Künftige Rolle noch ungewiss

Wen schickt die SPD ins Merz-Kabinett? Erster Minister gibt offiziell sein Aus bekannt

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Lars Klingbeil wird Finanzminister in der Regierung unter Friedrich Merz. Die restlichen Ministerien der SPD sind offen. Einer der Amtsinhaber wird nicht darunter sein.

Berlin - Ein großer Teil der künftigen Bundesregierung unter dem designierten Kanzler Friedrich Merz ist bereits bekannt. Sowohl CDU und CSU haben ihre Minister bereits bekanntgegeben. Die SPD bleibt derweil bei ihrem Fahrplan. Nach dem erfolgreichen Mitgliedervotum stellt Parteichef Lars Klingbeil offiziell bis spätestens zum 5. Mai die Personen zusammen, die an der Spitze der SPD-Ministerien stehen sollen. Bei einem ist zumindest schon mal klar, wer es nicht wird.

Hubertus Heil kündigt Abschied aus Bundesregierung an – er wird nicht Minister im Kabinett Merz

So erwartet der noch geschäftsführende Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, dass er bald aus seinem Ministeramt ausscheiden wird. „Ich war gern Arbeitsminister, ich bin das auch noch bis nächste Woche. Aber es ist in Ordnung, dass wir nicht die gesamte Regierung mit niedersächsischen Männern aus der SPD besetzen können“, erklärte der SPD-Politiker gegenüber der Sendung „Newstime“ von ProSieben, Sat.1 und Kabel Eins am Rande einer DGB-Veranstaltung in Peine.

Hubertus Heil (Dritter von links) wird in der künftigen Bundesregierung nicht weiter als Bundesarbeitsminister tätig sein.

Er verlasse sein Amt mit einem Hauch von Wehmut, „aber nicht mit Traurigkeit, sondern mit großer Dankbarkeit und ich werde weiter meinen Job tun, nämlich in der SPD- Bundestagsfraktion als Abgeordneter“. Heil habe noch viele Pläne, erklärte er. Dass er seinen Posten verlieren könnte, war bereits vermutet worden. Der Grund dafür ist der Regionalproporz, der neben Lars Klingbeil und vermutlich Boris Pistorius aus Niedersachsen keinen weiteren Platz für einen dritten SPD-Minister aus diesem Bundesland zulässt.

Hubertus Heil gilt derweil als einer von mehreren Kandidaten für den Posten des Fraktionsvorsitzes. Auf seine mögliche künftige Rolle wollte er vorzeitig jedoch nicht eingehen. „Ich spekuliere nicht über meine eigene Person“, sagte er dem Magazin Politico.

Bärbel Bas winkt wichtige Rolle in neu aufgestellter SPD

Bislang ist lediglich klar, dass SPD-Chef Klingbeil Finanzminister und Vizekanzler in der schwarz-roten Koalition unter Merz wird. Dieses Ministerium sei „der Ort, an dem wir unsere Schwerpunkte umsetzen können“, sagte er.

Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“

17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands.
17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands. © dpa
Fritze Merz Kabinett CDU CSU Minister
Der neue Kanzler (offiziell ab dem 6. Mai): Friedrich Merz hat sein Kabinett zusammengestellt. Der 69-Jährige hat vertraute und neue Gesichter auserkoren. In dieser Fotostrecke finden Sie alle von der CDU bestimmten Minister, auch die von der CSU und SPD sind hier zu finden.  © IMAGO/Uwe Koch
Thorsten Frei Kanzleramtsminister Merz Kabinett
Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes: Thorsten Frei (51) ist einer der engsten Vertrauten von Friedrich Merz und in der CDU angesehen.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Johann Wadephul Außenminister Merz Kabinett
Bundesminister für Auswärtiges: Johann Wadephul (CDU) heißt der neue Außenminister.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Katherina Reiche Wirtschaftsministerin Merz Kabinett
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie aus der CDU: Katherina Reiche ist 51 Jahre alt und wird die Nachfolge von Robert Habeck antreten. © IMAGO
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien von der CDU wird Bildungs- und Familienministerin, sie ist 59 Jahre alt. © IMAGO/Jens Schicke
Nina Warken Gesundheitsministerin Kabinett Merz
Bundesministerin für Gesundheit: CDU-Ministerin Nina Warken (45) soll die Nachfolge von Karl Lauterbach antreten.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Karsten Wildberger Digitalminister Merz Kabinett
Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger ist die wohl größte Überraschung, der ehemalige MediaMarkt-Chef ist 56 Jahre alt.  © AnikkaxBauer
Wolfram Weimer Minister für Kultur
Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer, der 60-Jährige pflegt gute Kontakte in einige Verlage.  © IMAGO/Thomas Bartilla
Schnieder Vekehrsminister CDU Kabinett Merz
Bundesminister für Verkehr: Patrick Schnieder von der CDU soll Verkehrsminister werden. © IMAGO
Dobrindt Innenminister CSU Kabinett Merz Liste
Bundesminister des Innern und für Heimat: Alexander Dobrindt. Der 54-jährige CSU-Mann ist schon zum zweiten Mal Minister. Unter Angela Merkel war er von 2013 bis 2017 Verkehrsminister © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Alois Rainer LAndwirtschaft Merz Kabinett
Landwirtschaftsminister soll der CSU-Politiker Alois Rainer werden. Der 60-Jährige ist durchaus ein überraschender Name, den Söder hier aus den CSU-Kreisen ausgewählt hat.  © IMAGO/Christian Spicker
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär (47) übernimmt das neu zusammengestellte Ministeramt. Die CSU-Politikerin galt von vorneherein als Favoritin aus Bayern.  © IMAGO/Heiko Becker
Klingbeil Kabinett Vizekanzler Finanzminister
Lars Klingbeil wird Vizekanzler und Finanzminister. Der 47-Jährige spricht über die SPD-Minister mit den Worten: „Generationswechsel“ und „neue Gesichter und erfahrene Persönlichkeiten“. Nachfolgend sind alle SPD-Ministerinnen und SPD-Minister aufgelistet.  © IMAGO/FRANK TURETZEK
Boris Pistorius Verteidigunsminister SPD Merz Klingbgeil
Verteidigungsminister bleibt Boris Pistorius, 65 Jahre alt. Er ist eines der prominentesten SPD-Mitglieder des Kabinetts. © IMAGO/Noah Wedel
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett als gesetzt, wenn es mit schwarz-rot klappt. Er könnte allerdings das Ministerium wechseln und sogar Vizekanzler werden.
Pistorius ist der einzige Minister der einstigen Ampel-Koalition unter Olaf Scholz, der auch unter dessen Nachfolger Friedrich Merz einen Platz im Kabinett gefunden hat. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bärbel Bas, die 57-Jährige wird Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Von 2021 bis 2025 war die SPD-Politikerin Präsidentin des Deutschen Bundestags.  © IMAGO
Hubig, Justiz 56 SPD MErz Kabinett
Dr. Stefanie Hubig ist 56 Jahre alt. Sie wird Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. DIe SPD-Politikerin ist schon in Rheinland-Pfalz Ministerin für Bildung gewesen.  © IMAGO/Jürgen Heinrich
Reem Alabali-Radovan Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die jüngste Person aus der SPD-Riege. Reem Alabali-Radovan ist 35 Jahre alt und kümmert sich um „Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“. © IMAGO/Jürgen Heinrich
Hubertz wohnen, Bauministerin SPD KAbinett Merz Klingbeiil
Auch nicht viel älter, auch von der SPD: Verena Hubertz, 37 Jahre, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.  © IMAGO
Carsten Schneider SPD Umweltminister Merz Klingbeil Kabinett
Carsten Schneider von der SPD (49), nicht zu verwechseln mit Patrick Schnieder, wird Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD, galt lange Zeit als aussichtsreiche Kandidatin für einen Kabinettsposten in der Regierung von Friedrich Merz. © Christophe Gateau/dpa
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet.
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 galt er zumindest als Außenseiter-Kandidat für einen Posten im Kabinett von Friedrich Merz. Daraus wurde letztlich nichts. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Kultursenator Joe Chialo
Kultursenator Joe Chialo war für die Berliner CDU bei den Koalitionsverhandlungen dabei (Archivbild). Fachleute spekulierten daraufhin Chialo könnte von Friedrich Merz als Kultusminister in sein Kabinett berufen werden. Doch der Posten ging letztlich an den Merz-Vertrauten Wolfram Weimer. © Jörg Carstensen/dpa
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Andererseits verfügt er über große Regierungserfahrung, die Merz selbst bekanntermaßen fehlt.
Auch Jens Spahn hatte sich Hoffnungen auf einen Kabinettsposten unter Kanzler Friedrich Merz gemacht. Der ehemalige Gesundheitsminister ging in Sachen Kabinett zwar leer aus, kann sich aber dennoch über eine Beförderung im neuen Bundestag freuen: Spahn wird die CDU-Abgeordneten im Bundestag künftig als Fraktionsvorsitzender anführen. © IMAGO/Jens Schicke

Die sechs anderen Ministerinnen und Minister der SPD sollen am Montag (5. Mai) benannt werden. Eine wichtige Rolle könnte dabei auch Ex-Bundestagspräsidentin Bärbel Bas spielen, die als Nachfolgerin von Heil im Arbeitsministerium gehandelt wird. Sie selbst hält sich über ihre Ambitionen noch bedeckt. Offen bleibt das politische Schicksal der Co-Parteivorsitzenden Saskia Esken, in deren Partei es Fürsprecher und Widersacher gibt

Die sieben Ministerien der SPD in der Merz-Regierung

  • Finanzministerium
  • Arbeitsministerium
  • Verteidigungsministerium
  • Justizministerium
  • Umweltministerium
  • Bauministerium
  • Entwicklungshilfeministerium

Klingbeil kündigt für Merz-Kabinett „neue Gesichter“ der SPD an

Nach dem Absturz der SPD bei der Bundestagswahl hatte Klingbeil einen „Generationenwechsel“ versprochen. Für die Regierung seiner Partei kündigte er zudem ein „starkes und kompetentes“ Team an. Die SPD plane, „auf Erfahrung, aber auch auf neue Gesichter und sichtbare Schritte zu einem Generationswechsel“ zu setzen.

Als sicher gilt, dass Verteidigungsminister Boris Pistorius sein Amt behalten wird. Auch Entwicklungsministerin Svenja Schulze könnte weiterhin im Amt bleiben. Weitere mögliche Ressortleiterinnen und -leiter sind Bärbel Bas für Arbeit und Soziales, die 37-jährige Sonja Eichwede für Justiz und Verbraucherschutz sowie die ebenfalls 37-jährige Verena Hubertz für Umwelt und Klimaschutz.

Friedrich Merz hat seine Minister bereits publik gemacht – viele von ihnen stammen aus der Wirtschaft, für andere war die politische Karriere eigentlich schon zu Ende. (mg/dpa)

Rubriklistenbild: © Karl Lauterbach (SPD, l-r), Bundesgesundheitsminister, Svenja Schulze (SPD), Bundesmninisterin für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Hubertus Heil (SPD), Bundessozialminister, Lars Klingbeil, SPD-Co-Vorsitzender, und Boris Pistorius, Bundesverteidigungsminister, unterhalten sich vor Beginn der Sitzung des Bundestages.

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