- schließen
Lukas Rogalla
Robert Wagner
Christian Stör
Die Hamas feuert erneut Raketen auf Israel ab. Die CIA- und Mossad-Chefs treffen sich in Katar zu Gesprächen. Der News-Ticker zum Krieg in Israel.
- Raketen aus dem Gazastreifen: Alarm in israelischer Stadt Aschdod
- Einsatz gegen die Hamas: Israels Armee will 130 Eingänge zu Tunneln zerstört haben
- Die hier verarbeiteten Informationen zum Krieg in Israel stammen von internationalen Medien und Nachrichtenagenturen, aber auch von den Konfliktparteien. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben zur Situation in Israel und im Gazastreifen aber teilweise nicht. Auch in diesen Fällen bleiben wir transparent.
Dieser News-Ticker zum Israel-Gaza-Krieg ist geschlossen. Weitere Entwicklungen zur Situation in Israel und dem Gazastreifen können Sie in unserem neuen News-Ticker nachlesen.
Update vom 9. November, 21.52 Uhr: Der iranische Außenminister Hussein Amirabdollahian warnt mit Blick auf den Krieg in Israel vor einer Ausweitung des Konfliktes. „Wegen der massiven Ausweitung des Kriegs gegen zivile Bewohner Gazas ist die Ausweitung des Kriegsausmaßes nun unvermeidlich“, wird er in einer Mitteilung des Außenministeriums zitiert.
Update vom 9. November, 19.12 Uhr: „Es gibt keine Waffenruhe. Ich wiederhole, es gibt keine Waffenruhe“, betonte der israelische Armee-Sprecher Oberstleutnant Richard Hecht gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bestätigt. „Was wir tun, dieses Vier-Stunden-Fenster, das sind taktische, lokale Pausen für humanitäre Hilfe.“
Die US-Regierung hatte zuvor angekündigt, dass für vier Stunden pro Tag keine Einsätze im Norden des Gazastreifens ausgeführt werden sollen, um Zivilisten die Flucht zu ermöglichen.
Verwirrung um Waffenruhe im Israel-Krieg– „Die Kämpfe gehen weiter“
Update vom 9. November, 18.26 Uhr: Die israelische Regierung beharrt auf ihrer Forderung, dass es ein Waffenstillstand mit der Hamas nur gegen die Freilassung der von den Islamisten festgehaltenen Geiseln geben wird. „Die Kämpfe gehen weiter und es wird keine Feuerpause ohne die Freilassung unserer Geiseln geben“, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung des Büros des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.
Zuvor hatte das Weiße Haus verkündet, Israel habe täglichen vierstündigen „humanitären Pausen“ bei den Kämpfen im nördlichen Gazastreifen zugestimmt. Auf die Frage, ob es sich bei der Stellungnahme des Büros des Ministerpräsidenten um ein Dementi der US-Ankündigung handele, ging ein Sprecher Netanjahus am Donnerstag nicht ein.
US-Sprecher: Israel zu tägliche Feuerpausen bereit
Update vom 9. November, 16.50 Uhr: Nach Angaben von John Kirby, dem Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats der USA, hat Israel zugestimmt, täglich eine vier Stunden lange Feuerpause in Gaza einzulegen. Ziel ist es, den Zivilisten im Norden des Streifens eine sichere Fahrt in den Süden zu ermöglichen. Seit Wochen ruft Israel Zivilisten dazu auf, sich in sichere Zonen im Süden des Streifens zu bewegen. Die israelische Bodenoffensive läuft derzeit im Norden des palästinensischen Gebiets.
Kirby betonte laut der israelischen Zeitung Haaretz, man werde täglich drei Stunden vorher mitteilen, wann man die vier Stunden Feuerpause einlegen werde. Innerhalb dieser vier Stunden werde es schließlich keine militärischen Operationen geben. Neben des aktuell mitten durch Gaza verlaufenden Korridors für Zivilisten werde es einen weiteren Korridor an der Küste geben.
Update vom 9. November, 16.15 Uhr: CIA-Chef Williams Burns und sein israelischer Mossad-Kollege David Barnea sind zu Gesprächen mit Ministerpräsident Mohammed Bin Abdulrahman al-Thani nach Katar gereist. Konkret geht es um die Freilassung der Geiseln, die die Hamas im Gazastreifen festhält sowie eine Feuerpause im Krieg. Das berichten Medien übereinstimmend. Auch die Einfuhr von Treibstoff in den Gazastreifen aus humanitären Gründen sei Thema der Gespräche.
Tote bei Israels Militäreinsatz im Westjordanland
Update vom 9. November, 14.05 Uhr: Während die israelische Armee ihre Bodenoffensive im Gazastreifen fortsetzt, kommt es auch im Westjordanland immer wieder zu gewalttätigen Ausschreitungen. Lokale Quellen berichten von schweren Gefechten zwischen der israelischen Kfir-Brigade und palästinensischen Militanten in der Stadt Dschenin. Die israelische Armee meldete einen Luftangriff auf die Militanten und gab an, man habe Sprengstoff sichergestellt und mehrere Personen verhaftet.
Die Al-Qassam-Brigaden, der bewaffnete Arm der Hamas, sprachen von einem „heldenhaften Widerstand“ im Lager Dschenin. Zwar wird das Westjordanland von der palästinensischen Autonomiebehörde regiert, doch die Hamas zeigt dort dennoch in Form von kleinen Gruppen Präsenz
Ägypten lehnt laut Bericht CIA-Sicherheitsplan für Gazastreifen ab
Update vom 9. November, 12.15 Uhr: CIA-Chef William Burns, der anlässlich des Kriegs in Israel und Gaza nach Ägypten gereist ist, soll Präsident al-Sisi und Geheimdienst-Chef Abbas Kamel einen Plan für die Sicherheit im Gazastreifen vorgeschlagen haben. Laut Wall Street Journal solle Ägypten die sicherheitstechnische Kontrolle im Gazastreifen nach einer Niederlage der Hamas übernehmen, bis die Palästinensische Autonomiebehörde die Führung übernehmen kann, hätten ägyptische Beamte behauptet.
al-Sisi habe den Vorschlag angelehnt und gesagt, dass Ägypten keine Rolle bei der Beseitigung der Hamas spielen werde. Ägypten brauche die militante Gruppe, um die Sicherheit an der Grenze zu gewährleisten, heißt es im Bericht des WSJ.
Update vom 9. November, 10.18 Uhr: Bundesinnenministerin Nancy Faeser hat bei einer Plenardebatte zum Schutz jüdischen Lebens in Deutschland weitere Verbotsverfügungen angekündigt. Die SPD-Politikerin sagte am Donnerstag in Berlin, vor kurzem seien Betätigungsverbote für die islamistische Hamas-Bewegung und das Netzwerk Samidoun in Kraft getreten. Den deutschen Ableger von Samidoun habe sie aufgelöst. Die deutsche Demokratie setze sich also zur Wehr, sagte Faeser. Sie fügte hinzu: „Wir arbeiten schon an weiteren Verboten“.
Hamas feuert weiter Raketen auf Israel
Update vom 9. November, 10.15 Uhr: Auch mehr als vier Wochen nach Beginn des Kriegs zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas feuern militante Palästinenser weiter Raketen aus dem Küstenstreifen ab. In der israelischen Hafenstadt Aschdod nördlich des Palästinensergebiets heulten am Donnerstagmorgen Warnsirenen, wie The Guardian berichtet. Es gab zunächst keine Angaben zu Schäden oder Verletzten. Die Hamas hat die Anzahl ihrer Raketenangriffe zwar deutlich reduziert, dennoch kommt es zu Versuchen, zivile Gebiete in Israel zu beschießen. Die meisten der Raketen fängt Israels Luftverteidigung ab.
Berichte über humanitären Waffenstillstand im Gazastreifen
Update vom 9. November, 9.23 Uhr: Anscheinend wird über einen dreitägigen humanitären Waffenstillstand im Gazastreifen verhandelt. Die US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) berichtet das, unter Berufung auf zwei ägyptische Quellen, eine Person aus Kreisen der Vereinten Nationen und einen westlichen Diplomaten. Alle blieben anonym.
Laut den Quellen versuchen Katar, Ägypten und die USA diesen Waffenstillstand zwischen der islamistischen Terrororganisation Hamas und der israelischen Regierung zu vermitteln. Im Gegenzug soll die Hamas etwa ein Dutzend israelische Geiseln freilassen. Hochrangige US-Beamte sollen demnach vorgeschlagen haben, die Dauer des Waffenstillstandes an die Anzahl freigelassener Geiseln zu koppeln.
Update vom 9. November, 08.00 Uhr: Israels Armee (IDF) hat nach eigenen Angaben seit Kriegsbeginn 130 Eingänge zu Hamas-Tunneln im Gazastreifen zerstört. Das Tunnelsystem der islamistischen Hamas erstreckt sich, Experten zufolge, unter dem ganzen Gazastreifen. Am Donnerstagmorgen, 9. November, veröffentlichte die IDF Videomaterial, das Pioniere beim Durchsuchen von Tunneln zeigen soll. Die Pioniere zerstörten Tunneleingänge mit Sprengladungen und Baggern. Bereits am Dienstag, 7. November veröffentlichte die IDF ein Video, das einen Hamas-Tunnel unter einem Freizeitpark zeigen soll.
Hunderttausende fliehen aus dem Norden des Gazastreifens
Update vom 9. November, 06.30 Uhr: Angesichts der heftigen Gefechte mit der islamistischen Hamas im Norden des Gazastreifens wollen die israelischen Streitkräfte die Flucht von Zivilisten in den Süden des abgeriegelten Küstenstreifens weiter ermöglichen. „Wir werden diesen humanitären Korridor in den Süden weiterhin aufrechterhalten“, sagte Militärsprecher Daniel Hagari am Mittwoch, 8. November. Dies gelte auch für Donnerstag, 9. November. Demnach hätten am Mittwoch schätzungsweise 50 000 Menschen den Evakuierungskorridor genutzt.
Bis Dienstag, 7. November, sollen seit Kriegsbeginn am 7. Oktober circa 530.000 Menschen aus dem Norden des Gazastreifen in den Süden geflohen sein. Das berichtete die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) unter Berufung auf Angaben des Palästinenserhilfwerkes der Vereinten Nationen UNRWA.
Vor dem Gaza-Krieg: Die Geschichte des Israel-Palästina-Konflikts in Bildern




Update vom 8. November, 21.15 Uhr: Bei einem Treffen mit Gemeinderatsvorsitzenden aus jüdischen Siedlungen im Westjordanland warnte der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu davor, dass eine Minderheit extremistischer Siedler gewalttätige Aktionen durchführt, die zu einer Eskalation in der Region führen könnten. Es gebe „eine Handvoll Extremisten, die nicht die hier sitzende Gruppe repräsentieren und dem Staat Israel großen Schaden zufügen“, sagte Netanjahu den Siedlervertretern laut der Times of Israel.
Bei den meisten Siedlern im Westjordanland handele es sich zwar um gesetzestreue Bürger – aber „eine kleine Handvoll Leute“ nehme das Gesetz in die eigene Hand. „Wir sind nicht bereit, das hinzunehmen, und wir werden mit allen Mitteln dagegen vorgehen“, sagte Netanjahu. Gewalttätige Vorfälle, bei denen seit dem 7. Oktober mehrere Palästinenser getötet wurden, verursachten großen internationalen Schaden für den Staat Israel.
Israels Regierungschef Netanjahu dementiert Gerüchte über einen Waffenstillstand
Update vom 8. November, 20.17 Uhr: Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat Gerüchte über einen bevorstehenden Waffenstillstand gegen die Freilassung einiger Geiseln zurückgewiesen. „Ich möchte alle haltlosen Gerüchte, die wir aus allen möglichen Richtungen hören, vom Tisch wischen und eines klarmachen: Ohne die Freilassung unserer Geiseln wird es keinen Waffenstillstand geben“, sagte der Regierungschef laut der Times of Israel.
Netanjahu scheint damit auf Berichte anzuspielen, nach denen die Freilassung von 10 bis 15 Geiseln aus der Gefangenschaft der Hamas im Austausch für eine mehrtägige Feuerpause unmittelbar bevorstehe. Aus seinen Äußerungen ging allerdings nicht klar hervor, ob die Freilassung eines erheblichen Teils der Geiseln ausreichen würde, um eine Art Feuerpause statt eines Waffenstillstands herbeizuführen.
Gegen Gewährung einer Feuerpause: Hamas angeblich in Verhandlungen über Freilassung weiterer Geiseln
Update vom 8. November, 19.28 Uhr: Die Times of Israel berichtet auf Grundlage einer Hamas-nahen Quelle, dass Verhandlungen über die Freilassung mehrerer Geiseln, darunter sechs Amerikaner, geführt würden. Im Gegenzug werde der Terrororganisation ein längerer Waffenstillstand im Gazastreifen angeboten.
„Die Gespräche drehen sich um die Freilassung von zwölf Geiseln, die Hälfte davon Amerikaner, im Gegenzug für eine dreitägige humanitäre Feuerpause, die es der Hamas ermöglichen soll, die Geiseln freizulassen und Ägypten einen längeren Zeitraum für die Lieferung humanitärer Hilfe zu gewähren“, so die Quelle.
Krieg in Israel: Israelische Regierung will sich nicht auf eine zeitliche Beschränkung festlegen
Update vom 8. November, 18.15 Uhr: Israel will sich nicht auf eine zeitliche Beschränkung seiner Operationen im Gazastreifen festlegen. Das sagte der langjährige Politiker und ehemalige Verteidigungsminister Benny Gantz, der Mitglied des aktuellen Kriegskabinetts von Benjamin Netanjahu ist. Wie die Times of Israel berichtete, sagte er vor Journalisten in Tel Aviv, dass es hinsichtlich der Dauer des Krieges gegen die Hamas „keine Einschränkungen“ gebe. Man werde den Krieg so lange wie nötig fortsetzen.
Die Vernichtung der Hamas sei von existenzieller Bedeutung, sowohl im Hinblick auf die israelische Sicherheit als auch auf die Wahrung der zionistischen und demokratischen Werte des Staates. Schätzungen über die Länge dieses Krieges seien deshalb nicht möglich. „Wir können von unserem strategischen Ziel [der Vernichtung der Hamas] nicht abweichen“, sagte Gantz. Die Terrororganisation bedrohe existentiellen Grundlagen Israels.
Hochrangige Hamas-Funktionäre hoffen auf „dauerhaften“ Israel-Krieg
Update vom 8. November, 16.53 Uhr: In einem Interview mit der New York Times haben hochrangige Mitglieder der Hamas über die Ziele der Terrororganisation gesprochen und ihre Hoffnung zum Ausdruck gebracht, einen „permanenten“ Krieg gegen Israel führen zu können. Das Ziel des Angriffs vom 7. Oktober sei es gewesen, die Situation des israelisch-palästinensischen Konflikts grundlegend zu ändern und die Aufmerksamkeit auf die palästinensische Sache zu lenken, so Khalil al-Hayya, ein Mitglied des Politbüros der Hamas in Katar. „Was die Gleichung [gemeint ist die grundlegende Situation] verändern könnte, war eine große Tat, und es war ohne Zweifel klar, dass die Reaktion auf diese große Tat groß sein würde“, sagt er.
Er und andere zitierte Hamas-Mitglieder weisen die Vorstellung zurück, dass sie den Gazastreifen regieren wollen. „Es ging nicht darum, die Situation in Gaza zu verbessern. Dieser Kampf dient dazu, die Situation komplett umzustürzen.“ „Ich hoffe, dass der Kriegszustand mit Israel an allen Grenzen dauerhaft wird und dass die arabische Welt auf unserer Seite steht“, wird Hamas-Medienberater Taher El-Nounou zitiert.
Krieg Israels gegen die Hamas wirkt sich negativ aus Israels Staatshaushalt aus
Update vom 8. November, 15.25 Uhr: Der Krieg in Israel gegen die Hamas wirkt sich deutlich auf den israelischen Haushalt aus. Wie die Times of Israel berichtete, hat sich Israels Haushaltsdefizit im Oktober im Vergleich zu den zwölf vorangegangen Monaten auf 2,6 Prozent des BIP ausgeweitet. Im Vormonat habe der Wert noch 1,5 Prozent betragen. Nach Angaben des israelischen Finanzministeriums ist das „abnormale“ Defizit auf einen „signifikanten“ Anstieg der Staatsausgaben seit Ausbruch des Krieges am 7. Oktober zurückzuführen, einschließlich der Vorverlegung von Zahlungen an Lieferanten und lokale Behörden. Gleichzeitig sei das Steueraufkommen gesunken.
Die Staatsausgaben stiegen im Oktober 2023 auf 54,9 Mrd. Neue Israelische Schekel (NIS), was 14,3 Mrd. US-Dollar entspricht. Im selben Monat des Vorjahres lagen sie noch bei 41,9 Mrd. NIS (10,9 Mrd. US-Dollar). Demgegenüber beliefen sich die Staatseinnahmen im Oktober 2023 auf nur noch 32 Mrd. NIS (8,3 Mrd. US-Dollar) im Vergleich zu 36 Mrd. NIS (9,4 Mrd. US-Dollar) im Vormonat, was einen Rückgang von 11 Prozent entspricht. Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres sind die Staatseinnahmen sogar um 15,2 Prozent zurückgegangen
Krieg in Israel: Bereits über 10.500 Tote im Gazastreifen vermeldet
Update vom 8. November, 13.29 Uhr: Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums ist die Zahl der im Gazastreifen getöteten Palästinenser seit Beginn des Krieges vor einem Monat auf mittlerweile 10.569 gestiegen. Darunter seien 4324 Kinder und Jugendliche. Mehr als 26.000 Menschen seien verletzt worden.
Am Dienstag (7. November) hatte das Gesundheitsministerium noch von insgesamt 10.328 palästinensischen Todesopfern berichtet. Rund die Hälfte der Toten „der vergangenen Stunden“ soll aus dem südlichen Gazastreifen stammen. Die Zahlen und Angaben lassen sich derzeit allerdings nicht unabhängig überprüfen. Es soll sich um die mit Abstand größte Zahl von Toten unter Palästinensern während eines Krieges in der Geschichte des israelisch-palästinensischen Konflikts handeln.
Israelische Armee fordert Palästinenser zur Flucht aus Nordgaza auf – „erbittertes Kampfgebiet“
Update vom 8. November, 12.10 Uhr: Die israelische Armee hat den Zivilisten im nördlichen Gazastreifen auch am Mittwoch ein Zeitfenster für die Flucht in den Süden des Küstengebiets genannt. Die Armee erlaube zwischen 10.00 Uhr und 14.00 Uhr Ortszeit (13.00 Uhr MEZ) die Durchfahrt auf einer Verbindungsstraße Richtung Süden, schrieb ein Sprecher am Vormittag auf Arabisch auf der Plattform X. Er veröffentlichte dazu eine Karte, auf der die Straße eingezeichnet war. Der Sprecher rief die Menschen dazu, sich zu ihrer eigenen Sicherheit schnellstmöglich in Richtung Süden zu bewegen. „Der Norden des Gazastreifens wird als erbittertes Kampfgebiet betrachtet, und die Zeit zur Evakuierung läuft ab“, schrieb er.
Israels Militär steht kurz vor Al-Shifa-Krankenhaus in Gaza-Stadt
Update vom 8. November, 11.30 Uhr: Israelische Soldaten dringen offenbar immer tiefer in das Zentrum von Gaza-Stadt vor. Dies berichtet der Nachrichtensender Al Jazeera unter Berufung auf Augenzeugen. Die Truppen seien nur noch etwa 700 Meter vom Al-Shifa-Krankenhaus entfernt. Israel hat wiederholt behauptet, dass die Hamas in diesem Krankenhaus eine Kommandozentrale habe. Der Sender berichtet auch, dass „eine öffentliche Schule voller Vertriebener“ im Westen des Gazastreifens von israelischen Kanonenbooten aus beschossen worden sei.
Update vom 8. November, 10.45 Uhr: Die Terrormiliz Hamas hat Angaben Israels bestritten, wonach dessen Truppen militärische Erfolge verzeichneten und tief in die Stadt Gaza vorgedrungen seien. Vielmehr hätte die Hamas den israelischen Truppen schwere Verluste zugefügt, behauptete Hamas-Sprecher Ghasi Hamad in Beirut. Zahlreiche Soldaten seien getötet und viele Panzer zerstört worden. Die Hamas nutze ihr Tunnelnetz für Angriffe aus dem Hinterhalt.
Israel zerstört Tunnelnetz der Hamas in Gaza
Update vom 8. November, 09.30 Uhr: Bei seinem Vormarsch im Norden des Gazastreifens hat sich das israelische Militär am Mittwoch nach eigenen Angaben darauf konzentriert, das ausgedehnte Tunnelnetz der Hamas zu zerstören. Spezialeinheiten setzten Sprengsätze ein, um das sich über Hunderte Kilometer unter dem Gazastreifen erstreckende Tunnelnetz unschädlich zu machen, erläuterte Militärsprecher Daniel Hagari. Das Militär tötete dabei einen der führenden Waffenentwickler der Hamas, wie die Armee mitteilte. Muhsin Abu Sina war den Angaben nach unter anderem Experte für die Entwicklung von Raketen.
Krieg in Nahost fordert zahlreiche Opfer in Israel und Gaza
Erstmeldung vom 8. November: Gaza – Nach Angaben der israelischen Armee ist bei Kämpfen im Norden des Gazastreifens ein Soldat der 401. Panzerbrigade getötet worden. Damit erhöht sich die Zahl der israelischen Soldaten, die seit Beginn der Bodenoffensive in Gaza ihr Leben verloren haben, auf 31.
Derweil ist die Zahl der im Gazastreifen getöteten Palästinenser nach Angaben des Hamas-kontrollierten Gesundheitsministeriums auf mehr als 10.300 gestiegen. Die palästinensischen Behörden machen dabei keinen Unterschied zwischen Kombattanten und Zivilisten. Allerdings sollen 4.237 Kinder unter den Opfern sein. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden im Gazastreifen täglich rund 160 Kinder getötet. „Das Ausmaß von Tod und Leid ist kaum vorstellbar“, sagte WHO-Sprecher Christian Lindmeier. Bei ihrem Terrorangriff am 7. Oktober ermordete die Hamas nach israelischen Angaben mehr als 1.400 Menschen. Zudem verschleppte etwa 240 Geiseln in den Gazastreifen.
Hier ein Überblick über die Daten, die die UN auf Grundlage der Angaben zusammengestellt haben (Stand 7. November). Die Zahlen lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.
| Palästinensische Opfer | Israelische Opfer |
|---|---|
| Tote: 10.328 | Tote: ca. 1.400 |
| Verletzte: 25.956 | Verletze: ca. 5.400 |
Druck auf Israel wächst: Biden bittet Netanjahu um Kampfpause in Gaza
Angesichts der dramatischen Lage für die Zivilbevölkerung in dem dicht besiedelten Gebiet wächst der Druck auf Israel zu einer Feuerpause, um Hilfslieferungen zu ermöglichen und ausländische Staatsangehörige aus dem Gazastreifen zu evakuieren. Auch US-Präsident Joe Biden bat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu um eine Kampfpause. Dies könne auch dazu dienen, Hamas-Geiseln freizubekommen, berichtete das US-Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf US-Regierungskreise.
Netanjahu schloss eine Waffenruhe ohne eine Freilassung von Geiseln allerdings erneut aus. Solange die von der Hamas verschleppten Menschen nicht frei seien, werde es keine Lieferung von Treibstoff in das Gebiet, keinen Zugang für palästinensische Arbeiter nach Israel und keine Waffenruhe im Gazastreifen geben, sagte Netanjahu in einer Fernsehansprache.
Israels Armee im Zentrum von Gaza: Stützpunkt der Hamas gesichert
„Wir sind im Herzen der Stadt Gaza“, sagte Israels Verteidigungsminister Joav Gallant. Gaza sei der „größte je errichtete Terroristen-Stützpunkt der Welt“. Die Stadt im Norden des Gazastreifens war nach Angaben des israelischen Militärs zuvor umstellt worden. Ein Sprecher hatte kürzlich erklärt, das Küstengebiet sei nun in eine nördliche und eine südliche Hälfte geteilt. Bei jüngsten Gefechten wurde nach Armeeangaben ein „militärischer Stützpunkt der Hamas-Terrororganisation im nördlichen Gazastreifen gesichert“. (red mit Agenturen)
Rubriklistenbild: © Ilia Yefimovich/dpa



