VonStefan Kriegerschließen
Die Bundeswehr bereitet sich auf einen möglichen Einsatz im Nahost-Konflikt vor. Die Fregatte „Hessen“ könnte bald im Roten Meer patrouillieren.
Wilhelmshaven – Kommt es schon bald zum Einsatz deutscher Streitkräfte im Israel-Krieg? Die Bundeswehr will am Donnerstag (7. Dezember) die Fregatte „Hessen“ zu einem möglichen Einsatz im Roten Meer auf den Weg schicken. Das Schiff werde von Wilhelmshaven aus Richtung Mittelmeer in See stechen und sich dann – vorbehaltlich eines Mandats der EU und des Bundestags – an der internationalen Mission der Marine zum Schutz der Seewege im Roten Meer beteiligen. Dies teilte das Bundesverteidigungsministerium am Dienstag (6. Februar) in Berlin mit.
„Ein potenzieller Einsatz im Roten Meer wird für Schiff und Besatzung einen erneuten Härtetest darstellen“, erklärte der Kommandant der „Hessen“, Fregattenkapitän Volker Kübsch bei einem Pressegespräch des Verteidigungsministeriums. Er verwies auf die Risiken des Einsatzes im Roten Meer, wo die mit Iran verbündete Huthi-Miliz aus dem Jemen seit Wochen Handelsschiffe mit Raketen angreift. „Die Bedrohung dort ist nun nicht mehr abstrakt, sie ist ganz konkret und besteht aus einer Vielzahl an Waffen, die dort regelmäßig zum Einsatz gebracht wurden“, erklärte Kübsch.
Fregatte „Hessen“: Besatzungsstärke von etwa 240 Personen
Die „Hessen“ soll laut Verteidigungsministerium mit einer Besatzungsstärke von etwa 240 Soldatinnen und Soldaten auslaufen. Dies schließe neben der eigentlichen Stammbesatzung das Flugbetriebsteam für zwei Bordhubschrauber Sea Lynx sowie weiteres Einsatzpersonal wie ein Ärzteteam, Soldaten des Seebataillons und einen Militärpfarrer mit ein.
Fregattenkapitän Kübsch verwies auf die Fähigkeiten des Schiffs und seiner Besatzung. Er wolle daher „allen Freunden und Angehörigen der Besatzung ein wenig die Sorgen um uns nehmen“, erklärte er. „Sie können sich in jeder Hinsicht auf uns verlassen.“
| Fregatte „Hessen“ | Technische Daten |
|---|---|
| Länge\t | 143 m |
| Breite\t | 17,4 m |
| Tiefgang (max.)\t | 6,0 m |
| Verdrängung\t | 5.800 t |
| Maschinenleistung\t | 38.300 kW (52.074 PS) |
| Dienstgeschwindigkeit\t | 29 kn (54 km/h) |
| Besatzung\t | 255 Personen |
| Indienststellung\t | 21. April 2006 |
Mission soll Schiffe vor Angriffen der Huthi-Rebellen schützen
Die EU-Mission „Aspides“ (altgriechisch für „Schilde“) zielt darauf ab, Handelsschiffe gegen Angriffe der Huthi-Rebellen im Jemen zu schützen. Aufgrund der seit Anfang Oktober andauernden Angriffe auf Handelsschiffe im Roten Meer ist der Schiffsverkehr in der Region teilweise zum Stillstand gekommen.
Die Miliz sieht sich als Teil der gegen Israel gerichteten pro-iranischen „Achse des Widerstands“ im Nahost-Krieg. Bereits seit Dezember versuchen Kriegsschiffe einer internationalen Koalition unter US-Führung, die Route entlang der jemenitischen Küste zu sichern.
Die EU-Mission soll aus drei Kriegsschiffen sowie Begleitflugzeugen wie Hubschraubern und Drohnen bestehen. Sie plant keine Angriffe auf Huthi-Positionen an Land, wie es bei der Mission „Poseidon Archer“ von Großbritannien und den USA der Fall ist. Der offizielle Beschluss für die EU-Mission wird voraussichtlich beim nächsten Treffen der Außenminister am 19. Februar getroffen. Danach muss der Bundestag noch die deutsche Beteiligung genehmigen. (skr/afp)
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