„Bin vielleicht kein Vorbild“

Großbritanniens neue Gesundheitsministerin sorgt mit Zigarren- und Sekt-Foto für Aufsehen

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Die neue britische Premierministerin Liz Truss hat ihr Kabinett vorgestellt. Therese Coffey wird neue Gesundheitsministerin - und kassiert jetzt schon Kritik.

München/London - Nachdem Ex-Premierminister Boris Johnson zurückgetreten war, wurde Liz Truss von den Tories zu seiner Nachfolgerin gewählt. Vor ein paar Tagen stellte Truss ihr neues Kabinett vor. Lob bekam Liz Truss dafür, dass erstmals kein weißer Mann einen der wichtigen Ministerposten besetzt. Kritisiert wird jedoch die neue Gesundheitsministerin Therese Coffey. Auf Twitter kursieren alte Bilder von Coffey, auf denen sie eine Zigarre raucht und Sekt trinkt. Auch über ihr Übergewicht wird gesprochen. Coffey war in der vorherigen Regierung unter Boris Johnson Arbeitsministerin.

Großbritanniens neue Regierung: Gesundheitsministerin raucht und ist übergewichtig

Sie raucht und hat ein paar Kilos zu viel: Die neue britische Gesundheitsministerin Therese Coffey hat eingeräumt, dass sie kein Musterbeispiel für ihren Job ist. „Ich bin vielleicht kein Vorbild“, sagte die 50-Jährige am Mittwoch dem Sender LBC. „Ich werde vermutlich alle möglichen Kommentare zu hören bekommen.“

Allerdings sei sie sicher, dass die obersten Ärzte des Landes und andere weiterhin Vorbilder blieben. Ihr Fokus liege darauf, die Lage für Millionen Patienten, die auf eine Behandlung warten, zu verbessern. Als Reaktion auf die Berufung ins Gesundheitsressort hatten Internetnutzer über Coffey gelästert und alte Fotos der Ministerin getwittert. Auf denen zeigt sie sich paffend an einer Zigarre und offensichtlich angetrunken.

Neue Gesundheitsministerin Therese Coffey ist Abtreibungsgegnerin

Oppositionspolitiker nahmen sie daraufhin in Schutz und verurteilten die Vorwürfe scharf. Für Erheiterung sorgte dann am Mittwoch, dass während des LBC-Interviews ihr Handyalarm anging - als Ton hatte Coffey das Lied „Still D.R.E.“ des US-Rappers Dr Dre eingestellt. Der etwas ungewöhnliche Klingelton sorgte im Netz für einige Lacher.

Die neue britische Gesundheitsministerin Therese Coffey.

Allerdings gab es auch inhaltliche Kritik an Coffeys Ernennung. So hatte die Abtreibungsgegnerin kürzlich im Parlament dagegen gestimmt, sogenannte Abtreibungspillen für den Gebrauch im eigenen Zuhause zuzulassen. Dem Sender Sky News sagte die gläubige Katholikin nun: „Ich bin eine absolute Demokratin und diese Frage ist erledigt, deshalb werde ich nicht versuchen, irgendwelche Aspekte der Abtreibungsgesetze rückgängig zu machen.“ Coffey gilt als engste Vertraute der neuen Premierministerin Liz Truss, die sie am Dienstagabend zusätzlich zur Vizeregierungschefin ernannt hatte. (dpa/vk)

Rubriklistenbild: © WIktor Szymanowicz/IMAGO

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