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Der Ukraine-Krieg könnte sich laut Nato-Chef Stoltenberg zu einem Konflikt zwischen der Nato und Russland ausweiten. Wird es Krieg in Europa geben?
Kiew – Der Ukraine-Krieg könnte größere Ausmaße annehmen, als vermutet. Nato-Chef Jens Stoltenberg hält eine Ausbreitung des Ukraine-Krieges für möglich. Der „schreckliche Ukraine-Krieg“ könnte sich laut Stoltenberg auf einen Konflikt zwischen Russland und der Nato ausweiten. „Wir arbeiten daran, das zu vermeiden“, sagte Stoltenberg im Interview am Freitag, 9. Dezember 2022, mit dem norwegischen Sender NRK. Es müsse zudem unbedingt vermieden werden, dass es zu einem Konflikt komme, der weitere Länder in Europa involviert und somit zu einem „ausgewachsenen Krieg in Europa“ werde.
Kriege in Europa: Nato-Chef Stoltenberg befürchtet Ausbreitung des Ukraine-Kriegs
Nato-Chef Stoltenberg befürchtet, dass der Ukraine-Krieg außer Kontrolle gerate und sich zu einem Krieg zwischen Russland und der Nato ausweiten könnte. „Wenn die Dinge schiefgehen, dann können sie furchtbar schiefgehen“, sagte Stoltenberg im TV-Interview mit NRK laut abcnews. Russland hatte Nato-Staaten zuvor immer wieder beschuldigt, der Ukraine Waffen geliefert und die ukrainischen Truppen für einen gezielten Angriff auf Russland ausgerüstet zu haben.
Die Spannung zwischen Russland und der Nato hatte sich vor allem nach dem Raketeneinschlag auf Polen verschärft. Der Raketeneinschlag auf Nato-Mitgliedsland Polen hatte Diskussionen entfacht, ob Artikel 4 des Nato-Vertrags aktiviert werden müsse. Inzwischen gebe es laut NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg keine Hinweise darauf, dass der Raketeneinschlag ein vorsätzlicher Angriff war. Nach vorläufigen Analysen sei der Vorfall wahrscheinlich durch eine ukrainische Flugabwehrrakete verursacht worden, die gegen russische Angriffe mit Marschflugkörpern eingesetzt worden sei. Trotzdem sah Stoltenberg die Verantwortung letztlich bei Russland. Der wahre Grund für den Vorfall sei der russische Krieg gegen die Ukraine.
Wird es Krieg in ganz Europa geben? Putin richtet schwere Vorwürfe an Westen
Der russische Präsident Wladimir Putin hatte sich am Freitag zudem mit Vorwürfen an den Westen gerichtet. In einer Videobotschaft an die Verteidigungs- und Sicherheitschefs mehrerer ehemaliger Sowjetstaaten warf er dem Westen erneut vor, die Ukraine als Instrument gegen sein Land zu benutzen.
Der Westen habe jahrelang Völkermord und Terror im Donbass gefördert und das Land faktisch in eine Kolonie verwandelt, erklärte Putin laut dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Der Westen würde jetzt das ukrainische Volk „als Rammbock gegen Russland nutzen, indem er die Ukraine weiterhin mit Waffen und Munition versorgt, Söldner schickt und das Land auf einen selbstmörderischen Kurs drängt“, sagte der Kreml-Chef.
Wann endet der Ukraine-Krieg? Nato-Chef Stoltenberg befürchtet russische Offensive im Frühjahr
Seit Beginn es Ukraine-Krieges hoffen viele auf ein baldiges Ende. Während der ukrainische Vizeverteidigungsminister Wolodymyr Hawrylowoch über ein Kriegsende zum Frühling spekulierte, befürchtet Nato-Generealsekretär Stoltenberg, dass sich die Situation bis dahin nicht entspannen werde. Russland versuche, den Krieg zumindest für kurze Zeit einzufrieren, um dann im Frühjahr eine größere Offensive zu starten, sagte Stoltenberg bei einer Veranstaltung der Financiel Times. Der Kreml wolle den Winter nutzen, um seine Truppen neu aufzustellen und Waffen zu reparieren. Auch Kiew bereitet sich weiterhin auf eine Winter-Wende im Ukraine-Krieg vor, berichtet merkur.de.
Die Nato-Staaten werden die Ukraine laut Stoltenberg weiterhin „beispiellos“ unterstützen. Unter anderem hatte die Nato die ukrainische Armee winterfest ausgerüstet, damit die ukrainischen Truppen in der Kälte die Verteidigung weiter aufrechterhalten können und nicht wie russischen Soldaten mangels Ausrüstung dem Kältetod ausgesetzt sind. Militärexperten vermuten, dass die Ukrainer sich den Winter für die Kriegsplanung zum Vorteil machen werden. Doch dies sind bislang nur Spekulationen.
