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Eine Geheimoperation feiert besondere Erfolge im Ukraine-Krieg. Besonders ein ukrainischer Drohnen-Typ sorgt auf russischer Seite für hohe Verluste.
Kiew – Die Ukraine fügt Russland im Ukraine-Krieg kolossale Verluste zu. Sowohl vor Mensch als auch vor Maschine sowie Infrastruktur wird auf den Schlachtfeldern in der Ukraine nicht Halt gemacht. Ein geheimes Projekt scheint allem Anschein nach die Speerspitze im Kampf gegen die Aggressoren von Machthaber Wladimir Putin zu bilden.
Während Berichte kursieren, dass Russland eigene Soldaten exekutiert haben soll, enthüllte Come Back Alive, eine ukrainische militärische Wohltätigkeitsorganisation, am Donnerstag (16. November) erstmals Einzelheiten über ein geheimes Projekt der Streitkräfte, das als „Black Box“ bekannt ist. Dieses soll nach den Angaben dem russischen Militär einen Schaden von mehr als 800 Millionen Euro zugefügt haben. Unabhängig verifizieren lässt sich diese Aussage allerdings nicht.
Herbe Verluste für Russland durch „Black Box“ im Ukraine-Krieg: Drohne „Beaver“ nur eine Komponente
Besondere Aufmerksamkeit richtet Come Back Alive in der Erklärung der Langstrecken-Angriffsdrohne „Beaver“. Diese Drohne sei ein wichtiger Teil des Projekts, aber nur eine „Komponente“ der Operation „Black Box“.
Der ukrainische Militärgeheimdienst (GUR) hat bei „Black Box“ mit dem Come Back Alive Fund und dem ukrainischen Blogger Ihor Lachenkov zusammengearbeitet. Das Projekt ist geheimnisumwittert, seit ukrainische Beamte Ende 2022 zum ersten Mal von Spendenaktionen für das Projekt berichteten.
„Black Box“ fügt Russland kolossale Schäden zu: Geheimoperation seit Sommer im Ukraine-Krieg bekannt
Es ist aber nicht das erste Mal, dass die Geheimoperation im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg ans Tageslicht kommt. In diesem Sommer gaben ukrainische Militärs bereits bekannt, dass die Geheimoperation „Black Box“ hinter Angriffen auf russische Militärbasen und Infrastrukturen stecke, darunter eine Explosion auf der Krim-Brücke. Im Juni erklärte der ukrainische Militärchef Kyrylo Budanov, „Black Box“ habe dem russischen Militär innerhalb eines Monats bereits einen Schaden von rund 650 Millionen Euro zugefügt.
Відкриваємо «Black Box»🫡
— Повернись живим (@BackAndAlive) November 16, 2023
Це — «Колібрі». Він — спецпризначенець ГУР МОУ, той, хто працює з «коробкою», і той, хто її розкриває 🔥
У «Black Box» знаходиться, зокрема, український баражуючий боєприпас «Бобер», зданий долати до 800 км. І це лише одна зі складових «коробки». pic.twitter.com/Tb4MGHq9PP
Die Beaver hat „erfolgreich Aufgaben auf der Krim und in den unmittelbar besetzten Gebieten der Ukraine erfüllt und ist natürlich auch in militärische Ziele auf feindlichem Gebiet ‚geflogen‘“, schrieb Come Back Alive auf X (ehemals Twitter).
Beaver-Drohne im Ukraine-Krieg: Angriff auf Iskander-Raketenlager in Russland
Das unbemannte Langstreckenflugzeug (UAV) „Beaver“ hat Berichten zufolge eine Reichweite von rund 800 Kilometern und wurde für den Angriff auf ein russisches Lager verwendet, in dem Komponenten für ballistische Raketensysteme vom Typ Iskander gelagert wurden. Come Back Alive schrieb auch, dass die Beaver bei einem Angriff auf eine Anlage eingesetzt wurde, in der Elektronik für die Raketen Kh-31, Kh-35 und Kh-59 hergestellt wird, die von taktischen Flugzeugen aus gestartet werden.
Justin Bronk, Senior Research Fellow beim Londoner Think Tank Royal United Services Institute, erklärte damals bei Newsweek, dass die Beaver-Drohnen von der Bauart her den vom Iran hergestellten Shahed-Drohnen ähneln, die Russland im Verlauf des Ukraine-Kriegs einsetzt.
Drohnen machen Russland im Ukraine-Krieg schwer zu schaffen. Effektiver Einsatz geplant
Dass Drohnen Russland im Ukraine-Krieg schwer zu schaffen machen, ist kein Geheimnis. Das Potenzial insbesondere der „Beaver“-Drohnen hat die Ukraine aber bereits früh erkannt. In einem Artikel vom August über die Gerüchte über die mysteriösen Drohnen schrieb die Kyiv Post, dass „Experten vorschlagen, Beaver-Drohnen in großer Zahl einzusetzen, um ihre Fähigkeit zu verbessern, die gegnerische Luftabwehr zu durchdringen und elektronische Kriegsführungsmaßnahmen zu kontern“.
Und offenbar arbeitet die Ukraine, die mit Kriegsdienst-Verweigerern zu kämpfen hat, daran, dass die Drohnen noch gezielter und effektiver eingesetzt werden können. Der Beitrag von Come Back Alive auf X (ehemals Twitter) fügte hinzu, dass rund 360.000 Euro, die für Black Box gesammelt wurden, für den Kauf von Fahrzeugen für ukrainische Soldaten verwendet werden sollen.
Der Transport soll die Mobilität der Spezialkräfte erhöhen und es ihnen ermöglichen, die Besatzer auf der Krim, in den vorübergehend besetzten Gebieten und auf der anderen Seite der Grenze effektiver zu „erwischen“, schrieb die Organisation.
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