Ermittlungen laufen

BND-Erkenntnisse nach DHL-Flugzeugabsturz: Keine Hinweise auf russische Sabotage

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In Litauen kam es zu einem Flugzeugabsturz. Der Vorwurf russischer Sabotage steht im Raum. Der BND habe dafür keine Hinweise – die Ermittlungen laufen.

Update vom 27. November, 19.33 Uhr: Nach Angaben des Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes (BND), Bruno Kahl, habe der BND keine belastbaren Erkenntnisse, dass russische Sabotage hinter dem Absturz des DHL-Frachtflugzeugs am Montag in Litauen gesteckt haben könnte. „Bisher haben wir keine konkreten Hinweise, dass sich etwas in diese Richtung ereignet haben könnte“, sagte Kahl im ARD-„Interview der Woche“. Aus dem Interview wurden am Mittwoch Auszüge vorab veröffentlicht.

Dennoch halte auch Kahl den Verdacht auf russische Sabotage für naheliegend. Über Russlands Präsident Wladimir Putin sagte der BND-Chef: „Er möchte unsere Gesellschaft durcheinanderbringen. Er möchte Zweifel und Angst säen und möchte natürlich auch die Politik dazu bringen, dass sie die Unterstützung für die Ukraine zurückfährt.“ Dabei habe der BND generell „Hinweise, dass die kritischen Infrastrukturen ausgespäht werden“. Der BND-Präsident sprach auch von „Vorbereitungshandlungen geben, die im Fall des Falles dann auch zu Schadensaktionen führen könnten“.

DHL-Flugzeugabsturz: Weiterhin Unklarheit über Ursache – Verdacht der russischen Sabotage

Update vom 26. November, 14.07 Uhr: Weiterhin ist unklar, was die Ursache für den Absturz des DHL-Flugzeugs in Litauen war. Nun hat der litauische Präsident Gitanas Nausėda erklärt, dass aufgrund des destruktiven Verhaltens Russlands der Verdacht auf Sabotage aufkommen könnte. Er betonte jedoch, dass es zu früh sei, über die Ursachen des Flugzeugabsturzes über Vilnius zu spekulieren.

„Ich wiederhole es noch einmal: Natürlich besteht die Möglichkeit, dass es sich um Sabotage handelt, und das kann nicht ausgeschlossen werden. Daher wird dies gründlich untersucht“, sagte Nauseda laut European Prawda. „Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass angesichts der Handlungen und destruktiven Verhaltens Russlands fast jede Flugzeugkatastrophe nun durch die Linse einer möglichen Beteiligung des russischen Geheimdienstes untersucht wird.“

Ursache für DHL-Flugzeugabsturz: Verdacht auf Sabotage bleibt

Update vom 26. November, 10.35 Uhr: Was führte zum Absturz des DHL-Flugzeugs in Litauen? Gegenwärtig gibt es mehrere Ansätze, die untersucht werden. Auch Sabotage wird aktuell nicht ausgeschlossen. Mehrere Politiker äußerten sich bereits zu dem Verdacht, dass mutmaßlich auch Russland als Drahtzieher hinter dem Absturz stecken könnte. Allerdings ist es nach Angaben der Ermittler noch viel zu früh für stichhaltige Aussagen über die Absturzursache.

Während der Ermittlungen zur Ursache des DHL-Flugzeugabsturzes in Litauen soll über der Absturzstelle auch ein Flugzeug der polnischen Flugsicherung gekreist haben. Auf Nachfrage des Tagesspiegels hieß es, die Behörde überprüfe regelmäßig unterschiedliche Anflugsysteme. Vor dem Hintergrund des Absturzes habe die litauische Seite darum gebeten, die sogenannten ILS-Systeme vorrangig zu prüfen. Indes hat der Betreiber des Flughafens Vilnius die Start- und Landebahn für eine Stunde gesperrt, um mit der Hilfe von Drohnen das Gebiet zu filmen.

Spekulationen über Ursache von Flugzeugabsturz in Litauen: Staatspräsident schließt Sabotage nicht aus

Update vom 26. November, 9.48 Uhr: Die Ursache des DHL-Flugzeugabsturzes in Litauen ist weiter unklar. Litauens Staatspräsident Gitanas Nauseda hat nun dazu aufgerufen, von allzu großen Spekulationen über den Vorfall in Vilnius abzusehen. Die Vermutung eines möglichen Sabotageakts dürfe nicht überbetont, aber auch nicht heruntergespielt werden. Gleichzeitig könne man eine solche Version nicht ausschließen, sagte Nauseda am Morgen im litauischen Radio.

Bislang ist die Ursache des DHL-FLugzeugabsturzes in Litauen unklar. Baerbock und Scholz bringen Russland als Urheber ins Spiel.

„Ich wiederhole es noch einmal: Natürlich besteht die Möglichkeit einer Sabotage, wir können sie nicht ausschließen. Daher wird dies mit aller Ernsthaftigkeit ermittelt“, sagte der litauische Präsident, der sich selbst auch bereits ein Bild von der Unglücksstelle gemacht hat. Allerdings gebe es bisher nicht ausreichend Informationen, um eine Ursache für den DHL-Flugzeugabsturz in Litauen zu sprechen.

Scholz über Ursache von DHL-Flugzeugabsturz und Verwicklung Russlands: „Könnte so sein“

Update vom 26. November, 8.15 Uhr: Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) reagierte auf den DHL-Flugzeugabsturz in Litauen. Gegenüber dem ZDF-heute journal sagte er auf die Frage, ob Russland hinter dem Absturz stecke: „Wir gucken uns das genau an, wir können das gegenwärtig nicht sagen“. Er fügte hinzu: „Es könnte so sein.“

Formen sogenannter hybrider Kriegsführung seien gegenwärtig auch in Deutschland festzustellen. „Deshalb muss das auch genau untersucht werden.“ Es werde aber erst dann ein Schuldiger benannt, wenn dies auch nachvollziehbar zu beweisen sei.

Baerbock verlangt Aufklärung nach Flugzeugabsturz in Litauen

Update vom 26. November, 7.08 Uhr: Nach dem Flugzeugabsturz in Litauen hat sich Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) zu Wort gemeldet und volle Aufklärung verlangt. Die Behörden beider Länder ermittelten derzeit „in alle Richtungen“, so die Politikerin. Baerbock schloss neben einem technischen Unglück auch die Möglichkeit eines absichtlich herbeigeführten Absturzes nicht aus. Zugleich sagte sie aber, dass alle Möglichkeiten geprüft werden müssen.

In Europa habe es in jüngster Zeit mehrfach „hybride Angriffe“ auf einzelne Personen oder Infrastruktur gesehen, sagte Baerbock in ihrer Stellungnahme nach dem DHL-Flugzeugabsturz in Litauen. Deshalb sei der Schutz von kritischer Infrastruktur jetzt besonders wichtig. Baerbock erhob nach dem Absturz keine direkten Vorwürfe gegen einzelne Personen oder Staaten. Mit Blick auf Kremlchef Wladimir Putin fügte sie jedoch hinzu: „Der russische Präsident wird uns nicht den Gefallen tun, dass er Rücksicht nimmt, dass jetzt Weihnachten vor der Tür steht oder gar in Deutschland die Bundestagswahl.“

Suche nach Ursache von DHL-Flugzeugabsturz in Litauen: Ermittlungen laufen

Erstmeldung: Vilnius – Ein in Leipzig gestartetes Frachtflugzeug im Auftrag des Postdienstleisters DHL ist am Montagmorgen in der Nähe des Flughafens der litauischen Hauptstadt Vilnius abgestürzt. Mindestens eine Person kam bei dem Vorfall ums Leben, weitere wurden verletzt. Die Ursache für den DHL-Flugzeugabsturz in Litauen ist bislang unklar. Gegenwärtig laufen vor Ort die Ermittlungsarbeiten. Vermutet wird nach jetzigen Ermittlungsstand „höchstwahrscheinlich“ ein technischer Fehler oder menschliches Versagen. Das sagte der litauische Polizeichefs Arunas Paulauskas. Allerdings: Zugleich konnte er aber auch einen Terroranschlag nicht ausschließen.

Diese 25 tragischen Flugzeug-Unglücke der Geschichte mahnen

Flugzeugabsturz in Trudering (11. August 1987): Ein Kleinflugzeug  stürzte in ein Wohngebiet im Münchner Stadtteil Trudering. Die drei Insassen des Flugzeugs kamen sofort ums Leben, ebenso drei Menschen am Boden. Die Maschine stürzte auf ein McDonald‘s-Restaurant an der Wasserburger Landstraße. Die Ursache war ein unkontrollierter Strömungsabriss, der durch einen simulierten Triebwerksausfall während eines Checkflugs ausgelöst wurde.
Flugzeugabsturz in Trudering (11. August 1987): Ein Kleinflugzeug stürzte in ein Wohngebiet im Münchner Stadtteil Trudering. Die drei Insassen des Flugzeugs kamen sofort ums Leben, ebenso drei Menschen am Boden, später starben drei weitere. Die Maschine crashte ein McDonald‘s-Restaurant an der Wasserburger Landstraße. Die Ursache war ein unkontrollierter Strömungsabriss, der durch einen simulierten Triebwerksausfall während eines Checkflugs ausgelöst wurde. © IMAGO / WEREK
Flugzeugkollision über Überlingen (1. Juli 2002, Überlingen, Deutschland): Eine Tupolew Tu-154 der Bashkirian Airlines kollidierte mit einer Boeing 757 der DHL über dem Bodensee. Die Kollision wurde durch fehlerhafte Anweisungen der Flugsicherung und Missverständnisse in der Cockpitkommunikation verursacht. Alle 71 Insassen beider Flugzeuge kamen ums Leben.
Flugzeugkollision über Überlingen (1. Juli 2002, Überlingen, Deutschland): Eine Tupolew Tu-154 der Bashkirian Airlines kollidierte mit einer Boeing 757 der DHL über dem Bodensee. Die Kollision wurde durch fehlerhafte Anweisungen der Flugsicherung und Missverständnisse in der Cockpitkommunikation verursacht. Alle 71 Insassen beider Flugzeuge kamen ums Leben. © Rolf Haid/dpa
Lufthansa-Flug 540 (20. November 1974, Nairobi, Kenia): Eine Boeing 747 stürzte kurz nach dem Start vom Flughafen Nairobi ab. Die Ursache war ein technisches Problem mit den Auftriebshilfen (Vorflügel), das zu einem Strömungsabriss führte. Von den 157 Personen an Bord starben 59, während 98 überlebten.
Lufthansa-Flug 540 (20. November 1974, Nairobi, Kenia): Eine Boeing 747 stürzte kurz nach dem Start vom Flughafen Nairobi ab. Die Ursache war ein technisches Problem mit den Auftriebshilfen (Vorflügel), das zu einem Strömungsabriss führte. Von den 157 Personen an Bord starben 59, während 98 überlebten. © picture-alliance / dpa/dpaweb | UPI
Flug Atlasjet 4203 (30. November 2007, Isparta, Türkei): Eine McDonnell Douglas MD-83 stürzte während des Landeanflugs nahe der Stadt Isparta ab. Die Ursache war ein Navigationsfehler, der die Maschine abseits der vorgesehenen Flugroute in bergiges Gelände führte. Alle 57 Insassen, darunter Passagiere und Besatzung, kamen bei dem Unfall ums Leben.
Flug Atlasjet 4203 (30. November 2007, Isparta, Türkei): Eine McDonnell Douglas MD-83 stürzte während des Landeanflugs nahe der Stadt Isparta ab. Die Ursache war ein Navigationsfehler, der die Maschine abseits der vorgesehenen Flugroute in bergiges Gelände führte. Alle 57 Insassen, darunter Passagiere und Besatzung, kamen bei dem Unfall ums Leben. © IMAGO / ABC Medya
Flug Pan Am 1736 und KLM 4805 (27. März 1977, Teneriffa): Zwei Boeing 747 kollidierten auf der Startbahn. Ein Kommunikations-Missverständnis und dichter Nebel führten zur Katastrophe. 583 Menschen starben, 61 überlebten.
Flug Pan Am 1736 und KLM 4805 (27. März 1977, Teneriffa): Zwei Boeing 747 kollidierten auf der Startbahn. Ein Kommunikations-Missverständnis und dichter Nebel führten zur Katastrophe. 583 Menschen starben, 61 überlebten. © IMAGO/Peter Dunne
Flug British European Airways 609 (6. Februar 1958, München): Eine Airspeed Ambassador stürzte beim dritten Startversuch auf dem verschneiten Flughafen München-Riem ab. Die Ursache war eine Vereisung der Tragflächen, die zum Strömungsabriss führte. 23 der 44 Insassen starben, darunter Spieler des Fußballclubs Manchester United.
Flug British European Airways 609 (6. Februar 1958, München): Eine Airspeed Ambassador stürzte beim dritten Startversuch auf dem verschneiten Flughafen München-Riem ab. Die Ursache war eine Vereisung der Tragflächen, die zum Strömungsabriss führte. 23 der 44 Insassen starben, darunter Spieler des Fußballclubs Manchester United. © IMAGO/Horace Tonge
Flug American Airlines 191 (25. Mai 1979, Chicago, USA): Eine McDonnell Douglas DC-10 verlor ein Triebwerk beim Start. Ein Wartungsfehler führte zum Absturz. Alle 271 Insassen und 2 am Boden starben.
Flug American Airlines 191 (25. Mai 1979, Chicago, USA): Eine McDonnell Douglas DC-10 verlor ein Triebwerk beim Start. Ein Wartungsfehler führte zum Absturz. Alle 271 Insassen und 2 am Boden starben. © Michael Laughlin via www.imago-images.de
Flug Air India 182 (23. Juni 1985, Atlantik nahe Irland): Eine Boeing 747 explodierte in der Luft aufgrund einer Bombe. Die Bombe wurde von Sikh-Extremisten platziert. Alle 329 Insassen kamen ums Leben.
Flug Air India 182 (23. Juni 1985, Atlantik nahe Irland): Eine Boeing 747 explodierte in der Luft aufgrund einer Bombe. Die Bombe wurde von Sikh-Extremisten platziert. Alle 329 Insassen kamen ums Leben. © IMAGO / ZUMA Press Wire
Flug Delta Air Lines 191 (2. August 1985, Dallas, USA): Eine Lockheed L-1011 stürzte aufgrund von Windscherung ab. Unwetterbedingungen wurden als Ursache identifiziert. 137 Menschen starben, 28 überlebten. (Symbolfoto)
Flug Delta Air Lines 191 (2. August 1985, Dallas, USA): Eine Lockheed L-1011 stürzte aufgrund von Windscherung ab. Unwetterbedingungen wurden als Ursache identifiziert. 137 Menschen starben, 28 überlebten. (Symbolfoto) © Silas Stein/dpa
Flug Japan Airlines 123 (12. August 1985, Gunma, Japan): Eine Boeing 747 stürzte nach einem strukturellen Versagen ab. Ein fehlerhaft reparierter Druckschott führte zum Unfall. 520 Menschen starben, 4 überlebten. Auf dem Foto ist das hintere Druckschott zu sehen.
Flug Japan Airlines 123 (12. August 1985, Gunma, Japan): Eine Boeing 747 stürzte nach einem strukturellen Versagen ab. Ein fehlerhaft reparierter Druckschott führte zum Unfall. 520 Menschen starben, 4 überlebten. Auf dem Foto ist das hintere Druckschott zu sehen. © IMAGO / ZUMA Press Wire
Flug Pan Am 103 (21. Dezember 1988, Lockerbie, Schottland): Eine Boeing 747 wurde durch eine Bombe zerstört. Libysche Terroristen waren verantwortlich. 270 Menschen starben, darunter 11 am Boden.
Flug Pan Am 103 (21. Dezember 1988, Lockerbie, Schottland): Eine Boeing 747 wurde durch eine Bombe zerstört. Libysche Terroristen waren verantwortlich. 270 Menschen starben, darunter 11 am Boden. © Crown_Office/dpa
Flug Avianca 52 (25. Januar 1990, Cove Neck, USA): Eine Boeing 707 stürzte nach Treibstoffmangel ab. Kommunikationsprobleme und schlechtes Wetter führten dazu. 73 Menschen starben, 85 überlebten. (Symbolfoto)
Flug Avianca 52 (25. Januar 1990, Cove Neck, USA): Eine Boeing 707 stürzte nach Treibstoffmangel ab. Kommunikationsprobleme und schlechtes Wetter führten dazu. 73 Menschen starben, 85 überlebten. (Symbolfoto) © IMAGO/Artur Widak
Flug Lauda Air 004 (26. Mai 1991, Suphanburi, Thailand): Eine Boeing 767 stürzte nach einem Triebwerksumkehrfehler ab. Ein technischer Defekt führte zum Absturz. Alle 223 Insassen starben.
Flug Lauda Air 004 (26. Mai 1991, Suphanburi, Thailand): Eine Boeing 767 stürzte nach einem Triebwerksumkehrfehler ab. Ein technischer Defekt führte zum Absturz. Alle 223 Insassen starben. © dpa
Flug China Airlines 611 (25. Mai 2002, Taiwanstraße): Eine Boeing 747 zerbrach in der Luft aufgrund von Material-Ermüdung. Ein früherer Schaden war nicht richtig repariert worden. Alle 225 Insassen kamen ums Leben.
Flug China Airlines 611 (25. Mai 2002, Taiwanstraße): Eine Boeing 747 zerbrach in der Luft aufgrund von Material-Ermüdung. Ein früherer Schaden war nicht richtig repariert worden. Alle 225 Insassen kamen ums Leben. © IMAGO/Dustin Shum
Flug Air France 447 (1. Juni 2009, Atlantik): Ein Airbus A330 stürzte nach einem Strömungsabriss ab. Vereiste Sensoren und Pilotenfehler waren die Ursachen. Alle 228 Insassen starben.
Flug Air France 447 (1. Juni 2009, Atlantik): Ein Airbus A330 stürzte nach einem Strömungsabriss ab. Vereiste Sensoren und Pilotenfehler waren die Ursachen. Alle 228 Insassen starben. © epa efe/dpa
Flug Turkish Airlines 1951 (25. Februar 2009, Amsterdam, Niederlande): Eine Boeing 737 stürzte beim Landeanflug ab. Ein defekter Höhenmesser führte zu einem Strömungsabriss. 9 Menschen starben, 120 überlebten.
Flug Turkish Airlines 1951 (25. Februar 2009, Amsterdam, Niederlande): Eine Boeing 737 stürzte beim Landeanflug ab. Ein defekter Höhenmesser führte zu einem Strömungsabriss. 9 Menschen starben, 120 überlebten. © epa anp Van Beek/dpa
Flug Air India Express 812 (22. Mai 2010, Mangalore, Indien): Eine Boeing 737 überschoss die Landebahn. Pilotenfehler und schlechte Wetterbedingungen führten zum Unfall. 158 Menschen starben, 8 überlebten.
Flug Air India Express 812 (22. Mai 2010, Mangalore, Indien): Eine Boeing 737 schoss über die Landebahn. Pilotenfehler und schlechte Wetterbedingungen führten zum Unfall. 158 Menschen starben, 8 überlebten. © Jagadeesh Nv/dpa
Flug Malaysia Airlines 370 (8. März 2014, Südchinesisches Meer): Ein Boeing 777 verschwand spurlos. Die Ursache bleibt unbekannt, aber Entführung oder technisches Versagen werden vermutet. Alle 239 Insassen gelten als tot.
Flug Malaysia Airlines 370 (8. März 2014, Südchinesisches Meer): Ein Boeing 777 verschwand spurlos. Die Ursache bleibt unbekannt, aber Entführung oder technisches Versagen werden vermutet. Alle 239 Insassen gelten als tot. © Azhar Rahim/dpa
Flug Malaysia Airlines 17 (17. Juli 2014, Ukraine): Eine Boeing 777 wurde durch eine Boden-Luft-Rakete abgeschossen. Die Rakete wurde von pro-russischen Separatisten abgefeuert. Alle 298 Insassen starben.
Flug Malaysia Airlines 17 (17. Juli 2014, Ukraine): Eine Boeing 777 wurde durch eine Boden-Luft-Rakete abgeschossen. Die Rakete wurde von pro-russischen Separatisten abgefeuert. Alle 298 Insassen starben. © Lloyd Jones/dpa
Flug Germanwings 9525 (24. März 2015, Französische Alpen): Ein Airbus A320 wurde absichtlich vom Co-Piloten Andreas Lubitz zum Absturz gebracht. Alle 150 Insassen starben.
Flug Germanwings 9525 (24. März 2015, Französische Alpen): Ein Airbus A320 wurde absichtlich vom Co-Piloten Andreas Lubitz zum Absturz gebracht. Alle 150 Insassen starben. © Guillaume Horcajuelo/dpa
Flug Metrojet 9268 (31. Oktober 2015, Sinai, Ägypten): Ein Airbus A321 explodierte in der Luft durch eine Bombe. Die Bombe wurde von IS-Terroristen platziert. Alle 224 Insassen starben.
Flug Metrojet 9268 (31. Oktober 2015, Sinai, Ägypten): Ein Airbus A321 explodierte in der Luft durch eine Bombe. Die Bombe wurde von IS-Terroristen platziert. Alle 224 Insassen starben. © Marina Lystseva/dpa
Flug Lion Air 610 (29. Oktober 2018, Java-Meer): Eine Boeing 737 MAX stürzte kurz nach dem Start ab. Ein fehlerhaftes Steuerungssystem (MCAS) war die Ursache. Alle 189 Insassen kamen ums Leben.
Flug Lion Air 610 (29. Oktober 2018, Java-Meer): Eine Boeing 737 MAX stürzte kurz nach dem Start ab. Ein fehlerhaftes Steuerungssystem (MCAS) war die Ursache. Alle 189 Insassen kamen ums Leben. © Agung Kuncahya/dpa
Flug Ethiopian Airlines 302 (10. März 2019, Bishoftu, Äthiopien): Eine Boeing 737 MAX stürzte kurz nach dem Start ab. Das MCAS-System war fehlerhaft. Alle 157 Insassen starben.
Flug Ethiopian Airlines 302 (10. März 2019, Bishoftu, Äthiopien): Eine Boeing 737 MAX stürzte kurz nach dem Start ab. Die Flugsteuerungssoftware (MCAS-System) war fehlerhaft. Alle 157 Insassen starben. © Mulugeta Ayene/dpa
Flug Ukraine International Airlines 752 (8. Januar 2020, Teheran, Iran): Eine Boeing 737 wurde versehentlich von einer iranischen Rakete abgeschossen. Die Rakete wurde während erhöhter Spannungen mit den USA abgefeuert. Alle 176 Insassen starben.
Flug Ukraine International Airlines 752 (8. Januar 2020, Teheran, Iran): Eine Boeing 737 wurde versehentlich von einer iranischen Rakete abgeschossen. Die Rakete wurde während erhöhter Spannungen mit den USA abgefeuert. Alle 176 Insassen starben. © IMAGO/Creative Touch Imaging Ltd
Flug Sriwijaya Air 182 (9. Januar 2021, Java-Meer): Eine Boeing 737 stürzte kurz nach dem Start ab. Technische Probleme und Pilotenfehler wurden vermutet. Alle 62 Insassen starben.
Flug Sriwijaya Air 182 (9. Januar 2021, Java-Meer): Eine Boeing 737 stürzte kurz nach dem Start ab. Technische Probleme und Pilotenfehler wurden vermutet. Alle 62 Insassen starben. © Susanto / Opn Images via www.imago-images.de

Nach Flugzeugabsturz in Litauen: Suche nach Ursache läuft – Sabotage nicht ausgeschlossen

Die Suche nach der Ursache für den DHL-Flugzeugabsturz in Litauen wird nach Einschätzung von Paulauskas einige Zeit beanspruchen. Die Besichtigung des Tatorts, die Beweisaufnahme und die Sammlung von Informationen und Objekten könne eine ganze Woche dauern. „Diese Antworten werden nicht so schnell kommen“, sagte der Polizeichef auf einer Pressekonferenz. Angesprochen auf die Möglichkeit eines Terroranschlags sagte er: „Dies ist eine der Versionen des Absturzes, die untersucht und überprüft werden müssen. Es liegt noch viel Arbeit vor uns.“

Alle Mutmaßungen über die Ursache des Flugzeugabsturzes sind gegenwärtig spekulativ, allerdings stand der Abflugflughafen des Frachtflugzeuges im Zentrum einer Warnung des Bundeskriminalamtes: Ende August war bekannt geworden, dass deutsche Sicherheitsbehörden vor „unkonventionellen Brandsätzen“ warnen, die von Unbekannten über Frachtdienstleister verschickt werden. Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) und das Bundeskriminalamt (BKA) verschickten seinerzeit einen entsprechenden Warnhinweis an Unternehmen aus der Luftfahrt- und Logistikbranche. Im vergangenen Juli hatte ein aus dem Baltikum verschicktes Paket im Leipziger Logistikzentrum einen Brandsatz enthalten und Feuer gefangen.

Brandanschlag auf DHL in Leipzig: Ermittlungen wegen Sabotage – Verbindung nach Russland?

Der Brand in Leipzig konnte damals schnell gelöscht werden, doch aufgrund ähnlicher Vorfälle in Großbritannien und Polen kam der Verdacht auf, dass alles miteinander zusammenhängen könnte. Auch über eine Verbindung zu russischen Geheimdiensten wurde spekuliert. In der Folge kam es zu Festnahmen. Das ARD-Hauptstadtstudio und der SWR hatten damals Informationen vorliegen, die die Dringlichkeit der Ermittlungen nahelegten. Die Vorfälle sollen zudem „mit besonderer Bedeutung für die Innere Sicherheit“ in Deutschland gewesen und entsprechend bearbeitet worden sein.

Offizielle Bestätigungen gab es zunächst nicht. Mitte Oktober war dann klar: In dem Fall ermittelt die Bundesanwaltschaft. Ein Sprecher der Karlsruher Behörde sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): „Die Bundesanwaltschaft führt Ermittlungen zu Paketsendungen, die im Juli während ihres Transports über das DHL-Frachtzentrum in Leipzig in Brand geraten sind.“ Der Generalbundesanwalt wird unter anderem aktiv, wenn sich Straftaten gegen die Bundesrepublik richten. In Sicherheitskreisen wird davon ausgegangen, dass der Vorfall im Zusammenhang mit russischer Sabotage steht.

Ursache von Flugzeugabsturz in Litauen laufen: Ermittlungen laufen – Terror nicht ausgeschlossen

Das Wall Street Journal berichtete Anfang des Monats unter Berufung auf europäische Sicherheitskreise, die Brände seien durch manipulierte Massagegeräte ausgelöst worden. Zudem sollen die Behörden davon ausgehen, dass die bisherigen Paketsendungen nur Testläufe waren. Der Kreml unter Präsident Wladimir Putin wies den Bericht zurück. Sollten sich der Verdacht auf eine Sabotageaktion allerdings bestätigen, würden die Fälle zu einem Muster passen, auf das die Politik in Russland in den vergangenen Monaten immer wieder zurückgreift. Wie die Tagesschau schreibt, setzen russische Geheimdienste verstärkt auf sogenannte „Low Level Agents“, die im Auftrag des Kremls ohne geheimdienstlichen Hintergrund oder eine entsprechende Ausbildung mutmaßlich gegen Bezahlung Sabotageaktionen durchführen.

Für Russland hat dieses Vorgehen zweierlei Vorteile: Ohne großen Aufwand gelingt es den russischen Geheimdiensten, Verunsicherung in der Bevölkerung zu schüren. Und zudem kann die Führung in Russland leugnen, für die Anschläge verantwortlich zu sein. Ob es im Fall des nun abgestürzten DHL-Flugzeugs in Litauen eine Sabotageaktion gab, ist völlig unklar. Aufgrund der Überschneidungen zu dem früheren Vorfall ist es allerdings nicht ausgeschlossen, dass die Theorie über einen Terroranschlag bei den Ermittlungsarbeiten in Litauen mutmaßlich eine größere Rolle einnehmen wird. (fbu)

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