Söderkraten

8 Namen, die uns erwarten, wenn andere Parteien einen auf Sahra Wagenknecht machen

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Die Linkenpolitikerin gründet das „Bündnis Sahra Wagenknecht“ (BSW) und bereitet damit einer neuen Partei den Weg. Drin ist wohl, was draufsteht.

„Bündnis Sahra Wagenknecht – Für Vernunft und Gerechtigkeit“ (BSW): So heißt vorübergehend das neue Projekt, das die Linken-Politikerin am Montag, 23. Oktober 2023, in Berlin vorstellt. Zunächst ist es als Verein organisiert, dient aber wohl zur Vorbereitung einer eigenen Partei. Damit vollzieht Wagenknecht, die gemeinsame Sache mit Alice Schwarzer machte, den Bruch mit ihrer bisherigen Partei „Die Linke“. Deren Spitze will gegen die Beteiligten des Vereins Parteiausschlussverfahren einleiten. Gegen Wagenknecht selbst läuft ein solches bereits.

Politikerin Sahra Wagenknecht während der Pressekonferenz zur Gründung des Vereins „Bündnis Sahra Wagenknecht – Für Vernunft und Gerechtigkeit“. (Collage)

Mehr zum Thema: Wagenknechts Friedensdemo in Berlin – „es waren Millionen, mindestens“

Bündnis Sahra Wagenknecht: Wenn andere Parteinamen so ehrlich wären

„Wir haben uns zur Gründung einer neuen Partei entschieden“, sagt die 54-Jährige am Montag (23. Oktober) in Berlin. Sie sei überzeugt, so wie es im Land laufe, dürfe es nicht weitergehen. In einer schriftlichen Erklärung des Bündnisses BSW, das laut Name auch für „Vernunft und Gerechtigkeit“ einsteht, heißt es, in Deutschland werde seit Jahren „an den Wünschen der Mehrheit vorbei regiert“. Statt Leistung zu belohnen, werde von den Fleißigen zu den oberen Zehntausend umverteilt, steht dort.

Laut einer Insa-Umfrage für Bild am Sonntag würden einer Wagenknecht-Partei rund 27 Prozent der Befragten offen gegenüberstehen. Vielleicht ist deswegen auch der Name Programm: „Bündnis Sahra Wagenknecht“ (BSW). Bei dem hat sich die Linken-Politikerin nicht wirklich kreativ verausgabt. Er soll nur eine „Übergangslösung“ sein, sagt Wagenknecht bei der Pressekonferenz.

Zum Glück? BuzzFeed News Deutschland von Ippen.Media zeigt, wie es aussehen könnte, wenn auch andere Parteinamen so exakt das abbilden, was man bekommt, wenn man sie wählt.

1. Die Scholzomaten

„Das generische Doppelmaskulin“, spottete ein Youtube-User: Olaf Scholz passiert immer wieder der gleiche Fehler beim Gendern.

Passt perfekt: Nicht nur, weil der Bundeskanzler Olaf Scholz immer wieder über geschlechtsneutrale Sprache stolpert (wie die Heute Show zeigt) und damit seinem von der Presse verliehenen Spitznamen „Scholz-O-Mat“ eine neue Dimension gibt. Auch weil die SPD eher mechanisch Koalitionen eingeht und „einfach mal guckt“, was passiert, sind die Politiker eher Scholzomaten als Sozialdemokraten.

2. Die Dagegen-Partei

Friedrich Merz, CDU-Bundesvorsitzender und Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Fraktion, spricht auf dem 75. Deutschlandtag der Jungen Union.

In der Opposition macht sich die CDU (gemeinsam mit der CSU als Union) richtig gut. Diese neun Schlagzeilen zeigen, dass die Union ihre Rolle als Ampel-Gegner so richtig übertreibt. CDU-Chef Friedrich Merz bedient sich hin und wieder sogar Aussagen, die auch von AfD-Politikern kommen könnten. Kein Wunder, dass manche Personen beim neuen CDU-Logo zweimal hingucken müssen.

3. Die Söderkraten

Markus Söder (CSU) hat im Jahr 2022 rund 179.000 Euro für freie Fotografen ausgegeben. Sieht man.

Dieser Parteiname braucht keine Erklärung. Sondern nur diese 17 Bilder, die zeigen, wie sich der CSU-Chef Markus Söder als Topmodel in den Vordergrund spielt.

4. Die Nicht-Mehr-So-Grünen

Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) ist Klimaschutz- und Wirtschaftsminister. Eine schwierige Doppelrolle?

In der Regierung finden sich die Grünen in einer neuen Rolle und gehen in der Koalition mit SPD und FDP immer wieder Kompromisse ein. Manche Aktionen von Habeck, zeigten, dass Klimaschutz und Wirtschaft wohl doch eine toxische Beziehung sind. Beim Thema Migration forderte die Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang, „jetzt die im Koalitionsvertrag verankerten Migrations- und Rückführungsabkommen“. Ist das noch Grün, fragen sich wohl einige.

5. Die Porsche-Lacoste-Sylt-Partei

Christian Lindner (hier neun Aussagen von ihm, die so gar nicht hot sind) und andere FDP-Politiker tun sich immer wieder als Porschefahrer und Syltliebhaber hervor. Für diese Klientel machen sie auch Politik, kritisiert dieser X-Nutzer den Vorschlag, das Elterngeld von 14 auf zwölf Monate zu kürzen.

Christian Lindner in einem Spot der FDP NRW zur Landtagswahl 2017. Drei Jahre später verglich er seine Partei dann mit Aktienkursen.

6. Bündnis Endlich-Ohne-Sahra Wagenknecht (BEOSW)

Sahra Wagenknecht.

So muss Die Linke nun heißen – wie auch sonst. Übrigens Fun Fact: Sahra Wagenknecht hieß übrigens früher Sarah Wagenknecht und hat ihren Namen 2009 umgeändert. Warum, weiß keiner so wirklich.

7. Die Rechtsextremen

Björn Höcke: Das Sommerinterview mit dem AfD-Rechtsaußen beim MDR sorgt mal wieder für einen Aufschrei.

Für die AfD kommen mehrere Namen infrage. Die AfD kann als Partei Russlands zum Beispiel, oder als „Die Verschwörungstheoretiker“ (hier sieben Verschwörungstheorien, die die AfD aus dem Aluhut zaubert) bezeichnet werden. Aber all das ist wahrscheinlich noch viel zu harmlos für eine Partei, in der manche Mitglieder immer wieder Nazi-Parolen schwingen und gegen Geflüchtete hetzen. Deswegen ganz klassisch: Die Rechtsextremen.

8. Aiwangers Anstalt für Amnesie (AAA)

Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger sieht sich im Bayern-Wahlkampf Vorwürfen ausgesetzt.

Die Freien Wähler könnten auch gut Aiwangers Anstalt für Amnesie (AAA) heißen. Denn als ein antisemitisches Flugblatt aus Schulzeiten Hubert Aiwangers auftauchte, will der stellvertretende Bayerische Ministerpräsident sich daran nicht erinnern.

Aiwanger hatte zunächst schriftlich zurückgewiesen, zu Schulzeiten ein antisemitisches Flugblatt geschrieben zu haben, über das die Süddeutsche Zeitung berichtet hatte. Gleichzeitig räumte er ein, es seien „ein oder wenige Exemplare“ in seiner Schultasche gefunden worden. Kurz darauf behauptete sein Bruder, er sei der Verfasser. In der Folge wurden immer mehr Vorwürfe zu Aiwangers damaligem Verhalten erhoben. Nach mehreren Tagen entschuldigte er sich, ging aber zugleich zum Gegenangriff über und beklagte eine politische Kampagne gegen sich.

Übrigens: So stellt sich eine KI zehn deutsche Politiker als Barbies und Kens vor

(Mit Material der dpa)

Rubriklistenbild: © Soeren Stache/dpa, Collage

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