Ein Blick auf die Zahlen

„Keine andere Wahl“ – Trump verteidigt Truppeneinsatz in US-Städten

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Die Entsendung der Nationalgarde nach Portland sorgt für Aufruhr: Gouverneurin Kotek spricht von Machtmissbrauch – die Kriminalität zeigt einen Rückgang.

Washington, D.C. – Die umstrittene Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Truppen in amerikanische Städte zu entsenden, stößt erneut auf heftige Kritik. Wie The Hill berichtet, verteidigte Trump am Mittwoch die Entsendung der Nationalgarde nach Portland, Oregon. Er habe „keine andere Wahl“ gehabt, sagte er – und ignorierte damit den Widerstand lokaler Behörden.

Donald Trump tritt als Hüter von Recht und Gesetz auf und fordert weiterhin den Friedensnobelpreis. Die Proteste in US-Städten zeigen jedoch, dass er viele nicht überzeugt. (Archivbild)

Bereits zuvor hatte Trump den Einsatz in Chicago angestoßen und war auf scharfe Ablehnung gestoßen. Der Gouverneur von Illinois, JB Pritzker, sprach von einer „Invasion“ und warf dem Präsidenten vor, die Pläne ohne Abstimmung mit der Stadt oder dem Bundesstaat voranzutreiben. Der Demokrat erklärte gegenüber dem Sender CBS, es sei „klar“, dass sie „insgeheim eine Invasion mit US-Truppen“ planten.

Trump wütet auf Truth Social gegen Demokraten

Auf Trumps eigener Social-Media-Plattform Truth Social erklärt der US-Präsident: „Der Gouverneur von Oregon muss in einer ‚Traumwelt‘ leben.“ „Portland ist eine NIE ENDENDE KATASTROPHE. Viele Menschen wurden schwer verletzt und sogar getötet. Die Stadt wird wie ein Dritte-Welt-Land geführt.“ Seine Kritiker adressierte Trump mit: „Wir greifen nur ein, weil wir als amerikanische Patrioten KEINE ANDERE WAHL HABEN. RECHT UND ORDNUNG MÜSSEN IN UNSEREN STÄDTEN UND ÜBERALL SONST HERRSCHEN!“

Zuvor hatte das Verteidigungsministerium den Einsatz von 200 Nationalgardisten in Portland genehmigt. Wie The Hill berichtet, hatte der 79-Jährige wenige Tage zuvor angekündigt, Truppen zum Schutz der Stadt und einer Einrichtung der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) zu entsenden. Der Einsatz stößt bei Anwohnern und Behörden auf Widerstand. Der Bundesstaat Oregon und die Stadt Portland haben am Sonntag Klage gegen die Regierung eingereicht, um den Einsatz von Truppen in der Stadt zu verhindern.

Gedenken an Charlie Kirk mit Trump und Co.: die Trauerfeier in Bildern

Die Utah Valley Universität, Tatort des Attentats auf Kirk
Am 10. September wurde der rechte Influencer Charlie Kirk während einer Veranstaltung in Utah erschossen. Die Trauer um den Vertrauten Donald Trumps ist groß. Der US-Präsident ordnete an, die Flaggen auf Bundesgebäuden auf Halbmast zu hängen. Die Utah Valley Universität, Tatort des Attentats auf Kirk, folgte dem Beispiel aus Washington DC. © imago
Bereits im Morgengrauen sammelte sich die MAGA-Bewegung rund um das Stadion in Arizona, in dem die gigantische Trauerfeier für Charlie Kirk am Vormittag starten sollte.
Bereits im Morgengrauen sammelte sich die MAGA-Bewegung rund um das Stadion in Arizona, in dem die gigantische Trauerfeier für Charlie Kirk am Vormittag starten sollte. © imago
Das Stadion selbst war zu Beginn der Trauerfeier von Charlie Kirk bis auf den letzten Platz besetzt.
Das Stadion selbst war zu Beginn der Trauerfeier von Charlie Kirk bis auf den letzten Platz besetzt. Mehr als 70.000 Menschen sollen letztlich dabei gewesen sein. Darunter befanden sich neben US-Präsident Donald Trump und Vizepräsident J. D. Vance zahlreiche weitere Vertreterinnen und Vertreter des Trump-Kabinetts. © imago
Verteidigungsminister Pete Hegseth
Im Publikum bei der Trauerfeier Charlie Kirks befand sich auf Verteidigungsminister Pete Hegseth, der gemeinsam mit seiner Frau Jennifer Rauchet aus Washington DC nach Phoenix im US-Bundesstaat Arizona gereist war. © imago
Höhepunkt der mehrstündigen Veranstaltung in Arizona war die Rede Donald Trumps
imago834700717.jpg © imago
Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr.,
Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., wie Hegseth in Begleitung seiner Frau, der Schauspielerin Cheryl Hines, hielt ebenfalls eine Rede bei der Trauerfeier für Charlie Kirk. © afp
Festnahme eines Tatverdächtigen namens Tyler Robinson.
Wenige Tage nach dem Attentat auf Charlie Kirk meldete das FBI die Festnahme eines Tatverdächtigen namens Tyler Robinson. Dem 22-Jährigen droht die Todesstrafe. © afp
State Farm Stadium in Phoenix, Arizona.
Während die Ermittlungen rund um das Attentat auf Charlie Kirk noch laufen, starten bereits die Vorbereitungen für eine gigantische Trauerfeier. Stattfinden wird diese im State Farm Stadium in Phoenix, Arizona. Das mehr als 60.000 Zuschauer fassende Stadion wird sonst von der American Football Mannschaft Arizona Cardinals als Heimspielstätte genutzt. © PATRICK T. FALLON
Tod von Charlie Kirk im State Farm Stadium
Schon während des Heimspiels der Arizona Cardinals gegen die Carolina Panthers wurde an den Tod von Charlie Kirk im State Farm Stadium erinnert. Kirk lebte mit seiner Frau und den beiden gemeinsamen Kindern im US-Bundesstaat Arizona, wo sich auch das Hauptquartier der von ihm gegründeten Organisation Turning Point USA befindet. © afp
Donald Trump. Der US-Präsident, hier mit Kirk auf einer Veranstaltung seiner Organisation Turning Point USA
Zahlreiche prominente Persönlichkeiten aus dem rechtspolitischen Spektrum der USA haben ihre Teilnahme an der Trauerfreier für Charlie Kirk bekanntgegeben. Allen voran Donald Trump. Der US-Präsident, hier mit Kirk auf einer Veranstaltung seiner Organisation Turning Point USA, wird als Redner im State Farm Stadium in Phoenix erwartet. © afp
Vance moderiert „Charlie Kirk Show“
Neben Donald Trump wird auch sein Stellvertreter in Phoenix erwartet. Vizepräsident J. D. Vance verband nach eigener Aussage eine „enge Freundschaft“ mit dem ermordeten Charlie Kirk. Nach dessen Tod und zu seinen Ehren moderierte Vance den Podcast „The Charlie Kirk Show“. In der Folge versammelte er zahlreiche Verbündete und Freunde des rechten Influencers. © dpa
Verteidigungsminister Pete Hegseth (l.), hier in Begleitung seiner Frau Jennifer Rauchet und Air Force General Dan Caine
Neben Vizepräsident J. D. bringt Donald Trump sein halbes Kabinett mit nach Arizona. Verteidigungsminister Pete Hegseth (l.), hier in Begleitung seiner Frau Jennifer Rauchet und Air Force General Dan Caine ist ebenso dabei wie.... © AFP
Tulsi Gabbard, die in der Trump-Administration den Posten der Direktorin für die US-Geheimdienste bekleidet
Ebenfalls erwartet aus Washington DC wird Tulsi Gabbard, die in der Trump-Administration den Posten der Direktorin für die US-Geheimdienste bekleidet. Die ehemalige Demokratin und neuerliche Republikanerin sprach bereits bei einer Gedenkfeier für Krik in Washington DC. Dort verglich Gabbard den Mord an Kirk mit dem Terroranschlag vom 11. September 2001.  © AFP
Sergio Gor (l.), der unter Donald Trump Direktor für Personalangelegenheiten im Weißen Haus ist
Ebenso Redner bei der Trauerfeier für Charlie Kirk ist laut Ankündigung Sergio Gor (l.), der unter Donald Trump Direktor für Personalangelegenheiten im Weißen Haus ist. Hier kommt Gor in Begleitung von Finanzminister Scott Bessent nach einer Reise nach Florida auf dem Rasen des Weißen Hauses an.  © AFP
Trumps Berater Stephen Miller
Trumps Berater Stephen Miller ist der nächste Gast, der Charlie Kirks Trauerfeier besuchen wird. Miller, hier mit FBI-Direktor Kash Patel im Oval Office des Weißen Hauses, gilt als radikaler Einflüsterer der Trump-Regierung. Als Gast in der von Vizepräsident J. D. Vance moderierten Folge des Podcasts „The Charlie Kirk Show“ kündigte Miller - im Namen Kirks - einen erbarmungslosen Kampf gegen die politische Linke in den USA an. Daraum habe Kirk persönlich in einer letzten Textnachricht vor seinem Tod gebeten. © afp
US-Außenminister Rubio in Israel
Marco Rubio komplettiert die Reisegruppe des Trump-Kabinetts, die sich am Sonntag auf den Weg nach Phoenix zur Trauerfeier Charlie Kirks macht. Mit der Teilnahme des Außenministers befinden sich drei der ersten sechs Personen, die im Fall eines Ausscheidens von Trump dessen Posten als US-Präsident übernehmen würden, in Arizona. © dpa
Nach dem Attentat auf Charlie Kirk in Utah
Entsprechend groß werden die Sicherheitsvorkehrungen rund um die Gedenkveranstaltung für Charlie Kirk in Phoenix, Arizona, sein. Bereits nach dem Attentat in Utah waren, wie hier zu sehen, schwer bewaffnete Polizisten im Einsatz. © imago
Tucker Carlson, der ehemalige Moderator von Fox News.
Nicht nur Politiker nehmen Abschied von Charlie Kirk, sondern auch mehrere Vertreter der politischen Rechten aus der Welt der Sozialen Medien und des Fernsehens. Darunter auch Tucker Carlson, der ehemalige Moderator von Fox News, der Stammgast auf Veranstaltungen von Kirks Organisation Turning Point USA ist. © afp
Kirks Witwe, Erika Kirk, wird wohl ebenfalls an der Trauerfeier für ihren ermordeten Ehemann teilnehmen. Die 36-Jährige, hier gemeinsam mit Vizepräsident JD Vance und seiner Frau Usha, hat bereits kurz nach dem Attentat angekündigt, die politische Arbeit ihres Mannes fortsetzen zu wollen. Am 18. September wurde sie zum neuen CEO von Kirks Organisation Turning Point USA gewählt.
547911086.jpg © Ross D. Franklin/imago
Donald Trump Jr und Bettina Anderson
Die Familie Trump vertritt in Phoenix bei der Trauerfeier für Charlie Kirk neben Familienoberhaupt Donald auch dessen ältester Sohn, Donald Trump Jr. Der 47-Jährige, hier in Begleitung von Lebensgefährtin Bettina Anderson, soll seinen Vater und Kirk miteinander bekannt gemacht und so den Grundstein gelegt haben für die erfolgreiche Zusammenarbeit des damaligen Präsidentschaftskandidaten und des rechten Influencers. © afp
Wandbild von Charlie Kirk in Israel
Doch nicht nur in den USA wird in diesen Tagen an den Tod von Charlie Kirk erinnert. In der israelischen Stadt Ashdod verewigte der Graffiti-Künslter Dudi Shaval den rechten Influencer mit einem Wandbild, das Kirk mit Engelsflügeln zeigt. © imago
Trauer und Hingabe im Arizona Cardinals Stadium: Anhänger des erschossenen rechten Aktivisten Charlie Kirk zeigen ihre Verbundenheit.
Trauer und Hingabe im Arizona Cardinals Stadium: Anhänger des erschossenen rechten Aktivisten Charlie Kirk zeigen ihre Verbundenheit mit dem verstorbenen Turning Point USA-Gründer. © Jae C. Hong/dpa
Imposante Gedenkfeier im State Farm Stadium: Große Leinwände zeigen „Remembering Charlie Kirk“ (1993-2025), während US-Flaggen das Stadion schmücken.
Imposante Gedenkfeier im State Farm Stadium: Große Leinwände zeigen „Remembering Charlie Kirk“ (1993-2025), während US-Flaggen das Stadion schmücken.  © Ross D. Franklin/dpa
Hochkarätige Teilnahme bei Charlie Kirks Trauerfeier: Tesla-Chef Elon Musk und weitere prominente Vertreter der konservativen Bewegung sind zur Gedenkfeier nach Arizona gereist.
Hochkarätige Teilnahme bei Charlie Kirks Trauerfeier: Tesla-Chef Elon Musk und weitere prominente Vertreter der konservativen Bewegung sind zur Gedenkfeier nach Arizona gereist.  © Ross D. Franklin/dpa
Glaube und Politik vereint: Die Trauerfeier für Charlie Kirk verbindet christliche Symbolik mit politischer Botschaft, wie das prominente Kreuz im State Farm Stadium verdeutlicht.
Glaube und Politik vereint: Die Trauerfeier für Charlie Kirk verbindet christliche Symbolik mit politischer Botschaft, wie das prominente Kreuz im State Farm Stadium verdeutlicht. © John Locher/dpa

„Wir brauchen hier keine militärische Intervention“: Kritik an Trumps Truppenentsendung in Portland

Oregons Gouverneurin Tina Kotek stellte sich klar gegen die Truppenentsendung. Auf einer Pressekonferenz sprach sie von „Machtmissbrauch“ und einem „Bärendienst für unsere Gemeinden und Soldaten“. Am Sonntag schloss sie sich einem Protestmarsch in Portlands Innenstadt an. Auf X schrieb sie: „Wir brauchen hier keine militärische Intervention.“

Die Proteste gegen den Einsatz der US-Einwanderungsbehörde ICE führten 2025 zu mehreren Festnahmen. Seit Juni wurden 26 Personen in der Nähe der ICE-Einrichtung in Portland vor dem Bundesgericht angeklagt, darunter ein Verdächtiger, der einen Brandbeschleuniger geworfen haben soll. Einige Demonstranten müssen sich wegen Angriffen auf Beamte verantworten. Andere wiederum werfen den Einsatzkräften laut The Oregonian übermäßige Gewalt vor. Todesopfer gab es bei den Protesten 2025 nicht.

Zahlen zu Portlands Kriminalität: weniger Morde, mehr Drogen- und Sexdelikte

Entgegen den Darstellungen von US-Präsident Trump sinkt die Kriminalität in den Vereinigten Staaten. Die New York Times verweist auf eine Analyse des „Council on Criminal Justice“: In 42 Städten nahmen die meisten Delikte ab, auch die Mordraten gingen deutlich zurück. Der während der Pandemie verzeichnete Anstieg hat sich damit weitgehend umgekehrt. Von 13 untersuchten Kategorien liegt nur eine – der Autodiebstahl – weiterhin über dem Niveau von 2019.

Die Polizeidaten des „Portland Police Bureau“ unterstreichen diese Entwicklungen zumindest teilweise: Laut Polizeidaten ist die Gesamtkriminalität von Januar bis September 2025 gegenüber dem Vorjahreszeitraum gleichbleibend. Die Statistik gewichtet Straftaten jedoch nicht nach Schwere, sondern zählt Fälle addiert. Auffällig: Die Mordrate halbierte sich von 50 auf 25 Fälle. Sexualdelikte gingen um drei Prozent zurück (388 auf 378), Autodiebstahl um 31 Prozent (3790 auf 2627). Zugenommen haben dagegen andere Delikte: Entführungen stiegen um 59 Prozent (44 auf 70), Drogendelikte um 274 Prozent (238 auf 889), Prostitutionsverstöße um 174 Prozent (103 auf 282).

Amerika am Kipppunkt: Trumps Testfeld für Autoritarismus

Donald Trump setzte in der Hauptstadt Washington, D.C. bereits die Nationalgarde ein. Zusätzlich entsandten republikanisch regierte Bundesstaaten Gardetruppen. Einige der Soldaten sind seit Tagen bewaffnet im Stadtbild präsent – auch in Ausgehvierteln und Touristengegenden. Trump stellte die Hauptstadtpolizei zudem unter Bundesaufsicht – dagegen läuft eine Klage.

Kritiker sehen in Washington ein Testfeld für einen autoritären Regierungsstil. Die Maßnahme ist besonders umstritten, da Washington wie Chicago zuletzt einen Rückgang der Kriminalität verzeichnen konnte. Laut FBI-Daten, auf die sich die Neue Zürcher Zeitung beruft, rangierte Washington 2024 zwar noch auf Platz sieben der US-Städte mit den meisten Gewaltverbrechen – meldete zuletzt aber einen Rückgang. (Quellen: The Hill, Truth Social, CBS, Portland Police Bureau, The Oregonian, Neue Zürcher Zeitung) (kox) 

Rubriklistenbild: © KEVIN DIETSCH/AFP

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