Nach Angriff auf Israel: Hamas sagt dem Iran ihre Unterstützung zu
VonFabian Hartmann
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Nach Irans Direktangriff auf Israel hat die palästinensische Hamas dem Iran ihre Unterstützung zugesagt. Auch die Huthi-Rebellen im Jemen beteiligen sich.
Teheran/Tel-Aviv – Nach dem groß angelegten Direktangriff Irans und weiterer Bündnispartner auf Israel, hat die extremistische palästinensische Gruppe Hamas dem Iran ihre Unterstützung zugesagt. In einer Erklärung vom Samstag teilte die Hamas mit, dass sie „das natürliche Recht“ der Länder und Völker im Nahen Osten bekräftige, sich „angesichts der zionistischen Aggressionen“ zu verteidigen. Unter anderem der Fernsehsender Al Jazeeraberichtete hierüber.
Hamas und Huthi-Rebellen benennen Angriff auf Israel als „legitimen Akt“
„Die Militäroperation des Irans gegen das zionistische Gebilde ist eine angemessene Antwort auf das Verbrechen des Anschlags auf das Konsulat in Damaskus“, betonte die Hamas der Erklärung zufolge weiter. Damit knüpfte sie auch an Aussagen der Regierung Irans an, der Angriff auf Israel sei ein „Vergeltungsschlag“ für den Angriff auf Irans Botschaft im syrischen Damaskus (01. April 2024), bei dem mehrere hochrangige Militärangehörige getötet wurden.
Auch die Huthi-Rebellen im Jemen schlossen sich den Aussagen der Hamas-Sprecher an. Dem britischen Guardianzufolge erklärte die Rebellengruppe, der Angriff des Irans auf Israel sei „ein legitimer Akt“ als Reaktion auf einen mutmaßlich israelischen Angriff auf das iranische Konsulat in Damaskus am 1. April. Ein Huthi-Sprecher fügte hinzu, dass die jemenitische Gruppe seit dem 7. Oktober in „direkter Konfrontation“ mit Israel stehe, indem sie den südisraelischen Hafen Eilat mit Raketen und Drohnen angreife und israelische Schiffe an der Durchfahrt durch das Rote Meer hindere.
Im Rahmen seines Angriffs beschoss der Iran seinen Erzfeind Israel mit rund 300 Luftgeschossen, auch Drohnen und Marschflugkörper wurden für den Beschuss Israels eingesetzt. Etwa 99 Prozent der Geschosse wurden nach Angaben von Israels Militärsprecher Daniel Hagari abgewehrt. Erreicht haben sie Israel aber nicht nur aus Richtung des Iran, sondern auch aus dem Libanon und dem Jemen, sodass Experten auch von einer Beteiligung der libanesischen Hisbollah und den jemenitischen Huthi-Rebellen am Beschuss Israels ausgehen.
Israel in Ausnahmesituation – Iran erklärt Operation als beendet
Israels Ministerpräsident Netanjahu entschloss sich infolge der Luftangriffe Irans dazu, Schulen im ganzen Land zunächst zu schließen und größere Versammlungen zu untersagen. Schon kurz vor Beginn des Angriffs hatte Netanjahu sich am Samstagabend per Videobotschaft an die Bevölkerung Israels gewandt und sie aufgerufen, Schutz zu suchen.
Weltweit wuchsen nach dem Angriff Irans auf Israel die Sorgen, der erste Direktangriff auf den jüdischen Staat könnte im historisch schwelenden Konflikt beider Länder eine Zäsur markieren und zu einer verheerenden Spirale der Aggression führen. Obwohl US-Präsident Joe Biden den Angriff Irans „aufs Schärfste“ verurteilte, erklärte er Israels Ministerpräsidenten Netanjahu in einem Telefongespräch in der Nacht zum Sonntag, die USA werde einen potenziellen israelischen Gegenangriff auf den Iran nicht unterstützen.
Die iranische Vertretung bei den Vereinten Nationen erklärte, dass Teheran nach dem Abschuss der Drohnen in Richtung Israel die Vergeltungsmaßnahmen für den Angriff auf seine diplomatischen Einrichtungen in Damaskus als beendet ansieht. Die Angelegenheit kann als abgeschlossen betrachtet werden“, hieß es dem US-Nachrichtendienst Wall Street Journal zufolge.
G7-Staaten beraten sich – Borrell ruft EU-Außenministerinnen und -minister für Dienstag zusammen
Die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten hatten für Sonntagnachmittag eine Schaltkonferenz angesetzt, um eine gemeinsame diplomatische Reaktion auf Irans Angriffe zu erarbeiten. Das kündigte US-Präsident Joe Biden am Vormittag an. Bundeskanzler Olaf Scholz wird am Rande seiner China-Reise an der Schalte teilnehmen.
Mit Blick auf die angesetzte G7-Konferenz sagte der italienische Außenminister Antonio Tajani dem italienischen TV-Sender Rai 3: „Wir arbeiten daran, eine noch ernstere militärische Krise zu vermeiden. Die G7 werden die Botschaft an Israel übermitteln, dass größte Vorsicht geboten ist, damit sich die Situation nicht verschlimmert“.
Vor dem Gaza-Krieg: Die Geschichte des Israel-Palästina-Konflikts in Bildern
Der Chef der EU-Außenpolitik, Josep Borrell, hat für Dienstag ein Treffen der EU-Außenministerinnen und -minister einberufen, um die Angriffe des Irans auf Israel zu diskutieren. „Unser Ziel ist es, zur Deeskalation und Sicherheit in der Region beizutragen“, schrieb Borrell auf dem Kurznachrichtendienst X (ehemals Twitter). (fh)