- schließen
Patrick Mayer
Nail Akkoyun
Christian Stör
Jens Kiffmeier
Bona Hyun
Bedrettin Bölükbasi
Russland attackiert Nikopol und Kiew. Zudem kommt es zu heftigen Gefechten rund um die Antoniwka-Brücke. Der News-Ticker zum Ukraine-Krieg.
- Spionieren Russen im Ukraine-Krieg für die USA? „Unzufriedenheit schafft einmalige Gelegenheit für CIA“
- Kämpfe rund um Cherson-Brücke: Laut Kiew kommt es schweren Gefechten
- Ukrainische Truppen bei Dnipro beseitigt? Russland verübte wohl „Überraschungsangriff“
- Die verarbeiteten Informationen, insbesondere zu Verlusten der beteiligten Armeen im Ukraine-Krieg, stammen teils von den Kriegsparteien aus Russland oder der Ukraine. Sie lassen sich deshalb nicht unabhängig überprüfen.
Hinweis der Redaktion: Dieser News-Ticker ist beendet. Über die aktuellen Entwicklungen im Ukraine-Krieg informieren wir im neuen Ticker.
Update vom 2. Juli, 22.50 Uhr: Der ukrainische Außenminister reagiert genervt auf Kritik aus dem Westen an der Gegenoffensive. Dmytro Kuleba sieht einen Nachteil gegenüber den Russen. So seien die russische Lufthoheit und breitflächig angelegte Minenfelder die größten Probleme für die ukrainischen Truppen bei ihrer Gegenoffensive, erklärte Kuleba im Gespräch mit den Tageszeitungen Bild und Welt sowie mit der Webseite Politico.
Die ukrainische Armee leide sehr darunter, „dass uns Anti-Luft-, Anti-Hubschrauber- und Anti-Flugzeug-Waffen am Boden fehlen“, erzählte der Minister und Vertraute von Präsident Wolodymyr Selenskyj. Die Russen seien dagegen in der Lage, mit Kampfhubschraubern und Kampfflugzeugen „unsere Gegenoffensivkräfte zu treffen“.
Verluste steigen im Ukraine-Krieg: Angeblich 229.660 russische Soldaten tot oder verwundet
Update vom 2. Juli, 22.35 Uhr: Die Verluste steigen im Ukraine-Krieg auf beiden Seiten ungebremst - dokumentiert durch Videos und Drohnen-Aufnahmen in den sozialen Netzwerken. Unter anderem soll ein in Umlauf gebrachtes Video bei Twitter zeigen, wie die ukrainische Artillerie mit einem direkten Treffer ein in einem Waldstück verstecktes russisches Kurzstrecken-Flugabwehrraketen-System „9K330 Tor“ mit einem direkten Treffer zerstört. Eine andere Sequenz soll belegen, wie angeblich ein kleineres russisches Munitionsdepot an einer Eisenbahnstrecke getroffen wurde.
Insbesondere die 3. Angriffsbrigade der ukrainischen Armee hält etliche ihrer Angriffe im Raum Bachmut in Bild und Ton fest. Laut dem ukrainischen Medienprojekt The Kyiv Independent wurden, Stand Sonntag (2. Juli), 229.660 russische Soldaten in der Ukraine getötet oder verwundet. Das Portal bezieht seine Zahlen vom Generalstab in Kiew, sie lassen sich nicht unabhängig verifizieren.
🇺🇦Ukrainian artillery destroys the Russian air defense system "Tor" in the Zaporozhye direction.#Bakhmut #UkraineRussianWar #UkraineWillWin #ukrainecounteroffensive #Donetsk #Kreminna #Ukraina #UkraineWar #RussiaUkraineWar pic.twitter.com/3x7PjSPH5b
— Benny®🇸🇪 (@Benny_vs_Benny) July 2, 2023
Antoniwski-Brücke in Oblast Cherson umkämpft: Konnte Ukraine Brückenkopf errichten?
Update vom 2. Juli, 21.55 Uhr: Über die militärische Situation an der Antoniwski-Brücke in der Oblast Cherson in der Südukraine verbreiten beide Seiten unterschiedlichste Meldungen. Nach Einschätzung des britischen Verteidigungsministeriums haben die ukrainischen Streitkräfte mittlerweile einen Brückenkopf am Ostufer des Dnipro geschaffen. „Die Kämpfe um den Brückenkopf werden mit ziemlicher Sicherheit durch Überschwemmungen, Zerstörungen und Schlammrückstände nach der Zerstörung des Kachowka-Staudamms am 6. Juni 2023 erschwert“, hieß es aus London.
Russische Militärblogger behaupten dagegen, dass ukrainische Spezialkräfte in der Region Cherson angeblich ans Westufer des riesigen Flusses zurückgeschlagen wurden, der das Land teilt. Die staatliche russische Nachrichtenagentur TASS verbreitete ein Video, dass russische Soldaten der 61ten Marine-Brigade zeigen soll, wie diese auf motorisierten Schlauchbooten ins Kampfgebiet am Dnipro fahren.
Vorstöße russischer Truppen an vier Front-Bereichen: Ukraine meldet „heftige Kämpfe“
Update vom 2. Juli, 20.25 Uhr: Die Ukraine hat an diesem Sonntag Vorstöße russischer Truppen an vier Front-Bereichen im Osten des Landes vermeldet. „Überall toben heftige Kämpfe“, schrieb Vize-Verteidigungsministerin Hanna Malijar bei Telegram. Russland rücke demnach bei Awdijiwka, Marjinka, Lyman und Swatowe vor.
Südlich der ostukrainischen Stadt Bachmut im Donbass sowie nördlich von Berdjansk und Melitopol in der Südukraine würden dagegen die ukrainischen Streitkräfte mit „teilweisem Erfolg“ vorrücken, hieß es aus Kiew. Russische Soldaten würden auch an der südlichen Front „erheblichen Widerstand“ leisten, erklärte Malijar, zudem seien Minen ein Problem.
Russisches Gebiet Krasnodar: Berichte über größere Explosion nahe Militärflugplatz
Update vom 2. Juli, 19.15 Uhr: Im südrussischen Gebiet Krasnodar hat sich Medienberichten zufolge eine größere Explosion unweit eines Militärflugplatzes ereignet. Im sozialen Netzwerk Telegram wurden am Sonntag Fotos von einem Krater veröffentlicht, der zehn mal vier Meter groß sein soll und angeblich in der Nähe des Flugplatzes der Stadt Primorsko-Achtarsk entstanden ist.
Es gab auch Videos von einer hohen Rauchsäule. Der Gouverneur von Krasnodar, Weniamin Kondratjew, teilte mit, der „Vorfall“ werde untersucht. Es gebe keine Opfer, schrieb er. Auch Wohnhäuser und andere Objekte seien ersten Erkenntnissen zufolge nicht beschädigt worden.
Wackelt russische Front bei Bachmut? Ukrainer rücken angeblich auf breiter Linie vor
Update vom 2. Juli, 18.30 Uhr: Angeblich rücken die ukrainischen Streitkräfte seit der Nacht auf Sonntag über die gesamte Kontaktlinie am östlichen Frontabschnitt bei Bachmut vor. Diese Nachricht verbreitete sich auf Basis nicht namentlich genannter russischer Quellen am frühen Abend unter dem Hashtag #bakhmut bei Twitter. Die These ist aktuell nicht verifizierbar.
So heißt es etwa, dass der Panzergruppe der 57. Brigade bei Berchiwka an der nordwestlichen Stadtgrenze ein Durchbruch durch die erste Verteidigungslinie der Russen gelungen sei, ehe die Panzer demnach gestoppt wurden. Beim Twitter-Account „Astraia Intel“, der offenbar der ukrainischen Armee nahesteht, heißt es, dass ukrainische Truppen auf einer Breite von 20 Kilometern zwischen Tschassiw Jar und Kurdjumiwka südwestlich auf die äußeren Bezirke der Donbass-Stadt vorstoßen.
Der Generalstab in Kiew hält sich seit Wochen zu Offensivaktionen im Osten bedeckt. Auch eine Stellungnahme zu den bei Twitter kolportierten Entwicklungen gab es nicht. Seit Tagen versuchen die ukrainischen Streitkräfte, die in Bachmut verbliebenen russischen Kontingente einzukesseln.
Spionieren Russen im Ukraine-Krieg für die USA? „Einmalige Gelegenheit für CIA“
Update vom 2. Juli, 16.15 Uhr: Der US-Auslandsgeheimdienst frohlockt. Nach Einschätzung von CIA-Chef William Burns ist der Frust über den Ukraine-Krieg inzwischen so groß, dass manche in Russland bereit sind, für die USA zu spionieren. „Diese Unzufriedenheit schafft eine einmalige Gelegenheit für uns bei der CIA“, zitierte die britische BBC den Direktor.
„Die Enttäuschung über den Krieg wird weiterhin an der russischen Führung nagen“, sagte Burns demnach. Er erinnerte an die vor einer Woche gescheiterte Revolte der russischen Söldnergruppe Wagner mit ihrem Chef Jewgeni Prigoschin gegen Präsident Wladimir Putin. Das sei „eine lebhafte Erinnerung an die zersetzende Wirkung von Putins Krieg auf seine eigene Gesellschaft und sein eigenes Regime.“ Die CIA hatte daraufhin ein Video auf Telegram veröffentlicht, in dem erklärt wurde, wie man mit der CIA heimlich und anonym in Kontakt treten kann.
Update vom 2. Juli, 14.00 Uhr: Russischer Granatenbeschuss traf ein Wohngebiet in Cherson, wobei mehrere Menschen verletzt wurden, wie die regionale Militärverwaltung am Mittag mitteilte. Darüber berichtet unter anderem die Kyiv Independent. Es sei möglich, dass der Beschuss etwas mit den schweren Kämpfen nahe der Cherson-Brücke zu tun hatte (s. Update v. 11.30 Uhr).
Update vom 2. Juli, 12.30 Uhr: Polen verstärkt seine Kontrollen an der Grenze zu Belarus. Dazu werden 500 Polizisten abgestellt, wie Innenminister Mariusz Kaminski mitteilt. Laut Grenzschutz versuchten allein am Samstag 187 Menschen, illegal von Belarus nach Polen einzureisen. Laut Kaminski sind an der Grenze bereits 5000 Grenzschützer und 2000 Soldaten im Einsatz.
Ukraine-Krieg: Schwere Kämpfe rund um die ehemalige Cherson-Brücke
Update vom 2. Juli, 11.30 Uhr: Rund um die ehemalige Cherson-Brücke in der gleichnamigen Region kommt es aktuell zu schweren Gefechten zwischen der ukrainischen Armee und den russischen Streitkräften. Dies hat Natalia Humenjuk, Presseleiterin der Sicherheits- und Verteidigungskräfte im Süden der Ukraine, mitgeteilt. „Derzeit finden intensive Kampfhandlungen statt, das Hauptaugenmerk liegt auf der Batterieabwehr“, sagte Humenjuk. Weitere Einzelheiten nannte sie nicht.
Ukraine-Krieg: Russland beschießt Kiew nach 12-tägiger Pause
Update vom 2. Juli, 8.40 Uhr: Nach einer 12-tägigen Pause hat Russland nach Angaben des ukrainischen Militärs in der Nacht zum Sonntag einen Drohnenangriff auf Kiew gestartet, wobei die Luftabwehrsysteme alle Ziele im Anflug zerstörten. „Ein weiterer feindlicher Angriff auf Kiew“, sagte Serhiy Popko, ein Generaloberst, der die Kiewer Militärverwaltung leitet. „Im Moment gibt es keine Informationen über mögliche Opfer oder Schäden.“
Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland




Ukraine-Krieg: Russische Lufthoheit laut Außenminister Kuleba großes Problem
Update vom 2. Juli, 7.35 Uhr: Die russische Lufthoheit und Minenfelder stellen nach Ansicht des ukrainischen Außenministers Dmytro Kuleba die größten Probleme für die ukrainischen Truppen bei ihrer Gegenoffensive dar. Unter Einsatz ihres Lebens müssten die ukrainischen Soldaten am Tag manchmal 200 oder 300 Meter durch ein Minenfeld robben, um das Gelände für die vorrückenden Truppen zu räumen, sagte Kuleba in Kiew in einem Interview von Bild, Welt und Politico. Die mit Beton, Stahl und anderen Materialien verstärkten Befestigungen der Russen seien schwer zu zerstören.
Darüber hinaus würden die Streitkräfte sehr darunter leiden, „dass uns Anti-Luft-, Anti-Hubschrauber- und Anti-Flugzeug-Waffen am Boden fehlen“, sagte Kuleba weiter. Mit dem Einsatz von Kampfhubschraubern und Kampfflugzeugen sei es den Russen gelungen, „unsere Gegenoffensivkräfte zu treffen“.
Ukraine-Krieg: Russland beschießt Nikopol
Update vom 2. Juli, 6.30 Uhr: Bei russischen Angriffen auf die Großstadt Nikopol in der Oblast Dnipropetrowsk wurden mehrere Gebäude schwer beschädigt, darunter mehrere Wohnhäuser. Verletzt oder getötet wurde allerdings niemand, wie Serhii Lysak, Militärverwaltungsleiter der Region, auf Telegram mitteilte. „Die russischen Monster kennen keine Grenzen. Sie setzen weiterhin Artillerie ein, um Nikopol rücksichtslos zu zerstören“, schrieb Lysak.
Ukraine-Krieg: Kiew warnt vor russischen „Kamikaze-Panzern“
Update vom 1. Juli, 22.21 Uhr: Die russischen Truppen müssen weitere materielle Verluste hinnehmen. „Früher haben die Russen nur Panzer verloren, aber jetzt verlieren sie Panzer, die mit Tonnen von Sprengstoff beladen sind. Die ukrainischen Streitkräfte lassen nicht zu, dass Kamikaze-Panzer an ihr Ziel gelangen“, twitterte das ukrainische Verteidigungsministerium.
Update vom 1. Juli, 19.32 Uhr: Russische Militärblogger klagen offenbar seit fast zwei Wochen darüber, dass es den russischen Streitkräften nicht gelungen ist, eine sehr kleine ukrainische Truppe – angeblich bis zu 70 Mann – aus ihren verschanzten Stellungen östlich der Antoniwski-Brücke zu vertreiben. Der Beamte Vladimir Saldo hatte ebenfalls am selben Tag (30. Juni) angekündigt, dass die russischen Streitkräfte die ukrainischen Stellungen nahe der Antoniwski-Brücke eingenommen hätten.
Die Blogger forderten laut dem ISW die russischen Streitkräfte auf, „präzise“ Angriffe gegen beide Brückenfelder an beiden Ufern durchzuführen und beklagten, dass die russische Militärführung blindlings befohlen habe, das Gebiet unter der Antoniwski-Brücke am Ostufer zurückzuerobern. Das habe zu erheblichen Verlusten bei den russischen Einsatzkräften und gepanzerten Fahrzeugen geführt.
Ukraine-Krieg: Russische Spezialeinheiten starten „Überraschungsangriff“
Update vom 1. Juli, 16.33 Uhr: Ein strategisch wichtiger Stützpunkt ukrainischer Truppen am Ostufer des Flusses Dnipro in der Südukraine wurde nach fast einer Woche schwerer Kämpfe beseitigt, wie der von Russland ernannte Gouverneur der besetzten Stadt Cherson am Samstag mitteilte. Demnach starteten russische Spezialeinheiten einen „Überraschungsangriff“ von der Rückseite der ukrainischen Truppen, die in der Nähe der Antoniwski-Brücke stationiert waren, und näherten sich vom Fluss aus mit einem Boot, sagte der Beamte Vladimir Saldo in einem Telegrampost.
„Um 3 Uhr morgens waren der Stützpunkt und das Hotel, in dem sich die ukrainischen Kämpfer verschanzt hatten, eingenommen worden“, schrieb Saldo. „Das war‘s, keine (ukrainischen) ‚Brückenköpfe‘ auf dem linken Ufer“, fügte er hinzu.
Gegenoffensive im Ukraine-Krieg: Streitkräfte weiter auf dem Vormarsch
Update vom 1. Juli, 15.45 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte schreiten in ihrer Gegenoffensive „beständig voran und finden ihren Weg durch sehr schwierige Minenfelder, 500 Meter pro Tag, 1.000 Meter am Tag, 2.000 Meter am Tag“, sagt US-General Mark Milley, Chef des Generalstabs der US-Streitkräfte. Es überrasche ihn nicht, dass die Offensive langsamer ausfällt als erwartet. Die Offensive werde sehr lang und sehr blutig. „Niemand sollte sich diesbezüglich Illusionen machen“, so der General.
Update vom 1. Juli, 13.15 Uhr: Im Ukraine-Krieg häufen sich die Verluste auf beiden Seiten. Besonders problematisch dabei sind die Minenfelder, die Russland zur Verteidigung der ukrainischen Gegenoffensive vorbereitet hat. So verlor die Ukraine bei einer Katastrophe im Minenfeld bei Saporischschja zahlreiche Panzer, darunter auch viele Leopard-Panzer aus Deutschland. Anderseits werden die verminten Felder offenbar auch Russland selbst zum Verhängnis. So sind laut ukrainischen Generalstab in den vergangenen zwei Wochen im Dorf Serhiivka im Gebiet Cherson bis zu zehn Soldaten durch Minen getötet, die frühere Einheiten der russischen Armee gelegt hatten. „Russische Besatzungstruppen töten sich weiterhin gegenseitig auf dem Schlachtfeld“, kommentierte der Generalsstab trocken.
Ukraine-Krieg: Durchbruch am Fluss Dnipro in Cherson?
Update vom 1. Juli, 10.45 Uhr: Das ukrainische Militär hat im Süden der Ukraine offenbar einen Brückenkopf am Ostufer des Dnipro geschaffen. Wie das britische Verteidigungsministerium mitteilte, bringen die Ukrainer seit rund einer Woche Truppen nahe der zerstörten Antoniwka-Brücke bei Cherson ans Ostufer. „Die Kämpfe um den Brückenkopf werden mit ziemlicher Sicherheit durch Überschwemmungen, Zerstörungen und Schlammrückstände nach der Zerstörung des Kachowka-Staudamms am 6. Juni 2023 erschwert“, hieß es in London weiter.
Update vom 1. Juli, 9.25 Uhr: Die Ukraine gibt sich zuversichtlich, den Verlauf des Ukraine-Krieges zu ihren Gunsten zu gestalten. Nach Angaben der Washington Post teilten ukrainische Beamte bei einem Besuch des CIA-Chefs William Burns Pläne mit, von Russland besetzte Gebiete zurückzuerobern und bis Ende des Jahres Verhandlungen über eine Waffenruhe aufzunehmen. Die Ukraine führt derzeit im Osten und Süden des Landes eine Gegenoffensive zur Rückeroberung der von Moskau besetzten Gebiete aus. Der Besuch habe vor dem Aufstand der Wagner-Gruppe stattgefunden.
AKW Saporischschja: Russland zieht Personal ab - Ukraine befürchtet geplanten Unfall
Update vom 1. Juli, 7.50 Uhr: Die russischen Streitkräfte verlassen offenbar nach und nach das Kernkraftwerk Saporischschja. Wie die US-Denkfabrik „Institute for the Study of War“ (ISW) berichtet, vermutet der ukrainische Geheimdienst, dass Russland einen absichtlichen „Unfall“ in der Anlage plane. Drei Mitarbeiter des staatlichen russischen Kernenergieunternehmens Rosatom, die die Anlage verwalteten, reisten demnach auf die russisch besetzte Krim ab. Ukrainische Mitarbeiter seien angewiesen worden, die Anlage bis zum 5. Juli zu verlassen. Das ISW hält allerdings einen vorsätzlichen „Unfall“ für unwahrscheinlich.
Ukraine-Krieg: Gegenoffensive nimmt Fahrt auf
Update vom 1. Juli, 6.25 Uhr: Die ukrainische Gegenoffensive scheint allmählich Fahrt aufzunehmen. „Wir haben Fortschritte gemacht in allen Richtungen“, sagte Präsident Selenskyj in einer Videobotschaft. Die Stärkung der Artillerie im Süden und Osten habe „Priorität“. Darüber hinaus hob er die Stärke der eigenen Streitkräfte hervor: „Die Ukraine und die Ukrainer sind viel stärker als irgendjemand das von uns erwartet, manchmal stärker als wir das von uns selbst gedacht haben.“
Ukraine-Krieg: Selenskyj will Grenze nach Belarus verstärken lassen
Update vom 30. Juni, 22.29 Uhr: Als Reaktion auf ein mögliches Exil der russischen Söldnergruppe Wagner in Belarus lässt Wolodymyr Selenskyj die Grenze zum Nachbarland verstärken. Oberbefehlshaber Walerij Saluschnyj und der zuständige General Sergej Najew seien beauftragt worden, die Sicherheitsvorkehrungen an der Nordgrenze zu verstärken, um „den Frieden sicherzustellen“. Das erklärte der ukrainische Präsident am Abend auf Telegram. Er verwies auf Informationen von seinen Geheimdiensten und den Grenzwachen zur Lage in Belarus.
Update vom 30. Juni, 20.35 Uhr: Nach Angaben aus den USA hat die ukrainische Gegenoffensive Fortschritte gemacht, allerdings weniger als erwartet. „Sie haben etwas Fortschritte gemacht, aber auch sie haben über die Tatsache gesprochen, dass es nicht so viel ist, wie sie wollten“, sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats der USA, John Kirby, laut dem US-Sender CNN. Die USA würden sich jedenfalls darauf fokussieren, sicherzustellen, dass die Ukraine alles kriege, was sie auch benötige. „Wo sie hingehen und wie schnell sie es machen, diese Entscheidung liegt bei ihnen“, so Kirby. Eine Zeitangabe über ein mögliches Ende des Konflikts machte er nicht: „Keiner von uns hat einen Kristallball, der uns spezifisch sagen kann, wie lange das noch andauern wird.“
Update vom 30. Juni, 19 Uhr: In einem Beitrag im Kurznachrichtendienst Telegram erneuerte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Forderung nach F-16-Kampfjets für die ukrainische Luftwaffe. „Wenn ukrainische Piloten die F-16 fliegen, wird der Terrorstaat an unserem Himmel keine Chance haben“, so Selenskyj in seiner Botschaft. Zwar habe Russland immer noch einen „signifikanten technischen Vorteil“, doch bei ukrainischen Piloten gebe es einen Vorsprung an „Moral und Fähigkeiten“.
Kiew verstärkt im Ukraine-Krieg Grenzen zu Belarus wegen Wagner-Bedrohung
Update vom 30. Juni, 16.20 Uhr: Die Ukraine hat angesichts einer möglichen Niederlassung russischer Wagner-Söldner in Belarus mit der Verstärkung des Schutzes ihrer Grenze im Norden begonnen. Oberbefehlshaber Walerij Saluschnyj und der für den Nordabschnitt zuständige Generalleutnant Serhij Najew seien mit den Sicherheitsvorkehrungen beauftragt worden, teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj bei Telegram mit. Diese Entscheidung sei nach Beratungen des Oberkommandos gefallen.
Nach unbestätigten Berichten unabhängiger Medien wie etwa dem russischen Nachrichtenportal Verstka hat in Belarus bereits der Bau von Feldlagern für die Wagner-Armee begonnen. Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko, der zwischen dem Kreml und Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin ein Ende des Aufstandes vermittelt hatte, sagte, dass die Kampferfahrungen der Truppe dem Land zugute kämen.
Gegenoffensive der Ukraine: Kiews Militär zerstört wohl „Offensivpotential“ von Putins Armee
Erstmeldung vom 29. Juni: Kiew – Die Gegenoffensive der ukrainischen Armee gegen Russlands Militär dauert an. Die stellvertretende ukrainische Verteidigungsministerin Hanna Maljar lieferte nun neue Informationen zu der Situation an der Front im Süden und Osten des Landes. Offenbar stoßen ukrainische Einheiten weiter vor, während russische Versuche, sie abzuwehren, fehlschlagen.
„Die Offensivoperationen in Melitopol, Bachmut und Berdjansk dauern an“, zitierte die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform Maljar. Die ukrainischen Soldaten würden sich jeden Meter in schweren Gefechten „krallen“ und Erfolge vorweisen. In denselben Gebieten würden die russischen Versuche zum Vorstoß ohne Erfolg bleiben, so die Vize-Verteidigungsministerin.
In der Gefechtsrichtung Rivnopol-Volodyne in Donezk seien die ukrainischen Truppen ebenfalls erfolgreich. Sie würden sich in eingenommenen Verteidigungslinien der Russen befestigen und ihnen „schwere Verluste“ zufügen. Außerdem neutralisiere das ukrainische Militär auch das „Offensivpotential“ der russischen Armee, indem es Ausrüstung, Kontrollpunkte, Lagerhäuser und Personal „zerstöre“. Die Vize-Ministerin zeigte sich siegesgewiss: „Wir werden den Feind in Saporischschja und Melitopol vernichten.“
Schwere Gefechte in Bachmut: Ukraine will „operationelle Initiative“ haben
Schließlich habe die ukrainische Armee die „operationelle Initiative“ in Bachmut ergriffen, während das russische Militär Gegenangriffe versuche, jedoch Verluste erleide und sich zurückziehe. „In Bachmut geht es wieder heiß her, es gibt schwere Zusammenstöße“, sagte Maljar laut Ukrinform.
Indes ziehe Russland alle verfügbaren Reserven zusammen, um die Stadt Bachmut, die nach mehreren Monaten blutiger Kämpfe besetzt wurde, zu verteidigen. „Der Feind setzt alle Reserven ein und hängt sich in Bachmut mit aller Kraft rein“, schilderte die stellvertretende Verteidigungsministerin. (bb)
Rubriklistenbild: © Alex Babenko/AP/dpa






