VonJekaterina Jaluninaschließen
Ukraine-Drohnen bescheren Russlands Armee hohe Verluste. Jetzt versucht die Marine, die Flotte auf der Krim zu verstecken. Das zeigen neue Satellitenbilder.
Noworossijsk – Diese Woche wurde beobachtet, wie ein erheblicher Teil der russischen Schwarzmeerflotte den Hafen von Noworossijsk verließ. Die genauen Gründe für die Verlegung der Schiffe aus dem als sicher geltenden Hafen, der weiter vom ukrainischen Territorium entfernt liegt, bleiben unklar. Open-Source-Geheimdienstanalysten berichten jedoch, dass viele Schiffe in der Nähe des Hafens geblieben sind. Laut Berichten konnten die Satellitenbilder nicht unabhängig bestätigt werden.
Angst vor Verlusten im Ukraine-Krieg: Russland will Schwarzmeerflotte verstecken
Der Open Source Intelligence (OSINT) Experte MT Anderson veröffentlichte am Donnerstag auf X Satellitenbilder, die darauf hinweisen, dass mehrere Schiffe etwa 2,4 Kilometer von den Marinepiers entfernt in der Bucht ankern. Anderson schrieb, dass dies nicht alle Bewegungen erkläre und es daher möglicherweise eine Mischung aus Streuung und Übungen sei. Unter den gesichteten Schiffen befinden sich zwei Rettungsschlepper, zwei Patrouillenschiffe und eine Fregatte der Admiral-Grigorowitsch- oder Krivak-Klasse. Sein OSINT-Kollege HI Sutton schloss sich dieser Einschätzung an und schrieb auf X, dass Russland Kriegsschiffe von den Liegeplätzen im Marinestützpunkt zu Positionen in der Bucht verlegt habe.
Satellitenbilder enthüllen Schiffskonvoi zur Krim
Zusätzlich zeigten Satellitenbilder am Donnerstag einen Konvoi aus acht Schiffen unbekannter Zusammensetzung auf dem Weg zur Krim. Die ukrainische Marine teilte mit, dass sich nur ein russisches Schiff im Schwarzen Meer, zehn Schiffe im Asowschen Meer und eines im Mittelmeer befinden. Sie stellten auch fest, dass russische Kriegsschiffe weiterhin durch die Straße von Kertsch zwischen dem Schwarzen Meer und dem Asowschen Meer verkehren. Sprecher der südukrainischen Freiwilligenarmee, Serhiy Bratchuk, berichtete, dass Russland einige U-Boote mit Marschflugkörpern zur Krim verlege, wie der Telegrammkanal Crimean Wind meldete.
Ukraine-Angriffe zwingen Schwarzmeerflotte zum Rückzug von Krim-Stützpunkten
Aufgrund zahlreicher und immer raffinierterer Langstreckenangriffe der Ukraine musste die Schwarzmeerflotte ihre traditionellen Stützpunkte auf der Krim weitgehend aufgeben. Trotz der fehlenden konventionellen Marine konnte die Ukraine wiederholt Erfolge gegen die russische Flotte erzielen. Zu den größten Verlusten gehören das Flaggschiff Moskwa, das U-Boot Rostow am Don und mehrere Landungsschiffe der Ropucha-Klasse. 2023 wurde auch das Hauptquartier der Flotte in Sewastopol bei einem Marschflugkörperangriff zerstört. (jek)
