Gratis schlechtes Gewissen

3 Getränke, die problematischer sind als wir dachten

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Müllermilch-Chef Theo Müller nennt Alice Weidel „eine Freundin“. Auch an anderen unserer Lieblingslebensmittel ist etwas faul.

Nicht alles, was du gerne isst oder trinkst, hat eine weiße Weste. Und nein, wir sprechen nicht von giftigen Produkten, die zum Beispiel den Stoff Bisphenol enthalten. Die Lebensmittel, die wir dir hier aufzählen, kannst du essen, ohne dass es dir davon körperlich schlecht geht. Du bekommst höchstens ein schlechtes Gewissen.

1. Müllermilch

Wenn du gerne Müllermilch trinkst, wird dich vielleicht interessieren, mit wem sich Theo Müller so trifft. Theo Müller ist Chef der gleichnamigen Unternehmensgruppe, zu der auch Müllermilch gehört. Mitte Oktober speiste er nach Berichten der Bild-Zeitung gemeinsam mit AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel, die gerne Aussagen tätigt, die etwas lost sind, in einem Nobelrestaurant in Cannes.

Müllermilch und Alice Weidel – das perfekte Match?

Dem Handelsblatt sagte Müller dann, das sei nicht das einzige Treffen mit Weidel gewesen und ein Weiteres fände Ende des Jahres statt. „Bei den Gesprächen mit Frau Dr. Weidel galt mein Interesse dem Programm der AfD sowie ihrer persönlichen Ansicht zur aktuellen Politik“, sagte er der Zeitung. Und in einem Interview mit der NZZ spricht er nun sogar davon, dass Weidel „eine Freundin“ sei, die er in der Schweiz öfter besuche.

Sowohl Müller als auch ein Sprecher von Weidel geben den Angaben zufolge jedoch an, dass Müllermilch keine Spenden an die Partei abgebe. Dass es viele Gründe gibt, die AfD kacke zu finden, hat Müller wohl trotzdem nicht kapiert (zur Erinnerung an dich: schau dir das Video oben an.)

2. Tyskie-Bier

Immer wieder rufen LGBTQIA+-Aktivist:innen zum Boykott des polnischen Biers Tyskie auf. Der Grund: Im Februar 2020 sponserte die Marke das Gala-Event „Mann des Jahres“. Auf dem Event wurde der Vorsitzende nationalistischen und rechtsradikalen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS), Jarosław Kaczynski, bereits vier Mal als Gewinner gekürt. Er setzt sich unter anderem für das Verbot von Christopher-Street-Days (CSDs) in Polen ein.

Tyskie reagierte 2020 auf die Kritik, wie es in der queeren Zeitschrift Siegessäule heißt. Der Konzern soll den linken Berliner Institutionen, Südblock und Möbel Olf, die den Protest unterstützten, einfach Gutscheine für Freigetränke geschenkt haben. Das habe den Aktivist:innen natürlich nicht gefallen. Erst nach massivem Widerstand habe Tyskie mitgeteilt: „Wir entschuldigen uns aufrichtig, wenn diese Verbindung als Unterstützung der Anti-LGBT-Bewegung in Polen empfunden wurde. Dies war nicht unsere Intention!“ 

3. True Fruits

Die Smoothie-Flaschen von True Fruits kennst du bestimmt aus dem Supermarkt. Sie sind aus Glas, weshalb man die Farbe des Smoothies jeweils durchsieht. Die schwarze Flasche der Sorte „Smoothie White“ gab True Fruits mehrmals den Anlass, rassistische Werbung zu machen. „Schafft es selten über die Grenze“ betitelte sie diese einmal, oder aber mit diesem Spruch:

Die Werbung kam in etwa so gut an, wie die Kinder mit BDSM-Bären von Balenciaga (also gar nicht). Auch Sexismus wird der Marke True Fruits vorgeworfen. Um den „Sun Creamie“ zu bewerben, zeigte sie den nackten Rücken einer Frau, darauf mit Sonnencreme ein ejakulierter Penis. Und der Slogan: „Sommer, wann feierst du endlich dein Cumback?“ Die Werbung mache sich über Opfer sexualisierter Gewalt lustig, so der Vorwurf.

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Rubriklistenbild: © IMAGO / Bernd Elmenthaler/ IMAGO / Fotostand/ Collage BuzzFeed News Deutschland

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