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Ukraine aktuell: Selenskyj warnt vor russischen Angriffen an Feiertagen. Die Bundeswehr prüft in Polen Stellungen für Patriots. Der News-Ticker.
- Trotz Verluste auf russischer Seite will Putin weiter ukrainische Gebiete gewaltsam erobern
- Selenskyj warnt vor möglichen Angriffen an den Feiertagen
- Russland bestellt erneut hunderte Raketen aus dem Iran
- Bundeswehr beginnt Vorbereitungen für in Polen Verlegung von Patriots
- Der News-Ticker wird fortlaufend aktualisiert
Update vom 24. Dezember 2022 um 07:43 Uhr: Selenskyj warnt vor russischen Angriffen an den Feiertagen und während der Urlaubszeit. „Mit der nahenden Ferienzeit könnten die russischen Terroristen wieder aktiv werden“, sagte Selenskyj laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Freitagabend in seiner täglichen Videoansprache. „Sie verachten christliche Werte und jegliche Werte im Allgemeinen.“
Selenskyj forderte die Ukrainer auf, in den kommenden Tagen besonders wachsam zu sein und ruft die Ukrainer zur gegenseitigen Hilfe auf. Gleichzeitig richtete er eine ungewöhnlich scharfe Warnung an Russland. «Die Bürger Russlands müssen klar verstehen, dass Terror nie unbeantwortet bleibt», sagte er - ohne dies näher zu erläutern.
Update vom 11. Dezember 2022 um 06:25 Uhr: Die Bundeswehr beginnt in der neuen Woche in Polen mit Vorbereitungen für eine Verlegung ihres Flugabwehrraketensystems Patriot. Unmittelbar nach der Abstimmung zwischen den Regierungen in Warschau und Berlin solle am Dienstag ein Erkundungsteam nach Polen reisen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen erfuhr. Die deutschen Soldaten sollen geeignete Stellungen für das Flugabwehrsystem inspizieren, um dann in Kürze drei Feuereinheiten nach Polen zu verlegen. Ziel ist der Schutz kritischer Infrastruktur an der Nato-Ostflanke.
Nachdem Mitte November eine Rakete auf polnischem Gebiet nahe der Grenze zur Ukraine eingeschlagen war, hatte die Bundesregierung dem Nato-Partner Flugabwehrbatterien vom Typ Patriot zur Sicherung seines Luftraums angeboten.
Update vom 10. Dezember 2022 um 15:00 Uhr: Kreml-Chef Putin will trotz massiver Verluste auf russischer Seite weiterhin ukrainische Territorien gewaltsam erobern. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bestätigte dies nach einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten. Es könne sein, dass bereits 100.000 Soldaten auf russischer Seite ums Leben gekommen seien. Trotzdem werde Putin nichts an seiner Haltung ändern. Der Kremlchef habe schon in anderen Kriegen in Tschetschenien oder Syrien gezeigt, wozu er in der Lage sei. „Die Brutalität, zu der der russische Präsident fähig ist, die haben wir ja gesehen“, sagte Scholz in einer Fragerunde mit Bürgern in seinem Potsdamer Wahlkreis.
Auch wenn der Bundeskanzler und Wladimir Putin unterschiedlicher Meinungen sind, wolle der Kanzler weiter mit Putin sprechen. Der Kanzler betonte, dass die Gespräche mit Putin immer höflich verliefen.
Update vom 08. Dezember 06:43 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) schätzt die Gefahr einer atomaren Eskalation des Ukraine-Krieges als gesunken ein. „Russland hat aufgehört, mit dem Einsatz von Atomwaffen zu drohen. Als Reaktion darauf, dass die internationale Gemeinschaft eine rote Linie markiert hat“, sagte Scholz den Zeitungen der Funke Mediengruppe und der französischen Zeitung Ouest-France am Donnerstag, dem 08. Dezember 2022. Bei seinem Besuch in Peking haben er und der chinesische Präsident Xi und ich gemeinsam zum Ausdruck gebracht, dass Atomwaffen nicht eingesetzt werden dürfen.
Ukraine aktuell: Russland bestellt erneut Hunderte Drohnen aus dem Iran
Update vom 07. Dezember 07:09 Uhr: Russland soll Diplomaten zufolge erneut Hunderte Drohnen und ballistische Raketen aus dem Iran bestellt haben. „Wir wissen, dass der Iran plant, seine Lieferungen von unbemannten Flugkörpern und Raketen an Russland in erheblichen Mengen zu erhöhen“, teilten Kreise bei den Vereinten Nationen in New York der Deutschen Presse-Agentur mit. Moskau wolle damit dem akuten Mangel an militärischem Nachschub begegnen. Die Waffen stehen eindeutig in den Auftragsbüchern, heißt es aus New York.
Ukraine aktuell: Moskau wirft Ukraine Angriffe auf Militärbasen in Russland vor
Update vom 06. Dezember 06:55 Uhr: Das Verteidigungsministerium in Moskau wirft der Ukraine vor, zwei Militärflughäfen auf russischem Staatsgebiet angegriffen zu haben. Aus der Behörde heißt es laut Spiegel: „Am Morgen des 5. Dezember hat das Kiewer Regime versucht, mit reaktiven Drohnen aus sowjetischer Produktion die Militärflugplätze Djagiljewo im Gebiet Rjasan und Engels im Gebiet Saratow zu attackieren, um russische Langstreckenflugzeuge außer Gefecht zu setzen.“
Die New York Times berichtet, sie habe sich die Ereignisse von ukrainischer Seite bestätigen lassen, eine offizielle Äußerung aus Kiew gibt es indes bisher nicht. Die Zeitung berichtet, einer der beiden Angriffe sei von ukrainischen Spezialeinheiten unterstützt worden, die auf russischem Boden operiert hätten. Beide Stützpunkte liegen mindestens 500 Kilometer hinter der ukrainisch-russischen Grenze. Moskau reagiert auf die Ereignisse mit massivem Raketenbeschuss.
Ukraine aktuell: Stromnetz bleibt auf Monate labil – AKW Saporischschja intakt
+++ 13:51 Uhr: Das Atomkraftwerk Saporischschja in der Ukraine steht aktuell wieder unter Beschuss. Das berichtet das russische Verteidigungsministerium am Dienstagmittag. Am Montag, als die Internationale Atomenergiebehörde das Areal inspiziert hat, sollen den Informationen nach acht großkalibrige Granaten auf einen industriellen Teil des Kernkraftwerks gefeuert worden sein. Wie bei allen Angaben, die von Informationen einer Konfliktpartei fußen, lässt sich der Bericht nicht unabhängig überprüfen. Die Strahlung am Atomkraftwerk in der Ukraine sei allerdings derzeit weiterhin normal
Ukraine aktuell: Russland berichtet von Beschuss auf Atomkraftwerk Saporischschja
+++ 12:24 Uhr: Nicht nur die Lage am Atomkraftwerk Saporischschja sorgt aktuell in der Ukraine für Sorgen. Auch die Nachrichten über die mutmaßliche Erschießung russischer Soldaten sorgt aktuell für eine angespannte Situation im Ukraine-Krieg. Das Parlament in Moskau hat die Gerüchte verurteilt. Die Abgeordneten der Duma riefen am Dienstag die Parlamente anderer Länder auf, sich der Verurteilung anzuschließen und dazu beizutragen, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Die Tötung der Soldaten sei ein „eklatanter Verstoß“ der Ukraine gegen das humanitäre Völkerrecht und das Genfer Abkommen zur Behandlung von Kriegsgefangenen, hieß es.
Erst in der vergangenen Woche waren vermehrt in den sozialen Netzwerken Videos aufgetaucht, die zeigen sollen, wie sich mehrere russische Soldaten – von Ukrainern bewacht – auf den Boden legen. Im Anschluss sind Schüsse zu hören.
Ukraine aktuell: Lage bei AKW Saporischschja stabil – Stromversorgung der Ukraine labil
Update vom 22. November um 09:42 Uhr: Die Kämpfe in der Ukraine fordern weiter ihren Tribut. Durch die russischen Raketentreffer ist das Stromnetz der Ukraine wohl auf Monate hinaus äußerst störanfällig. Auch Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, erklärte am Montagabend, dass der aktuelle Verbrauch in der Ukraine die Stromproduktion übersteige. Wohl bis Ende März müssen die Ukrainer laut des Stromversorgers Yasno mit Ausfällen oder Abschaltungen rechnen.
Atomkraftwerk in der Ukraine: Aktuell kein Grund zur Sorge
Während die Stromversorgung in der Ukraine Experten Sorgen bereitet, ist die Lage beim AKW Saporischschja weiterhin stabil. Zuletzt stand das Atomkraftwerk im Zentrum schwerer Angriffe. Ein Team der IAEA hatte das Gelände zuletzt überprüft. Unmittelbare Bedenken wegen der nuklearen Sicherheit des AKW Saporischschja gebe es nicht, sagte der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi.
Ukraine aktuell: Russen konzentrieren ihre Verteidigung auf Swatove
Update vom 21. November um 09:09 Uhr: Das britische Verteidigungsministerium in London hat unter der Berufung auf Geheimdienstinformationen mitgeteilt, dass sich aktuell die russische Verteidigung in der Ukraine auf Swatove konzentriert. Dem bedeutenden Bevölkerungszentrum im Gebiet Luhansk wird von beiden Seiten eine politische Priorität beigemessen. Bereits in den vergangenen Wochen gab es in der Region heftige Artilleriegefechte. Wie es weiter heißt, würde die russische Armee von Wladimir Putin am Frontverlauf ihre Verteidigungspositionen ausbauen – dabei würde allerdings überwiegend auf schlecht ausgebildete Reservisten gesetzt werden.
Ukraine aktuell: Russland hat laut Selenskyj seit Kriegsbeginn 4700 Raketen auf die Ukraine abgeschossen
+++23:04 Uhr: Dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge hat Russland seit Beginn des Krieges bereits rund 4700 Raketen auf Ziele in der Ukraine abgefeuert. „Hunderte unserer Städte sind praktisch niedergebrannt, tausende Menschen wurden getötet, Hunderttausende wurden nach Russland deportiert“, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft am Sonntag.
Allein am vergangenen Dienstag habe Russland etwa 100 Raketen auf das Nachbarland abgefeuert. „Hundert verschiedene Raketen gegen unsere Städte, gegen Wohngebäude, gegen Unternehmen, gegen Kraftwerke“, so der Präsident. Als Folge dieser Angriffe seien mehr als 20 Millionen Menschen zeitweise ohne Strom gewesen.
+++19:50 Uhr: Nach ihrem Rückzug auf das Ostufer des Flusses Dnipro bei Cherson in der Südukraine bauen russische Soldaten dort nach Angaben aus Kiew neue Abwehrstellungen aus. Gleichzeitig seien sie etwa im Bezirk Kachowka vermehrt dazu übergegangen, Fortbewegungsmittel der Zivilbevölkerung zu stehlen, teilte der ukrainische Generalstab in Kiew mit. „Sie stehlen der Bevölkerung ihre Privatautos, Motorräder und sogar Fahrräder“, heißt es in der Mitteilung.
Derartige Raubzüge in besetzten Gebieten seien meist Vorboten weiterer Rückzüge der Truppen. Bereits beim Abzug russischer Einheiten aus Isjum in der Region Charkiw im Osten der Ukraine hätten sich die Besatzer an den Fahrrädern der Bevölkerung „bedient“, da ihnen der Treibstoff für ihre Fahrzeuge ausgegangen sei, heißt es weiter.
+++18:07 Uhr: Entwicklungsministerin Svenja Schulze sagte der Ukraine mit Blick auf die russischen Angriffe der ukrainischen Infrastruktur weitere Hilfen zu. „Ja, wir werden von Deutschland aus massiv mithelfen, dass die Ukraine diesem Krieg standhält“, sagte Schulze der ARD. „Wir liefern Generatoren. Wir helfen Stromleitungen, Wasserleitungen, Gasleitungen zu reparieren.“ Angaben der ukrainischen Regierung zufolge sind nach russischen Luftangriffen aktuell mehr als sieben Millionen Haushalte in der Ukraine ohne Strom. Das Land spricht vom schwersten Beschuss seit Kriegsbeginn.
Ukraine aktuell: Starke Explosionen an ukrainischem Atomkraftwerk
+++13:07 Uhr: Am ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja hat es nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) wieder mehrere starke Explosionen gegeben. „Wer auch immer dahintersteckt: Es muss umgehend aufhören“, verlangte IAEA-Chef Grossi. Das russische Verteidigungsministerium beschuldigte die ukrainischen Streitkräfte, das Kernkraftwerk seit Samstag massiv mit Artillerie beschossen zu haben. Es soll keine Verletzte gegeben haben.
+++12:23 Uhr: Ermittler ziehen vorerst vom Raketeneinschlagsort in Polen ab. Am Ortseingang des Dorfes Przewodow seien keine Polizisten mehr zu sehen, die zuvor das Gelände um die Einschlagsstelle gesichert hätten, berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur PAP am Sonntag.
Ukraine aktuell: Nach der Rückeroberung von Cherson fürchtet Russland um den Wiedergewinn der Krim
+++09:26 Uhr: Nach der Rückeroberung von Cherson fürchtet Russland um den Wiedergewinn der Krim. US-Medienberichten zufolge würden die russischen Besatzer deshalb an einer Verteidigungsanlage auf der Halbinsel arbeiten. Zudem soll die Sicherheit der Bewohner gewährleistet werden, sagte Gouverneur der Krim Sergej Aksjonow der Nachrichtenagentur The Daily Beast. Bewohner der Halbinsel ergreift trotz der Sicherheitsmaßnahmen aus Panik und Angst vor der ukrainischen Befreiung der Krim die Flucht. Das bestätigte Emil Ibragimow, Leiter der Bildungsplattform Q-Hub.
+++07:40 Uhr: Russland will iranische Angriffsdrohnen gegen die Ukraine selbst produzieren. US-Medienberichten zufolge schloss Russland Anfang November dafür ein Abkommen mit dem Iran ab. Derzeit werde daran gearbeitet, die Produktion binnen Monaten in Gang zu bringen, schrieb die Washington Post am Samstag unter Berufung auf Geheimdienstinformationen. Im Angriffskrieg gegen die Ukraine hat Russland bereits hunderte sogenannte Kamikaze-Drohnen vom iranischen Typ Schahed-136 eingesetzt.
Update vom 20. November 2022 um 07:22 Uhr: Die ukrainischen Behörden finden immer mehr Leichen von Zivilisten in befreiten Gebieten rund um Cherson, Charkiw und Donezk. Nach offizieller Darstellung sind die Tode auf Gräueltaten der einstigen russischen Besatzer zurückzuführen. In den vergangenen zwei Monaten seien in diesen Gebieten bereits über 700 Leichen entdeckt worden, sagte Generalstaatsanwalt Andrij Kostin am Samstagabend im Staatsfernsehen. In rund 90 Prozent der Fälle habe es sich um Zivilpersonen gehandelt.
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine am 24. Februar sind mehr als 8300 Zivilisten getötet worden. Unter ihnen seien 437 Kinder, teilte Generalstaatsanwalt Andrij Kostin nach Angaben des Internetportals Unian vom Sonntag mit.
Ukraine aktuell: Explosion an Gaspipeline löst Großfeuer in St. Petersburg aus
+++20:07 Uhr: Zum ersten Mal seit gut acht Monaten ist ein Zug aus Kiew in der südukrainischen Stadt Cherson eingefahren, die erst vor kurzem von russischen Besatzern befreit wurde. Die Bahnverbindung zwischen Kiew und Cherson war unmittelbar nach Beginn des Ukraine-Kriegs am 24. Februar 2022 infolge des Einmarsches russischer Soldaten unterbrochen worden.
+++18.05 Uhr: Eine Explosion an einer Gaspipeline im Norden von St. Petersburg hat ein Großfeuer ausgelöst. Der Gouverneur des Leningrader Gebiets, Alexander Drosdenko, schrieb am Samstag auf seinem Telegram-Kanal: „Feuerwehr und Rettungskräfte löschen den Brand, der durch eine Explosion an einer Gasleitung zwischen (den Ortschaften) Berngardowka und Kowaljowo entstanden ist.“
Über mögliche Opfer sowie die Ursache der Explosion gibt es noch keine Angaben. Drosdenko zufolge bestehe keine Gefahr für ein Übergreifen der Flammen auf Wohngebiete. Doch ist die Feuersäule über Kilometer hinweg sichtbar, wie Videos auf sozialen Netzwerken demonstrieren.
Ukraine aktuell: Russen entführen Tiere aus Zoo in Cherson – Video geht viral
+++15:56 Uhr: Ein russischer Zoowärter entwendete Tiere aus einem ukrainischen Zoo, um sie in Sicherheit zu bringen. Der Zoowärter Oleg Zubkov sei laut eigener Aussage von der Kreml-Führung darum gebeten worden, für die Tiere aus dem Zoo in Cherson eine sichere Unterkunft zu finden. Das bestätigte er im Interview mit der Moscow Times. Konkret geht es um sieben Waschbären, zwei Wölfe, mehrere Pfaue, ein Lama und einen Esel. Ein Video, worin Zubkov einen Waschbären entwendet, ging kürzlich viral im Netz.
+++12:43 Uhr: Der polnische Innenminister Mariusz Kamiński gibt neue Details zum Raketeneinschlag bekannt. Kamiński hat bekräftigt, dass es sich bei der Rakete, die in Polen einschlug, höchstwahrscheinlich um ein Geschoss aus der Ukraine handelte. Zu diesem Zeitpunkt könne er verantwortungsvoll sagen, dass es zu einem „unglücklichen Unfall“ gekommen sei, sagte Kamiński am Samstagmorgen (19. November) im Gespräch mit dem Radiosender RMF FM.
+++11:13 Uhr: Die schweren Kämpfe zwischen russischen und ukrainischen Truppen im ostukrainischen Gebiet Donezk dauern nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj an. Es gebe „weder eine Entspannung noch eine Atempause“, sagte Selenskyj am Freitagabend in seiner täglichen Videoansprache. Etwa 100 russische Angriffe seien am Vortag in der Region Donezk abgewehrt worden.
+++11:00 Uhr: In Cherson sind hunderte Ukrainer vom russischen Militär und vom russischen Geheimdienst FSB festgenommen worden. Während der russischen Besatzung wurden die Ukrainer festgenommen worden und viele von ihnen verschwunden. Dies geht aus einer am Freitag veröffentlichten Studie der US-Universität Yale hervor.
Update vom 19. November 2022, 08:48 Uhr: Der ukrainische Rüstungskonzern Ukroboronprom will mit sechs Nato-Staaten Waffen produzieren. Das Abkommen wurde mit Polen, Frankreich, Dänemark, Tschechien und einigen anderen Staaten geschlossen worden, teilte der Konzern am Freitag auf seiner Webseite mit. Um welche weiteren Länder es sich handelt, wurde nicht bekannt gegeben.
Ukraine aktuell: Russische Raketen beschädigen ukrainisches Stromnetz
+++17:03 Uhr: Russische Raketen haben das ukrainische Stromnetz stärker beschädigt, als bekannt. „Beinahe die Hälfte unseres Energiesystems ist ausgefallen“, sagte Regierungschef Denys Schmyhal am Freitag der Nachrichtenagentur Unian zufolge. Die Ukraine benötige daher zusätzliche Unterstützung von der Europäischen Union im Energiebereich und auch finanziell.
+++10:53 Uhr: Nach dem Raketeneinschlag in Polen gab die Nato neue Details zu den Ermittlungen bekannt. Aus einem Bericht der Zeitung Gazeta Wyborcza geht hervor, dass das Geschoss aus der ukrainischen Armee stammt. Die Nato hatte laut Bericht des Business Insiders erklärt, dass ein technischer Fehler verantwortlich für den Raketeneinschlag war. Der Gazeta Wyborcza zufolge explodierte die Rakete jedoch in der Luft, bevor Trümmerteile in Polen einschlugen. Polnische Behörden hätten dies früh gewusst und die Informationen zurückgehalten.
Polens Präsident Andrzej Duda hat den Einschlagsort der Rakete im polnischen-ukrainischen Grenzgebiet besucht. Er warnte vor weiteren Vorfällen dieser Art und rechnet mit weiteren Unfällen wie dem Raketeneinschlag.
+++10:13 Uhr: Der frühere Bundestagspräsident und Ex-Finanzminister Wolfgang Schäuble hat frühere Fehler im Umgang mit Russland eingestanden. Auf die Frage, ob er aus diesem Grund auch wütend auf sich selbst sei, sagte der CDU-Politiker gegenüber dem Handelsblatt: „Natürlich. Wir wollten es nicht sehen. Das gilt für jeden.“ Er hätte „mal gucken können, was Russland in Tschetschenien treibt. Oder auf den damaligen polnischen Staatspräsidenten Lech Kaczynski hören.“ Dieser habe, so Schäuble, nach Russlands Überfall auf Georgien gewarnt: „Erst kommt Georgien, dann die Ukraine, dann Moldawien, dann die baltischen Staaten und dann Polen. Er hat Recht behalten.“ Mit Blick auf Ex-Kanzlerin Angela Merkel sagte Schäuble, es sei bemerkenswert, „dass sie auch jetzt in Bezug auf Russland nicht sagen kann, dass wir Fehler gemacht haben“.
Update vom 18. November 2022: Die polnische Fußball-Nationalmannschaft hat ihren Flug zur WM in Katar in Begleitung mehrerer Kampfjets angetreten. „Bis zur Grenze werden sie von polnischen F-16 eskortiert. Viel Erfolg!“, schrieb Polens Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak am Donnerstag auf Twitter.
Ukraine aktuell: Selenskyj dementiert Raketen-Fehler – Nato-Diplomat entsetzt
+++10:56 Uhr: Ein Diplomat eines Nato-Landes wütete in der Financial Times über die Aussage des Präsidenten Selenskyj, dass es sich beim Raketeneinschlag in Polen nicht um Raketen aus der Ukraine handeln würde. Die Regierung in Kiew zerstöre so Vertrauen, meinte der nicht namentliche genannte Diplomat. „Ich habe keinen Zweifel, dass es sich nicht um unsere Rakete handelt“, sagte Selenskyj am Mittwoch (16. November) im ukrainischen TV. Selenskyj geht von einer russischen Rakete aus, die in Polen einschlug.
Polen und die Ukraine verhandeln nach dem Raketeneinschlag über eine internationale Ermittlergruppe. Warschau signalisierte bereits Bereitschaft, ukrainischen Spezialisten Zugang zum Untersuchungsort zu gewähren. Dafür müssten die polnischen und amerikanischen Ermittler vor Ort ihr Einverständnis geben, sagte der außenpolitische Berater von Präsident Andrzej Duda, Jakub Kumoch, am Donnerstag dem Sender TVN24.
Ukraine aktuelle Lage: Russland setzt geächtete Waffen in der Ukraine ein
+++10:44 Uhr: Russland hat in der Ukraine mindestens sieben verschiedene Arten international geächtete Landminen eingesetzt. Das geht aus Angaben der internationalen Kampagne zum Verbot von Landminen (ICBL) hervor. Die Minen wurden in von der Ukraine eroberten Gebieten entdeckt und teils geräumt. Moskau wirft Kiew vor, die Minen selbst gelegt zu haben.
Ukraine aktuell: Graffiti des Künstlers Banksy in Kiew aufgetaucht
+++10:13 Uhr: Zwei neue Graffiti-Werke des britischen Künstlers Banksy wurden in Kiew an Wänden zweier Gebäude entdeckt. Der Straßenkünstler hat auf Social Media bestätigt, dass er vergangene Woche nach Kiew gereist ist und mehrere Wandbilder geschaffen hat. Die zwei neuesten Werke wurden im Norden Kiews, in Hostomel und in Gorenka gefunden. Das berichtete die dailymail.
Frontverlauf Ukraine aktuell
Ukraine aktueller Live-Ticker: Vereinten Nationen rufen nach Raketeneinschlag zur Deeskalation auf
Update vom Donnerstag, 17. November, 06:17 Uhr: Die Vereinten Nationen rufen nach dem Raketeneinschlag in Polen zu Deeskalation auf. Die UN-Unter-Generalsekretärin für politische Angelegenheiten, Rosemary di Carlo, erklärte laut Tagesschau, der Vorfall sei „eine beängstigende Erinnerung an den absoluten Bedarf, jede weitere Eskalation zu vermeiden“. Di Carlo weiter: „Bei dem Krieg ist kein Ende in Sicht. Solange er anhält, bleibt das Risiko einer möglicherweise katastrophalen weiteren Ausbreitung des Kriegs.“
Ukraine aktuelle Lage: Lawrows Sprecherin macht Witze über Raketeneinschlag in Polen
+++ 16:56 Uhr: Russlands Außenamtssprecherin Maria Sacharowa hat sich über den tödlichen Raketeneinschlag in Polen lustig gemacht. Die Ukraine habe immer in die Nato eintreten wollen, nun sei sie mit Gewalt eingedrungen – mit einer S-300, schrieb die Sprecherin von Außenminister Sergej Lawrow auf ihrem Telegram-Kanal.
Damit griff sie einen Witz auf, der zuvor bereits in sozialen Medien kursierte. Anschließend forderte sie Polen zu einer Entschuldigung auf, weil Politiker des Landes zunächst Russland für den Angriff verantwortlich gemacht und sich zu „russophoben Ausfällen“ hatten hinreißen lassen. Unter anderem hatte Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) Russland die Verantwortung für den tödlichen Zwischenfall zugeschrieben.
Ukraine aktuell im Liveticker: Regierung in Warschau geht bei Raketeneinschlag von Irrtum aus
+++ 12:48: Irrtum statt Absicht: Der Raketeneinschlag in Polens Grenzgebiet zur Ukraine war kein gezielter Angriff auf das Nato-Land. Das bestätigte der polnische Präsident Andrzej Duda am Mittag in einer Pressekonferenz. Es gebe auch keine Beweise dafür, dass die Rakete von Russland abgefeuert worden sei, sondern es handele sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine ukrainische Flugabwehrrakete, sagte Duda in Warschau. Zu einer ähnlichen Erkenntnis waren auch die USA und die Nato gekommen.
Raketeneinschlag in Polen: Medwedew sieht dennoch Gefahr von Weltkrieg
+++ 09:54 Uhr: „Der Westen rückt einem Weltkrieg näher, wenn er einen hybriden Krieg gegen Russland führt“, schrieb der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew auf Twitter bezüglich der Raketeneinschläge in Polen. Zugleich bezeichnete er den Vorfall als westliche Provokation. Zuvor hatte das russische Verteidigungsministerium von einer „Provokation“ gesprochen. Der US-amerikanische Nationalökonom Nouriel Roubini hatte bereits vor längerem vor einer Eskalation des Ukraine-Kriegs zu einem Dritten Weltkrieg gewarnt.
Dmitri Poljanski, der stellvertretender Leiter der russischen UN-Delegation, wies ebenfalls eine Schuld Moskaus an dem Vorfall in Polen zurück. Der britische Premierminister Rishi Sunak sieht hingegen eine grundsätzliche Schuld bei Russland. „Das Wichtigste ist, anzuerkennen, warum die Ukraine Raketen einsetzen muss, um ihr Heimatland zu verteidigen“, sagte Sunak am Mittwoch am Rande des G20-Gipfels auf Bali. Am selben Tag berief Bündnispartner der Nato ein Krisentreffen nach Artikel 4 der Nato.
Ukraine aktuell: Bei Raketeneinschlag in Polen geht USA von ukrainischem Geschoss aus
Erstmeldungen vom 16. November 2022 um 07:17 Uhr: Bali – Nach einem Krisentreffen der G7 in Bali zu dem Raketeneinschlag in Polen hat sich US-Präsident Joe Biden zu Wort gemeldet. Biden erklärte, er hielte einen Abschuss aus Russland für „unwahrscheinlich“ und sicherte Polen Unterstützung bei der Untersuchung des Sachverhalts zu. Inzwischen gehen die USA stattdessen offenbar von einem ukrainischen Geschoss aus.
Ukraine aktuelle Lage: Abschuss der Rakete möglicherweise aus der Ukraine anstatt Russland
Im Rahmen der Explosion in Polen gibt es offenbar Hinweise auf einen Abschuss aus der Ukraine. Zuvor hatte US-Regierungschef Joe Biden bereits Zweifel an einer direkten russischen Verantwortung angemeldet. Er erklärte auf Nachfrage: „Es gibt erste Informationen, die das bestreiten. Ich möchte das nicht sagen, bevor wir das nicht vollständig untersucht haben. Aber anhand der Flugbahn ist es unwahrscheinlich, dass sie aus Russland abgefeuert wurde, aber wir werden sehen.“ In den Vereinigten Staaten geht man auf offizieller Seiten inzwischen von einem Abschuss aus der Ukraine aus.
Raketeneinschlag in Polen: Russland bezeichnet Berichte über Verantwortung als „Provokation“
Russland hatte den Vorwurf, für den Raketeneinschlag in Polen verantwortlich zu sein, zuvor bestritten. Das polnische Außenministerium hatte früher erklärt, es habe sich um ein Geschoss aus russischer Produktion gehandelt. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach Russland unter Wladimir Putin die Verantwortung zu. Aus dem Kreml hieß es, entsprechende Medienberichte seien eine „Provokation“. Derzeit gebe es keine eindeutigen Beweise dafür, wer die Rakete abgefeuert habe, sagte der polnische Präsident Andrzej Duda.
Rakete in Polen eingeschlagen: Frankreich mahnt zu „äußerster Vorsicht“ bei Frage nach Herkunft der Rakete
Nachdem die Rakete in Polen eingeschlagen war, hatte sich zuvor auch Frankreich in die Debatte um die Herkunft des Geschosses eingeschaltet. Der Guardian zitiert eine Regierungsquelle, die zu „äußerster Vorsicht“ bei der Bewertung des Ursprungs der Rakete aufrief.
Die Rakete war am Dienstagnachmittag im polnischen Ort Przewodów in einem landwirtschaftlichen Betrieb eingeschlagen, wobei zwei Menschen ums Leben kamen. Da der Angriff auf ein Nato-Mitgliedsstaat verübt wurde, hat die Nato eine Dringlichkeitssitzung einberufen. Ein Angriff auf polnisches Staatsgebiet seitens Russland hätte möglicherweise den NATO-Bündnisfall auslösen können und damit das Risiko einer weiteren Eskalation im Ukraine-Krieg geborgen.
Rubriklistenbild: © Ukraine Presidency/dpa























