Aktiv seit 2021

Reichsbürger-Bewegung will Bundeswehr-Soldaten und Polizei-Beamte rekrutieren

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Bundeswehr-Soldaten sind das Ziel der Terrorgruppe der Reichsbürger. Seit der Gründung 2021 wollen sie Soldaten und Polizisten rekrutieren

Seit spätestens Ende November 2021 soll eine terroristische Vereinigung mutmaßlicher Reichsbürger bestehen, die zum Ziel hat, staatliche Institutionen und Repräsentanten zu bekämpfen.

Karlsruhe - Ein «militärischer Arm» sollte den demokratischen Rechtsstaat auch auf Ebene der Gemeinden, Kreise und Kommunen «beseitigen», teilte die Bundesanwaltschaft am Mittwoch in Karlsruhe mit. Der Vereinigung sei bewusst, dass es dabei zu Toten kommen werde. «Sie nimmt dieses Szenario aber als notwendigen Zwischenschritt zur Erreichung des von ihr angestrebten „Systemwechsels auf allen Ebenen“ zumindest billigend in Kauf.» Einige mutmaßliche Mitglieder des militärischen Arms hätten aktiv Dienst in der Bundeswehr geleistet.

Zentrales Gremium der Gruppierung sei ein «Rat». Das Gremium verfüge ähnlich wie das Kabinett einer regulären Regierung über Ressorts wie Justiz, Außen und Gesundheit. «Die Mitglieder des „Rates“ haben sich seit November 2021 regelmäßig im Verborgenen getroffen, um die angestrebte Machtübernahme in Deutschland und den Aufbau eigener Staatsstrukturen zu planen», teilte die Bundesanwaltschaft mit.

Reichsbürger wollten Bundeswehr- und Polizeibeamte rekrutieren

Die mutmaßliche «Reichsbürger»-Gruppierung hat laut Bundesanwaltschaft vor allem Angehörige der Bundeswehr und Polizei für den geplanten Staatsumsturz rekrutieren wollen. Bei mindestens vier Treffen in Baden-Württemberg im vergangenen Sommer hätten mutmaßliche Mitglieder für die terroristische Vereinigung und ihre Ziele geworben, teilte die Behörde am Mittwoch in Karlsruhe mit. Im November hätten Beschuldigte in Norddeutschland gezielt Polizeibeamte für die Vereinigung gewinnen wollen. Im Oktober hätten Angehörige des «militärischen Arms» Bundeswehrkasernen in Hessen, Baden-Württemberg und Bayern ausgekundschaftet, «um sie auf ihre Tauglichkeit für die Unterbringung eigener Truppen nach dem Umsturz zu inspizieren». (dpa)

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