Regierungserklärung

Merz hält „Drahtseilakt“-Rede im Bundestag: Mit einem Satz sendet Kanzler markiges Zeichen an Trump

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  • Simon Schröder
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Heute gibt Bundeskanzler Friedrich Merz eine Regierungserklärung zur Außenpolitik ab. Dabei wird wohl auch der US-Präsident Donald Trump einen zentralen Punkt einnehmen.

Update, 10:21 Uhr: Linken-Fraktionschef Sören Pellmann arbeitet sich an der Trump-Regierung ab. Beinahe alltägliche Eklats, der Terror der ICE-Behörde sowie der „völkerrechtswidrige Überfall“ auf Venezuela. Die Merz-Regierung habe nur mit einem „dröhnenden Schweigen“ reagiert.

Man könne nicht so tun, als sei diese US-Regierung noch ein zuverlässiger Partner für Deutschland. Das gelte auch in der Wirtschaftspolitik und in der Sicherheitspolitik. „Es müssen jetzt Konsequenzen gezogen werden. Wo bleibt denn das Exportverbot von deutschen Waffen in die USA?“, sagte Pellmann. „Kuschen Sie nicht länger, handeln Sie.“

Nach Merz-Regierungserklärung: Spahn betitelt AfD als „Putin-Partei“

Update, 10:10 Uhr: Spahn schickt deutliche Worte an die AfD: „Sie sind und bleiben eine Putin-Partei“, so der Unions-Fraktionschef. AfD-Spitzenkandidat Markus Frohnmaier für die Landtagswahl in Baden-Württemberg ziehe wohl „eher in die Duma als in den Stuttgarter Landtag“ ein, so Spahn, der daraufhin den Kreml aus dem Jahr 2017 zitiert: „Der gehört zu uns und den haben wir absolut unter Kontrolle“. Die AfD sei „doch völlig lost mit ihrer Außenpolitik“.

Nach Merz-Regierungserklärung: Spahn kontert den Grünen – „Das war ganz billig“

Update, 10:04 Uhr: Spahn kontert. „Das war ganz billig, was sie hier gerade gemacht haben“, wirft er Britta Haßelmann vor. Es sei der Verdienst von Friedrich Merz, dass sich die USA überhaupt noch an den Ukraine-Verhandlungen beteiligen würden. In Europa führe der Bundeskanzler. „Dieser realpolitische Kurs von Friedrich Merz hat sich als goldrichtig erwiesen“, so Spahn.

Update, 10:00 Uhr: Anschließend erklärt Haßelmann, die Mercosur-Abstimmung sei ein Fehler gewesen, „ein falsches Signal zur falschen Zeit“. Man werde das Abkommen nun „zur vorläufigen Anwendung“ bringen. Doch auch der Bundeskanzler und Jens Spahn sollten sich „an die eigene Nase fassen“, da auch viele Christ- und Sozialdemokraten in Brüssel wie die Grünen gestimmt hatten. An Spahn richtet die Grünen-Fraktionschefin abschließend noch deutliche Worte: „Ihre Unfähigkeit und ihre Anbiederung gegenüber der MAGA-Bewegung wird ihnen noch auf die Füße fallen. Alle erinnern sich daran!“

Nach Merz-Regierungserklärung: Grünen fordern klare Kante gegen Donald Trump

Update, 9:55 Uhr: Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann spricht über den eisigen Winter in der Ukraine und bezeichnet die Situation als „humanitäre Katastrophe“. Nach Merz‘ Regierungserklärung erinnert Haßelmann den Kanzler an seine Zeit als Oppositionsführer; was sei aus seinen damaligen Forderungen gegen Putin geworden? „Wo bleibt ihr Engagement?“, fragt sie Merz.

„Man verbraucht verdammt viel Resilienz und Stabilität“, so die Grünen-Politikerin mit Blick auf die zahlreichen Krisen auf der Welt. Dann folgt Kritik am US-Präsidenten. Donald Trump schaffe Chaos und gründe seinen eigenes UN-Gegenstück, „in das man sich für ein paar Milliarden Dollar einkaufen kann, und das findet die AfD auch noch gut“, sagt Haßelmann. Ein geschlossenes Europa sei die Zukunft, und „nicht das Vertrauen darauf, dass alles so bleibt, wie es ist“. Die USA seien kein Schutzpatron mehr, es brauche daher mehr klare Kante gegen Donald Trump.

Bundeskanzler Friedrich Merz fordert von den Europäern, die Sprache der Machtpolitik zu lernen.

Nach Merz-Regierungserklärung: Miersch attackiert die AfD – und ermahnt die Grünen

Update, 9:48 Uhr: Nun betritt SPD-Fraktionschef Matthias Miersch das Rednerpult. Er erinnerte an die gestrige Bundestagsrede der Auschwitz-Überlebende Tova Friedman, warnt vor Spaltung – und attackiert daraufhin die AfD. Es gehe heute um die Außenpolitik, doch Alice Weidel habe so gut wie nichts zu diesen Themen gesagt, „weil sie da blank sind“, so Miersch. Als „Nationalisten“ sei die AfD Teil der Spalter und nichts als „Egoisten“.

Die richtige Einstellung habe Kanadas Premierminister Mark Carney, der in Davos in einer vielbeachteten Rede Pragmatismus statt Ideologie predigte. „Ein unverzeihlicher Fehler“, so Miersch, wie das Abstimmen gegen das Mercosur-Abkommen im EU-Parlament, dürfe daher nicht mehr vorkommen, sagte der SPD-Politiker mit Blick auf die Grünen-Fraktion.

Nach Merz-Regierungserklärung: Weidel spricht von Trumps „Friedensrat“

Update, 9:41 Uhr: Erwartungsgemäß folgt viel Kritik seitens der AfD. Parteichefin Alice Weidel kritisiert etwa die Entscheidung Deutschlands, nicht Donald Trumps „Friedensrat“ beizutreten. Die Aufnahmesumme von rund einer Milliarde Euro lässt Weidel unerwähnt. Stattdessen kritisiert sie die finanzielle Unterstützung der Ukraine oder die kurzzeitige Bundeswehr-Mission auf Grönland. Auch fordert sie – wie von der AfD gewohnt – verstärkte Abschiebungen und die Rücknahme von klimapolitischen Maßnahmen.

Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“

17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands.
17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands. © dpa
Fritze Merz Kabinett CDU CSU Minister
Der neue Kanzler (offiziell ab dem 6. Mai): Friedrich Merz hat sein Kabinett zusammengestellt. Der 69-Jährige hat vertraute und neue Gesichter auserkoren. In dieser Fotostrecke finden Sie alle von der CDU bestimmten Minister, auch die von der CSU und SPD sind hier zu finden.  © IMAGO/Uwe Koch
Thorsten Frei Kanzleramtsminister Merz Kabinett
Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes: Thorsten Frei (51) ist einer der engsten Vertrauten von Friedrich Merz und in der CDU angesehen.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Johann Wadephul Außenminister Merz Kabinett
Bundesminister für Auswärtiges: Johann Wadephul (CDU) heißt der neue Außenminister.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Katherina Reiche Wirtschaftsministerin Merz Kabinett
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie aus der CDU: Katherina Reiche ist 51 Jahre alt und wird die Nachfolge von Robert Habeck antreten. © IMAGO
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien von der CDU wird Bildungs- und Familienministerin, sie ist 59 Jahre alt. © IMAGO/Jens Schicke
Nina Warken Gesundheitsministerin Kabinett Merz
Bundesministerin für Gesundheit: CDU-Ministerin Nina Warken (45) soll die Nachfolge von Karl Lauterbach antreten.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Karsten Wildberger Digitalminister Merz Kabinett
Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger ist die wohl größte Überraschung, der ehemalige MediaMarkt-Chef ist 56 Jahre alt.  © AnikkaxBauer
Wolfram Weimer Minister für Kultur
Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer, der 60-Jährige pflegt gute Kontakte in einige Verlage.  © IMAGO/Thomas Bartilla
Schnieder Vekehrsminister CDU Kabinett Merz
Bundesminister für Verkehr: Patrick Schnieder von der CDU soll Verkehrsminister werden. © IMAGO
Dobrindt Innenminister CSU Kabinett Merz Liste
Bundesminister des Innern und für Heimat: Alexander Dobrindt. Der 54-jährige CSU-Mann ist schon zum zweiten Mal Minister. Unter Angela Merkel war er von 2013 bis 2017 Verkehrsminister © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Alois Rainer LAndwirtschaft Merz Kabinett
Landwirtschaftsminister soll der CSU-Politiker Alois Rainer werden. Der 60-Jährige ist durchaus ein überraschender Name, den Söder hier aus den CSU-Kreisen ausgewählt hat.  © IMAGO/Christian Spicker
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär (47) übernimmt das neu zusammengestellte Ministeramt. Die CSU-Politikerin galt von vorneherein als Favoritin aus Bayern.  © IMAGO/Heiko Becker
Klingbeil Kabinett Vizekanzler Finanzminister
Lars Klingbeil wird Vizekanzler und Finanzminister. Der 47-Jährige spricht über die SPD-Minister mit den Worten: „Generationswechsel“ und „neue Gesichter und erfahrene Persönlichkeiten“. Nachfolgend sind alle SPD-Ministerinnen und SPD-Minister aufgelistet.  © IMAGO/FRANK TURETZEK
Boris Pistorius Verteidigunsminister SPD Merz Klingbgeil
Verteidigungsminister bleibt Boris Pistorius, 65 Jahre alt. Er ist eines der prominentesten SPD-Mitglieder des Kabinetts. © IMAGO/Noah Wedel
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett als gesetzt, wenn es mit schwarz-rot klappt. Er könnte allerdings das Ministerium wechseln und sogar Vizekanzler werden.
Pistorius ist der einzige Minister der einstigen Ampel-Koalition unter Olaf Scholz, der auch unter dessen Nachfolger Friedrich Merz einen Platz im Kabinett gefunden hat. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bärbel Bas, die 57-Jährige wird Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Von 2021 bis 2025 war die SPD-Politikerin Präsidentin des Deutschen Bundestags.  © IMAGO
Hubig, Justiz 56 SPD MErz Kabinett
Dr. Stefanie Hubig ist 56 Jahre alt. Sie wird Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. DIe SPD-Politikerin ist schon in Rheinland-Pfalz Ministerin für Bildung gewesen.  © IMAGO/Jürgen Heinrich
Reem Alabali-Radovan Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die jüngste Person aus der SPD-Riege. Reem Alabali-Radovan ist 35 Jahre alt und kümmert sich um „Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“. © IMAGO/Jürgen Heinrich
Hubertz wohnen, Bauministerin SPD KAbinett Merz Klingbeiil
Auch nicht viel älter, auch von der SPD: Verena Hubertz, 37 Jahre, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.  © IMAGO
Carsten Schneider SPD Umweltminister Merz Klingbeil Kabinett
Carsten Schneider von der SPD (49), nicht zu verwechseln mit Patrick Schnieder, wird Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD, galt lange Zeit als aussichtsreiche Kandidatin für einen Kabinettsposten in der Regierung von Friedrich Merz. © Christophe Gateau/dpa
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet.
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 galt er zumindest als Außenseiter-Kandidat für einen Posten im Kabinett von Friedrich Merz. Daraus wurde letztlich nichts. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Kultursenator Joe Chialo
Kultursenator Joe Chialo war für die Berliner CDU bei den Koalitionsverhandlungen dabei (Archivbild). Fachleute spekulierten daraufhin Chialo könnte von Friedrich Merz als Kultusminister in sein Kabinett berufen werden. Doch der Posten ging letztlich an den Merz-Vertrauten Wolfram Weimer. © Jörg Carstensen/dpa
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Andererseits verfügt er über große Regierungserfahrung, die Merz selbst bekanntermaßen fehlt.
Auch Jens Spahn hatte sich Hoffnungen auf einen Kabinettsposten unter Kanzler Friedrich Merz gemacht. Der ehemalige Gesundheitsminister ging in Sachen Kabinett zwar leer aus, kann sich aber dennoch über eine Beförderung im neuen Bundestag freuen: Spahn wird die CDU-Abgeordneten im Bundestag künftig als Fraktionsvorsitzender anführen. © IMAGO/Jens Schicke

Regierungserklärung: Merz kündigt „Stunde der gestaltenden Politik“ an

Update, 9:30 Uhr: „Europa ist immer dann gewachsen, wenn es unter Druck stand“, sagt Merz in seiner Regierungserklärung. „Auf dieser Welt weht aktuell ein sehr rauer Wind“, doch gerade deshalb müsse man Prioritäten setzen. Nun schlage „die Stunde der gestaltenden Politik“. Der Kanzler beendet seine Rede mit den Worten: „Ich habe die Zuversicht, dass es uns gelingt, diesem Anspruch gerecht zu werden“.

Update, 9:25 Uhr: Merz kündigt an, am 12. Februar an einem EU-Gipfel in Brüssel teilnehmen zu wollen, bei dem es um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft gehen soll. „Dieses Potenzial wollen und müssen wir schneller nutzen“, sagt der Kanzler in seiner Regierungserklärung.

Update, 9:21 Uhr: Merz lobt das jüngst verabschiedete Mercosur-Abkommen – und attackiert gleichzeitig die Grünen, die Linke und die AfD. EU-Abgeordnete der drei Parteien hatten in Brüssel gegen das Wirtschaftsvorhaben gestimmt. Es folgen laute Zwischenrufe.

Regierungserklärung von Merz: Kanzler gedenkt gefallen europäischen Soldaten

Update, 9:19 Uhr: Weitere Worte, die sich nur in Richtung Donald Trumps verstehen lassen: Merz betont die Notwendigkeit der NATO und gedenkt den im Afghanistan-Krieg gefallenen europäischen Soldaten. Man werde nicht zulassen, dass dieses Opfer herabgewürdigt wird. „Deutschland steht hinter seinen Soldaten“, so Merz. Man werde den USA aber grundsätzlich „immer die Hand reichen“.

Merz sendet während Regierungserklärung Warnung an Trump: „Europäische Geschlossenheit“

Update, 9.16 Uhr: Für ein mächtiges Europa brauche es zudem eine stabile Wirtschaft, sowie ein geschlossenes Handeln, so Merz in seiner Regierungserklärung. „Geschlossenheit ist ein Machtfaktor auf der Welt“, sagt der Bundeskanzler. Man habe es geschafft, die USA in den Ukraine-Verhandlungen zu Sicherheitsgarantien zu verpflichten. Die sogenannte Koalition der Willigen sei ein Paradebeispiel für „europäische Geschlossenheit“. Ebenso habe man „entschlossen“ gehandelt, als Donald Trump Europa mit massiven Zöllen drohte.

„Wer meint, mit Zöllen gegen Europa Politik machen zu müssen, der muss wissen, dass wir bereit und auch dazu in der Lage sind, uns zur Wehr zu setzen“, sagt Merz mit Blick Richtung Washington.

Regierungserklärung heute: Merz beschwört vereintes Europa

Update, 9:11 Uhr: Die Regierungserklärung von Friedrich Merz hat soeben begonnen. Der Kanzler spricht von „neuen Chancen für unser Land“ und für Europa. Die Welt ordne sich aktuell neu, dabei enstünden auch wachsende Demokratien, mit denen man zusammenarbeiten könne. Weiter appelliert der Kanzler an die Stärke und Macht Europas.

Um eine „europäische Macht“ zu werden, müsse man „unsere Sicherheit selbst in die Hand nehmen“. Es brauche mehr Souveränität, insbesondere „technische Souveränität“. Schon mit der Erhöhung des Verteidigungsetats sei man in Deutschland vorangegangen.

Nach den Turbulenzen im transatlantischen Verhältnis hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auch seine Distanz zur Politik von US-Präsident Donald Trump deutlich gemacht. In einer Regierungserklärung im Bundestag kritisierte Merz am Donnerstag Trumps wiederholte Zolldrohungen und dessen abfällige Äußerungen über den Einsatz der Nato in Afghanistan. Angesichts des Großmachtgebarens der USA müsse Europa „selbst die Sprache der Machtpolitik sprechen lernen“, wenn es selbst eine Macht in der Welt sein wolle, sagte der Kanzler.

Linke kritisiert Merz bereits vor Regierungserklärung: „Eklatantes Versagen“

Update vom 29. Januar, 8:36 Uhr: Vor der Regierungserklärung von Friedrich Merz schießt die Linke gegen den Kanzler. Auch wenn internationale Krisen „viel Aufmerksamkeit verlangen“, könne man innenpolitisch nur von einem „eklatanten Versagen des Kanzlers“ sprechen, sagte Sören Pellmann dem Münchner Merkur von Ippen.Media. „Das zentrale Problem ist unsere schwächelnde Wirtschaft und alles was ihm und seiner Partei dazu einfällt, ist das Liefern von Sündenböcken. Hetze gegen Bürgergeldempfänger oder die vermeintlich faulen und krankfeiernden Deutschen sind aber noch keine Wirtschaftsstrategie“, sagte der Linken-Fraktionschef weiter.

Auch das Verhältnis zu den USA sieht Pellmann kritisch. Die Vereinigten Staaten seien „spätestens mit deren neuer Sicherheitsdoktrin zu einer imperialen Raubritter-Politik des 19. Jahrhunderts zurückgekehrt“, das müsse auch Friedrich Merz einsehen. Donald Trump sei kein verlässlicher Verbündeter.

Merz-Regierungserklärung steht an: Außenpolitik im Fokus

Erstmeldung vom 29. Januar: Am Donnerstag steht ein wichtiger politischer Termin im Berliner Bundestag an: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wird eine Regierungserklärung zur außenpolitischen Lage abgeben. In der für 09:00 Uhr angesetzten Rede wird Merz wohl versuchen, Klarheit in turbulenten Zeiten zu schaffen.

Die Regierungserklärung von Merz richtet sich besonders auf die aktuellen Entwicklungen in der internationalen Politik. Wie Unions-Parlamentsgeschäftsführer Steffen Bilger (CDU) am Dienstag in Berlin ankündigte, will der Bundeskanzler dabei auf die Entwicklungen der vergangenen Wochen eingehen, insbesondere mit Blick auf die Beziehungen zu den USA. Der Kanzler dürfte sich demnach auch zum Konflikt mit US-Präsident Donald Trump um Grönland äußern und zu seinen Bemühungen, die NATO und Europa „zusammenzuhalten“, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet.

Merz bei Regierungserklärung im Bundestag vor „Drahtseilakt“

Bilger sprach angesichts der „schwierigen Weltlage“ von einem „Drahtseilakt“. Es sei sicher gut, wenn Merz dies im Bundestag nochmals einordne. Dem Kanzler und der Bundesregierung war teils vorgeworfen worden, nicht scharf genug auf Drohungen Trumps reagiert zu haben. Dieser hatte Deutschland und anderen europäischen Ländern mit Strafzöllen gedroht, wenn die USA sich Grönland nicht einverleiben könnten.

Die auf 20 Minuten angesetzte Rede wird sicherlich auch den Ukraine-Krieg thematisieren. Am Mittwoch warf Merz Russland systematische Angriffe auf die Energie-Infrastruktur der Ukraine vor. „Wir helfen unseren ukrainischen Freunden durch diese bitteren Wintertage, in denen Russland systematisch die Energieversorgung der Ukraine angreift“, sagte Merz nach einem Treffen mit dem rumänischen Ministerpräsidenten Ilie Bolojan in Berlin.

Mit den fortgesetzten Angriffen stürze Russland die Ukraine „in eine humanitäre Energiekrise“, erklärte der Bundeskanzler weiter. Daher habe die Bundesregierung ihre Unterstützung für die ukrainische Energieversorgung und die Luftabwehr noch einmal verstärkt. So seien zum Jahreswechsel zusätzliche 160 Millionen Euro in den „Ukraine Energy Support Fund“ eingezahlt worden, womit dringend benötigte Technologien für die Wärmeversorgung beschafft werden könnten.

Mögliche Themen von Merz‘ Regierungserklärung: Ukraine-Krieg, Donald Trump und mehr

Neben den US-Beziehungen wird sich die Regierungserklärung auch mit Handelspolitik beschäftigen. Bilger ging davon aus, dass sich Merz zu dem gerade geschlossenen Freihandelsabkommen mit Indien äußern wird, aber auch zum vorläufigen Stopp der Vereinbarung mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten durch das Europaparlament.

  • Ereignis: Regierungserklärung von Friedrich Merz zur Außenpolitik
  • Datum: Donnerstag, 29. Januar 2026
  • Uhrzeit: 09:00 Uhr
  • Mögliche Themen: Handelsbeziehungen (Mercosur, Indien); Donald Trump; Ukraine-Krieg; Iran

Nächstes außenpolitisches Thema am Donnerstag könnten der Iran und die dortigen Proteste gegen das Mullah-Regime werden. Friedrich Merz (CDU) hat angesichts der brutalen Niederschlagung der Demonstranten bekräftigt, dass die Tage der Führung der Islamischen Republik „gezählt“ seien. „Meine Überzeugung bleibt: Ein Regime, das sich nur mit blanker Gewalt und Terror gegen die eigene Bevölkerung an der Macht halten kann, dessen Tage sind gezählt“, sagte Merz am Mittwoch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem rumänischen Ministerpräsidenten Ilie Bolojan in Berlin.

Merz‘ Regierungserklärung live im TV und im Stream verfolgen

Sie können die Rede des Kanzlers live im TV und im Stream mitverfolgen. Das Erste überträgt die Rede ab 09:00 Uhr aus dem Bundestag. Auch Phoenix vor Ort überträgt die gesamte 56. Sitzung des Bundestags live. Die Regierungserklärung von Friedrich Merz am Donnerstag verspricht somit, eine umfassende Standortbestimmung der deutschen Außenpolitik zu werden. In Zeiten internationaler Spannungen und komplexer geopolitischer Herausforderungen wird die Rede des Bundeskanzlers zeigen, wie Deutschland seine Rolle in der Weltpolitik definiert und welche Prioritäten die Regierung setzt.

Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka/dpa

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