Schutz im Drohnenkrieg

Kreativ gegen Putin: Held der Ukraine plant Drohnen-Schutzanzug

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Die Bundeswehr rüstet nach: Selbst in der Nachwuchswerbung auf Messen wird Interessenten anhand einer Puppe die neue Schutzausrüstung präsentiert. Allerdings sind die kampferprobten Ukrainer in der Entwicklung weiter: Sie erweitern den Schutz von einer Weste zu einem Overall.
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In einen Overall gekleidet wollen die Verteidiger künftig Russlands Drohnen abwehren. Die Bundeswehr reagiert ebenfalls – mit splitterfesten Unterhosen.

Kiew – „Die Idee dieser gepanzerten Overalls war meine Initiative und ist etwas, das es vorher noch nicht gab“, sagt Oleh Shyriaiew. Der britische Telegraph zitiert den Major, der Wladimir Putins Invasionstruppen im Ukraine-Krieg jetzt mit Köpfchen die Stirn bietet. Der jüngst hoch dekorierte Major will den ukrainischen Rittern der Freiheit jetzt eine Rüstung gegen Drohnen-Beschuss verpassen.

Der Anzug bestehe aus Materialien, die vor Splittern von Granaten schützen, die auf Soldaten abgeworfen werden, schreiben die Telegraph-Autoren Danielle Sheridan und Daniel Hardaker. Als „Held der Ukraine“ ist er bereits ausgezeichnet, jetzt übertrifft Oleh Shyriaiew seine eigenen bisherigen Leistungen um ein Vielfaches: Entwickelt habe er für seine Kameraden eine persönliche Schutzausrüstung, die Splittern widerstehen sollen. Die Idee einer Splitterschutzweste für Soldaten ist prinzipiell ein alter Hut – allerdings schützt die eben nur den Oberkörper – wenn Soldaten im Gefecht solch eine Weste überhaupt zu ihrer persönlichen Schutzausrüstung zählen können. Shyriaiews Innovation besteht aus einem Schutz für den gesamten Körper, der als Einheit entwickelt wird.

Schutz im Ukraine-Krieg: „Wir arbeiten an dieser Idee und entwickeln sie weiter“

Dieser Ganzkörperanzug soll einerseits tragbar sein und den Soldaten im Gefecht Bewegungsfreiheit belassen sowie andererseits mittels verschiedener Schutzzonen Geschosse verschiedener Geschwindigkeiten aufhalten: Um das Becken herum, an den Oberschenkeln vorn und den Schultern soll die Panzerung Geschossen bis zu einer Geschwindigkeit von 450 Metern pro Sekunde widerstehen; Oberkörper, Arme und Rücken sollen fliegendem Metall mit einem Tempo von bis zu 410 Metern pro Sekunde trotzen und die restlichen Partien vorn und hinten am Körper sowie am Hals noch Beschuss mit einer Geschwindigkeit von 330 Metern pro Sekunde.

„Wir arbeiten an dieser Idee und entwickeln sie weiter, sodass neben kugelsicheren Westen und Helmen auch Overalls aus sogenanntem ‚Panzergewebe‘ hergestellt werden, das Granatsplitter bestimmter Größen daran hindert, das Material zu durchdringen.“

Oleh Shyriaiew, The Telegraph

„Wir arbeiten an dieser Idee und entwickeln sie weiter, sodass neben kugelsicheren Westen und Helmen auch Overalls aus sogenanntem ‚Panzergewebe‘ hergestellt werden, das Granatsplitter bestimmter Größen daran hindert, das Material zu durchdringen“, sagt Shyriaiew. Die Idee des aktiven Soldaten fußt auf bisher verwendeten Stichschutz- und kugelsicheren Westen. Verletzungen nach Detonationen von Granaten resultieren häufig weniger aus der Druckwelle oder der Hitzeentwicklung des explodierenden Sprengstoffes, sondern aus den scharfkantigen Teilen der zerberstenden Munitionshülle oder sekundären Fragmenten aus zerfetzten Strukturen in der Nähe der Explosion, beispielsweise dem Metall von Gefechtsfahrzeugen.

Die Wirkung haben Splitterbomben gemein mit Artilleriegranaten. In Splitterbomben vervielfacht sich der Effekt lediglich durch inkorporierte Metallteile, die die Wirkung um Hunderte Meter weiter tragen, beispielsweise Wolframwürfel und Kugellager. Überwiegend sind die eingelagerten Metallteile relativ winzig, dennoch können sie mit Anfangsgeschwindigkeiten von mehreren Tausend Kilometern pro Sekunde starten; je kleiner die Splitter und je größer die Sprengkraft, desto weiter fliegen sie. Verletzungen von Splittern sind äußerlich teilweise unscheinbar, unter der Haut jedoch todbringend, wie der Guardian aus dem Gazastreifen berichtet hat.

Putins Terror: 70 Prozent der Verluste an Infanteristen im Ukraine-Krieg sind verschuldet von Drohnen

„Die Austrittswunde ist nur wenige Millimeter groß. Die Eintrittswunde ist genauso groß oder kleiner. Aber man erkennt die extrem hohe Geschwindigkeit an den Schäden, die sie im Inneren verursacht. Wenn mehrere kleine Fragmente mit rasender Geschwindigkeit fliegen, entstehen Weichteilschäden, die die Größe des Fragments bei weitem übersteigen“, sagte Mark Perlmutter Mitte 2024 gegenüber dem britischen Blatt. Autor Chris McGreal sprach neben dem US-Amerikaner Perlmutter mit mehreren Chirurgen, die in europäischen und al-Aqsa-Krankenhäusern gearbeitet haben und Wunden beschrieben, die durch Splitter verursacht worden waren. Splitterbomben gelten als Waffen, um die Zahl der Opfer zu maximieren.

Die können aus Kanonenrohren genauso stammen wie von anderen Plattformen. 70 Prozent der Verluste an Infanteristen im Ukraine-Krieg sind verschuldet von Drohnen, schreibt Martin Rosenkranz. Im österreichischen Magazin militär Aktuell nimmt Rosenkranz Bezug auf ein aktuelles Handbuch der russischen Streitkräfte „Taktik des Einsatzes von FPV-Drohnen durch den Feind und Möglichkeiten zum Gegensteuern“, wie er schreibt.

Der Anzug der Ukraine soll eine Möglichkeit zum Gegensteuern darstellen. Auch dieser Anzug basiert hauptsächlich auf der Kunstfaser Kevlar, die zwar weniger Schutz gegen direkten Beschuss bietet, aber leichter zu tragen ist und zuverlässig gegen Granatsplitter wirkt. Der Kevlar-Anteil ist kombiniert mit anderen Materialien, die genaue Zusammensetzung bleibt geheim. Oleh Shyriaiew hat sich 2024 die Auszeichnung zum „Helden der Ukraine“ durch infanteristische Leistungen während des Eindringens in den Raum Kursk verdient.

Ukraine bietet Russland die Stirn: „Ohne Infanterie ist Krieg unmöglich“

Wie ihn der Guardian zitiert, habe Shyriaiev betont, der einfache Infanterist sei weiterhin der Schlüssel zum Sieg sei. Wer ein Gebiet kontrollieren wolle, müsse seinen Fuß darauf stellen, wie er andeutete: „Ohne Infanterie ist Krieg unmöglich.“ Bereits 2018 hat der Schweizer Tagesanzeiger öffentlich infrage gestellt, ob sich hochpreisiger Schutz für die Fußtruppen überhaupt lohne. Für umgerechnet mehr als 400 Millionen Euro sollten 100.000 Schweizer Kräfte ausgerüstet werden mit Kleidung die sowohl komfortabel ist als auch widerstandsfähig gegen Splitter und Projektile; also 4.000 Euro pro Soldat. Prinzipiell nur für Klamotten, die Hälfte davon allein für die Schutzweste – dafür sollten die Platten sogar direktem Beschuss aus Sturmgewehren trotzen.

Der Politik war das zu kostspielig, der Armee erschien der Zweifel unsinnig und argumentierte weitsichtig – obwohl Drohnen zu der Zeit lediglich im Kino zu sehen waren: „Eine klare Frontlinie gebe es heute nicht mehr, terrorähnliche Bedrohungslagen könnten überall auftreten“, zitierte der Tagesanzeiger den Brigadier Rolf Siegenthaler – in der Bundeswehr vergleichbar mit dem Brigadegeneral. In hybriden Konfliktformen sei „jeder, der eine Uniform trägt, ein potenzielles Ziel“, so Siegenthaler. Und darum müsse sich jeder Soldat auch angemessen schützen können, selbst wenn er nur irgendwo vor einem Gebäude Wache schiebe, erläuterte er dem Blatt weiter.

Bundeswehr zieht mit MOBAST nach: angefangen mit der „ballistischen Unterwäsche“

Die Bundeswehr investiert jetzt ebenfalls in die Sicherheit seiner Kräfte – der aktiven genauso wie der Reservisten: MOBAST steht für Modulare Ballistische Schutz- und Trageausstattung, von der die Bundeswehr 305.000 Sets bestellt und die Hälfte davon bereits ausgeliefert hat. Zweieinhalb Milliarden Euro kostet das Plus an Sicherheit, das die Kräfte nach dem Zwiebelprinzip schützen soll: angefangen mit der „ballistischen Unterwäsche“, wie das Magazin Soldat & Technik berichtet hat:

„Sie setzt sich aus den Anteilen ,Ballistische Unterhose‘, ‚Ballistisches T-Shirt‘ sowie ‚Ballistischer Schlauchschal‘ zusam­men. Die ballistische Unterwäsche wird unter der Kampfbekleidung getragen und soll die Soldaten gegen Verletzungen durch Kleinstsplitter und Sand – wie sie zum Beispiel bei IED-Anschlägen (improvised explosive device – selbstgebaute Bombe) auftreten – schützen, so Autor Waldemar Geiger. Allerdings scheint die Bundeswehr vom Ukraine-Krieg überrollt worden zu sein, MOBAST hinkt hinter dem Drohnenkrieg hinterher, wie herauszulesen ist aus der Veröffentlichung der Bundeswehr:

Verteidigung gegen Drohnen: Als bester Weg gilt, „einen kinetischen Einfluss auf sie auszuüben“

Als MOBAST-Kernstück gilt die Überziehschutzweste, die den Rumpf vorn wie hinten dank „hartballistischer Schutzelemente (Platten)“ abschirmt. „Sie schützt gegen Beschuss aus Langwaffen bis zum Kaliber 7,62 mal 51 Millimeter. Der weichballistische Schutz im Körperbereich vorne und hinten sowie der Unterleibschutz helfen gegen Pistolenmunition mit Kaliber 9 Millimeter und Splitter. Oleh Shyriaiew als kampferfahrener Soldat hat anscheinend weiter denken müssen als westeuropäische Planer. MOBAST ist lediglich als Weste geplant, kann aber modular ergänzt werden durch Elemente für Splitterschutz an Hals, Schultern, Oberarm und Oberschenkel.

Vom Schützen bis zum General: Das sind die Dienstgrade der Bundeswehr

Reservisten-Kompanie der Bundeswerh in Sachsen
Wie beim Militär üblich, gibt es auch bei der Bundeswehr eine klare Hierarchie in der Truppe. Jeder Soldat und jede Soldatin erhält einen Dienstgrad, über den neben der Position in der Befehlskette und dem Verantwortungsbereich auch die Besoldung geregelt wird. Welche Dienstgrade es in der Bundeswehr gibt und wer in der Hierarchie ganz oben steht, erfahren Sie in dieser Fotostrecke. © Matthias Hiekel/dpa
Freiwilliger Wehrdienst der Bundeswehr im Heimatschutz in Burg
Grundsätzlich lassen sich die Dienstgrade bei der Bundeswehr in drei Oberkategorien einteilen. Mannschaften, Unteroffiziere und Offiziere. Auf der niedrigsten Hierarchieebene in der Bundeswehr stehen zunächst die Mannschaften. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
Öffentliches Gelöbnis von Rekruten der Bundeswehr vor dem Abgeordnetenhaus.
Der niedrigste Dienstgrad von Rekruten in der Bundeswehr richtet sich in der Regel nach der Truppengattung. Mögliche Bezeichnungen für die Rekruten lauten Schütze, Flieger oder Matrose. © Bernd von Jutrczenka/dpa
Ein Gefreiter und ein Obergefreiter der Bundeswehr.
Die verschiedenen Dienstgrade der Bundeswehr lassen sich zur schnellen Erkennung an den Schulterklappen der Soldaten ablesen. Auf der untersten Ebene in den Mannschaften nach dem einfachen Soldaten steht der Gefreite (r) gefolgt vom Obergefreiten (l). Die Schulterklappen zeigen einen bzw. zwei schräge Streifen. Soldaten können frühestens nach drei bzw. sechs Monaten zum Gefreiten oder Obergefreiten ernannt werden.  © Mathias Ernert/dpa
Ein Hauptgefreiter der deutschen Bundeswehr bei einer Übung auf dem Truppenübungsgelände Bergen in der Lüneburger Heide.
Als Nächstes in der Rangordnung folgt der Hauptgefreite, der Schulterklappen mit drei schrägen Streifen trägt. Im Soldatenjargon werden die Querstreifen auch „Pommes“ oder „Fritte“ bezeichnet. Die Mindestdienstzeit für die Ernennung zum Hauptgefreiten liegt bei 12 Monaten. © Chris Emil Janssen/imago-images
Ein Stabsgefreiter der Bundeswehr berät einen Interessenten
Nach drei Jahren im Dienst können Soldaten in den Rang einen Stabsgefreiten aufsteigen. Stabsgefreite steigen auch eine Besoldungsgruppe auf und tragen Schulterklappen mit vier Streifen. © Michael Gottschalk/dpa
Ein Oberstabsgefreiter der Bundeswehr bei einr Militaeruebung.
Nach einem weiteren Jahr im Dienst – also nach vier Jahren – ist die Beförderung zum Oberstabsgefreiten möglich. Bis 2021 bildete der Dienstgrad – zu erkennen an den fünf Querstreifen an den Schulterklappen – den höchsten Dienstgrad in der Laufbahn der Mannschaftssoldaten. © Juliane Sonntag/imago-images
Ein Korporal der Bundeswehr.
2021 schuf die Bundeswehr im Rahmen der „Modernisierung der Laufbahnen“ zwei neue Dienstgrade für Mannschaftssoldaten. Soldaten erhielten nach sieben Jahren im Dienst die Möglichkeit, zum Korporal aufzusteigen. Der mit der Beförderung verbundene Aufstieg in eine höhere Soldgruppe sollte auch die Laufbahn der Mannschaften attraktiver machen. Das Dienstgradabzeichen zeigt einen breiten Querstreifen. © Sebastian Wilke/Bundeswehr/dpa
Ein Oberstabsgefreiter der Bundeswehr wird zum Korporal befördert.
Der zweite neu eingeführte Dienstgrad war der des Stabskorporal, der künftig als neuer Spitzendienstgrad in den Mannschaften agiert. Soldaten können diesen frühestens nach zehn Jahren im Dienst, davon ein Jahr als Korporal, erhalten.  © Sebastian Wilke/Bundeswehr/dpa
Feierliche Vereidigung von Feldwebel und Unteroffiziersanwärtern der Bundeswehr Aufklärungsbataillon.
Die zweite Hauptgruppe der Bundeswehr sind die Unteroffiziere. „Unteroffiziere sind Spezialisten, aber auch Führer, Ausbilder und Erzieher der ihnen unterstellten Soldatinnen und Soldaten. Sie leiten und schulen das ihnen unterstellte Personal, beraten aber auch ihre eigenen Vorgesetzten“, schreibt die Bundeswehr auf ihrer eigenen Website. © imago-images
Unteroffiziere der Bundeswehr bei einer Übung.
Die Unteroffiziere gliedern sich wiederum in zwei Untergruppen. Unteroffiziere mit und ohne Portepee. Letztere vereint die ersten Dienstgrade der Laufbahn unter sich. Den Anfang macht der Unteroffizier. Dieser wird in die gleiche Besoldungsgruppe eingeteilt wie ein Stabsgefreiter. Die Schulterklappen zeigen eine nach unten offenen goldenen Bandstreifen genannt „Tresse“. Wer die Laufbahn eines Unteroffiziers ohne Portepee durchlaufen will, braucht mindestens einen Hauptschulabschluss. Das Pendant der Marine ist der Maat. © Swen Pförtner/dpa
Eine Stabsunteroffizierin der Bundeswehr mit einem Diensthund.
Stabsunteroffiziere bilden den höchsten Dienstgrad in der Gruppe der Unteroffiziere ohne Portepee. Das Dienstgradabzeichen zeigt eine geschlossene Tresse. Beim Sold liegen die Stabsunteroffiziere in der Gruppe A6 oder A7. Erstere ist auf dem Niveau der Korporale und Stabskorporale. Das Pendant der Marine ist der Obermaat. © Lars Heidrich/dpa
Eine Feldwebel der Bundeswehr hilft bei einer Teststation im Kampf gegen das Coronavirus.
Unteroffiziere mit Portepee bilden die nächsthöhere Untergruppe. Um diese Laufbahn anzustreben, brauchen Anwärter neben einem Hauptschulabschluss auch eine abgeschlossene Berufsausbildung. Nach Angaben der Bundeswehr muss sich ein Feldwebel in der Regel für acht bis 13 Jahre verpflichten. Das Dienstgradabzeichen des Feldwebels ist ein Winkel mit der Spitze nach oben in einer geschlossenen Tresse. Bei der Marine trägt der vergleichbare Dienstgrad die Bezeichnung Bootsmann. © Nicolas Armer/dpa
Ein Oberfeldwebel der Bundeswehr bei einer Gefechtsübung.
Das Dienstgradabzeichen mit zwei nach oben zeigenden Winkeln weist den Oberfeldwebel aus. Oberfeldwebel werden unter anderem als stellvertretende Zugführer oder Gruppenführer eingesetzt. In der Marine wird die Bezeichnung Oberbootsmann verwendet. © Jochen Lübke/dpa
Eine Oberfeldwebel der Bundeswehr beim Girls' Day im Bundesverteidigungsministerium.
Eine Besoldungsgruppe über dem Oberfeldwebel ist in der Bundeswehr der Hauptfeldwebel angesetzt. Das Dienstgradabzeichen zeigt einen Kopfwinkel mit der Spitze nach oben. Das Pendant der Marine ist der Hauptbootsmann. © Bernd von Jutrczenka/dpa
Ein Stabsfeldwebel der Bundeswehr
Der Stabsfeldwebel zählt zu den Spitzenverdienern unter den Unteroffizieren mit Portepee (Besoldungsgruppe A9). Stabsfeldwebel werden neben ihren Aufgaben als Zugführer auch als Kompaniefeldwebel – auch „Spieß“ genannt – eingesetzt. Als solcher agiert er als Führer des Unteroffizierkorps einer Einheit und leitet den Innendienst. In der Marine lautet die Bezeichnung für den Dienstgrad Stabsbootsmann. © Juliane Sonntag/imago-images
Ein Oberstabdsfeldwebel der Bundeswehr in einem Büro.
Den höchsten Dienstgrad der Unteroffiziere mit Portepee bildet der Oberstabsfeldwebel. Er kommt vor allem in höheren Stäben und Ämtern zum Einsatz, dient aber ebenso wie der Stabsfeldwebel auch als „Spieß“ oder Zugführer. Das Dienstgradabzeichen für Oberstabsfeldwebel zeigt einen Kopfwinkel, darunter zwei Winkel. Das Pendant in der Marine heißt Oberstabsbootsmann. © Rolf Vennenbernd/dpa
Der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Carsten Breuer.
Die dritte und letzte Obergruppe bei der Bundeswehr sind die Offiziere. Die Bundeswehr bezeichnet sie auf ihrer Website als „Manager in Uniform“. Sie führen Kompanien und Bataillone, arbeiten in Stäben und dem Verteidigungsministerium. Neben einer praktischen militärischen Ausbildung absolvieren Offiziersanwärter auch ein akademisches Studium bei der Bundeswehr. Für fast alle Laufbahnen wird deswegen mindestens eine Fachhochschulreife vorausgesetzt. © Jacob Schröter/imago-images
Ein Leutnant der Bundeswehr steht vor einem Militärflugzeug.
Den Anfang in der Offizierslaufbahn macht der Leutnant. Durch seine Stellung kann er sowohl Soldaten aus der Gruppe der Mannschaften, als auch der Unteroffiziere Befehle erteilen. Der Leutnant ist in der Besoldungsgruppe A9 – auf dem Level eines Stabsfeldwebels – eingeordnet. Das Dienstgradabzeichen des Leutnants zeigt einen Stern.  © Lars Klemmer/dpa
Ein Oberleutnant der Bundeswehr bei der Nato-Großübung in Norwegen.
Eine Besoldungsgruppe weiter oben (A10) ist der Oberleutnant angesetzt. In der Regel erfolgt die Beförderung frühestens zwei Jahren nach der Ernennung zum Offizier. Das Dienstgradabzeichen zeigt zwei Sterne. © Mohssen Assanimoghaddam/dpa
Ein Hauptmann der Bundeswehr auf einem Flugplatz.
Eine Stufe über dem Oberleutnant steht in der Rangordnung der Bundeswehr die Gruppe der Hauptleute. Diese beinhaltet die Dienstgrade Hauptmann und Stabshauptmann. Hauptleute werden häufig als militärische Führer in den Verbänden ihre Truppengattungen eingesetzt. Der Dienstgrad des Stabshauptmanns ist Offizieren des militärfachlichen Diensts vorbehalten. Die Schulterklappen zeigen drei (Hauptmann) oder vier (Stabshauptmann) Sterne. In der Marine lautet die Bezeichnung des Dienstgrads Kapitänleutnant bzw. Stabskapitänleutnant. © Achille Abboud/imago-images
Ein Major der Bundeswehr im Gespräch mit Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius.
Auf die Hauptleute folgt die Dienstgradgruppe der Stabsoffiziere, die in der Regel auf Stabsposten und als militärische Führer eingesetzt werden. Der erste Dienstgrad in der Gruppe ist der Major. Majore werden auch als Hörsaalleiter in Lehreinrichtungen der Bundeswehr oder in Referaten und Ministerien eingesetzt. Das Dienstgradabzeichen zeigt ein Eichenlaub und einen Stern. Das Pendant der Marine ist der Korvettenkapitän. © Bernhard Herrmann/imago-images
Ein Oberstleutnant der Bundeswehr im Gespräch mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder.
Der mittlere Dienstgrad der Stabsoffiziere bildet der Oberstleutnant. Diese werden neben den anderen Anwendungsfeldern der Stabsoffiziere auch als Dezernenten oder Referenten in Ämtern oder im Verteidigungsministerium eingesetzt. Das Dienstgradabzeichen zeigt ein Eichenlaub und zwei Sterne. Das Pendant der Marine ist der Fregattenkapitän. © Revierfoto/imago-images
Ein Oberst der Bundeswehr im Gespräch mit Verteidigungsminister Boris Pistorius.
Der Oberst stellt den höchsten Dienstgrad in der Gruppe der Stabsoffiziere dar. In der Regel wird er in leitenden Positionen in Kommandobehörden, Ämtern oder im Verteidigungsministerium eingesetzt. Sein Dienstgradabzeichen zeigt ein Eichenlaub mit drei Sternen. Das Pendant der Marine ist der Kapitän zur See. © IMAGO/JOERAN STEINSIEK
Ein Brigadegeneral der Bundeswehr.
Die Speerspitze in der Hierarchie der Bundeswehr bilden die Generäle. Sie stehen in der Hierarchie ganz oben und dienen vor allem auf Stabsposten und in der Regel nicht in der kämpfenden Truppe. Der rangniedrigste General ist der Brigadegeneral. Eine Beförderung vom Oberst zum Brigadegeneral erfolgt in der Regel aufgrund der Eignung und Leistung des Offiziers und ist nicht an andere Voraussetzungen gebunden. Sein Dienstgradabzeichen zeigt ein goldenes Eichenlaub mit einem goldenen Stern. In der Marine heißt der vergleichbare Dienstgrad Flottillen­admiral. © IMAGO/Björn Trotzki
Christian Freuding, Generalmajor des Heeres der Bundeswehr, Leiter des Lagezentrums Ukraine und des Planungsstabs des Bundesministers der Verteidigung.
Auf den Brigadegeneral folgt in der Rangordnung der Bundeswehr der Generalmajor. In der Praxis erfolgt die Beförderung erst nach mehreren Jahren als Brigadegeneral. Generalmajore übernehmen leitende Funktionen in Kommandobehörden, dem Verteidigungsministerium oder Einrichtungen der Nato. So dient Generalmajor Christian Freuding (Bild) als Leiter des Lagezentrums Ukraine und des Planungsstabs des Bundesministers der Verteidigung. Das Dienstgradabzeichen des Generalmajors zeigt ein goldenes Eichenlaub und zwei goldene Sterne. Das Pendant der Marine ist der Konteradmiral. © IMAGO/M. Popow
Der Inspekteur der Luftwaffe: Generalleutnant Holger Neumann.
Der zweithöchste Dienstgrad der Bundeswehr ist der Generalleutnant. Bei Luftwaffe und Heer gibt es weniger als zwei Dutzend Offiziere mit diesem Rang, die in wichtigen leitenden Positionen eingesetzt werden. So ist der stellvertretende Generalinspekteur der Bundeswehr immer ein Generalleutnant. Auch der Inspekteur der Luftwaffe, Holger Neumann (Stand Mai 2025, Bild), ist im Rang eines Generalleutnants. Sein Dienstabzeichen zeigt ein goldenes Eichenlaub mit drei goldenen Sternen. Das Pendant der Marine ist der Vizeadmiral. © Björn Trotzki/imago-images
Der Generalinspekteur der Bundeswehr: General Carsten Breuer.
Ganz oben in der Hierarchie der Bundeswehr steht der General. Der Dienstgrad ist nur wenigen Soldaten in absoluten Führungspositionen vorbehalten. Der Generalinspekteur der Bundeswehr – höchster militärischer Repräsentant der Bundeswehr – ist General Carsten Breuer (Stand Mai 2025, Bild). Deutsche Generäle dienen auch in Führungspositionen der Nato. Das Dienstgradabzeichen zeigt ein goldenes Eichenlaub und vier goldene Sterne. Zur besseren Unterscheidung von der Dienstgruppe der Generäle wird er deswegen umgangssprachlich als Vier-Sterne-General bezeichnet. Das Pendant der Marine ist der Admiral. © IMAGO/Klaus W. Schmidt

Das System sollte ursprünglich bis 2031 in die Truppe integriert werden, wurde aber durch das Sondervermögen beschleunigt eingeführt. In der Ukraine jedoch haben Soldaten bisher gelernt, dass Angriff die beste Verteidigung sei, wie der Business Insider (BI) aktuell berichtet. „Der beste Weg, Drohnen entgegenzutreten, ist, einen kinetischen Einfluss auf sie auszuüben“, sagt Vitalii Pervak.

Laut dem Ausbilder einer Drohnen-Ausbildungsschule in der Ukraine veränderten sich Frontlinien und technische Möglichkeiten beider Seiten Immens schnell. Außerdem herrsche immer Not an entsprechender Ausrüstung. Angesichts dessen hat Pervak gegenüber dem BI zum Rückgriff auf archaische Methoden der Verteidigung geraten – wie er sich ausdrückte, sei gegen Drohnen „eine Schrotflinte die beste Option“.

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