Wahl in Italien

Italien: Meloni will „Würde und Stolz“ an Volk zurückgeben

+
Wahlsiegerin und wahrscheinlich Italiens neue Ministerpräsidentin: Giorgia Meloni von der rechtsradikalen Partei Fratelli d‘Italia.

Wahlsiegerin Giorgia Meloni hat beste Chancen Ministerpräsidentin Italiens zu werden. Sollte die an die Regierung kommen, will sie das Land einen.

Rom - «Die Italiener haben uns eine wichtige Aufgabe anvertraut. Jetzt wird es unsere Aufgabe sein, sie nicht zu enttäuschen und unser Möglichstes zu tun, um der Nation ihre Würde und ihren Stolz zurückzugeben», schrieb die Chefin der rechtsradikalen Partei Fratelli d‘Italia am Montag unter anderem auf Twitter. Dazu veröffentlichte sie ein Foto, auf dem sie hinter einer Italien-Flagge hervorguckt. «Wenn wir dazu berufen werden, zu regieren, werden wir dies für alle Italiener tun, mit dem Ziel, dieses Volk zu einen.»

Die 45-jährige Römerin hat gute Chancen, als Chefin der Partei mit dem stärksten Zuspruch der Wählerinnen und Wähler die erste Ministerpräsidentin des Landes zu werden. Die Fratelli d‘Italia haben sich bei der Wahl am Sonntag mit der rechtspopulistischen Lega und der konservativen Forza Italia die Mehrheit im Parlament gesichert.

Politik-Experte in Rom: Meloni wird Gegenspielerin zu von der Leyen

Nach ihrem Wahlsieg in Italien wird Giorgia Meloni nach Ansicht des Politik-Experten Nino Galetti in Brüssel für Unruhe sorgen. «Für die Europäische Union wird es ungemütlich werden», sagte der Römer Büroleiter der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Meloni hat mit ihrer rechtsradikalen Partei Fratelli d‘Italia die Parlamentswahl gewonnen. Als Anführerin einer Rechtsallianz kann sie die künftige Regierung übernehmen - sie wäre erste Ministerpräsidentin Italiens.

«Giorgia Meloni hat im Wahlkampf bereits angekündigt, dass sie die Interessen Italiens stärker vertreten möchte in Brüssel», erinnerte Galetti. Als Rechtsnationalistin kritisierte sie regelmäßig die EU, deren Regeln sie der italienischen Verfassung unterordnen will. «Insofern könnte ich mir vorstellen, dass Giorgia Meloni sich zu einer Gegenspielerin zu EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen aufspielen wird», ergänzte der Italien-Experte.

Wenige Tage vor der Wahl hatte von der Leyen in Italien vor allem bei den Rechtsparteien für Aufregung gesorgt, als sie sagte, die EU habe «Werkzeuge», sollten Staaten die gemeinsamen Grundsätze missachten. Die deutsche Politikerin war gefragt worden, ob sie sich sorgen mache angesichts des prognostizierten Rechtsrucks in den Mittelmeerland. (dpa)

Kommentare