„Diktatfrieden“

Reaktionen auf Ukraine-Deal: Trump erntet Kopfschütteln mit „bizarrem“ Friedensplan

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Die Welt reagiert verhalten auf Donald Trumps Friedens-Deal für den Ukraine-Krieg. Derweil dürfte Putin mit dem „Diktatfrieden“ höchst zufrieden sein.

Washington, D.C. – In den Verhandlungen um einen Frieden im Ukraine-Krieg verkündet Donald Trump stolz einen „Deal“, von dem Kiew nichts wissen will. Trump will den Forderungen von Wladimir Putin US-Medien zufolge weitgehend entgegenkommen; Sicherheitsgarantien für die Ukraine würden vage formuliert – und wohl gänzlich auf die Schultern Europas fallen. Die USA wollen indes von den ukrainischen Rohstoffen profitieren.

Eine „Kapitulationsurkunde“, nennt Roderich Kiesewetter den von Trump vorgeschlagenen Deal zum Ukraine-Krieg. „Natürlich kann weder Europa dem zustimmen noch die Ukraine, weil unsere Sicherheit dann erst recht gefährdet wäre“, sagte der CDU-Außenpolitiker im ARD-Morgenmagazin.

Trumps Ukraine-Deal: Kiesewetter befürchtet „Ausweitung des Krieges“

Trump sei nicht nur an Russlands Präsident gescheitert. Viel schlimmer sei, dass die Ukraine „vor den Bus“ geworfen werde. Zudem warnte Kiesewetter vor einer Ausweitung des Ukraine-Kriegs, sollte Wladimir Putin seinen Willen bekommen. „Wenn die Ukraine zerfällt, droht Massenflucht und eine Ausweitung des Krieges“, sagte er.

Putin habe bereits vor drei Jahren angedeutet, dass er auch Moldau und die baltischen Staaten in sein Reich einverleiben wolle. Russland führt seit geraumer Zeit einen hybriden Krieg gegen den Westen: so soll Moskau unter anderem hinter Brandanschlägen auf deutsche Flughäfen stecken.

Trump und Putin: Die Geschichte ihrer Beziehung in Bildern

Wandbild Putin Trump Litauen
Einen besseren US-Präsidenten als Donald Trump kann sich Kremlchef Wladimir Putin gar nicht wünschen: So könnte dieses Wandbild in der litauischen Hauptstadt Vilnius interpretiert werden. Bemerkenswert: Es ist eine Aufnahme aus dem Mai 2016, als Trump nicht gar nicht im Amt war. Offenbar schwante den Menschen in Litauen schon damals Böses. © Petras Malukas/AFP
Trump telefoniert mit Putin
Trump hat seit Jahren einen guten Draht zu Putin. Am 28. Januar 2017 telefonierte er im Oval Office des Weißen Hauses zum ersten Mal mit dem russischen Präsidenten. © Mandel Ngan/AFP
Wachsfiguren von Trump und Putin
Schon damals standen sie sich auch in Wachsfigurenkabinetten nahe, so auch in Sofia (Bulgarien). © Valentina Petrova/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
Das erste persönliche und extrem heikle Treffen mit Putin wickelte Trump beim G20-Gipfel in Hamburg im Juli 2017 unfallfrei ab. Im Kreml wie im Weißen Haus herrschten anschließend Optimismus und Zufriedenheit.  © Evan Vucci/dpa
G20 Summit - Demonstration
Aktivisten von Oxfam standen dem G20-Gipfel kritisch gegenüber. Mit ihrer Aktion wollten sie auf den Abzweig zwischen mehr sozialer Ungleichheit und weniger Armut hinzuweisen. Sie trugen Masken von Theresa May, Donald Trump, Shinzō Abe, Emmanuel Macron, Angela Merkel, Justin Trudeau, Wladimir Putin, und Jacob Zuma. © Michael Kappeler/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
„Der Fernseh-Trump unterscheidet sich sehr vom realen Menschen,“ sagte Putin nach dem G20-Gipfel in Hamburg vor der Presse über seinen US-Kollegen Donald Trump. © Steffen Kugler/dpa
Apec-Gipfel in Vietnam
Ein zweites Mal trafen sich Trump und Putin am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) im vietnamesischen Da Nang. © dpa
Putin trifft Trump beim Apec-Gipfel in Vietnam
Beide Präsidenten stimmten damals überein, dass das Verhältnis ihrer Länder nicht gut sei. Putin sah weiter eine tiefe Krise. Russland sei aber bereit, „eine neue Seite aufzuschlagen, vorwärtszugehen, in die Zukunft zu schauen“. © Mikhail Klimentyev
Trump Putin Da Nang
„Wenn wir ein Verhältnis zu Russland hätten, das wäre eine gute Sache“, sagte Trump. Sein persönliches Verhältnis zu Putin sei gleichwohl in sehr gutem Zustand, obwohl man sich nicht gut kenne. © Jorge Silva/AFP
Helsinki-Gipfel
Im Juli 2018 kamen Trump und Putin in Helsinki zu ihrem ersten offiziellen Gipfel zusammen.  © Heikki Saukkomaa/dpa
USA Ausstieg aus INF-Abrüstungsvertrag
Sie begrüßten sich mit einem kurzen, doch kräftigen Händedruck. „Es ist an der Zeit, detailliert über unsere bilateralen Beziehungen zu sprechen und über die schmerzhaften Punkte auf der Welt. Davon gibt es sehr viele“, sagte Putin. Trump betonte: „Die Welt möchte, dass wir miteinander auskommen.“ © Alexander Zemlianichenko/dpa
Helsinki
Während des Gipfeltreffens gingen in Helsinki mehrere Hundert Menschen aus Protest auf die Straßen. Dabei machten sie auf eine Reihe von Missständen aufmerksam.  © Joonas SaloIlta-Sanomat/Imago
Melania Trump
Auch First Lady Melania Trump war in Helsinki mit von der Partie. © Alexei Nikolsky/AFP
Trump und Putin
Trump äußerte sich hinterher zufrieden über sein Treffen mit Putin: „Der Dialog ist sehr gut verlaufen“, sagte er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Putin. „Ein produktiver Dialog ist nicht nur gut für die Vereinigten Staaten und Russland, sondern für die Welt.“ © Brendan Smialowski/AFP
Proteste gegen Treffen von Trump und Putin
Derweil protestierten die Menschen auch im fernen Washington, D.C., gegen das Treffen. Unter anderem hielt eine Frau vor dem Weißen Haus ein Schild in die Höhe, auf dem die beiden Präsidenten karikiert waren.  © Andrew Harnik/dpa
100. Jahrestag Waffenstillstand Erster Weltkrieg
Im November 2018 nahmen Trump und Putin an einer Gedenkfeier anlässlich des Endes des Ersten Weltkriegs in Paris teil. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron lud damals zum Spitzentreffen ein. © Ludovic Marin/AFP
Erster Weltkrieg - Waffenstillstand 1918
Auch vor Ort waren First Lady Melania Trump (links), die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und Brigitte Macron, die Ehefrau des französischen Präsidenten. © Francois Mori/dpa
Beginn des G20-Gipfels
Kurz danach trafen Trump und Putin beim G20-Gipfel in Buenos Aires erneut aufeinander. © Ralf Hirschberger/dpa
G20-Gipfel in Argentinien
Die Gespräche wurden von der Eskalation zwischen Russland und der Ukraine um einen Seezwischenfall vor der Krim überschattet. Deshalb sagte Trump ein direktes Treffen mit Putin am Rande des Gipfels kurzfristig ab.  © dpa
Japan, Osaka
Im Juni 2019 trafen Trump und Putin beim G20-Treffen im japanischen Osaka zusammen. © Imago
Osaka 2019
Trump wurde dabei von einem Reporter angesprochen, ob er Putin bei ihrem gemeinsamen Treffen auch sagen werde, dass sich der Kremlchef nicht in die US-Wahlen einzumischen habe. Trump beugte sich zu Putin und sagte: „Mische Dich nicht in unsere Wahlen ein“ – ein Lächeln glitt dabei über Trumps Gesicht. Die Aktion war allerdings nicht ganz ernst gemeint. © Brendan Smialowski/AFP
Osaka 2019
Trump nannte das Verhältnis zu Putin „sehr, sehr gut“.  © Brendan Smialowski/AFP
Trump Putin
Am Ende seiner ersten Amtszeit musste sich Trump wegen Machtmissbrauchs und Behinderung der Ermittlungen im Senat verantworten. Hintergrund war die sogenannte Ukraine-Affäre. Viele Menschen in den USA sahen Trump als Verräter – und Putin als Feind. © Olivier Douliery/AFP
Ukrainekrieg - Anti-Kriegsprotest in New York
Im Januar 2025 kam Trump zum zweiten Mal an die Macht. Im Ukraine-Krieg stellte er sich auf die Seite von Putin. Das rief Proteste hervor. Auch am Times Square in New York galt: Trump ist ein Verräter. © Adam Gray/dpa
Trump Putin
Trump sucht dennoch weiter die Nähe zu Putin. Nach offiziellen Angaben haben beide im Februar 2025 ein erstes Mal miteinander telefoniert, seit der US-Präsident wieder im Amt ist. Vor dem zweiten Gespräch am 18. März verkündete Trump: „Ich freue mich sehr auf das Gespräch mit Präsident Putin.“ Auch danach telefonierte er noch mehrmals mit seinem russischen Amtskollegen. © Alexander Nemenow/AFP
Trump und Putin
Am 15. Augsut 2025 kam es zum Gipfel zwischen Trump und Putin in Alaska. Es handelte sich um das erste persönliche Treffen der beiden Staatschefs seit Putins Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022. Das Treffen fand in der Stadt Anchorage statt. Am Ende gab es von beiden Staatschefs nichts Konkretes. © Andrew Caballero-Reynolds/AFP

Ukraine-Krieg: Strack-Zimmermann spricht von „Diktatfrieden“ – und richtet deutliche Worte an Trump

Die FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat Donald Trumps Ukraine-Deal als „Ausführung eines Diktatfriedens“ bezeichnet. Die mutmaßlichen Inhalte des „Deals“ seien zwar noch nicht bestätigt, aber sie passten ins Bild, sagte die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Europaparlament im RBB. Laut dem Nachrichtenportal Axios will Trump Putin unter anderem garantieren, dass die Ukraine niemals der Nato beitreten wird. Die USA könnten außerdem gegen Russland verhängte Sanktionen aufheben.

Strack-Zimmermann kritisierte die im Trump-Plan enthaltenen Elemente, wonach „die Ukraine nie in die Nato kommt, aber gönnerhaft Mitglied der Europäischen Union werden kann“. Das sei „besonders bizarr, weil das natürlich nicht die Vereinigten Staaten entscheiden, wer hier in Europa Mitglied in der Union wird“.

Sollte all das tatsächlich das Angebot der USA sein, sei das „der schriftliche Beweis: Nein, die Amerikaner sind weder unsere Freunde noch unsere Verbündeten in Zukunft“, so die FDP-Politikerin. Europa müsse die Ukraine daher weiter entschieden unterstützen, damit Russland nicht am Ende Erfolg habe mit seinen „brutalen Übergriffen“, fuhr sie fort. „Das würde auch etwas mit uns in Europa machen.“

Russlands Präsident Wladimir Putin (r.) darf sich mit Donald Trumps Friedensplan für den Ukraine-Krieg glücklich schätzen.

Trump drängt Selenskyj zum Ukraine-Deal: „Der kann Frieden haben“

Die Nato hat indes mitgeteilt, dass Mark Rutte noch am heutigen Donnerstag nach Washington reisen wird. In der US-Hauptstadt soll der Nato-Chef ab 15 Uhr Ortszeit (21 Uhr MESZ) mit US-Außenminister Marco Rubio, Verteidigungsminister Pete Hegseth sowie dem Nationalen Sicherheitsberater Mike Waltz zusammenkommen – nicht aber mit Donald Trump.

Bei dem Gespräch dürfte es aber dennoch vorrangig um den Ukraine-Krieg und Trumps Friedensplan gehen. Sowohl Trump als auch Rubio erhöhten am Mittwoch den Druck auf Kiew. Während Rubio von schnellen Ergebnissen sprach, attackierte Trump den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. „Der kann Frieden haben, oder er kann noch weitere drei Jahren kämpfen, bevor er das ganze Land verliert“, meinte der US-Präsident. Selenskyj sei ein Mann ohne Karten und sollte sich auf einen Friedensdeal einlassen, sagte Trump.

Trump ließ offen, ob er Selenskyj bei den Papst-Trauerfeierlichkeiten in Rom am Samstag sehen wird. Wladimir Putin wird jedenfalls nicht nach Rom reisen – möglicherweise wegen einer drohenden Festnahme. Derweil könnte ein inoffizielles Treffen zwischen Trump und mehreren EU-Größen zum Schlüsselmoment in den Zoll-Verhandlungen werden. (nak mit AFP/dpa)

Rubriklistenbild: © Montage: Saul Loeb/AFP SNA/IMago

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