mehrere Palästinenser getötet wurden, verursachten großen internationalen Schaden für den Staat Israel.

Israels Regierungschef Netanjahu dementiert Gerüchte über einen Waffenstillstand

Update vom 8. November, 20.17 Uhr: Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat Gerüchte über einen bevorstehenden Waffenstillstand gegen die Freilassung einiger Geiseln zurückgewiesen. „Ich möchte alle haltlosen Gerüchte, die wir aus allen möglichen Richtungen hören, vom Tisch wischen und eines klarmachen: Ohne die Freilassung unserer Geiseln wird es keinen Waffenstillstand geben“, sagte der Regierungschef laut der Times of Israel.

Netanjahu scheint damit auf Berichte anzuspielen, nach denen die Freilassung von 10 bis 15 Geiseln aus der Gefangenschaft der Hamas im Austausch für eine mehrtägige Feuerpause unmittelbar bevorstehe. Aus seinen Äußerungen ging allerdings nicht klar hervor, ob die Freilassung eines erheblichen Teils der Geiseln ausreichen würde, um eine Art Feuerpause statt eines Waffenstillstands herbeizuführen.

Gegen Gewährung einer Feuerpause: Hamas angeblich in Verhandlungen über Freilassung weiterer Geiseln

Update vom 8. November, 19.28 Uhr: Die Times of Israel berichtet auf Grundlage einer Hamas-nahen Quelle, dass Verhandlungen über die Freilassung mehrerer Geiseln, darunter sechs Amerikaner, geführt würden. Im Gegenzug werde der Terrororganisation ein längerer Waffenstillstand im Gazastreifen angeboten.

„Die Gespräche drehen sich um die Freilassung von zwölf Geiseln, die Hälfte davon Amerikaner, im Gegenzug für eine dreitägige humanitäre Feuerpause, die es der Hamas ermöglichen soll, die Geiseln freizulassen und Ägypten einen längeren Zeitraum für die Lieferung humanitärer Hilfe zu gewähren“, so die Quelle.

Krieg in Israel: Israelische Regierung will sich nicht auf eine zeitliche Beschränkung festlegen

Update vom 8. November, 18.15 Uhr: Israel will sich nicht auf eine zeitliche Beschränkung seiner Operationen im Gazastreifen festlegen. Das sagte der langjährige Politiker und ehemalige Verteidigungsminister Benny Gantz, der Mitglied des aktuellen Kriegskabinetts von Benjamin Netanjahu ist. Wie die Times of Israel berichtete, sagte er vor Journalisten in Tel Aviv, dass es hinsichtlich der Dauer des Krieges gegen die Hamas „keine Einschränkungen“ gebe. Man werde den Krieg so lange wie nötig fortsetzen.

Die Vernichtung der Hamas sei von existenzieller Bedeutung, sowohl im Hinblick auf die israelische Sicherheit als auch auf die Wahrung der zionistischen und demokratischen Werte des Staates. Schätzungen über die Länge dieses Krieges seien deshalb nicht möglich. „Wir können von unserem strategischen Ziel [der Vernichtung der Hamas] nicht abweichen“, sagte Gantz. Die Terrororganisation bedrohe existentiellen Grundlagen Israels.

Hochrangige Hamas-Funktionäre hoffen auf „dauerhaften“ Israel-Krieg

Update vom 8. November, 16.53 Uhr: In einem Interview mit der New York Times haben hochrangige Mitglieder der Hamas über die Ziele der Terrororganisation gesprochen und ihre Hoffnung zum Ausdruck gebracht, einen „permanenten“ Krieg gegen Israel führen zu können. Das Ziel des Angriffs vom 7. Oktober sei es gewesen, die Situation des israelisch-palästinensischen Konflikts grundlegend zu ändern und die Aufmerksamkeit auf die palästinensische Sache zu lenken, so Khalil al-Hayya, ein Mitglied des Politbüros der Hamas in Katar. „Was die Gleichung [gemeint ist die grundlegende Situation] verändern könnte, war eine große Tat, und es war ohne Zweifel klar, dass die Reaktion auf diese große Tat groß sein würde“, sagt er.

Er und andere zitierte Hamas-Mitglieder weisen die Vorstellung zurück, dass sie den Gazastreifen regieren wollen. „Es ging nicht darum, die Situation in Gaza zu verbessern. Dieser Kampf dient dazu, die Situation komplett umzustürzen.“ „Ich hoffe, dass der Kriegszustand mit Israel an allen Grenzen dauerhaft wird und dass die arabische Welt auf unserer Seite steht“, wird Hamas-Medienberater Taher El-Nounou zitiert.

Krieg Israels gegen die Hamas wirkt sich negativ aus Israels Staatshaushalt aus

Update vom 8. November, 15.25 Uhr: Der Krieg in Israel gegen die Hamas wirkt sich deutlich auf den israelischen Haushalt aus. Wie die Times of Israel berichtete, hat sich Israels Haushaltsdefizit im Oktober im Vergleich zu den zwölf vorangegangen Monaten auf 2,6 Prozent des BIP ausgeweitet. Im Vormonat habe der Wert noch 1,5 Prozent betragen. Nach Angaben des israelischen Finanzministeriums ist das „abnormale“ Defizit auf einen „signifikanten“ Anstieg der Staatsausgaben seit Ausbruch des Krieges am 7. Oktober zurückzuführen, einschließlich der Vorverlegung von Zahlungen an Lieferanten und lokale Behörden. Gleichzeitig sei das Steueraufkommen gesunken.

Die Staatsausgaben stiegen im Oktober 2023 auf 54,9 Mrd. Neue Israelische Schekel (NIS), was 14,3 Mrd. US-Dollar entspricht. Im selben Monat des Vorjahres lagen sie noch bei 41,9 Mrd. NIS (10,9 Mrd. US-Dollar). Demgegenüber beliefen sich die Staatseinnahmen im Oktober 2023 auf nur noch 32 Mrd. NIS (8,3 Mrd. US-Dollar) im Vergleich zu 36 Mrd. NIS (9,4 Mrd. US-Dollar) im Vormonat, was einen Rückgang von 11 Prozent entspricht. Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres sind die Staatseinnahmen sogar um 15,2 Prozent zurückgegangen

Krieg in Israel: Bereits über 10.500 Tote im Gazastreifen vermeldet

Update vom 8. November, 13.29 Uhr: Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums ist die Zahl der im Gazastreifen getöteten Palästinenser seit Beginn des Krieges vor einem Monat auf mittlerweile 10.569 gestiegen. Darunter seien 4324 Kinder und Jugendliche. Mehr als 26.000 Menschen seien verletzt worden.

Am Dienstag (7. November) hatte das Gesundheitsministerium noch von insgesamt 10.328 palästinensischen Todesopfern berichtet. Rund die Hälfte der Toten „der vergangenen Stunden“ soll aus dem südlichen Gazastreifen stammen. Die Zahlen und Angaben lassen sich derzeit allerdings nicht unabhängig überprüfen. Es soll sich um die mit Abstand größte Zahl von Toten unter Palästinensern während eines Krieges in der Geschichte des israelisch-palästinensischen Konflikts handeln.

Israelische Armee fordert Palästinenser zur Flucht aus Nordgaza auf – „erbittertes Kampfgebiet“

Update vom 8. November, 12.10 Uhr: Die israelische Armee hat den Zivilisten im nördlichen Gazastreifen auch am Mittwoch ein Zeitfenster für die Flucht in den Süden des Küstengebiets genannt. Die Armee erlaube zwischen 10.00 Uhr und 14.00 Uhr Ortszeit (13.00 Uhr MEZ) die Durchfahrt auf einer Verbindungsstraße Richtung Süden, schrieb ein Sprecher am Vormittag auf Arabisch auf der Plattform X. Er veröffentlichte dazu eine Karte, auf der die Straße eingezeichnet war. Der Sprecher rief die Menschen dazu, sich zu ihrer eigenen Sicherheit schnellstmöglich in Richtung Süden zu bewegen. „Der Norden des Gazastreifens wird als erbittertes Kampfgebiet betrachtet, und die Zeit zur Evakuierung läuft ab“, schrieb er.

Israels Militär steht kurz vor Al-Shifa-Krankenhaus in Gaza-Stadt

Update vom 8. November, 11.30 Uhr: Israelische Soldaten dringen offenbar immer tiefer in das Zentrum von Gaza-Stadt vor. Dies berichtet der Nachrichtensender Al Jazeera unter Berufung auf Augenzeugen. Die Truppen seien nur noch etwa 700 Meter vom Al-Shifa-Krankenhaus entfernt. Israel hat wiederholt behauptet, dass die Hamas in diesem Krankenhaus eine Kommandozentrale habe. Der Sender berichtet auch, dass „eine öffentliche Schule voller Vertriebener“ im Westen des Gazastreifens von israelischen Kanonenbooten aus beschossen worden sei.

Update vom 8. November, 10.45 Uhr: Die Terrormiliz Hamas hat Angaben Israels bestritten, wonach dessen Truppen militärische Erfolge verzeichneten und tief in die Stadt Gaza vorgedrungen seien. Vielmehr hätte die Hamas den israelischen Truppen schwere Verluste zugefügt, behauptete Hamas-Sprecher Ghasi Hamad in Beirut. Zahlreiche Soldaten seien getötet und viele Panzer zerstört worden. Die Hamas nutze ihr Tunnelnetz für Angriffe aus dem Hinterhalt.

Israel zerstört Tunnelnetz der Hamas in Gaza

Update vom 8. November, 09.30 Uhr: Bei seinem Vormarsch im Norden des Gazastreifens hat sich das israelische Militär am Mittwoch nach eigenen Angaben darauf konzentriert, das ausgedehnte Tunnelnetz der Hamas zu zerstören. Spezialeinheiten setzten Sprengsätze ein, um das sich über Hunderte Kilometer unter dem Gazastreifen erstreckende Tunnelnetz unschädlich zu machen, erläuterte Militärsprecher Daniel Hagari. Das Militär tötete dabei einen der führenden Waffenentwickler der Hamas, wie die Armee mitteilte. Muhsin Abu Sina war den Angaben nach unter anderem Experte für die Entwicklung von Raketen. 

Krieg in Nahost fordert zahlreiche Opfer in Israel und Gaza

Erstmeldung vom 8. November: Gaza – Nach Angaben der israelischen Armee ist bei Kämpfen im Norden des Gazastreifens ein Soldat der 401. Panzerbrigade getötet worden. Damit erhöht sich die Zahl der israelischen Soldaten, die seit Beginn der Bodenoffensive in Gaza ihr Leben verloren haben, auf 31.

Derweil ist die Zahl der im Gazastreifen getöteten Palästinenser nach Angaben des Hamas-kontrollierten Gesundheitsministeriums auf mehr als 10.300 gestiegen. Die palästinensischen Behörden machen dabei keinen Unterschied zwischen Kombattanten und Zivilisten. Allerdings sollen 4.237 Kinder unter den Opfern sein. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden im Gazastreifen täglich rund 160 Kinder getötet. „Das Ausmaß von Tod und Leid ist kaum vorstellbar“, sagte WHO-Sprecher Christian Lindmeier. Bei ihrem Terrorangriff am 7. Oktober ermordete die Hamas nach israelischen Angaben mehr als 1.400 Menschen. Zudem verschleppte etwa 240 Geiseln in den Gazastreifen.

Hier ein Überblick über die Daten, die die UN auf Grundlage der Angaben zusammengestellt haben (Stand 7. November). Die Zahlen lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.

Palästinensische OpferIsraelische Opfer
Tote: 10.328Tote: ca. 1.400
Verletzte: 25.956Verletze: ca. 5.400

Druck auf Israel wächst: Biden bittet Netanjahu um Kampfpause in Gaza

Angesichts der dramatischen Lage für die Zivilbevölkerung in dem dicht besiedelten Gebiet wächst der Druck auf Israel zu einer Feuerpause, um Hilfslieferungen zu ermöglichen und ausländische Staatsangehörige aus dem Gazastreifen zu evakuieren. Auch US-Präsident Joe Biden bat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu um eine Kampfpause. Dies könne auch dazu dienen, Hamas-Geiseln freizubekommen, berichtete das US-Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf US-Regierungskreise.

Netanjahu schloss eine Waffenruhe ohne eine Freilassung von Geiseln allerdings erneut aus. Solange die von der Hamas verschleppten Menschen nicht frei seien, werde es keine Lieferung von Treibstoff in das Gebiet, keinen Zugang für palästinensische Arbeiter nach Israel und keine Waffenruhe im Gazastreifen geben, sagte Netanjahu in einer Fernsehansprache.

Israels Armee im Zentrum von Gaza: Stützpunkt der Hamas gesichert

„Wir sind im Herzen der Stadt Gaza“, sagte Israels Verteidigungsminister Joav Gallant. Gaza sei der „größte je errichtete Terroristen-Stützpunkt der Welt“. Die Stadt im Norden des Gazastreifens war nach Angaben des israelischen Militärs zuvor umstellt worden. Ein Sprecher hatte kürzlich erklärt, das Küstengebiet sei nun in eine nördliche und eine südliche Hälfte geteilt. Bei jüngsten Gefechten wurde nach Armeeangaben ein „militärischer Stützpunkt der Hamas-Terrororganisation im nördlichen Gazastreifen gesichert“. (red mit Agenturen)

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