Krieg in Israel

Hamas wollte verletzte Kämpfer nach Ägypten schmuggeln – Israel beschießt Krankenwagen

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USA und Israel sind sich sicher: Hamas wollte verletzte Kämpfer in einem Krankenwagen nach Ägypten schmuggeln. (Archivbild)
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Israels Armee hat einen Krankenwagen in Gaza-Stadt beschossen. Darin sollen Hamas-Terroristen geschmuggelt worden sein. Das Krankenhaus diene im Krieg als Kommandozentrum.

Gaza/Tel Aviv – Der Krieg in Israel fordert weitere Opfer: Im Norden des Gazastreifens ist am Freitag (3. November) ein Krankenwagen von der israelischen Armee angegriffen worden. UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich „entsetzt“ über Bilder von Leichen vor dem Schifa-Krankenhaus in der Stadt Gaza, so seine Stellungnahme.

Auch der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, schrieb auf der Plattform X (vormals Twitter) zum Krieg in Israel: „Wir sind zutiefst schockiert.“ Patienten, medizinisches Personal, Einrichtungen und Krankenwagen müssten „jederzeit geschützt werden. Immer.“ Der WHO-Chef forderte im Krieg in Israel einen sofortigen Waffenstillstand.

Im Krieg in Israel soll Hamas „Terroristen und Waffen in Krankenwagen“ schmuggeln

Israels Armee hatte zuvor mitgeteilt, dass der betreffende Krankenwagen von der islamistischen Hamas benutzt worden sei, um im Krieg in Israel ihre „Terroristen und Waffen in Krankenwagen“ über die Grenzübergänge zu transportieren, hieß es weiter. Bei dem Angriff sollen demnach mehrere Terroristen der Hamas getötet worden sein. Israel plant laut eigenen Angaben die „Eliminierung der Hamas“.

Die New York Times berichtet unter Berufung auf einen hohen amerikanischen Regierungsbeamten ebenfalls, dass die Hamas versucht habe, verletzte Terroristen über den Grenzübergang Rafah nach Ägypten herauszuschmuggeln. Damit habe sie auch die Evakuierung von Ausländern aus dem Gaza-Streifen verzögert, so die New York Times. Rafah sei aktuell der einzige Grenzübergang Gazas, der nicht von Israel kontrolliert werde.

Schifa-Krankenhaus soll Hamas als Kommandozentrum im Israel-Krieg dienen

Das von der Hamas kontrollierte palästinensische Gesundheitsministerium erklärte hingegen, dass bei dem Angriff der israelischen Armee 13 Menschen getötet und 26 weitere verletzt worden seien. Es habe sich dabei um verwundete Palästinenserinnen und Palästinenser gehandelt, die zum Grenzübergang transportiert und in Ägypten behandelt werden sollten. Der Angriff habe sich vor dem Eingang des Schifa-Krankenhauses in der Stadt Gaza ereignet.

Von Israels Armee hieß es, bei dem beschossenen Gebiet handele es sich um „Kriegsgebiet“. Das Schifa-Krankenhaus dient nach israelischer Darstellung als Hamas-Kommandozentrum im Krieg in Israel. Israelische Medien berichteten zuletzt unter Berufung auf Sicherheitskreise, die Hamas habe rund 30.000 Menschen im Umkreis der Klinik konzentriert, damit diese als „menschliche Schutzschilde“ dienten.

Hamas wollte offenbar Terroristen über falsche Listen aus Gaza hinaus schmuggeln

Laut Angaben des US-Offiziellen habe die Hamas zuvor Israel, den USA und Ägypten wiederholt Listen angeblicher verwundeter Palästinenser vorgelegt, die zusammen mit US-Bürgern und anderen Ausländern ausreisen sollten. Nachprüfungen hätten aber ergeben, dass es sich bei vielen dieser Personen um Hamas-Kämpfer gehandelt habe. 

Dies sei für die Vertreter Ägyptens, der USA und Israels inakzeptabel gewesen, so der Bericht der New York Times weiter. Die Verhandlungen mit der Hamas seien laut US-Regierungsangaben indirekt, mithilfe von Regierungsvertretern Katars, geführt worden. Man habe sich schließlich auf eine Liste verwundeter Palästinenser geeinigt, bei denen es sich definitiv nicht um Kämpfer handelte.

Die Ausreise von Palästinensern sowie von Ausländern ist vorübergehend gestoppt worden. (Archivbild)

Palästinenser werden vorerst nicht mehr aus Krieg in Israel nach Ägypten transportiert

Am Freitag (3. November) kam es dann zu dem Angriff auf den Krankenwagen vor dem Schifa-Krankenhaus in der Stadt Gaza. Die Ausreise von verletzten Palästinensern sowie von Ausländern und Palästinensern mit doppelter Staatsbürgerschaft aus dem Gazastreifen ist daraufhin laut Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Samstag (4. November) gestoppt worden. 

Eine dem Ägyptischen Roten Halbmond nahe stehende Quelle bestätigte der dpa, Mitarbeiter des Palästinensischen Roten Halbmonds seien von den Behörden angewiesen worden, den Transport verwundeter Palästinenser vorerst einzustellen. Es müsste zunächst die Sicherheit für Krankenwagen aus dem Gazastreifen zum Grenzübergang Rafah zu Ägypten sichergestellt werden. (na)

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