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Trotz massiver Verluste: Putin plant wohl einen langen Krieg in der Ukraine. Dennoch ist Nato-Chef Stoltenberg optimistisch, dass Russland scheitern wird.
Moskau – Russland hat durch den Ukraine-Krieg viele Verluste hinnehmen müssen. Doch das hält Putin nicht davon ab, weiterzukämpfen. Nato-Chef Jens Stoltenberg geht davon aus, dass der Kreml-Chef Putin einen „langen“ Krieg in der Ukraine geplant habe. Putin wolle die „Ukraine kontrollieren“ und sei bereit, dafür neue Militäroffensiven in dem Nachbarland zu führen, sagte Stoltenberg am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Zugleich zeigt sich Stoltenberg optimistisch, dass Russland im Ukraine-Krieg scheitern wird. Wie stehen die Chancen, dass Russland den Krieg verliert?
Putin plant wohl „langen“ Krieg in der Ukraine – Nato-Chef Stoltenberg dennoch optimistisch
Während Militärexperten vermuteten, dass der Winter das Kriegstempo verlangsamt, rechnet Stoltenberg nach dem Winter mit einer russischen Offensive. Bereits jetzt mobilisiere die russische Führung Kräfte und nehme „zahlreiche Verluste“ unter ihren Soldaten hin. Russland dürfe daher nicht unterschätzt werden, so Stoltenberg und betonte, dass die Nato-Staaten die Ukraine weiterhin mit Waffenlieferung unterstützen sollen. Putin solle verstehen, dass er „nicht auf dem Schlachtfeld gewinnen“ könne.
Zugleich ist Stoltenberg optimistisch, dass Russland mit seinen Plänen scheitern wird. Auch eine Chef-Propagandistin ist überzeugt, dass Russland den Krieg verlieren wird. Nach Einschätzung Stoltenbergs unterschätzt Putin die Hilfeleistung der Nato-Staaten an die Ukraine. Man haben deutlich gemacht, dass man die Unterstützung so lange wie nötig leisten werde, sagte Stoltenberg laut Angaben der Deutschen Presse-Agentur. „Es wird ihm nicht gelingen, das ukrainische Volk zu beugen“, sagte Stoltenberg nach den neuesten Raketenangriffen Russlands auf die Ukraine.
Konflikt zwischen Russland und Nato? Ex-Präsident Medwedew erwägt Angriff auf Nato-Staaten
Die Nato hatte der Ukraine seit Kriegsbeginn ihre Unterstützung zugesichert. Russland hatte die Hilfeleistung der Nato an die Ukraine, wie Waffenlieferungen, häufig als indirekten Angriff auf Russland gedeutet. Die Spannung zwischen Russland und der Nato wuchs. Jüngst hatte Russlands früherer Präsident Dmitri Medwedew mit Angriffen auf NATO-Länder gedroht. Streitkräfte und Objekte in Ländern, die offiziell im Krieg mit Russland stünden oder Verbündete des Gegners seien, stellten legitime Ziele für einen Angriff dar, schrieb Medwedew n-tv zufolge in seinem Telegram-Kanal. Medwedew warf der NATO vor, Russland schon längst den „hybriden Krieg“ erklärt zu haben.
Im Zuge des Ukraine-Kriegs verschärften sich die Beziehungen zwischen Russland und der Nato. Nato-Chef Stoltenberg hat kürzlich davor gewarnt, dass sich der Ukraine-Krieg zu einem Konflikt zwischen der Nato und Russland ausweiten könne. Sollte dieser Fall eintreten, könnte es zu einem Krieg in Europa kommen, warnte Stoltenberg. Besonders nach dem Raketeneinschlag in Polen sind die Spannungen zwischen Russland und der Nato größer geworden. Stoltenberg hatte die Verantwortung für den Raketeneinschlag bei Russland gesehen, auch wenn Analysen zufolge ein ukrainisches Geschoss Polen traf.
Ukraine-Krieg: Besonders im Winter könnten russische Soldaten im Nachteil sein
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs hoffen Beteiligte auf ein baldiges Kriegsende. Militärexperten spekulierten, dass vor allem der Winter den Ukrainern im Krieg einen Vorteil bringen könnte. Die Nato hat Ukrainer für den Winter gut ausgerüstet, während die Russen an der Front frieren. Häufiger gab es Bericht über die schlechte Ausbildung und prekäre Ausrüstung der russischen Truppen. Auch die Fähigkeit der russischen Führungskräfte wird immer mehr infrage gestellt. Russland hatte Behauptungen über den schlechten Zustand der russischen Soldaten, die bei Kriegsweigerung weggesperrt werden, dementiert.
