Widerstand gegen Trump – Führungselite in Venezuela stellt sich hinter Maduro
VonLisa Mahnke
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Delcy Rodríguez erklärt Maduro zum einzigen Präsidenten. Trumps Pläne für Venezuela stoßen auf Widerstand. Die Machtverhältnisse bleiben unklar.
Caracas – US-Präsident Donald Trump feiert nach der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro seinen Erfolg. Für den Regimeübergang will Trump, dass die USA selbst die Führung von Venezuela übernehmen. Doch nach einer Botschaft der venezolanischen Vizepräsidentin Delcy Rodríguez herrscht Verwirrung.
Rückschlag für Trump? Rodríguez nennt Maduro „einzigen Präsidenten von Venezuela“
Trump sagte, die venezolanische Vizepräsidentin Delcy Rodríguez sei als Präsidentin eingeschworen worden und stehe in Kontakt mit US-Außenminister Marco Rubio. Auch nach der Verfassung von Venezuela müsste die Vizepräsidentin das Amt übernehmen. Eine Zusammenarbeit mit Oppositionsführerin María Corina Machado schloss der US-Präsident wegen fehlender Unterstützung der Zivilbevölkerung aus. Rodríguez „ist im Wesentlichen bereit, das zu tun, was wir für notwendig halten, um Venezuela wieder groß zu machen“, betonte Trump.
Später widersprach Rodríguez im venezolanischen Staatsfernsehen Trumps Aussagen. Zuvor hieß es auch in Medienberichten, sie sei durch das Oberste Gericht zur Interimspräsidentin ernannt worden. Rodríguez sagte laut NBC News, Maduro sei „der einzige Präsident von Venezuela“ und forderte „die sofortige Freilassung von Präsident Nicolás Maduro und seiner Frau Cilia Flores“.
An ihrer Seite standen bei dem Fernsehauftritt laut Reuters ihr Bruder, Parlamentspräsident Jorge Rodríguez, Verteidigungsminister Wladimir Padrino López und Innenminister Diosdado Cabello. Das deute wohl auf Einheit in der verbleibenden Führungselite unter Maduro hin, so Reuters.
Hindernisse für Trumps Regimewandel: Venezuelas Führungselite steht hinter Maduro
„Man kann so viele Teile der venezolanischen Regierung entfernen, wie man will, aber es müssten mehrere Akteure auf verschiedenen Ebenen sein, um eine Veränderung zu bewirken“, sagte ein ehemaliger US-Beamter mit Beteiligung an Ermittlungen in Venezuela laut Reuters. Für Trump würde das womöglich bedeuten: zu früh gefreut. Er muss wohl mit mehr Widerstand rechnen.
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De facto gilt Cabello als stärkster Mann nach Maduro. Er ist als Hardliner bekannt, der die Macht der Regierung auch durch die Verfolgung politischer Gegner durchsetzt. Doch auch er stellte sich nach den US-Angriffen klar hinter Maduro: „Immer loyal! Niemals Verräter!“ Er rief die venezolanische Bevölkerung nach den Angriffen auf, der Führung und der Armee zu vertrauen. Armeechef Lopéz hat in den vergangenen Jahren immer wieder seine Loyalität gegenüber Maduro gezeigt. Er hatte am Samstag (3. Januar) die volle Aktivierung der Streitkräfte angekündigt.
USA will für Übergang sorgen – Trump schließt Bodentruppen in Venezuela nicht aus
Dabei zeigte Trump sich in einer Pressekonferenz in seiner Privatresidenz Mar-a-Lago in Palm Beach siegessicher: „Wir werden uns jetzt um das Land kümmern, bis wir einen sicheren, geordneten und umsichtigen Übergang gewährleisten können“, so Trump laut CNBC. Die USA sollten das Land „mit einer Gruppe“ regieren, für die „verschiedene Personen ernannt“ würden.
Trump erklärte laut NBC News, dass es die USA nichts kosten würde, Venezuela zu „verwalten“, und verwies dabei auf die Ölproduktion des Landes mit den Worten: „Das Geld, das aus dem Boden kommt, ist sehr beträchtlich.“ Der Reichtum ginge nicht nur an Venezuela, sondern auch an die USA „in Form einer Entschädigung für die Schäden, die uns dieses Land zugefügt hat.“
Auch den Einsatz von Bodentruppen schloss Trump auf Nachfrage nicht aus. Einzelheiten nannte US-Präsident Trump nicht. Rubio solle dafür die Details ausarbeiten. Offen bleibt, unter welchen Umständen die USA einen erneuten militärischen Einsatz erwägen. „Wir sagen das ganz offen, aber wir werden dafür sorgen, dass dieses Land ordnungsgemäß geführt wird“, betonte Trump. (Quellen: Reuters, CNBC, NBC News, AFP eigene Recherche) (lismah)