Am Boden und in der Luft

Luftwaffe bekommt Eurofighter der neuesten Generation – Super-Radar soll Ziele besser erfassen

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Die Bundeswehr erhält ab 2025 die neueste Eurofighter-Generation. Diese leisten auch einen Beitrag für die Entwicklung zukünftiger Kampfjets, die in Planung sind.

Manching – Im Zuge des Ukraine-Kriegs geriet die Ausstattung und Modernisierung der Bundeswehr wieder in den Fokus der Politik. Mit dem 100-Milliarden-Sondervermögen soll massiv in das deutsche Militär investiert werden, unter anderem durch die Anschaffung von F-35-Kampfjets, die die alten Tornado-Flugzeuge ersetzen sollen. Doch bereits zuvor wurden auch neue Eurofighter bestellt. Die vierte und neueste Generation soll nun in den kommenden Jahren einen Teil der bestehenden Luftwaffen-Flotte ersetzen.

38 neue Eurofighter für die Bundeswehr: Vierte Generation der Kampfjets mit besserer Zielerfassung

Die Bundeswehr bekommt in den nächsten Jahren 38 neue Eurofighter-Kampfjets (Archivbild).

Noch während der Corona-Pandemie 2020 hatte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags etwa 5,5 Milliarden Euro zur Anschaffung neuer Eurofighter Typhoon freigegeben. Damit wurden nun 38 Stück der vierten und somit aktuellsten Generation (auch „Tranche“ genannt) des Kampfflugzeuges bestellt. Seit Sommer 2023 wird das „modernste Eurofighter-Modell“ von Airbus im bayrischen Manching hergestellt, teilt die Bundeswehr am Mittwoch (14. Februar) mit. Nach aktueller Planung sollen die neuen Jets zwischen 2025 und 2030 an die Luftwaffe übergeben werden.

Die neuen Kampfflugzeuge für die Luftwaffe werden unter anderem über ein neues, „leistungsfähigeres Radar mit elektronischer Strahlschwenkung“ verfügen. Damit sollen Ziele in der Luft und am Boden besser erfasst werden können. Vier der bestellten Jets werden zudem mit extra Testinstrumenten für die zukünftige Entwicklung neue Eurofighter ausgestattet. „Damit können neue Fähigkeiten evaluiert und zu einer Serienreife gebracht werden“, so die Bundeswehr. Zu den 38 Flugzeugen gehören auch sieben Doppelsitze, die vor allem für die Schulung neuer Piloten eingesetzt werden.

Eurofighter, Tornado, A350: Diese Flugzeuge gibt es bei der Bundeswehr

Deutsche Tornado-Kampfjets auf dem Rückflug aus dem Irak
Der Jagdbomber Panavia 200 Tornado hat bald ausgedient, da die Maschinen des bis 1998 produzierten Flugzeugs so langsam das Ende ihrer Lebensdauer erreichen. Den Flieger gibt es bei der Bundeswehr in drei Varianten: Tornado IDS (Basisversion), Tornado ECR (bewaffnete Aufklärungsversion), Tornado Recce (unbewaffnete Aufklärungsversion). Das gemeinsam von Deutschland, Großbritannien und Italien entwickelte Mehrkampfflugzeug soll in Zukunft unter anderem durch F-35A aus amerikanischer Produktion ersetzt werden. © Luftwaffe/dpa
Ein Eurofighter startet auf dem Flugplatz Laage bei Rostock zu einem Übungsflug
Der derzeit modernste Kampfjet in den Reihen der Bundeswehr: der Eurofighter Typhoon. Bis zu 2.901,78 km/h schnell wird das gemeinsam von Deutschland, Großbritannien, Spanien und Italien entwickelte Flugzeug. Bis 2025 soll die vierte Tranche des Kampfjets ausgeliefert werden und damit die Eurofighter der Tranche 1 (Indienststellung: 2004) in den Beständen der Luftwaffe ersetzen. © Jens Büttner/dpa
Der Airbus A350-900 „Konrad Adenauer“ vor der Dienstreise von Bundeskanzler Olaf Scholz nach Lateinamerika am Flughafen Berlin-Brandenburg
Der Airbus A350-900 ist derzeit der größte und modernste Regierungsflieger der Bundeswehr. Insgesamt drei Exemplare des Großraumjets sind für die Flugbereitschaft im Einsatz. Ihre prestigeträchtigste Aufgabe ist der VIP-Transport des politisch-parlamentarischen Führungspersonals. © Kay Nietfeld/dpa
Ein roter Teppich wird vor dem Airbus A340 der Flugbereitschaft der Bundeswehr auf dem Flughafen Adisumarmo (Surakarta) in Indonesien ausgerollt
Die Airbus A340-300 war das Vorgängermodell die A350-900 bei der Flugbereitschaft der Bundeswehr. Nachdem es im Jahr 2018 zu vermehrten technischen Problemen mit den Großraumjets kam, wurde die Anschaffung der Nachfolger beschlossen. Die A340-300 bleibt derzeit allerdings noch parallel zum Nachfolgemodell im Dienst, nicht zuletzt deswegen, da noch nicht alle A350-900 mit einer vollumfänglichen Regierungskabine ausgestattet sind. © Raphael Huenerfauth/photothek/imago
Eine Airbus A400M vor dem Abflug vom Fliegerhorst Wunstorf, um Hilfsgüter für Opfer der Erdbebenkatastrophe in der Türkei und Syrien auszuliefern
Das Transportflugzeug Airbus A400M dient der Verschickung von Personal und Material. Bis zu 114 Soldaten finden in der Maschine Platz, die aber auch schwereres Gerät wie den Schützenpanzer Puma transportieren kann. Mit den Maschinen wurden auch Hilfsgüter für die Opfer der Erdbebenkatastrophe in der Türkei und Syrien im Februar 2023 ausgeflogen. © Moritz Frankenberg/dpa
Ein Transportflugzeug C-130J der Israeli Air Force wirft Frachtkisten an Fallschirmen über Israel ab
Das Transportflugzeug C-130J gibt es sowohl in der Tankerversion KC-130J als auch in der Transportversion C-130J-30 Super Hercules. Die Transportversion bietet Platz für bis zu 128 Personen oder 92 Fallschirmjäger oder acht Frachtpaletten und kann auch auf kurzen Pisten und auf unbefestigtem Untergrund starten und landen. Die Tankerversion kann Jets und Hubschrauber am Boden und in der Luft auftanken. Das Bild zeigt eine C-130J der Israeli Air Force im Einsatz © Ofer Zidon/imago
Eine Airbus A319CJ auf dem Flugfeld von oben
Die Airbus A319CJ ist ein weiteres Flugzeug in den Diensten der Flugbereitschaft der Bundeswehr. Seit Sommer 2010 verfügt sie über zwei Corporate Jetliner dieses Typs. Die Maschinen werden für VIP-Transporte des politisch-parlamentarischen Führungspersonals auf Kurz- und Mittelstreckenflügen eingesetzt und bieten Platz für bis zu 44 Personen. © Norbert Thomas/Bundeswehr
Ein Regierungsflieger Airbus A321-231 der Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung bei einer „Touch & Go“-Landeübung auf dem Flughafen Leipzig / Halle bei Schkeuditz
Die Bundeswehr bezeichnet die Airbus A321-231 auch als „deutsche Air Force One“. Obwohl das Flugzeug auch Verwundete und Kranke befördern kann, ist seine Hauptaufgabe der VIP-Transport des politisch-parlamentarischen Führungspersonals auf Kurz- und Mittelstreckenflügen. Der Regierungsflieger kann bis zu 82 Passagiere, davon zwölf VIPs, transportieren. © Christian Grube/imago
T-38-Maschinen der US Air Force vor einem Sonnenuntergang
Die Maschinen vom Typ Northrop T-38C Talon stehen zwar in den Diensten der Bundeswehr, befinden sich jedoch auf der Sheppard Air Force Base in Texas in den USA. Für deutsche Piloten ist die Northrop T-38C Talon ein Schulflugzeug für den Flug im Überschallbereich, für dessen Nutzung sie in die USA reisen müssen. Das Foto zeigt T-38-Maschinen der US Air Force. © ZUMA Wire/imago
Eine Bombardier Global 5000 der Flugbereitschaft der Bundeswehr landet am Flughafen Hamburg Airport
Das Flugzeug Global 5000 kommt ausnahmsweise mal nicht von Airbus, sondern vom kanadischen Hersteller Bombardier. Es befördert kleinere VIP-Delegationen von bis zu 13 Personen auf Kurz- und Mittelstreckenflügen, in der Regel innerhalb Europas. © Kevin Hackert/imago
Ein Ölaufklärer DO 228 LM fliegt vor der Küste Deutschlands
Die Marine nutzt den Ölaufklärer DO 228 LM. Mit diesen Maschinen unterstützt sie das Havariekommando in Cuxhaven und Bundesverkehrsministerium im Kampf gegen Umweltkatastrophen: Mit Kameras und Sensoren können sie bei Tag und Nacht Verschmutzungen auf der Wasseroberfläche erkennen und diese melden. Damit helfen sie nicht nur bei Havarien, sondern gehen auch gegen illegale Müll- und Ölentsorgung durch Schiffe vor. © Matthias Döhler/Bundeswehr

Fünfte Eurofighter-Generation bereits im Gespräch – diese Anpassungen wünscht sich die Bundeswehr

Im Zuge der Nato-Vereinbarungen möchte die Bundeswehr ihre Kampfjet-Flotte aber noch weiter ausbauen. Dafür sei die Beschaffung einer fünften Eurofighter-Tranche im Gespräch, heißt es in einer Mitteilung. Die Bundesregierung hat sich jedoch noch nicht entschieden, ob diese fünfte Generation des Kampfjets ab 2030 produziert werden solle.

Falls doch, hat die Bundeswehr klare Vorstellungen, was sich im Vergleich zu aktuellen Vorgängen verändern soll. Demnach soll die Rechnerarchitektur überarbeitet, das Cockpitlayout modernisiert und das Waffenportfolio erweitert werden. Auch eine neue Flugsoftware sei laut Bundeswehr zukünftig nötig. „Nur so kann der Eurofighter [...] bis in die Mitte des Jahrhunderts betrieben werden“, sagt ein Pressesprecher.

Die derzeit weit über 100 Eurofighter-Jets, die teils auch die Alarmrotte bilden, sind auf vier Luftwaffen-Stützpunkte verteilt. Darunter auch der Fliegerhorst Nörvenich im Kreis Düren, nahe Köln. Von dort starten immer wieder Kampfjets quer durch NRW. (os)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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