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Brisante Gerüchte im Ukraine-Krieg: Durchbruch bei Bachmut - angeblich über 20 Kilometer

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Russland attackiert Nikopol und Kiew. Zudem kommt es zu heftigen Gefechten rund um die Antoniwka-Brücke. Der News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

Hinweis der Redaktion: Dieser News-Ticker ist beendet. Über die aktuellen Entwicklungen im Ukraine-Krieg informieren wir im neuen Ticker.

Update vom 2. Juli, 22.50 Uhr: Der ukrainische Außenminister reagiert genervt auf Kritik aus dem Westen an der Gegenoffensive. Dmytro Kuleba sieht einen Nachteil gegenüber den Russen. So seien die russische Lufthoheit und breitflächig angelegte Minenfelder die größten Probleme für die ukrainischen Truppen bei ihrer Gegenoffensive, erklärte Kuleba im Gespräch mit den Tageszeitungen Bild und Welt sowie mit der Webseite Politico.

Die ukrainische Armee leide sehr darunter, „dass uns Anti-Luft-, Anti-Hubschrauber- und Anti-Flugzeug-Waffen am Boden fehlen“, erzählte der Minister und Vertraute von Präsident Wolodymyr Selenskyj. Die Russen seien dagegen in der Lage, mit Kampfhubschraubern und Kampfflugzeugen „unsere Gegenoffensivkräfte zu treffen“.

Verluste steigen im Ukraine-Krieg: Angeblich 229.660 russische Soldaten tot oder verwundet

Update vom 2. Juli, 22.35 Uhr: Die Verluste steigen im Ukraine-Krieg auf beiden Seiten ungebremst - dokumentiert durch Videos und Drohnen-Aufnahmen in den sozialen Netzwerken. Unter anderem soll ein in Umlauf gebrachtes Video bei Twitter zeigen, wie die ukrainische Artillerie mit einem direkten Treffer ein in einem Waldstück verstecktes russisches Kurzstrecken-Flugabwehrraketen-System „9K330 Tor“ mit einem direkten Treffer zerstört. Eine andere Sequenz soll belegen, wie angeblich ein kleineres russisches Munitionsdepot an einer Eisenbahnstrecke getroffen wurde.

Insbesondere die 3. Angriffsbrigade der ukrainischen Armee hält etliche ihrer Angriffe im Raum Bachmut in Bild und Ton fest. Laut dem ukrainischen Medienprojekt The Kyiv Independent wurden, Stand Sonntag (2. Juli), 229.660 russische Soldaten in der Ukraine getötet oder verwundet. Das Portal bezieht seine Zahlen vom Generalstab in Kiew, sie lassen sich nicht unabhängig verifizieren.

Antoniwski-Brücke in Oblast Cherson umkämpft: Konnte Ukraine Brückenkopf errichten?

Update vom 2. Juli, 21.55 Uhr: Über die militärische Situation an der Antoniwski-Brücke in der Oblast Cherson in der Südukraine verbreiten beide Seiten unterschiedlichste Meldungen. Nach Einschätzung des britischen Verteidigungsministeriums haben die ukrainischen Streitkräfte mittlerweile einen Brückenkopf am Ostufer des Dnipro geschaffen. „Die Kämpfe um den Brückenkopf werden mit ziemlicher Sicherheit durch Überschwemmungen, Zerstörungen und Schlammrückstände nach der Zerstörung des Kachowka-Staudamms am 6. Juni 2023 erschwert“, hieß es aus London.

Russische Militärblogger behaupten dagegen, dass ukrainische Spezialkräfte in der Region Cherson angeblich ans Westufer des riesigen Flusses zurückgeschlagen wurden, der das Land teilt. Die staatliche russische Nachrichtenagentur TASS verbreitete ein Video, dass russische Soldaten der 61ten Marine-Brigade zeigen soll, wie diese auf motorisierten Schlauchbooten ins Kampfgebiet am Dnipro fahren.

Vorstöße russischer Truppen an vier Front-Bereichen: Ukraine meldet „heftige Kämpfe“

Update vom 2. Juli, 20.25 Uhr: Die Ukraine hat an diesem Sonntag Vorstöße russischer Truppen an vier Front-Bereichen im Osten des Landes vermeldet. „Überall toben heftige Kämpfe“, schrieb Vize-Verteidigungsministerin Hanna Malijar bei Telegram. Russland rücke demnach bei Awdijiwka, Marjinka, Lyman und Swatowe vor.

Südlich der ostukrainischen Stadt Bachmut im Donbass sowie nördlich von Berdjansk und Melitopol in der Südukraine würden dagegen die ukrainischen Streitkräfte mit „teilweisem Erfolg“ vorrücken, hieß es aus Kiew. Russische Soldaten würden auch an der südlichen Front „erheblichen Widerstand“ leisten, erklärte Malijar, zudem seien Minen ein Problem.

Russisches Gebiet Krasnodar: Berichte über größere Explosion nahe Militärflugplatz

Update vom 2. Juli, 19.15 Uhr: Im südrussischen Gebiet Krasnodar hat sich Medienberichten zufolge eine größere Explosion unweit eines Militärflugplatzes ereignet. Im sozialen Netzwerk Telegram wurden am Sonntag Fotos von einem Krater veröffentlicht, der zehn mal vier Meter groß sein soll und angeblich in der Nähe des Flugplatzes der Stadt Primorsko-Achtarsk entstanden ist.

Es gab auch Videos von einer hohen Rauchsäule. Der Gouverneur von Krasnodar, Weniamin Kondratjew, teilte mit, der „Vorfall“ werde untersucht. Es gebe keine Opfer, schrieb er. Auch Wohnhäuser und andere Objekte seien ersten Erkenntnissen zufolge nicht beschädigt worden.

Wackelt russische Front bei Bachmut? Ukrainer rücken angeblich auf breiter Linie vor

Update vom 2. Juli, 18.30 Uhr: Angeblich rücken die ukrainischen Streitkräfte seit der Nacht auf Sonntag über die gesamte Kontaktlinie am östlichen Frontabschnitt bei Bachmut vor. Diese Nachricht verbreitete sich auf Basis nicht namentlich genannter russischer Quellen am frühen Abend unter dem Hashtag #bakhmut bei Twitter. Die These ist aktuell nicht verifizierbar.

So heißt es etwa, dass der Panzergruppe der 57. Brigade bei Berchiwka an der nordwestlichen Stadtgrenze ein Durchbruch durch die erste Verteidigungslinie der Russen gelungen sei, ehe die Panzer demnach gestoppt wurden. Beim Twitter-Account „Astraia Intel“, der offenbar der ukrainischen Armee nahesteht, heißt es, dass ukrainische Truppen auf einer Breite von 20 Kilometern zwischen Tschassiw Jar und Kurdjumiwka südwestlich auf die äußeren Bezirke der Donbass-Stadt vorstoßen.

Der Generalstab in Kiew hält sich seit Wochen zu Offensivaktionen im Osten bedeckt. Auch eine Stellungnahme zu den bei Twitter kolportierten Entwicklungen gab es nicht. Seit Tagen versuchen die ukrainischen Streitkräfte, die in Bachmut verbliebenen russischen Kontingente einzukesseln.

Spionieren Russen im Ukraine-Krieg für die USA? „Einmalige Gelegenheit für CIA“

Update vom 2. Juli, 16.15 Uhr: Der US-Auslandsgeheimdienst frohlockt. Nach Einschätzung von CIA-Chef William Burns ist der Frust über den Ukraine-Krieg inzwischen so groß, dass manche in Russland bereit sind, für die USA zu spionieren. „Diese Unzufriedenheit schafft eine einmalige Gelegenheit für uns bei der CIA“, zitierte die britische BBC den Direktor.

„Die Enttäuschung über den Krieg wird weiterhin an der russischen Führung nagen“, sagte Burns demnach. Er erinnerte an die vor einer Woche gescheiterte Revolte der russischen Söldnergruppe Wagner mit ihrem Chef Jewgeni Prigoschin gegen Präsident Wladimir Putin. Das sei „eine lebhafte Erinnerung an die zersetzende Wirkung von Putins Krieg auf seine eigene Gesellschaft und sein eigenes Regime.“ Die CIA hatte daraufhin ein Video auf Telegram veröffentlicht, in dem erklärt wurde, wie man mit der CIA heimlich und anonym in Kontakt treten kann.

Update vom 2. Juli, 14.00 Uhr: Russischer Granatenbeschuss traf ein Wohngebiet in Cherson, wobei mehrere Menschen verletzt wurden, wie die regionale Militärverwaltung am Mittag mitteilte. Darüber berichtet unter anderem die Kyiv Independent. Es sei möglich, dass der Beschuss etwas mit den schweren Kämpfen nahe der Cherson-Brücke zu tun hatte (s. Update v. 11.30 Uhr).

Update vom 2. Juli, 12.30 Uhr: Polen verstärkt seine Kontrollen an der Grenze zu Belarus. Dazu werden 500 Polizisten abgestellt, wie Innenminister Mariusz Kaminski mitteilt. Laut Grenzschutz versuchten allein am Samstag 187 Menschen, illegal von Belarus nach Polen einzureisen. Laut Kaminski sind an der Grenze bereits 5000 Grenzschützer und 2000 Soldaten im Einsatz.

Ukraine-Krieg: Schwere Kämpfe rund um die ehemalige Cherson-Brücke

Update vom 2. Juli, 11.30 Uhr: Rund um die ehemalige Cherson-Brücke in der gleichnamigen Region kommt es aktuell zu schweren Gefechten zwischen der ukrainischen Armee und den russischen Streitkräften. Dies hat Natalia Humenjuk, Presseleiterin der Sicherheits- und Verteidigungskräfte im Süden der Ukraine, mitgeteilt. „Derzeit finden intensive Kampfhandlungen statt, das Hauptaugenmerk liegt auf der Batterieabwehr“, sagte Humenjuk. Weitere Einzelheiten nannte sie nicht.

Die Antoniwka-Brücke, oder auch Cherson-Brücke, ist ein Angelpunkt im Ukraine-Krieg, insbesondere im Kampf um die Stadt Cherson. (Archivfoto)

Ukraine-Krieg: Russland beschießt Kiew nach 12-tägiger Pause

Update vom 2. Juli, 8.40 Uhr: Nach einer 12-tägigen Pause hat Russland nach Angaben des ukrainischen Militärs in der Nacht zum Sonntag einen Drohnenangriff auf Kiew gestartet, wobei die Luftabwehrsysteme alle Ziele im Anflug zerstörten. „Ein weiterer feindlicher Angriff auf Kiew“, sagte Serhiy Popko, ein Generaloberst, der die Kiewer Militärverwaltung leitet. „Im Moment gibt es keine Informationen über mögliche Opfer oder Schäden.“

Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland

Menschen in Kiews feiern die Unabhängigkeit der Ukraine von der Sowjetunion
Alles begann mit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989. Die Öffnung der Grenzen zunächst in Ungarn leitete das Ende der Sowjetunion ein. Der riesige Vielvölkerstaat zerfiel in seine Einzelteile. Am 25. August 1991 erreichte der Prozess die Ukraine. In Kiew feierten die Menschen das Ergebnis eines Referendums, in dem sich die Bevölkerung mit der klaren Mehrheit von 90 Prozent für die Unabhängigkeit von Moskau ausgesprochen hatte. Im Dezember desselben Jahres erklärte sich die Ukraine zum unabhängigen Staat. Seitdem schwelt der Konflikt mit Russland. © Anatoly Sapronenkov/afp
Budapester Memorandum
Doch Anfang der 1990er Jahre sah es nicht danach aus, als ob sich die neuen Staaten Russland und Ukraine rund 30 Jahre später auf dem Schlachtfeld wiederfinden würden. Ganz im Gegenteil. Im Jahr 1994 unterzeichneten Russland, das Vereinigte Königreich und die USA in Ungarn das „Budapester Memorandum“ – eine Vereinbarung, in der sie den neu gegründeten Staaten Kasachstan, Belarus und der Ukraine Sicherheitsgarantien gaben.  © Aleksander V. Chernykh/Imago
Ukrainedemo, München
Als Gegenleistung traten die drei Staaten dem Atomwaffensperrvertrag bei und beseitigten alle Nuklearwaffen von ihrem Territorium. Es sah danach aus, als ob der Ostblock tatsächlich einen Übergang zu einer friedlichen Koexistenz vieler Staaten schaffen würde. Nach Beginn des Ukraine-Kriegs erinnern auch heute noch viele Menschen an das Budapester Memorandum von 1994. Ein Beispiel: Die Demonstration im Februar 2025 in München.  © Imago
Orangene Revolution in der Ukraine
Bereits 2004 wurde deutlich, dass der Wandel nicht ohne Konflikte vonstattengehen würde. In der Ukraine lösten Vorwürfe des Wahlbetrugs gegen den Russland-treuen Präsidenten Wiktor Janukowytsch Proteste  © Mladen Antonov/afp
Ukraine proteste
Die Menschen der Ukraine erreichten vorübergehend ihr Ziel. Der Wahlsieg Janukowytschs wurde von einem Gericht für ungültig erklärt, bei der Wiederholung der Stichwahl setzte sich Wiktor Juschtschenko durch und wurde neuer Präsident der Ukraine. Die Revolution blieb friedlich und die Abspaltung von Russland schien endgültig gelungen. © Joe Klamar/AFP
Wiktor Juschtschenko ,Präsident der Ukraine
Als der Moskau kritisch gegenüberstehende Wiktor Juschtschenko im Januar 2005 Präsident der Ukraine wurde, hatte er bereits einen Giftanschlag mit einer Dioxinvariante überlebt, die nur in wenigen Ländern produziert wird – darunter Russland. Juschtschenko überlebte dank einer Behandlung in einem Wiener Krankenhaus.  © Mladen Antonov/afp
Tymoschenko Putin
In den folgenden Jahren nach der Amtsübernahme hatte Juschtschenko vor allem mit Konflikten innerhalb des politischen Bündnisses zu kämpfen, das zuvor die demokratische Wahl in dem Land erzwungen hatte. Seine Partei „Unsere Ukraine“ zerstritt sich mit dem von Julija Tymoschenko geführten Parteienblock. Als Ministerpräsidentin der Ukraine hatte sie auch viel mit Wladimir Putin zu tun, so auch im April 2009 in Moskau. © Imago
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowitsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance.
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowytsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance. Er gewann die Wahl mit knappem Vorsprung vor Julija Tymoschenko. Amtsinhaber Wiktor Juschtschenko erhielt gerade mal fünf Prozent der abgegebenen Stimmen.  © Yaroslav Debely/afp
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, Ukraine, 2014
Präsident Wiktor Janukowytsch wollte die Ukraine wieder näher an Russland führen – auch aufgrund des wirtschaftlichen Drucks, den Russlands Präsident Wladimir Putin auf das Nachbarland ausüben ließ. Um die Ukraine wieder in den Einflussbereich Moskaus zu führen, setzte Janukowytsch im November 2013 das ein Jahr zuvor verhandelte Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union aus.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Maidan-Proteste Ukraine
Es folgten monatelange Massenproteste in vielen Teilen des Landes, deren Zentrum der Maidan-Platz in Kiew war. Organisiert wurden die Proteste von einem breiten Oppositionsbündnis, an dem neben Julija Tymoschenko auch die Partei des ehemaligen Boxweltmeisters und späteren Bürgermeisters von Kiew, Vitali Klitschko, beteiligt waren. © Sandro Maddalena/AFP
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, der Hauptstadt der Ukraine
Die Forderung der Menschen war eindeutig: Rücktritt der Regierung Janukowiysch und vorgezogene Neuwahlen um das Präsidentenamt. „Heute ist die ganze Ukraine gegen die Regierung aufgestanden, und wir werden bis zum Ende stehen“, so Vitali Klitschko damals. Die Protestbewegung errichtete mitten auf dem Maidan-Platz in Kiew ihr Lager. Janukowytsch schickte die Polizei, unterstützt von der gefürchteten Berkut-Spezialeinheit. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, die über mehrere Monate andauerten. © Sergey Dolzhenko/dpa
Der Platz Euromaidan in Kiew, Hauptstadt der Ukraine, ist nach den Protesten verwüstet.
Die monatelangen Straßenkämpfe rund um den Maidan-Platz in Kiew forderten mehr als 100 Todesopfer. Etwa 300 weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Berichte über den Einsatz von Scharfschützen machten die Runde, die sowohl auf die Protestierenden als auch auf die Polizei gefeuert haben sollen. Wer sie schickte, ist bis heute nicht geklärt. Petro Poroschenko, Präsident der Ukraine von 2014 bis 2019, vertrat die These, Russland habe die Scharfschützen entsendet, um die Lage im Nachbarland weiter zu destabilisieren. Spricht man heute in der Ukraine über die Opfer des Maidan-Protests, nennt man sie ehrfürchtig „die Himmlischen Hundert“. © Sergey Dolzhenko/dpa
Demonstranten posieren in der Villa von Viktor Janukowitsch, ehemaliger Präsident der Ukraine
Nach rund drei Monaten erbittert geführter Kämpfe gelang dem Widerstand das kaum für möglich Gehaltene: Die Amtsenthebung Wiktor Janukowytschs. Der verhasste Präsident hatte zu diesem Zeitpunkt die UKraine bereits verlassen und war nach Russland geflohen. Die Menschen nutzten die Gelegenheit, um in der prunkvollen Residenz des Präsidenten für Erinnerungsfotos zu posieren. Am 26. Februar 2014 einigte sich der „Maidan-Rat“ auf eigene Kandidaten für ein Regierungskabinett. Präsidentschaftswahlen wurden für den 25. Mai anberaumt. Die Ukraine habe es geschafft, eine Diktatur zu stürzen, beschrieb zu diesem Zeitpunkt aus der Haft entlassene Julija Tymoschenko die historischen Ereignisse.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Ein Mann stellt sich in Sewastopol, eine Stadt im Süden der Krim-Halbinsel, den Truppen Russlands entgegen.
Doch der mutmaßliche Frieden hielt nicht lange. Vor allem im Osten der Ukraine blieb der Jubel über die Absetzung Janukowytschs aus. Gouverneure und Regionalabgeordnete im Donbass stellten die Autorität des Nationalparlaments in Kiew infrage. Wladimir Putin nannte den Umsturz „gut vorbereitet aus dem Ausland“. Am 1. März schickte Russlands Präsident dann seine Truppen in den Nachbarstaat. Wie Putin behauptete, um die russischstämmige Bevölkerung wie die auf der Krim stationierten eigenen Truppen zu schützen. In Sewastopol, ganz im Süden der Halbinsel gelegen, stellte sich ein unbewaffneter Mann den russischen Truppen entgegen. Aufhalten konnte er sie nicht. © Viktor Drachev/afp
Bürgerkrieg in Donezk, eine Stadt im Donbas, dem Osten der Ukraine
Am 18. März 2014 annektierte Russland die Halbinsel Krim. Kurz darauf brach im Donbass der Bürgerkrieg aus. Mit Russland verbündete und von Moskau ausgerüstete Separatisten kämpften gegen die Armee und Nationalgarde Kiews. Schauplatz der Schlachten waren vor allem die Großstädte im Osten der Ukraine wie Donezk (im Bild), Mariupol und Luhansk. © Chernyshev Aleksey/apf
Prorussische Separatisten kämpfen im Donbas gegen Einheiten der Ukraine
Der Bürgerkrieg erfasste nach und nach immer mehr Gebiete im Osten der Ukraine. Keine der Parteien konnte einen nachhaltigen Sieg erringen. Prorussische Separatisten errichteten Schützengräben, zum Beispiel nahe der Stadt Slawjansk. Bis November 2015 fielen den Kämpfen laut Zahlen der Vereinten Nationen 9100 Menschen zum Opfer, mehr als 20.000 wurden verletzt. Von 2016 an kamen internationalen Schätzungen zufolge jährlich bis zu 600 weitere Todesopfer dazu. © Michael Bunel/Imago
Trümmer von Flug 17 Malaysian Airlines nach dem Abschuss nahe Donezk im Osten der Ukraine
Aufmerksam auf den Bürgerkrieg im Osten der Ukraine wurde die internationale Staatengemeinschaft vor allem am 17. Juli 2014, als ein ziviles Passagierflugzeug über einem Dorf nahe Donezk abstürzte. Alle 298 Insassen kamen ums Leben. Die Maschine der Fluggesellschaft Malaysian Airlines war von einer Boden-Luft-Rakete getroffen worden. Abgefeuert hatte die Rakete laut internationalen Untersuchungen die 53. Flugabwehrbrigade der Russischen Föderation. In den Tagen zuvor waren bereits zwei Flugzeuge der ukrainischen Luftwaffe in der Region abgeschossen worden. © ITAR-TASS/Imago
Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident Francois Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk
Die Ukraine wollte den Osten des eigenen Landes ebenso wenig aufgeben wie Russland seine Ansprüche darauf. Im September 2014 kamen deshalb auf internationalen Druck Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident François Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk zusammen. In der belarussischen Hauptstadt unterzeichneten sie das „Minsker Abkommen“, das einen sofortigen Waffenstillstand und eine schrittweise Demilitarisierung des Donbass vorsah. Die OSZE sollte die Umsetzung überwachen, zudem sollten humanitäre Korridore errichtet werden. Der Waffenstillstand hielt jedoch nicht lange und schon im Januar 2015 wurden aus zahlreichen Gebieten wieder Kämpfe gemeldet. © Mykola Lazarenko/afp
Wolodymyr Selenskyj feiert seinen Sieg bei der Präsidentschaftswahl in der Ukraine 2019
Während die Ukraine im Osten zu zerfallen drohte, ereignete sich in Kiew ein historischer Machtwechsel. Wolodymyr Selenskyj gewann 2019 die Präsidentschaftswahl und löste Petro Poroschenko an der Spitze des Staates ab.  © Genya Savilov/afp
Wolodymyr Selenskyj
Selenskyj hatte sich bis dahin als Schauspieler und Komiker einen Namen gemacht. In der Comedy-Serie „Diener des Volkes“ spielte Selenskyj von 2015 bis 2017 bereits einen Lehrer, der zunächst Youtube-Star und schließlich Präsident der Ukraine wird. Zwei Jahre später wurde die Geschichte real. Selenskyj wurde am 20. Mai 2019 ins Amt eingeführt. Kurz darauf löste der bis dato parteilose Präsident das Parlament auf und kündigte Neuwahlen an. Seine neu gegründete Partei, die er nach seiner Fernsehserie benannte, erzielte die absolute Mehrheit.  © Sergii Kharchenko/Imago
Russische Separatisten in der Ost-Ukraine
Selenskyj wollte nach seinem Wahlsieg die zahlreichen innenpolitischen Probleme der Ukraine angehen: vor allem die Bekämpfung der Korruption und die Entmachtung der Oligarchen. Doch den neuen, russland-kritischen Präsidenten der Ukraine holten die außenpolitischen Konflikte mit dem Nachbarn ein. © Alexander Ryumin/Imago
Ukraine Militär
Im Herbst 2021 begann Russland, seine Truppen in den von Separatisten kontrollierte Regionen in der Ost-Ukraine zu verstärken. Auch an der Grenze im Norden zog Putin immer mehr Militär zusammen. Selenskyj warnte im November 2021 vor einem Staatsstreich, den Moskau in der Ukraine plane. Auch die Nato schätzte die Lage an der Grenze als höchst kritisch ein. In der Ukraine wurden die Militärübungen forciert. © Sergei Supinsky/AFP
Putin
Noch drei Tage bis zum Krieg: Am 21. Februar 2022 unterzeichnet der russische Präsident Wladimir Putin verschiedene Dekrete zur Anerkennung der Unabhängigkeit der Volksrepubliken Donezk und Lugansk. © Alexey Nikolsky/AFP
Explosion in Kiew nach Beginn des Ukraine-Kriegs mit Russland
Am 24. Februar 2022 wurde der Ukraine-Konflikt endgültig zum Krieg. Russische Truppen überfielen das Land entlang der gesamten Grenze. Putins Plan sah eine kurze „militärische Spezialoperation“, wie die Invasion in Russland genannt wurde, vor. Die ukrainischen Streitkräfte sollten mit einem Blitzkrieg in die Knie gezwungen werden. Moskau konzentrierte die Attacken auf Kiew. Innerhalb weniger Tage sollte die Hauptstadt eingenommen und die Regierung Selenskyjs gestürzt werden. Doch der Plan scheiterte und nach Wochen intensiver Kämpfe und hoher Verluste in den eigenen Reihen musste sich die russische Armee aus dem Norden des Landes zurückziehen. Putin konzentrierte die eigene Streitmacht nun auf den Osten der Ukraine. © Ukrainian President‘s Office/Imago
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, bei einer Fernsehansprache aus Kiew
Seit Februar 2022 tobt nun der Ukraine-Krieg. Gesicht des Widerstands gegen Russland wurde Präsident Wolodymyr Selenskyj, der sich zu Beginn des Konflikts weigerte, das Angebot der USA anzunehmen und das Land zu verlassen. „Ich brauche Munition, keine Mitfahrgelegenheit“, sagte Selenskyj. Die sollte er bekommen. Zahlreiche westliche Staaten lieferten Ausrüstung, Waffen und Kriegsgerät in die Ukraine. Hunderttausende Soldaten aus beiden Ländern sollen bereits gefallen sein, ebenso mehr als 10.000 Zivilpersonen. Ein Ende des Kriegs ist nach wie vor nicht in Sicht. © Ukraine Presidency/afp

Ukraine-Krieg: Russische Lufthoheit laut Außenminister Kuleba großes Problem

Update vom 2. Juli, 7.35 Uhr: Die russische Lufthoheit und Minenfelder stellen nach Ansicht des ukrainischen Außenministers Dmytro Kuleba die größten Probleme für die ukrainischen Truppen bei ihrer Gegenoffensive dar. Unter Einsatz ihres Lebens müssten die ukrainischen Soldaten am Tag manchmal 200 oder 300 Meter durch ein Minenfeld robben, um das Gelände für die vorrückenden Truppen zu räumen, sagte Kuleba in Kiew in einem Interview von Bild, Welt und Politico. Die mit Beton, Stahl und anderen Materialien verstärkten Befestigungen der Russen seien schwer zu zerstören.

Darüber hinaus würden die Streitkräfte sehr darunter leiden, „dass uns Anti-Luft-, Anti-Hubschrauber- und Anti-Flugzeug-Waffen am Boden fehlen“, sagte Kuleba weiter. Mit dem Einsatz von Kampfhubschraubern und Kampfflugzeugen sei es den Russen gelungen, „unsere Gegenoffensivkräfte zu treffen“.

Ukraine-Krieg: Russland beschießt Nikopol

Update vom 2. Juli, 6.30 Uhr: Bei russischen Angriffen auf die Großstadt Nikopol in der Oblast Dnipropetrowsk wurden mehrere Gebäude schwer beschädigt, darunter mehrere Wohnhäuser. Verletzt oder getötet wurde allerdings niemand, wie Serhii Lysak, Militärverwaltungsleiter der Region, auf Telegram mitteilte. „Die russischen Monster kennen keine Grenzen. Sie setzen weiterhin Artillerie ein, um Nikopol rücksichtslos zu zerstören“, schrieb Lysak.

Ukraine-Krieg: Kiew warnt vor russischen „Kamikaze-Panzern“

Update vom 1. Juli, 22.21 Uhr: Die russischen Truppen müssen weitere materielle Verluste hinnehmen. „Früher haben die Russen nur Panzer verloren, aber jetzt verlieren sie Panzer, die mit Tonnen von Sprengstoff beladen sind. Die ukrainischen Streitkräfte lassen nicht zu, dass Kamikaze-Panzer an ihr Ziel gelangen“, twitterte das ukrainische Verteidigungsministerium.

Update vom 1. Juli, 19.32 Uhr: Russische Militärblogger klagen offenbar seit fast zwei Wochen darüber, dass es den russischen Streitkräften nicht gelungen ist, eine sehr kleine ukrainische Truppe – angeblich bis zu 70 Mann – aus ihren verschanzten Stellungen östlich der Antoniwski-Brücke zu vertreiben. Der Beamte Vladimir Saldo hatte ebenfalls am selben Tag (30. Juni) angekündigt, dass die russischen Streitkräfte die ukrainischen Stellungen nahe der Antoniwski-Brücke eingenommen hätten.

Die Blogger forderten laut dem ISW die russischen Streitkräfte auf, „präzise“ Angriffe gegen beide Brückenfelder an beiden Ufern durchzuführen und beklagten, dass die russische Militärführung blindlings befohlen habe, das Gebiet unter der Antoniwski-Brücke am Ostufer zurückzuerobern. Das habe zu erheblichen Verlusten bei den russischen Einsatzkräften und gepanzerten Fahrzeugen geführt.

Ukraine-Krieg: Russische Spezialeinheiten starten „Überraschungsangriff“

Update vom 1. Juli, 16.33 Uhr: Ein strategisch wichtiger Stützpunkt ukrainischer Truppen am Ostufer des Flusses Dnipro in der Südukraine wurde nach fast einer Woche schwerer Kämpfe beseitigt, wie der von Russland ernannte Gouverneur der besetzten Stadt Cherson am Samstag mitteilte. Demnach starteten russische Spezialeinheiten einen „Überraschungsangriff“ von der Rückseite der ukrainischen Truppen, die in der Nähe der Antoniwski-Brücke stationiert waren, und näherten sich vom Fluss aus mit einem Boot, sagte der Beamte Vladimir Saldo in einem Telegrampost.

„Um 3 Uhr morgens waren der Stützpunkt und das Hotel, in dem sich die ukrainischen Kämpfer verschanzt hatten, eingenommen worden“, schrieb Saldo. „Das war‘s, keine (ukrainischen) ‚Brückenköpfe‘ auf dem linken Ufer“, fügte er hinzu.

Gegenoffensive im Ukraine-Krieg: Streitkräfte weiter auf dem Vormarsch

Update vom 1. Juli, 15.45 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte schreiten in ihrer Gegenoffensive „beständig voran und finden ihren Weg durch sehr schwierige Minenfelder, 500 Meter pro Tag, 1.000 Meter am Tag, 2.000 Meter am Tag“, sagt US-General Mark Milley, Chef des Generalstabs der US-Streitkräfte. Es überrasche ihn nicht, dass die Offensive langsamer ausfällt als erwartet. Die Offensive werde sehr lang und sehr blutig. „Niemand sollte sich diesbezüglich Illusionen machen“, so der General.

Update vom 1. Juli, 13.15 Uhr: Im Ukraine-Krieg häufen sich die Verluste auf beiden Seiten. Besonders problematisch dabei sind die Minenfelder, die Russland zur Verteidigung der ukrainischen Gegenoffensive vorbereitet hat. So verlor die Ukraine bei einer Katastrophe im Minenfeld bei Saporischschja zahlreiche Panzer, darunter auch viele Leopard-Panzer aus Deutschland. Anderseits werden die verminten Felder offenbar auch Russland selbst zum Verhängnis. So sind laut ukrainischen Generalstab in den vergangenen zwei Wochen im Dorf Serhiivka im Gebiet Cherson bis zu zehn Soldaten durch Minen getötet, die frühere Einheiten der russischen Armee gelegt hatten. „Russische Besatzungstruppen töten sich weiterhin gegenseitig auf dem Schlachtfeld“, kommentierte der Generalsstab trocken.

Ukraine-Krieg: Durchbruch am Fluss Dnipro in Cherson?

Update vom 1. Juli, 10.45 Uhr: Das ukrainische Militär hat im Süden der Ukraine offenbar einen Brückenkopf am Ostufer des Dnipro geschaffen. Wie das britische Verteidigungsministerium mitteilte, bringen die Ukrainer seit rund einer Woche Truppen nahe der zerstörten Antoniwka-Brücke bei Cherson ans Ostufer. „Die Kämpfe um den Brückenkopf werden mit ziemlicher Sicherheit durch Überschwemmungen, Zerstörungen und Schlammrückstände nach der Zerstörung des Kachowka-Staudamms am 6. Juni 2023 erschwert“, hieß es in London weiter.

Update vom 1. Juli, 9.25 Uhr: Die Ukraine gibt sich zuversichtlich, den Verlauf des Ukraine-Krieges zu ihren Gunsten zu gestalten. Nach Angaben der Washington Post teilten ukrainische Beamte bei einem Besuch des CIA-Chefs William Burns Pläne mit, von Russland besetzte Gebiete zurückzuerobern und bis Ende des Jahres Verhandlungen über eine Waffenruhe aufzunehmen. Die Ukraine führt derzeit im Osten und Süden des Landes eine Gegenoffensive zur Rückeroberung der von Moskau besetzten Gebiete aus. Der Besuch habe vor dem Aufstand der Wagner-Gruppe stattgefunden.

AKW Saporischschja: Russland zieht Personal ab - Ukraine befürchtet geplanten Unfall

Update vom 1. Juli, 7.50 Uhr: Die russischen Streitkräfte verlassen offenbar nach und nach das Kernkraftwerk Saporischschja. Wie die US-Denkfabrik „Institute for the Study of War“ (ISW) berichtet, vermutet der ukrainische Geheimdienst, dass Russland einen absichtlichen „Unfall“ in der Anlage plane. Drei Mitarbeiter des staatlichen russischen Kernenergieunternehmens Rosatom, die die Anlage verwalteten, reisten demnach auf die russisch besetzte Krim ab. Ukrainische Mitarbeiter seien angewiesen worden, die Anlage bis zum 5. Juli zu verlassen. Das ISW hält allerdings einen vorsätzlichen „Unfall“ für unwahrscheinlich.

Ukraine-Krieg: Gegenoffensive nimmt Fahrt auf

Update vom 1. Juli, 6.25 Uhr: Die ukrainische Gegenoffensive scheint allmählich Fahrt aufzunehmen. „Wir haben Fortschritte gemacht in allen Richtungen“, sagte Präsident Selenskyj in einer Videobotschaft. Die Stärkung der Artillerie im Süden und Osten habe „Priorität“. Darüber hinaus hob er die Stärke der eigenen Streitkräfte hervor: „Die Ukraine und die Ukrainer sind viel stärker als irgendjemand das von uns erwartet, manchmal stärker als wir das von uns selbst gedacht haben.“

Ukraine-Krieg: Selenskyj will Grenze nach Belarus verstärken lassen

Update vom 30. Juni, 22.29 Uhr: Als Reaktion auf ein mögliches Exil der russischen Söldnergruppe Wagner in Belarus lässt Wolodymyr Selenskyj die Grenze zum Nachbarland verstärken. Oberbefehlshaber Walerij Saluschnyj und der zuständige General Sergej Najew seien beauftragt worden, die Sicherheitsvorkehrungen an der Nordgrenze zu verstärken, um „den Frieden sicherzustellen“. Das erklärte der ukrainische Präsident am Abend auf Telegram. Er verwies auf Informationen von seinen Geheimdiensten und den Grenzwachen zur Lage in Belarus.

Update vom 30. Juni, 20.35 Uhr: Nach Angaben aus den USA hat die ukrainische Gegenoffensive Fortschritte gemacht, allerdings weniger als erwartet. „Sie haben etwas Fortschritte gemacht, aber auch sie haben über die Tatsache gesprochen, dass es nicht so viel ist, wie sie wollten“, sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats der USA, John Kirby, laut dem US-Sender CNN. Die USA würden sich jedenfalls darauf fokussieren, sicherzustellen, dass die Ukraine alles kriege, was sie auch benötige. „Wo sie hingehen und wie schnell sie es machen, diese Entscheidung liegt bei ihnen“, so Kirby. Eine Zeitangabe über ein mögliches Ende des Konflikts machte er nicht: „Keiner von uns hat einen Kristallball, der uns spezifisch sagen kann, wie lange das noch andauern wird.“

Update vom 30. Juni, 19 Uhr: In einem Beitrag im Kurznachrichtendienst Telegram erneuerte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Forderung nach F-16-Kampfjets für die ukrainische Luftwaffe. „Wenn ukrainische Piloten die F-16 fliegen, wird der Terrorstaat an unserem Himmel keine Chance haben“, so Selenskyj in seiner Botschaft. Zwar habe Russland immer noch einen „signifikanten technischen Vorteil“, doch bei ukrainischen Piloten gebe es einen Vorsprung an „Moral und Fähigkeiten“.

Kiew verstärkt im Ukraine-Krieg Grenzen zu Belarus wegen Wagner-Bedrohung

Update vom 30. Juni, 16.20 Uhr: Die Ukraine hat angesichts einer möglichen Niederlassung russischer Wagner-Söldner in Belarus mit der Verstärkung des Schutzes ihrer Grenze im Norden begonnen. Oberbefehlshaber Walerij Saluschnyj und der für den Nordabschnitt zuständige Generalleutnant Serhij Najew seien mit den Sicherheitsvorkehrungen beauftragt worden, teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj bei Telegram mit. Diese Entscheidung sei nach Beratungen des Oberkommandos gefallen.

Nach unbestätigten Berichten unabhängiger Medien wie etwa dem russischen Nachrichtenportal Verstka hat in Belarus bereits der Bau von Feldlagern für die Wagner-Armee begonnen. Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko, der zwischen dem Kreml und Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin ein Ende des Aufstandes vermittelt hatte, sagte, dass die Kampferfahrungen der Truppe dem Land zugute kämen.

Gegenoffensive der Ukraine: Kiews Militär zerstört wohl „Offensivpotential“ von Putins Armee

Erstmeldung vom 29. Juni: Kiew – Die Gegenoffensive der ukrainischen Armee gegen Russlands Militär dauert an. Die stellvertretende ukrainische Verteidigungsministerin Hanna Maljar lieferte nun neue Informationen zu der Situation an der Front im Süden und Osten des Landes. Offenbar stoßen ukrainische Einheiten weiter vor, während russische Versuche, sie abzuwehren, fehlschlagen.

„Die Offensivoperationen in Melitopol, Bachmut und Berdjansk dauern an“, zitierte die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform Maljar. Die ukrainischen Soldaten würden sich jeden Meter in schweren Gefechten „krallen“ und Erfolge vorweisen. In denselben Gebieten würden die russischen Versuche zum Vorstoß ohne Erfolg bleiben, so die Vize-Verteidigungsministerin.

In der Gefechtsrichtung Rivnopol-Volodyne in Donezk seien die ukrainischen Truppen ebenfalls erfolgreich. Sie würden sich in eingenommenen Verteidigungslinien der Russen befestigen und ihnen „schwere Verluste“ zufügen. Außerdem neutralisiere das ukrainische Militär auch das „Offensivpotential“ der russischen Armee, indem es Ausrüstung, Kontrollpunkte, Lagerhäuser und Personal „zerstöre“. Die Vize-Ministerin zeigte sich siegesgewiss: „Wir werden den Feind in Saporischschja und Melitopol vernichten.“

Schwere Gefechte in Bachmut: Ukraine will „operationelle Initiative“ haben

Schließlich habe die ukrainische Armee die „operationelle Initiative“ in Bachmut ergriffen, während das russische Militär Gegenangriffe versuche, jedoch Verluste erleide und sich zurückziehe. „In Bachmut geht es wieder heiß her, es gibt schwere Zusammenstöße“, sagte Maljar laut Ukrinform.

Indes ziehe Russland alle verfügbaren Reserven zusammen, um die Stadt Bachmut, die nach mehreren Monaten blutiger Kämpfe besetzt wurde, zu verteidigen. „Der Feind setzt alle Reserven ein und hängt sich in Bachmut mit aller Kraft rein“, schilderte die stellvertretende Verteidigungsministerin. (bb)

Rubriklistenbild: © Alex Babenko/AP/dpa

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