„NRW-Check“

Merz acht Umfragepunkte hinter Wüst – in eigener Heimat NRW

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Die NRW-CDU liegt in einer Umfrage vor der Bundes-CDU. Aber ist das für Landeschef Hendrik Wüst wirklich ein Grund zur Freude?

Köln – Die jüngste „NRW-Check“-Umfrage von Forsa dürfte Kanzler Friedrich Merz wenig gefallen. Wäre jetzt Bundestagswahl, käme seine CDU in NRW auf 30 Prozent. Sein Parteikollege und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst hingegen würde 38 Prozent erreichen – wenn Landtagswahl wäre. Merz hat in NRW seinen Wohnsitz.

Die SPD schneidet mit 18 Prozent im Bund leicht besser ab als die NRW-SPD mit 17 Prozent auf Landesebene. Die Grünen kämen auf 13. Prozent. Die Umfrage wurde im Auftrag von 38 nordrhein-westfälischen Zeitungen ausgeführt, befragt wurden 1507 Wahlberechtigte. Weitere Ergebnisse des „NRW-Check“ auf NRW-Landesebene:

  • AfD: 16 Prozent
  • Die Linke: 7 Prozent
  • FDP: 3 Prozent – Fünf-Prozent-Hürde verfehlt
  • BSW von Sahra Wagenknecht: 3 Prozent – Fünf-Prozent-Hürde verfehlt

Merz liegt in Umfrage hinter Wüst: „Er trifft in CDU noch auf Vorbehalte“

Der Politologe Volker Kronenberg von der Uni Bonn lieferte eine These, warum die Landes-CDU von Wüst beliebter ist als die Bundes-CDU von Merz. Hendrik Wüst spreche „die Menschen milieuübergreifend“ an, er seit beliebt, meinte er zu Bild. Bei Merz sei das anders, der treffe „sogar im eigenen Lager immer noch auf Vorbehalte“.

So überragend ist das „NRW-Check“-Ergebnis für Hendrik Wüst nun aber auch nicht: Mit der Arbeit seiner NRW-Landesregierung sind 49 Prozent der Befragten zufrieden – und 43 Prozent nicht. Zufriedenheit über Hendrik Wüst äußerten vor allem die Anhänger der CDU (83 Prozent) und des Koalitionspartners Grüne (68 Prozent).

„Der unübersehbare Ministerpräsidentenbonus hilft der CDU kaum, wenn es um andere Entscheidungen als die Landtagswahl geht, zumal aus der Bundespolitik eher Gegenwind kommt“, kommentierte die Kölnische Rundschau die Umfrage. „In den Kommunen, dort also, wo der engste Kontakt zu den Wählerinnen und Wählern besteht, liegt die CDU unter ihrem Durchschnittsergebnis aus dem Jahr 2020“, schrieb die Zeitung weiter.

Das„NRW-Check“-Ergebnis könnte beiden Denkstoff geben: Wüst (l.) und Merz (Archiv)

„NRW-Check“ fragt vor Landtagswahl: Was sind die größten Probleme in NRW?

Sowohl landesweit als auch auf kommunaler Ebene macht das Thema Migration den Befragten Sorgen. Bei der Frage nach den größten Problemen in NRW nennen 33 Prozent der Befragten „Migration, Flüchtlinge“. Im Dezember 2024 waren es 31 Prozent. Auf kommunaler Ebene äußern sich nur 24 Prozent der Befragten zufrieden mit der Integration und Unterbringung von Flüchtlingen, in Großstädten über 500.000 Einwohnern sogar nur 14 Prozent.

Auf dem zweiten Platz der am häufigsten geäußerten Probleme auf Landesebene folgt das Thema „Verkehr, Mobilität“ mit 26 Prozent der Nennungen. Auf kommunaler Ebene sind nur 25 Prozent mit dem Zustand der Straßen in ihrer Gemeinde zufrieden. (frs)

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini/dpa

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