Harris und Walz im CNN-Gespräch: Die TV-Premiere der Demokraten
Gleich am ersten Tag einer möglichen Amtszeit möchte Harris sich auf die Umsetzung einer „Chancenwirtschaft“ fokussieren. Zudem wolle sie die „die Kosten für Güter des täglichen Bedarfs“ senken, wie Newsweek berichtete. Sie nannte konkrete Pläne, um „in Amerikas kleine Unternehmen zu investieren“ sowie in Familien: „Zum Beispiel die Ausweitung der Steuergutschrift für Kinder auf 6.000 Dollar für Familien für das erste Lebensjahr ihres Kindes, um ihnen zu helfen, einen Autositz zu kaufen, um ihnen zu helfen, Babykleidung zu kaufen, ein Kinderbett.“
Zuvor hatte Harris Kampagne Pläne zur Bekämpfung der Inflation vorgestellt, die unter anderem ein bundesweites Verbot der Preisabzocke beinhaltete. Auch wenn Harris in vielen Umfragen vor ihrem Gegner, dem republikanischen Ex-Präsidenten Donald Trump liegt, finden einige Wählerinnen und Wähler, dass Trump die bessere Expertise im Bereich Wirtschaft habe.
Kamala Harris über Wirtschaft und Fracking im CNN-Interview: „Werte nicht geändert“
Beim Thema Fracking findet Harris im CNN-Gespräch klare Worte: „Als Vizepräsidentin habe ich Fracking nicht verboten. Als Präsidentin werde ich Fracking nicht verbieten.“ Noch vor ihrer Amtszeit als Vizepräsident stand sie dem Thema kritisch gegenüber. Fracking ist ein wichtiger Wirtschaftszweig in den USA. Insbesondere im Bundesstaat Pennsylvania entstehen zahlreiche Arbeitsplätze.
„Meine Werte haben sich nicht geändert. Ich glaube, es ist sehr wichtig, dass wir ernst nehmen, was wir tun müssen, um uns vor einer klaren Klimakrise zu schützen“, sagte sie bei CNN. Zudem fügte sie hinzu: „Ich habe gesehen, dass wir wachsen und eine florierende Wirtschaft für saubere Energie aufbauen können, ohne Fracking zu verbieten.“
Harris im CNN-Gespräch über Israels Selbstverteidigung und ein Ende des Krieges in Gaza
In dem Gespräch wurde Harris auch auf den Israel-Krieg angesprochen. Die Vizepräsidentin betonte dabei das Recht Israels auf Selbstverteidigung. „Lassen Sie es mich ganz klar sagen: Ich stehe uneingeschränkt und unerschütterlich zu Israels Verteidigung und seiner Fähigkeit, sich selbst zu verteidigen, und das wird sich nicht ändern“, zitierte sie Newsweek. Das antwortete sie auf die Frage, ob sie bereit wäre, Waffenlieferungen an Israel zurückzuhalten, um auf die militärischen Aktionen im Gazastreifen zu reagieren.
Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an
Dennoch appellierte sie auch an ein Ende. „Viel zu viele unschuldige Palästinenser wurden getötet und wir müssen eine Einigung erzielen“, sagte sie. „Dieser Krieg muss enden und wir müssen eine Einigung erzielen, die die Freilassung der Geiseln vorsieht“, fügte Harris hinzu.
CNN-Interview: Walz rechtfertigt sich – werde sich aber „nicht entschuldigen“
Walz wurde in dem Interview auf vergangene Aussagen angesprochen, die er im Nachhinein korrigierte. So spricht er in einem Video aus dem Jahr 2018 über Waffengewalt und Kriegswaffen, „die ich im Krieg getragen habe“. Zwar diente er 24 Jahre in der Army National Guard, war jedoch nie in einem Kampfgebiet im Einsatz. Er habe sich versprochen, wie er erklärte. „Meine Frau, die Englischlehrerin, hat mir gesagt, dass meine Grammatik nicht immer korrekt ist“, sagte er.
Zudem sprach er auf dem demokratischen Parteitag davon, dass er und seine Frau eine In-vitro-Fertilisation gehabt hätten. Später stellte er klar, dass die beiden ihre Kinder durch eine andere Art der Fruchtbarkeitsbehandlung bekommen hätten. „Ich stehe natürlich zu meinen Fehlern, wenn ich sie mache“, sagte er. „Ich werde mich nicht dafür entschuldigen, leidenschaftlich zu sprechen, egal ob es um Waffen in Schulen oder den Schutz reproduktiver Rechte geht“, fügte er hinzu. „Der Kontrast könnte nicht deutlicher sein […]. Ich denke, die meisten Amerikaner verstehen ihn.“
Harris über Trumps „abgedroschene Masche“ – Bidens alles veränderte Anruf
Auf Aussagen von Trump, die ihre Person betreffen, ging Harris kaum ein. Als Bash Harris auf Trumps Äußerung über ihre ethnische Identität ansprach, schüttelte sie den Kopf und sagte, dass die Bemerkung ein Teil von Trumps „alten, abgedroschenen Maschen“ sei. Außerdem sprach sie von „Konsequenzen“ für Migrantinnen und Migranten, die die Grenze illegal übertreten. „Wir haben Gesetze, die befolgt und durchgesetzt werden müssen“, sagte Harris.
Erfahren habe Harris von Joe Bidens Entscheidung, nicht bei der US-Wahl anzutreten, beim Frühstückzubereiten. Zudem habe sie Besuch von ihren Nichten gehabt, zu denen sie sich gerade setzen wollte, um mit ihnen zu puzzeln, als das Telefon klingelte und Biden ihr die Nachricht überbrachte. (vk)