Südamerika

Maduro setzt Kopfgeld gegen Konkurrenten an: Wie sich Venezuelas Diktator zur Macht mauert

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Venezuelas Machthaber Maduro will am Freitag sein drittes Mandat antreten. Die Opposition ruft zu Protesten auf – und der mutmaßliche Wahlsieger González will ins Land zurückkehren.

Wenige Tage vor dem geplanten Antritt seines dritten Mandats an diesem Freitag verschärft Venezuelas Machthaber Nicolás Maduro den Ton gegen seine Kritikerinnen und Gegner im In- und Ausland. Auf die Festnahme des mutmaßlichen Siegers der Präsidentenwahl vom 28. Juli, Edmundo González, setzte er ein Kopfgeld von 100.000 Dollar aus.

Innenminister und Hardliner der Regierung, Diosdado Cabello, drohte: „Jeder, der einen Aufstand oder gar eine Invasion versucht, wird dies sehr teuer bezahlen. Wer auch immer sich mit Venezuela anlegt, wird Probleme haben, das Land wieder zu verlassen“. Maduro (62) will am 10. Januar für erneut sechs Jahre vereidigt werden. Der frühere Außenminister und politische Ziehsohn von Staatschef Hugo Chávez führt die chavistischen Regierungen seit März 2013 ununterbrochen an. Damals war Chávez an Krebs gestorben.

Massenproteste in Venezuela geplant: „Dieser Tag wird in die Geschichte eingehen“

Die Opposition rief am Montag zu Massenprotesten am Tag vor der Amtseinführung auf. „Dieser Tag wird in die Geschichte eingehen als der Tag, an dem Venezuela sagte: ‚Genug!‘“, kündigte Oppositionsführerin María Corina Machado in einem auf X/Twitter veröffentlichten Video an. „Freiheit kann man nicht erbetteln, sie muss erobert werden.“ Aus dem Madrider Exil hatte der mutmaßliche Wahlsieger González (75) angekündigt, sein Amt in seiner Heimat antreten zu wollen: „Ich werde in Venezuela sein, um die Geschäfte zu übernehmen. Ich werde nicht einer Exilregierung vorstehen“, sagte er Anfang Dezember der spanischen Tageszeitung „El País“.

Das politische Zentrum der Hauptstadt Caracas gleicht jetzt einem Hochsicherheitstrakt. Die Zufahrten zum Präsidentenpalast Miraflores und dem Parlament sind abgesperrt, Sicherheitskräfte kontrollieren überall. Seit Tagen schon gehen nachts schwer bewaffnete Polizeieinheiten auf den wichtigsten Verkehrsadern von Caracas Streife. Spezialkräfte der militärischen Spionageabwehr und des bolivarischen Geheimdienstes Sebin patrouillieren ebenfalls. Das Verteidigungsministerium hat im ganzen Land schnelle Eingreiftruppen eingesetzt.

Regimetreue Jubel-Abgeordnete in der Hauptstadt Caracas vor dem Einzug ins Parlament. Foto: Federico PARRA/AFP.

All die Schritte und Drohungen deuten auf eine extreme Nervosität innerhalb der diktatorischen chavistischen Regierung hin, die so scham- und rücksichtslos wie nie die Präsidentenwahl vor einem halben Jahr gestohlen hat. Ende Juli stimmte nach Angaben der Wahlbeobachtung eine klare Mehrheit der Venezolanerinnen und Venezolaner gegen sie und vor allem ihren Machthaber Maduro. Aber die vom Regime kontrollierte Wahlbehörde CNE erklärte den Präsidenten mit 52 Prozent der Stimmen zum Wahlsieger.

Kein Rückhalt für die Regierung – Opposition hofft auf Ende der Regierung in Venezuela

Innerhalb des Landes ist der ehemaligen linksnationalistischen Chavisten-Bewegung längst die Basis weggebrochen. Die Mehrheit der Venezolanerinnen und Venezolaner verachtetet das repressive Regime inzwischen, selbst bis in die tiefsten Kreise der ehemals Treuen. Und die Menschen fragen sich, ob die Opposition noch einen Trumpf im Ärmel hat, mit dem sie die nächsten vier Jahre Chavismus in einem wirtschaftlich, politisch und sozial in Trümmern liegenden Land verhindern will.

Oppositionsführerin Machado, die seit Monaten im Untergrund lebt, versucht, in der Bevölkerung die Hoffnung auf ein baldiges Ende von Maduro und seinem Machtzirkel aufrechtzuerhalten. „Die Regierung ist gespalten, die Risse im Regime vertiefen sich, sie sind schwächer denn je“, hat Machado in diesen Tagen in einigen Interviews bekräftigt. Die Oppositionsführerin rät Maduro nachdrücklich, die Bedingungen für einen friedlichen Übergang innerhalb des verfassungsmäßigen Rahmens zu akzeptieren, da es andernfalls „für ihn noch schlimmer wird“. Ist es das sprichwörtliche Pfeifen im Walde – oder plant die Anti-Maduro-Bewegung tatsächlich einen Sturz für den 10. Januar?

Cannabis, Trump-Attentat und Nawalny-Tod: Das war das Jahr 2024 in Bildern

Teilnehmer einer Demonstration unter dem Motto Aktionstag Hand in Hand – Wir Sind Die Brandmauer gegen Rechtsextremismus
Gleich im Januar begann das Jahr mit einem politischen Paukenschlag. Das Medienhaus Correctiv veröffentlicht eine Recherche über ein Geheimtreffen in Potsdam in der Villa Adlon. Mittendrin die AfD, Neonazis wie der österreichische rechtsextreme Martin Sellner und andere. Das aufgedeckte Geheimtreffen löste in Deutschland eine Protestwelle gegen die AfD aus. © IMAGO/bildgehege
Teilnehmer einer Demonstration unter dem Motto Aktionstag Hand in Hand. Proteste nach dem Geheimtreffen von Potsdam
Tausende Menschen in Deutschland setzten ein Zeichen gegen rechts und gingen Anfang 2024 auf die Straße. Das Geheimtreffen fand dabei bereits Ende 2023 statt. Correctiv veröffentlichte seine Recherchen jedoch im Januar 2024. Bei dem Treffen stellte Martin Sellner seinen „Masterplan zur Remigration“ vor.  © IMAGO/bildgehege
Teilnehmer einer Demonstration unter dem Motto Aktionstag Hand in Hand. ID-Fraktion schließt AfD aus.
Auch vor dem Bundestag demonstrierten die Menschen gegen die AfD und rechte Strömungen in Deutschland. Selbst die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen forderte die AfD auf, sich klar von dem Konzept der Remigration zu distanzieren. Die ID-Fraktion der rechten Parteien im Europaparlament distanzierten sich zunehmend von der AfD, wodurch es letztlich zum Bruch der europäischen Rechten kam. © IMAGO/bildgehege
Kremlgegner Alexej Nawalny
Kremlgegner Alexej Nawalny starb am 15. oder 16. Februar im russischen Strafgefangenenlager in Sibirien. Es wird vermutet, dass es sich um eine gezielte Hinrichtung durch Wladimir Putin handelte. Bereits 2020 verübte der FSB einen Giftanschlag auf Nawalny mit dem berüchtigten Nervenkampfstoff Nowitschok. © Pavel Golovkin
Nach der Beerdigung von Kremlgegner Nawalny – Russland
In Russland löste der Tod des schärfsten Putin-Kritikers eine stille Protestwelle aus. Tausende Russinnen und Russen gedachten Nawalnys.  © Uncredited/AP
Vom 15. bis 17. März konnte die russischen Bürgerinnen und Bürger ihren Präsidenten wählen
Im Superwahljahr 2024 wurde auch in Russland gewählt. Vom 15. bis 17. März konnten die russischen Bürgerinnen und Bürger ihren Präsidenten wählen. Von demokratischen Wahlen konnte dabei jedoch keine Rede sein. Außer dem Autokraten Wladimir Putin waren nur Kandidaten der Systemopposition wählbar. Die Präsidentschaftswahl wurde zur Scheinwahl. © NATALIA KOLESNIKOVA
RUSSIA, MOSCOW - MAY 7, 2024: Russia s President Vladimir Putin takes his oath of office during an inauguration ceremony
Wladimir Putin gewannt die Scheinwahl in Russland mit 88,5 Prozent der Stimmen. Die Putin-treuen Gegenkandidaten hatten keine Chance. Am 7. Mai wurde Putin erneut als Präsident von Russland für die nächsten sechs Jahre eingeschworen – seine fünfte Amtszeit als Präsident.  © IMAGO/Vyacheslav Prokofyev
Bundesrat Karl Lauterbach für Cannabis legalisierung
Im April war es so weit: Der Weg zur Teillegalisierung von Cannabis war frei. Der Bundesrat stimmte dem Gesetz zur Legalisierung der Pflanze zu. Zunächst setzten sich vor allem die Grünen und die FDP für eine Legalisierung ein, bis sich auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) für eine Entkriminalisierung aussprach. © Bernd von Jutrczenka
04.05.2024, Global Marijunana March, Nürnberg: Zum globalen Marijuana March gingen in Nürnberg auf die Straße
In ganz Deutschland feierten die Menschen die Legalisierung von Cannabis mit Paraden. So gingen in Nürnberg ca. 350 Bürgerinnen und Bürger auf die Straße und freuten sich über die Entkriminalisierung der Pflanze. © IMAGO/Moritz Schlenk
Gleich im Mai ging es mit einem fehlgeschlagenen Attentatsversuch auf den slowakischen Regierungschef Robert Fico weiter. Mindestens fünfmal schoss ein Schütze auf den Ministerpräsidenten. Fico überlebte das Attentat, schwebte jedoch zeitweise in akuter Lebensgefahr.
Im Mai ging es mit einem fehlgeschlagenen Attentatsversuch auf den slowakischen Regierungschef Robert Fico weiter. Mindestens fünfmal schoss ein Schütze auf den Ministerpräsidenten. Fico überlebte das Attentat, schwebte jedoch zeitweise in akuter Lebensgefahr. © ANDRE BORGES
Slowakischer Regierungschef angeschossen - Jahreschronik 2024
Ein Bild vom Geschehen: Der slowakische Ministerpräsident wurde nach dem versuchten Attentat von seinen Leibwächtern ins Regierungsfahrzeug gebracht. Bei dem mutmaßlichen Schützen handelte es sich um einen 71 Jahre alten Mann, der wohl aus politischen Motiven gehandelt hatte.  © Radovan Stoklasa
Mann mit EU-Flagge
Im Juni war es für Europa so weit: Die Europawahl stand an. Am 9. Juni wurde ein neues europäisches Parlament gewählt. Die politische Mitte behielt nach der Wahl die Mehrheit. Ursula von der Leyen (CDU) wurde im Juli erneut zur Kommissionspräsidentin gewählt. © Julia Steinbrecht
AfD-Politiker Maximilian Krah
Auch bei der Europawahl kam die AfD nicht ohne Skandale aus. AfD-Spitzenkandidat Maximilian Krah sah sich schwerer Vorwürfe ausgesetzt. Mitarbeiter Krahs wurden der Spionage für Russland und China bezichtigt. Gegen Krah selbst wurde wegen des Verdachts der Bestechlichkeit ermittelt. © Britta Pedersen
Meitingen, Bavaria, Germany - August 3, 2024: Maximilian Krah, politician of the AfD - Alternative for Germany, visiting
Trotz der Skandale gewann Krah sein Mandat bei der Europawahl und zog erneut ins Europäische Parlament ein. Die AfD trennte sich jedoch von dem Politiker – zumindest teilweise. Krah wurde von der AfD-Delegation im Europäischen Parlament ausgeschlossen. Aufgrund einiger Kontroversen Aussagen Krahs wollte auch das rechtspopulistische Rassemblement National nicht mehr mit der AfD zusammenarbeiten. © IMAGO/Michael Bihlmayer
Donald Trump Attentat Butler Pennsylvania.
Das zweite versuchte Attentat auf dieser Liste: Donald Trump entging in Butler im US-Bundesstaat Pennsylvania am 13. Juli bei einer Wahlkampfveranstaltung nur knapp dem Tod. Und streckte einige Momente später siegessicher die Faust gen Himmel. © Gene J. Puskar
Bilder des Jahres 2024, News 07 Juli News Themen der Woche KW28 News Bilder des Tages (240714) -- PENNSYLVANIA , July 14
Abgeschirmt vom Secret Service, wurde Trump schnell zu seinem Wagen eskortiert. Täter war der 20 Jahre alte Thomas Matthew Crooks, der nach acht Schüssen auf Trump von dessen Sicherheitsteam erschossen wurde. Trump wurde am rechten Ohr leicht verletzt, ein Zuschauer wurde tödlich verwundet. © IMAGO/Xin Hua
Syndication: Journal Sentinel Republican presidential nominee Donald J. Trump and Melania Trump during the final day of
Allein das große weiße Pflaster am rechten Ohr erinnerte am Parteitag der Republikaner an das versuchte Attentat. Donald Trump ließ sich als Kämpfer feiern und sagte, Gott habe ihn vor der Kugel gerettet, die nur um Haaresbreite seinen Kopf verfehlt hatte. © IMAGO/William Glasheen
United States President Joe Biden walks into the Blue Room after delivering remarks on the US Supreme Courts Presidentia
Und weiter ging es mit der US-Wahl. Ende Juli kam es nach dem Attentat auf Trump direkt zum nächsten historischen Moment. Präsident Joe Biden zog sich vom Wahlkampf zurück – und ließ seiner Vizepräsidentin Kamala Harris den Vortritt. © IMAGO/Samuel Corum via CNP
Kamala Harris Präsident Joe Biden
Kamala Harris sollte die Demokraten zum Sieg bei der US-Wahl führen. Und zunächst sah es für die Vizepräsidentin auch gut aus. Nachdem sie den Wahlkampf von Biden übernommen hatte, breitete sich unter den Demokraten eine Euphorie aus – doch so einfach sollte es nicht werden.  © Mark Schiefelbein
2024 LANDTAGSWAHL Thüringen
Und die nächste Wahl stand an. In Deutschland wurde im September in Thüringen, Sachsen und Brandenburg ein neuer Landtag gewählt. In Thüringen wurde die AfD zur stärksten Kraft – unter Führung des rechtsextremen Björn Höcke.  © SaschaxFromm
Wahl Landtagswahl Poitik 22.09.2024 Potsdam Landeseshauptstadt Brandenburg Landtagswahlen SPD Wahlparty Wahlsieger SPD
In Brandenburg bei der Landtagswahl am 22. September konnte sich die SPD freuen. Mit über 33 Prozent wurde sie stärkste Kraft vor der AfD. Dietmar Woidke wurde nach dem Wahlsieg erneut zum Ministerpräsidenten vom Landesparlament gewählt. © IMAGO/Eberhard Thonfeld
NEW YORK, NY - NOVEMBER 06: A screen shows portraits of two presidential candidates Donald Trump (red), former President
Am 5. November war es dann auch für die USA so weit. Die Präsidentschaftswahl stand an. Donald Trump gegen Kamala Harris. Anfänglich sah es in den Umfragen noch gut für Harris aus, doch je näher die Wahl rückte, desto mehr Chancen wurden dem Republikaner Donald Trump eingeräumt.  © IMAGO
US-Wahlen 2024 - Trump
Noch in der Wahlnacht feierte Donald Trump seinen Sieg. Denn schnell war klar, wer die US-Wahl gewonnen hatte. Die Swing States fielen einer nach dem anderen an Donald Trump. Am 23. Januar wird Trump offiziell sein Amt als 47. Präsident der Vereinigten Staaten antreten. © Alex Brandon
US-Wahlen 2024 - Harris
Donald Trump gewann die US-Wahl mit 312 Delegiertenstimmen zu 226 Stimmen von Kamala Harris. Beim Popular Vote sah es schon knapper aus. Hier hatte Donald Trump mit 49,9 Prozent die Nase vorn. Harris kam auf 48,4 Prozent der Gesamtstimmen. Am Morgen des nächsten Tages gab sich Kamala Harris geschlagen und gratulierte dem Republikaner zum Wahlsieg. © Stephanie Scarbrough
Scholz entlässt Finanzminister Lindner
In Deutschland gab es nach der US-Wahl direkt den nächsten Paukenschlag. Bundeskanzler Olaf Scholz entließ aufgrund unüberwindbarer Differenzen Finanzminister Christian Lindner. Ohne die FDP hatte die ehemalige Ampel-Koalition keine Mehrheit mehr im Bundestag. © Bernd von Jutrczenka
Vertrauensfrage - Bundeskanzler beim Bundespräsidenten
Anschließend reichte Olaf Scholz beim Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier den Antrag auf die Vertrauensfrage ein. Am 16. Dezember wurde im Bundestag über die Vertrauensfrage abgestimmt. Scholz verlor die Abstimmung. Termin für die Bundestagswahl 2025 ist der 23. Februar. © Bernd von Jutrczenka
Syrians celebrate the fall of the al-Assad regime in Idlib
Die letzte Station dieses Rückblicks auf das politische Jahr 2024: der unerwartete und plötzliche Sturz des Assad-Regimes in Syrien. Die Rebellen der HTS-Miliz schafften es innerhalb weniger Tage, die Truppen Baschar al-Assads zu überwältigen und den syrischen Diktator nach Russland zu vertreiben. In Syrien feierten die Menschen den Sturz des Despoten. © BILAL AL HAMMOUD
Nach Sturz des syrischen Regimes - Syrien
Nach dem Sturz Baschar al-Assads wurden durch die Rebellen tausende Inhaftierte in den berüchtigten Gefängnissen des Landes befreit. Wie genau die Zukunft des Landes nach der Assad-Dynastie aussehen wird, ist ungewiss. Die Menschen im Land hoffen, dass der seit über einem Jahrzehnt wütende Bürgerkrieg nun endlich ein Ende findet. © Hussein Malla

Opposition in Venezuela – Regierung erhöht den Druck auf abweichende Meinungen

Die Zeichen stehen also auf einen unruhigen Mandatswechsel, der aller Voraussicht nach kein Machtwechsel werden wird. Denn die Mehrheit der politischen Fachleute denkt nicht, dass es der Opposition gelingen werde, den Amtsantritt Maduros zu verhindern. „Es geht darum, die harte Realität anzuerkennen“, sagt etwa Phil Gunson, Venezuela-Analyst der „International Crisis Group“. „Trotz ihres überwältigenden Wahlsiegs ist die Oppositionskoalition stark geschwächt, ihre wichtigsten Führer sind untergetaucht oder im Exil, und auf den Straßen herrscht eine Atmosphäre der Angst. Die Regierung hat die Repressionen verschärft und den ohnehin begrenzten Raum für abweichende Meinungen weiter eingeschränkt.“

Innenminister Cabello drohte González mit umgehender Festnahme, wenn er ins Land einreise. Er habe „die Handschellen schon poliert“, um sie dem Oppositionspolitiker am Flughafen umlegen zu können. González reiste in dieser Woche nach Argentinien und in die USA, wo er am Montag in Washington mit US-Präsident Joe Biden zusammentraf.

Aufruf zum Putsch – bringt die Armee den Machtwechsel?

Ein Umsturz könnte vermutlich nur aus dem Machtgefüge selbst heraus kommen, insbesondere aus den Streitkräften. Die hat Machado in den Wochen nach der Wahl vor einem knappen halben Jahr offen zur Revolte und zum Putsch gegen Maduro aufgefordert. Bisher gibt es allerdings keine Anzeichen, dass das Militär sich gegen den Machthaber wendet. Verteidigungsminister Vladimir Padrino López gilt als einer der engsten Gefolgsleute von Maduro und organisiert derzeit die faktische Gefechtsbereitschaft der Sicherheitskräfte des Landes.

Aus Protest gegen das Wahlergebnis werden die meisten europäischen Regierungen keinen Vertreter:innen zur neuerlichen Machtergreifung entsenden. Selbst Länder in der Region, die einst Sympathien für Maduro hegten, darunter Brasilien, Kolumbien und Mexiko, werden nicht auf hoher Ebene vertreten sein. Die meisten dieser Länder werden lediglich ihre Botschafter entsenden.

Die Vereinigten Staaten unterhalten seit 2019 keine diplomatischen Beziehungen mehr zum venezolanischen Regime. Der russische Diktator Wladimir Putin schickt Wjatscheslaw Wolodin, den Sprecher des russischen Parlaments. China, Iran und die Türkei werden Sondergesandte schicken. All diese Staaten gelten als politische und auch wirtschaftliche Unterstützer von Maduros Regime.

Rubriklistenbild: © AFP

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