Leibarzt bescheinigt Trump exzellente Gesundheit – Bericht lässt aber viele Fragen offen
VonLisa Mahnke
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Das Weiße Haus berichtet von Trumps Untersuchung. Doch die Häufigkeit der Checks wirft Fragen auf. Spekulationen über seine Gesundheit halten an.
Washington, D.C. – US-Präsident Donald Trump ist nach Angaben seines Arztes in „ausgezeichneter“ gesundheitlicher Verfassung. Das teilte das Weiße Haus am Freitagabend (Ortszeit) nach einer umfassenden Untersuchung mit. Zuvor war die Gerüchteküche um die Gesundheit des bei Amtsantritt ältesten US-Präsidenten der Geschichte hochgekocht.
Trumps Leibarzt Sean Barbabella schrieb in einem offiziellen Bericht, das Herz des Präsidenten arbeite deutlich jünger, als sein Alter vermuten lasse. Trump habe das Herz und Gefäßsystem eines 65-Jährigen, ganze 14 Jahre jünger als das eigentliche Alter des Republikaners (79 Jahre). Trotz seines hohen Arbeitspensums könne Trump „ohne Einschränkungen einen anspruchsvollen Tagesablauf einhalten“.
US-Präsident Trump beim zweiten Gesundheitscheck innerhalb weniger Monate
Der Termin galt laut dem Weißen Haus als „jährliche“ Routineuntersuchung. In den USA ist es ein ungeschriebenes Gesetz, dass Präsidenten regelmäßig öffentlich über ihren Gesundheitszustand berichten. Auffällig ist jedoch, dass Trump bereits im April einem vergleichbaren Check unterzogen worden war.
Nach Angaben von Barbabella wurden diesmal erneut Standardtests durchgeführt. Der 79-Jährige habe außerdem eine Corona- und Grippeimpfung erhalten. Trump selbst hatte schon vor der Untersuchung keinen Zweifel an seiner Fitness gelassen. Er sei in „großartiger Verfassung“, sagte der Präsident am Donnerstag. „Ich habe keine Schwierigkeiten.“ Ihm gehe es sowohl körperlich als auch psychisch gut. Trump selbst sprach von einer „halbjährlichen Untersuchung“.
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Wachsende Spekulationen vor Trumps Check-up: Gesundheitsbericht soll womöglich Gerüchteküche stillen
Bereits im Sommer hatte der Republikaner erklärt, sich besser zu fühlen als viele Jüngere. Der jüngste Check passierte vor dem Hintergrund wachsender Spekulationen über Trumps Gesundheitszustand. Geschwollene Knöchel und blaue Flecken auf der Hand, die zum Teil mit Make-up kaschiert wurden, regten die Gerüchteküche an. Dazu kamen Auftritte, bei denen der US-Präsident müde oder verwirrt wirkte.
Das Weiße Haus wies die Gerüchte zurück. Die blauen Flecken stünden laut dem Weißen Haus im Zusammenhang mit Aspirin, das Trump im Rahmen einer „routinemäßigen“ Behandlung für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung einnehme. Trump leide an einer chronischen Venenschwäche, die „gutartig und häufig, insbesondere bei Menschen über 70 Jahren“ sei, erklärte Sprecherin Karoline Leavitt bereits im Juli. Es gebe „keine Hinweise auf eine tiefe Venenthrombose oder arterielle Erkrankungen“.
Der Arztbericht bescheinigte nun eine „normale Herzstruktur und -funktion, keine Anzeichen von Herzinsuffizienz, Nierenfunktionsstörungen oder systemischen Erkrankungen“. Trumps vorherige Gesundheitsberichte enthielten in der Regel nur wenige Details und waren eher schmeichelhaft.
Mediziner ordnet ein: Trumps Gesundheitsbericht erneut wenig aussagekräftig
Auch der aktuelle Gesundheitsbericht lässt viele Fragen offen. Laut dem Mediziner Dr. Jonathan Reiner gegenüber CNN handelt es sich bei dem KI-Tool zur Feststellung des Herzensalters um kein klinisch genutztes Instrument. Die genauen Werte zu Cholesterol, Blutdruck und mehr seien deutlich aussagekräftiger. Die „stabilen“, also gleichbleibenden Werte, bedeuteten zudem nicht zwangsweise, dass diese sich auch in einem gesunden Rahmen befänden.
Im Zuge des jüngsten Checks erinnerte Trump an eine frühere geistige Leistungsprüfung. Vor sechs Monaten habe er, anders als frühere Amtsinhaber, einen kognitiven Test absolviert und dabei ein „perfektes Ergebnis“ erzielt. Über seinen Vorgänger Joe Biden (Demokrat, 82 Jahre) sagte er: „Er hätte noch nicht mal die ersten drei Fragen beantworten können.“
Der Republikaner Trump hatte Bidens Gesundheit im US-Wahlkampf zu einem der Hauptthemen gemacht und sich als vitalen Gegenentwurf präsentiert. Wegen des Drucks zog sich Biden schließlich aus dem Wahlkampf zurück und schickte stattdessen die Demokratin Kamala Harris ins Rennen. (Quellen: AFP, dpa, CNN, eigene Recherche) (lismah)