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Neptun-Raketen: Ukraine hält neuen Trumpf gegen Russland in der Hand

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Im Kampf gegen Russland setzt die Ukraine auf technologischen Fortschritt. Ein Upgrade der Neptun-Raketen könnte die Schlagkraft des Landes erheblich steigern.

Kiew – Die Ukraine sieht sich im Verteidigungskampf gegen den russischen Aggressor nicht nur mit einem enormen Bedarf an Waffen und Munition konfrontiert, sondern auch mit der Notwendigkeit ständiger technologischer Weiterentwicklung. Eine bedeutende Aufwertung scheint nun das Marschflugkörper-System „Neptun“ zu erfahren.

Modernisierung gegen den Aggressor aus Russland: Die Ukraine verleiht ihrem Neptun-Raketensystem ein Upgrade.

Weiterentwicklung der Neptun-Rakete in der Ukraine

Laut dem Online-Portal Defense Express plant die Regierung unter Wolodymyr Selenskyj, eine neue Variante der Neptun-Rakete für den Krieg in der Ukraine zu entwickeln. Dies berichtet das Portal unter Berufung auf den stellvertretenden ukrainischen Verteidigungsminister Ivan Havryliuk. „Derzeit wird daran gearbeitet, den sogenannten Langen Neptun herzustellen. Dabei handelt es sich um eine neue Modifikation der Rakete für das Neptun-System“, so Havryliuk.

Obwohl genaue Details zum Upgrade noch nicht bekannt sind, vermuten die Experten von Defense Express, dass die Verbesserungen eine Anpassung der R-360-Rakete für das Neptun-System beinhalten könnten. Dieses wird bisher hauptsächlich zur Küstenverteidigung gegen Seeziele eingesetzt, hat aber auch die Fähigkeit, Landziele anzugreifen.

Treibt die Modernisierung des ukrainischen Waffensystems Neptun mit voran: Ivan Havryliuk, stellvertretender Verteidigungsminister des durch Russland attackierten Landes.

Bisher nur wenige Raketen produziert

Die R-360 Neptun, die technisch auf dem Seezielflugkörper Ch-35 basiert, wurde 2013 entwickelt und kam offenbar erstmals im April 2022 bei einem Angriff auf den russischen Lenkwaffenkreuzer Moskwa zum Einsatz. Bis heute wurden laut Medienberichten nur einige Dutzend dieser Raketen produziert.

Die geplante Aufwertung des Neptun-Modells könnte dessen Reichweite auf bis zu 400 Kilometer erhöhen - im Vergleich zu derzeit bis zu 300 Kilometer. Darüber hinaus könnte das Gewicht des Gefechtskopfes laut Defense Express von 150 Kilogramm auf bis zu 350 Kilogramm erhöht werden. Es wird erwartet, dass die neuen Neptun-Marschflugkörper mit einem Wärmebild-Zielsuchsystem ausgestattet werden. Dieses soll die Lokalisierung und Anvisierung eines Ziels anhand eines vorinstallierten Bildes ermöglichen.

Hohe Investitionen in das Neptun-Projekt

Die Modernisierung des Neptun-Systems ist für Kiew im Kampf gegen Russland nicht billig. Die Investitionen in die technische Weiterentwicklung sollen einen wesentlichen Teil eines Gesamtpakets für Raketenwaffen und Munition in Höhe von 175 Milliarden Hrywnja (ca. 4,75 Milliarden US-Dollar) ausmachen. Dies entspricht etwa einem Sechstel des ukrainischen Verteidigungshaushalts für das Jahr 2024.

Die Neptun-Raketen werden von der ukrainischen Verteidigungsindustrie selbst entwickelt und produziert. Die Herstellung eigener Langstreckenraketen ist für das belagerte Land von großer Bedeutung, so Defense Express, da ausländische Verbündete bei diesen Waffentypen oft Beschränkungen auferlegen, insbesondere das Verbot, Ziele in Russland anzugreifen. Während die Ukraine ihre militärische Schlagkraft zu verbessern versucht, hat nun ein erster Nato-Partner den Stopp von Waffenlieferungen angekündigt.

Für diesen von der Redaktion geschriebenen Artikel wurde maschinelle Unterstützung genutzt. Der Artikel wurde vor Veröffentlichung von unserem Mitarbeiter Christian Németh sorgfältig überprüft.

Rubriklistenbild: © IMAGO / YAY Images

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